Die Miniserie sollte letztes Jahr das Stargate-Franchise wiederbeleben – und ist kläglich gescheitert. Wir sehen uns die Serie im Detail an.

Achtung, Spoiler.

Am Anfang war…die Idee

Seit 2011 und dem Flop von “Stargate Universe” liegt das Franchise um das Sternentor nun schon brach. Dabei gibt es dort sicher noch Geschichten zu erzählen. Und da man es bei MGM den anderen “Global Playern” nachmachen und einen eigenen Streaming-Dienst aufziehen wollte, lag nichts näher, als diesen mit dem größten Franchise des Unternehmens zu starten: “Stargate”.

Fix war eine Miniserie namens “Origins” zusammengezimmert, welche aus 10 je zehnminütigen Folgen bestehen sollte (für die bessere, häppchenweise Servierung). Diese startete vor etwa einem Jahr. Damals hieß es, mit einer deutschen Version sei frühestens im Mai 2018 zu rechnen. Nicht zuletzt waren es vielleicht auch die mehr als vernichtenden Kritiken, die dazu geführt haben, dass die Serie bis heute eben nicht auf Deutsch vorliegt.

Immerhin gibt es sie aber als Filmzusammenschnitt (was dem Flow sichtlich gut tut) und deutsch untertitelt bei Amazon zu sehen. Und auch der Rezensent wollte an dieser Stelle nicht länger warten und sich als Fan die Serie reinziehen. Denn so schlimm, wie alle sagen, wird es schon nicht sein. Nicht wahr?

Oh, Mist!

So gesehen stimmte das sogar, denn es wurde leider NOCH schlimmer. Dieses Machwerk ist wirklich nicht würdig, in den Stargate-Annalen aufgeführt zu werden – und das, obwohl es eigentlich ein paar grundsolide Ideen aufweist.

Doch gehen wir die einzelnen Punkte dieses “Meisterwerks” doch einmal Schritt für Schritt durch.

Der Anfang – solide

Begrüßt von den Klängen der Intro-Sequenz des Kinofilms (bzw. später der SG1-Serie), wird man in den Film (respektive die Miniserie) eingestimmt. Irgendwie hat man es doch vermisst und nach der langen Abstinenz die immer noch gute Musik wieder zu hören, lässt durchaus nostalgische Gefühle aufkommen. Es schließt sich die Szene aus dem Kinofilm an, in der das Stargate gefunden wird. Selbst Catherine erhält noch einmal ihr Ra-Medaillon.

Klar, das kennen wir alles schon. Dabei handelt es sich nämlich um die Szene aus dem Film, die hier einfach wiederholt wird. Das heißt: nicht neu gespielt, sondern einfach noch einmal der Anfang des Kinofilms. Trotzdem ist diese Szene immer wieder schön anzusehen. Zumindest bis Professor Langford das erste Mal ins Bild kommt. An dieser Stelle blendet man dann nämlich zehn Jahre in die Zukunft, also in das Jahr 1938, wo Langford – hier gespielt von Connor Trinneer – gerade am Stargate arbeitet. Logisch, wir haben ja einen anderen Darsteller für den Professor, also können wir ihn nicht in der Kinofilm-Szene zeigen und die Zuschauer damit verwirren, dass beide anders aussehen.

Soweit ist das Ganze ja noch in Ordnung. Dann aber zeigt sich schnell, dass man für diese Miniserie eben doch nicht viel Geld in die Hand genommen hat. Denn was folgt, sind ewig gleiche Kammerspiele in der ewig gleichen Umgebung. Oder anders ausgedrückt: Die Handlung spielt sich immer in den gleichen Kulissen ab. Das sind auf der Erde die Gate-Lagerhalle und später auf Abydos der Tempel von Aset. Ja, es gibt ein paar Ausnahmen, wie etwa das Zeltdorf, die Stadt und auch eine kleine Wüstenwanderung. Diese Ausnahmen sind aber recht spärlich gesät und wirken auch nicht sehr belebt. Doch dazu später mehr.

Es geht los – Auftritt der Bösewichter

Pünktlich zum Ende von Episode 1 stürmen plötzlich die Bösewichter in den Raum, bei denen es sich – typisch für eine Handlung in dieser Zeit – um Nazis handelt. Diese wissen dank eines alten Buches mehr über das Gate als jeder andere. Und mit einer Autobatterie bringen sie es dann auch fix zum Laufen. Das gesamte Prozedere läuft allerdings nicht so überhastet ab, wie man vermuten würde. Aber es ist klar, dass man zum Ende der Episode das Tor eben aktivieren will, um mit einem Knall in die nächste Folge zu schlittern. Der Filmzusammenschnitt mildert das immerhin etwas ab. Trotzdem vergeht quasi die gesamte zweite Folge nur mit der Aktivierung des Tores.

