Wie üblich haben auch die Autoren von “Lichtpunkt” wieder viele Kanon-Referenzen und Easter Eggs in der Folge untergebracht. Wir haben für euch eine Liste zusammengetragen.

  • Nachdem in “Wähle deinen Schmerz” (“Choose Your Pain”) ein klingonisches Schiff völlig anderen Designs vom Computer als “D7” identifiziert wurde, demonstriert Ash Tyler dem Klingonischen Hohen Rat den neuen Entwurf eines D7-Modells, das wir als Zuschauer wiedererkennen.
  • Kenneth Mitchel kennen wir bislang vor allem aus seiner Rolle als Kol. Nach dessen Ableben darf er nun seinen Vater Kol-Sha spielen.
  • Tilly bedankt sich bei Burnham (zur Enttäuschung Mays) für die gute Vorbereitung auf den Halb-Marathon. Wir haben die beiden in der sechsten Folge der ersten Staffel “Lethe” gemeinsam trainieren sehen.
  • Aus derselben Folge kennen wir auch die Klasse des vulkanischen Scout-Schiffs, auf dem Amanda zur Discovery reist.
  • Amanda hat die Krankenakte auf einem Datenband gestohlen. Die Kassetten wurden in “The Original Series” als Datenträger verwendet und haben nahezu die gleiche Größe wie 3,5″-Disketten.
  • Pike kommuniziert per Bildschirm (Szenenbild: CBS)

    Pike kommuniziert per Bildschirm (Szenenbild: CBS)

    “Discovery” spricht ein offensichtliches Kanon-Problem offen an, ohne uns eine Lösung zu präsentieren. Wenn Pike seinen Kollegen Vela von Sternenbasis 5 anruft, wundert sich dieser, dass nur noch Pike und seine Großmutter so altmodisch seien, sich per Bildschirm zu unterhalten. Damit wird auch explizit ausgesprochen, was allenthalben zu beobachten ist: Die gängigste Form der Kommunikation scheinen Hologramme zu sein. Warum dieser Trend in wenigen Jahren wieder ausstirbt, und die gleiche Technologie 120 Jahre später Chief O’Brian vor große technische Hürden stellt, bleibt ein Rätsel. Anachronismen im Kanon sind offenbar ok, wenn das Drehbuch sie selbstironisch einräumt.

  • Den Angriff der Logik-Extremisten auf Burnham im Lernzentrum sahen wir erstmalig in einem Flashback während “Das Urteil” (“Battle for the Binary Stars”). Wer den Anschlag verübte, erfuhr der Zuschauer erstmalig in “Lethe”.
  • Burnham erinnert sich, dass sie es als Jugendliche nicht weit aus ShiKahr heraus schaffte, als sie von zu Hause weggelaufen war. Wir kennen die Stadt aus “Das Zeitportal” (“Yesteryear”, “The Animated Series”) und “Der Anschlag” (“The Forge”, “Enterprise”) als Amandas und Sareks Wohnort sowie den Sitz der Erdbotschaft.
  • Bei der Unterhaltung zwischen Burnham und Tyler werden die Hologramme in unterschiedlichen Stilen widergegeben. Burnhams Hologram hat einen leichten Blaustich und ist stärker durchscheinend (Starfleet), Tylers ist grünlich und zeigt leicht wellenförmige Störungen (Klingonen). Offenbar bestimmt der 3D-Sensor an der Quelle, und nicht der Projektor am Zielort, wie das Hologram angezeigt wird. Dies stimmt mit der Darstellung der Holokommunikation in der “Das Urteil” (“Battle for the Binary Stars”) überein.
  • Beim Schwertkampf in L’Rells Residenz fließt viel Blut. Violettes Blut, wie es seit “Star Trek VI” bei den Klingonen üblich ist.
  • Wir haben das Haus von Kor nicht das letzte Mal gesehen. Captain Kirk wird binnen zehn Jahren die Bekanntschaft mit Kor bei der Invasion von Organia machen “Kampf um Organia” (“Errand of Mercy”, “The Original Series”).
  • "Sektion 31 - Control" (Pocket Books)

    “Sektion 31 – Control” (2017, Pocket Books)

    Der Eintritt von Imperatorin Georgiou in Sektion 31 wurde bereits als Teil der ersten Staffel gefilmt, letztendlich aber geschnitten. Bei Sektion 31 handelt es sich natürlich um den skrupellosen Geheimdienst, den wir erstmals zusammen mit Doctor Bashir in der “Deep Space Nine”-Folge “Inquisition” kennen lernten.

