Im Jahr 2000 hatte FOX offenbar bereits schon einmal den Verdacht, dass sich mit einer “Star Trek”-Parodie Geld machen ließe. Jonathan Frakes führte für die Pilotfolge Regie, viele weitere Veteranen kümmerten sich um die Produktion und gar alte Sets von “Deep Space Nice” wurden recycelt.

Es klingt, wie ein geistiger Vorgänger von “The Orville”: Für den Sender FOX produzieren die Keyes-Brüder 2000 den Piloten für eine Comedy-Serie. In “Space Patrol!” folgen wir den Abenteuern von Captain Omega (Charles Rocket) und seiner Crew aus Space Rangers an Bord der U.A.P. Icarus.

Jonathan Frakes 2012 (CC BY-NC-ND 2.0 Mark Pouley)

Regisseur Jonathan Frakes (CC BY-NC-ND 2.0 Mark Pouley)

Nicht nur, dass Handlung und Charaktere überzeichneten “Star Trek”-Klischees entsprungen sind, auch die Produktion ist buchstäblich “Star Trek” entlehnt. Die Serie recycelt insbesondere Bühnenbilder der U.S.S. Defiant aus der 2000 gerade zu Ende gegangenen Serie “Star Trek: Deep Space Nine”. Damit nicht genug. Mit Jonathan Frakes in der Regie, Jonathan West hinter der Kamera und David Takemura als Verantwortlicher für Spezialeffekte waren auch etliche “Star Trek”-Kreative involviert.

Dass aus dem Piloten nie eine Serie wurde, hat sicher mit unterschiedlichen Faktoren zu tun. Zum einen kam Science-Fiction Anfang der 2000er in zunehmend schwieriges Fahrwasser. Das Format der Space Opera hatte sich nach über einem Jahrzehnt zahlreicher paralleler Serien abgenutzt, was auch “Voyager” und später besonders “Enterprise” zu spüren bekommen sollten.

Szenenbild aus "Space Patrol!" (FOX)

Szenenbild aus “Space Patrol!” (FOX)

Andererseits, und hierüber lässt sich streiten, ist der Humor zwar nicht wie bei “The Orville” ununterbrochen (aber auch) unter der Gürtellinie, aber durch die übertriebene Zeichnung der Charaktere dennoch sehr brachial und nie sonderlich intelligent.

Wer sich selbst ein Bild von diesem fast vergessenen Stück Fernseh-Geschichte machen möchte, kann dies glücklicherweise auf YouTube tun. der Nutzer Larry Younger hat den kompletten Pilotfilm verfügbar gemacht.


Christopher Kurtz

Christopher Kurtz

Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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