Und an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass es doch einen Tick zu leicht geht, also verglichen mit den Aktivierungsproblemen, die man 1994 in der Zeit des Filmes zunächst noch hat. Aber dass man nicht früher schon herausgefunden hat, wie das Ding zu aktivieren ist, war ja bereits im Film selbst ein Problem. Daher sei das hier mal geschenkt. Schön ist an dieser Stelle übrigens, dass man auch den “hinteren” Kawoosh mal wieder zeigt, der ja seit SG-1 in Vergessenheit geraten war, ebenso wie die klassische Transit-Sequenz aus dem Film.

Schnell hat Catherine ein paar Helfer zusammengetrommelt und eilt in der dritten Folge hinterher, während die Nazis und der Professor auf Abydos stranden. Dort sieht der Tempel, den wir aus dem Film kennen, nicht mehr ganz so taufrisch aus. Vor allem der Blick aus dem Fenster erweist sich als Gemälde… Pardon…als ziemlich offensichtliches Bild, das jedesmal, wenn die Kamera darüber fährt, den Augen weh tut, weil es eben so offensichtlich billig ist (früher nannte man das wohl Matte Painting).

Ankunft auf Abydos

Ankunft auf Abydos, im Hintergrund kann man schön das Bild…ähm…das Fenster zur Wüste sehen. Im Vordergrund wirken die Säulen auch in der Serie so billig, wie es aussieht. Aber das schenken wir uns an der Stelle mal (Szenenbild: MGM, Stargate Origins)

Aber nicht nur das, bereits einen Raum weiter residiert der nächste Bösewicht, der natürlich absolut nicht gemerkt hat, dass sich ein Riesentor direkt neben ihm geöffnet hat. Aber damit nicht genug, denn mit der Goa’uld haben wir nämlich nun zwei böse Parteien in der Origins-Konstellation. Ob das mal gut geht?

An dieser Stelle zeigt sich später immerhin Potential, denn die liebe Aset hat ein Harcesis-Kind gezeugt, was den Goa’uld eigentlich verboten ist. Damit werden zwar ein paar Enthüllungen der ersten drei SG-1-Staffeln vorweggenommen, aber die dürfte ja inzwischen ohnehin jeder kennen. Doch zunächst werden die Protagonisten sowieso weggesperrt, denn Catherine und Co. müssen ja auch noch ankommen.

Was ist das denn?

Als die wirklichen Helden dann ankommen, ist Aset aber erstmal weg. Wobei sich durchaus die berechtigte Frage stellt: wohin eigentlich? Ein Mutterschiff, wie es im Kinofilm der Fall war, schwebt nämlich gerade nicht über dem Tempel. Und so bleibt nur…ein Sonnenbad auf dem Dach?

Das macht aber nichts, denn Serqet ist ja da, die Nummer Eins und Top-Vollstreckerin von Aset. Die will unsere Helden sogleich gefangen nehmen. Was sich daran aber anschließt, ist wohl eine der schlechtesten Kampfszenen aller Zeiten. Die Bewegungen sind derart langsam und offensichtlich gestellt/gespielt, dass man sich wirklich nur noch fremdschämen kann. Soviel zur besten Kämpferin. Zugegeben, es ist jetzt vielleicht nicht ganz so schlimm, wie es hier klingt, aber das hat man schon deutlich besser gesehen.

Ja, ja, ich weiß: Es war halt kein Geld da! Aber lassen wir mal den teureren Kinofilm außer Acht. Jede einzelne Stargate-Serie hat das besser hingekriegt. Und damit nicht genug, überlistet man Serqet, in dem man einen Trick anwendet, der erstmals im Kinofilm auftaucht. Man aktiviert den Knopf am Handschuh der Kämpferin und beamt sie einfach weg. Soweit, so gut. Nur leider wurde dabei die Tatsache vergessen, dass man im Kinofilm (und auch später) eine Person immer noch kurz festhalten musste, bis die Transportringe sie erfassen. Denn diese müssen zunächst einmal von der Decke fallen und sie umschließen.