  • Der obere Teil der Brücke von Lelands und Georgious Sektion-31-Schiffs ist das umgebaute Set der U.S.S. Shenzhou. Der Boden wurde entfernt und die untere Etage neu hinzugefügt.
  • Anders als im 24. Jahrhundert scheint Sektion 31 im 23. Jahrhundert weniger darauf bedacht zu sein, im Verborgenen zu operieren. Bereits in “Kontext ist für Könige” (“Context is for Kings”) sahen wir Offiziere mit schwarzen Abzeichen auf der Discovery, und Ash Tylor weiß das Symbol richtig zuzuordnen.
  • Das Kloster auf Boreth, an das Ash Tyler seinen Sohn übergibt, wurde erstmals in der “Next Generation”-Episode “Der rechtmäßige Herrscher” (“Rightful Heir”) gezeigt. Dort werden die Priester einst den mythologischen Herrscher Kahless klonen.
  • Bei L’Rells und Voqs namenlosem Sohn könnte es sich vermutlich um den Albino aus “Der Blutschwur” (“Blood Oath”, “Deep Space Nine”) handeln. Hätte der heranwachsende Albino von den Umständen seines Exils erfahren, wäre dies sicherlich ein gutes Motiv für den in “Der Blutschwur” gipfelnden Konflikt, u.A. mit Haus Kor, dem ja auch Kol-Sha angehört.
  • Leland sagt über Tyler: “Control schätzt seine Fähigkeiten.” Dies ist eventuell eine Referenz auf eine Entität aus den “Star Trek”-Romanen. Achtung, mögliche Spoiler: Control auf Memory Beta. Die Übersetzung des gleichnamigen Romans von David Mack erscheint übrigens am 02.09.2019 bei Cross Cult.
  • Unser Facebook-Leser Uli Qoghijtej hat einige schöne Funde im Sound-Design gemacht: Burnham hat einen Tribble-Klingelton für ihren Kommunikator und Georgious Sonde nutzt einen Phaser-Sound aus der Originalserie.
Kategorien: Discovery - Season 2

2 Kommentare

mrspock · 3. Februar 2019 um 13:21

Dieses Klingonenschiff gab es bereits in Star Trek Enterprise zu sehn… in Discovery wird alles bisherige doch überschrieben und meint eigene neue Regeln setzen zu können. Die Klingonen könnten ja nicht mal mehr normal sprechen. Die Bedienung der Gerätschaften müssten mit Drucktasten, Kippschaltern, Schiebereglern erfolgen…stattdessen wird das meiste mit Touch-Screen-Verfahren bedient…wie z.B. auch der Türöffner zu Spock´s Kabine… Die Enterprise ist wie die gesamte Serie ein Remake bzw. Reboot….es hat mit dem Original-Universum nicht mehr viel zu tun….Tellariten haben Stoßzähne…. die Phaser schiessen nur noch pulsartig (anstatt ausgedehnter Strahlen)…. ich habe deshalb aufgehört Star Trek weiterzugucken….dazu kommen ja noch die Neubesetzungen(für mich ist das ein NoGo…Menschen sind einfach nicht ersetzbar ) von bisher 5 TOS-Charakteren inklusive Mr. Spock….für mich geht das alles nicht …. da hilft das sogenannte “Kanon”-Futter nix mehr weil soviele andere Sachen den Kanon völlig und nachhaltig zerstört haben…und wenn nix mehr zusammenpasst habe ich auch kein Interesse mehr….

captSisko · 6. Februar 2019 um 10:49

Ich schaue mir Discovery recht entspannt an. Man kann und sollte es einfach nicht als Fortsetzung oder Prequel der bisherigen Serien sehen. Betrachtet Star Trek mal als eine Art Marvel oder DC Universum. Wieviele verschiedene Inteprationen der Batman Geschichte gibt es? Oder der X-Men? Wie oft wurde ein Charakter anders/neu dargestellt bzw rebootet? Oder mal von comics abgesehen… wie viele verschiedene Versionen der König Arthur / Robin Hood Geschichte gibt es denn schon?

Discovery ist einfach ein eigenes Star Trek und darf ruhig allem bisherigen widersprechen.

Die Folge selbst hat mir recht gut gefallen 🙂 Und Leute, Captain Pike ist ja wirklich ein Volltreffer. Super geschrieben, super gespielt.

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