Die ersten beiden Episoden der zweiten Staffel “Discovery” haben bei den Kritikern und dem Publikum viel Anklang gefunden. Wir haben im Internet Reaktionen zur dritten Folge “Point of Light” gesammelt. Presse und Quoten: läuft; Fan-Reaktionen: polarisiert.

Presse

Die Mainstream-Presse sieht “Star Trek: Discovery” geringfügig kritischer als die letzten Wochen. Für die dritte Folge zählt der Rezensionsaggregator RottenTomatoes.com 83% positive Besprechungen. Damit ist “Discovery” aus den spektakulären 90ern auf “Vorjahresniveau” gefallen. Positiv wurde Michelle Yeohs überraschende Rückkehr aufgenommen. Die Inszenierung wurde teils lobend, teils kritisch kommentiert.

[“Discovery'”] paart eine dichte, sprunghafte und zerhackte Erzählung mit mutigen Entscheidungen, die vergangene Trek-Normen hinter sich lassen (Eine Scheinenthauptung? Auweia!)

Sopan Deb – New York Times

Osunsanmi (der in dieser Staffel auch ein ausführender Produzent ist) hat ein Auge für einen verspielten Szenenaufbau, und die Gabe, Koovertionsszenen Bewegung einzuhauchen.

Darren Franich – Entertainment Weekly

Quoten

Für CBS ist “Discovery” weiterhin das A und O im Streaming-Markt. Laut Marktforschern von Parrot Analytics verringerte sich die Nachfrage nach “Discovery” in den USA leicht von 27 auf 26 Mio “Demand Expressions”, während sich die Platzierung innerhalb der “Digital Originals” von Platz 7 auf 6 verbesserte.

Ob sich die Zahlen von Parrot Analytics auch in Abonnements für CBS All Access niederschlagen, darüber hält sich der Streaminganbieter gewohnt bedeckt. Es darf aber weiterhin davon ausgegangen werden, dass “Star Trek: Discovery” für CBS All Access eine strategisch notwendige und bislang alternativlose Investition ist.

TOP 10 Digital Originals 2019-02-04 (Parrot Analytics)

TOP 10 Digital Originals 2019-02-04 (Parrot Analytics)

Fan-Reaktionen

Das Stimmungsbild für “Point of Light” schwankt in Fan-Publikationen enorm. Einig sind sich die Rezensenten weitestgehend darin, dass es die bislang schwächste Folge ist. Es gibt aber kontroverse Meinungen über das Niveau.

Absolut Null in der Stimmungskurve markiert sicherlich Bernd Schneider von “Ex Astris Scientia” mit nur einem von 10 möglichen Punkten:

“Point of Light” zeigt L’Rell wieder als schwache und weinerliche Gegenspielerin, deren Schicksal mir einfach egal und deren Auftritte zum aus der Haut fahren sind. Die anderen beiden Handlungsfäden sind ebenfalls nicht überzeugend. Alles an dem Besucher in Tillys Geist ist einfach nur nervig (und in jeder Hinsicht vorhersehbar). Die Suche nach Spock fährt mit Enthüllungen fort, die offenbar Erwartungen schüren sollen.

Als Gegenpol vergaben Sebastian Sonntag und Andreas Dohm vom Podcast “Discovery Panel” je 7 von 10 Punkten. Sie sahen die Folge als notwendigen Schritt, um den Handlungsstrang auf Qo’noS zu bereinigen und Grundsteine für die Sektion-31-Serie zu legen.

Anthony Pascale von TrekMovie.com sieht eine Rückkehr zum Erzählstil der ersten Staffel, schließt aber insgesamt versöhnlich:

“Point of Light” hat eine etwas ungeordnete Struktur wie einige der Folgen der ersten Staffel, da sie nicht dafür gemacht wurde, eine eigenständige Geschichte wie “New Eden” zu erzählen, sondern um einige Figuren wieder einzuführen. Ebenso schien der Ton der ersten Staffel zurückzukehren, es fehlten die fröhlicheren Momente der letzten zwei Wochen. Dennoch machte die Folge ihre Sache trotz dieser Einschränkungen gut, insbesondere darin, die Klingonen wieder Klingonen sein zu lassen.

Claire Little von TrekCore.com stellt eine ähnliche Diagnose, ist aber aus den gleichen Gründen wenig begeistert:

In mancherlei Hinsicht fühlt sich “Point of Light” wie drei Folgen der “Short Treks” an, die aus Not miteinander verwoben wurden, und nicht weil die Geschichten sich gegenseitig in einer relevanten oder signifikanten Weise einander bedingen.


Christopher Kurtz

Christopher Kurtz

Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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