Hier braucht man das nicht, denn man gibt Serqet einfach die Zeit um… nichts zu tun. Die herzensgute Kämpferin bleibt nämlich geschlagene fünf Sekunden stehen und blickt nur doof drein, bis sie weggebeamt wird (erneut die Frage: wohin nochmal?). Das ist aber sehr nett von ihr. Und statt gleich mit Verstärkungen zurückzukehren – was eigentlich höchstens ein bis zwei Minuten dauern sollte – lässt sie dem Team Zeit, sich mit Kasuf anzufreunden, der gerade seine Opfergaben bringt, und mit ihm zu fliehen (was länger als zwei Minuten dauert).

Kasuf wandert dann mit dem Team durch die Wüste und man spricht wieder schön altägyptisch, wie noch im Kinofilm (in der Serie wurde darauf verzichtet, jedes Mal neue Sprachen einzuführen und alle sprachen Englisch). Das ist immerhin recht konsistent und trägt zu einer fremden Atmosphäre bei. Aber hey, was ist das da am Horizont? Das ist doch die Stadt aus dem Kinofilm! Da drin gibt es doch auch etwas zu entdecken, wenn man… Aber nein, wir biegen stattdessen lieber ab in eine Zeltsiedlung mit… nun ja…ein paar Zelten und ein paar Leuten eben. Ihr wisst schon, das Geld fehlt, um die Stadt zu zeigen und so.

Die Stadt Nagada

Kasuf vor der Stadt Nagada. Gewöhnt euch nicht zu sehr an den Anblick, denn das ist alles, was ihr von dieser sehen werdet. (Szenenbild: MGM, Stargate Origins)

Aber in der Siedlung selber kann man ja auch ein wenig Spaß haben, denn Wasif lernt dort einen netten jungen Mann kennen. Und so wird einmal mehr deutlich: Wir haben hier ein homosexuelles Paar und es ist ganz normal. Zwar ist die Anziehung der beiden spürbar, allerdings wirkt das Ganze auch etwas aufgesetzt. Es hat für den weiteren Verlauf auch eigentlich keine wirkliche Bedeutung und die Annäherung erfolgt eigentlich auch einen Tick zu schnell. Also völlig unnötig und wenn man sich die Zeit (1938) anschaut, ist es auch nicht ganz verständlich, dass alle das einfach so hinnehmen. Gute Intention mit der “Ist doch alles Normal”-Botschaft also, an der Umsetzung aber hapert es.

Die Verschwörung des Bösen

In der Zwischenzeit biedern sich die Nazis bei den Goa’uld an und haben hierfür einen Propaganda-Film dabei. Wir sind doch genauso böse wie ihr. Wir geben euch Sklaven und was das Herz sonst noch so begehrt. Der gefangene Professor Langford übersetzt inzwischen fleißig und merkt auch viel zu spät, dass er auf dieser Weise eigentlich Widerstand leisten könnte. Überhaupt merkt der gute Professor eigentlich gar nichts, denn Aset spielt die ganze Zeit mit Catherines Haarspange herum. Und das zwar derart in Sichtweite des Professors, dass man sich schon fast fragen kann, ob er blind ist und nicht merkt, dass seine Tochter ebenso hier ist. Wobei wir ihm vielleicht Unrecht tun. Vielleicht merkt er es ja und zeigt es nur nicht. In diesem Fall wäre er einfach ein guter Schauspieler. Connor Trinneer ist das übrigens nicht anzulasten, genauso wenig wie der Darstellerin von Catherine (Ellie Gall), während alle anderen in der Serie schon etwas hölzern agieren. Aber das schwache Drehbuch und das nicht vorhandene Geld kann man eben nicht wegzaubern.

Weiter im Text. Wie schon angemerkt, hocken die Bösen in der immer gleichen, kleinen engen und tristen Halle (Das könnte direkt der Gefängnisraum sein, auch wenn die Wandmaserung fehlt, ist es der gleiche enge Grau-in-Grau-Raum). Wie wir wissen, lieben es die Goa’uld eigentlich weitläufig und pompös. Aber wo kein Geld ist… Naja, ihr wisst ja schon…

Im Gegenzug für die Hilfe bietet Aset immerhin etwas Naqadah an, auch wenn die Nazis den Wert des Minerals nicht erkennen. Also was tun? Den fleißigen Arbeitern mal einen Besuch abstatten und beweisen, wie gut die sind. In der Zeltsiedlung, nicht in der Stadt, versteht sich (ihr wisst schon, kein Geld für mehr als vier Zelte…).

Dort kommt es dann zu einem ersten Kampf, in deren Verlauf einer der Nazis verletzt wird, weswegen er von Brücke, dem Oberbösen der Nazis, einfach kalt gemacht wird. Okay, mag mit der Nazi-Mentalität durchaus zu erklären sein. Aber hey, wir sind ja eh nur zu dritt, also machen wir halt zwei draus! Was soll’s? Dumm nur, dass dann gleich auch noch der Heilstab, den die Zeltbewohner haben und den sie zuvor bei Catherines Freund benutzt haben, zerstört wird. Wir haben hier einen Heilstab, den wir präsentieren wollen. Machst du ihn bitte kaputt? Leider auch kein Highlight. Es sollte vor allem den Dorfbewohnern, wenn sie sowieso schon rebellischer sind, klar sein, dass die Goa’uld sie eigentlich klein halten wollen und daher keine Technik erlauben. Was hätte dagegen gesprochen, den Verletzten (respektive Toten) später in einem Zelt heimlich zu heilen? Die Sargtechnologie der Goa’uld gibt das ja her.

Immerhin bekommen wir aber noch eine schöne Szene in der Höhle aus dem Film spendiert und erfahren, wer die Steintafel kaputt gemacht hat. Das ist eine schöne Referenz und funktioniert als Verbindung sehr gut. Mehr davon hätte der ganzen Serie gut getan.

Auftritt des noch böseren Bösen

Auch Aset hat endlich erkannt, dass ein Bündnis mit den Nazis vielleicht keine so gute Idee ist. Eigentlich will sie den Menschen ja helfen und ihr Kind behalten. Dass ihr das nicht schon früher eingefallen ist? Just als Ra auftaucht, erlebt sie ihren Sinneswandel. Auch wenn dieser etwas spät kommt. Und nein, man kann hier nicht argumentieren, dass sie sich vorher einfach unsicher war. Immerhin wollte sie eine Kiste voller Naqadah ausliefern. Pure Todesangst kann man vielleicht noch als Ausrede gelten lassen. Und auch die Anmerkung, ihr Wandel wäre ja langsam sichtbar geworden, immerhin vergießt sie Tränen für ‘ihre’ Menschen, zählt hier nicht. Man hätte an der Stelle einfach mehr in die Charakterentwicklung stecken und ihren Weg zur ersten Goa’uld-Widerständlerin aufzeigen sollen, das wäre viel interessanter gewesen. Aber es fehlt eben an Zeit (und Geld sowieso).

Und so kommt es, wie es kommen muss. Im Angesicht des landenden Ra kommt es zum Showdown, den aber nur die Langfords überleben. Denen wird noch schnell das Gedächtnis gelöscht, damit die ganze Sache mit den Filmen und der Serie im Reinen ist (hier hat wohl doch jemand aufgepasst?), bevor sie zurückgeschickt werden. Doch halt! Was ist das? Wird da Catherine nicht noch mit auf den Weg gegeben, ein Team gegen Ra aufzubauen? Outet sich Aset damit als Urmutter der Tok’ra? Möglicherweise, wenn die Serie an der Stelle derartigen Tiefgang aufweisen würde (siehe oben). Wie zuvor wird aber alles schnell, schnell abgehandelt (ja, ja, Ra greift auch gerade an. Ist ja gut…). Und so schön stimmig das Ganze an dieser Stelle auch sein mag, stellt sich trotzdem die Frage, warum Catherine 50 Jahre braucht, um den unbewussten Befehl, ein Anti-Ra-Team aufzubauen, umzusetzen.

Davon abgesehen weiß Catherine ja nicht einmal, wie sie das tun soll. Es weiß bis 1994 niemand, wie man das Gate aktiviert. Ra ist zu dieser Zeit offenbar noch nicht Herrscher von Abydos beziehungsweise hat Aset als selbigen eingesetzt und schaut nur ab und zu vorbei. Mit ihrem Tod ändert sich das und er muss die Amtsgeschäfte nun selbst übernehmen, wie er auch selber sagt. Nur, wie hätte Catherine all das wissen sollen? Wie hätte sie ein Team aufbauen sollen, das stark genug ist, um Ra zu stürzen, wenn sie gar nichts von seiner Existenz weiß? Das ist schon harter Tobak und an dieser Stelle eindeutig viel zu viel Fanservice.

Und dann ist ja auch noch Kasuf, der den Befehl erhält, Anführer seines Volkes zu sein. Außerdem soll er eine Rebellion gegen Ra aufbauen und die Fremden dabei unterstützen, wenn diese zurückkommen. Wenn wir uns an den Film erinnern, so wurde Kasuf dort einzig und allein dadurch zur Rebellion angetrieben, weil Daniel ihm klar gemacht hat, dass Ra ihn sein ganzes Leben angelogen hat und er kein Gott ist. Zuvor war er absolut linientreu. Man könnte an dieser Stelle argumentieren, dass es ihm so leichter gemacht wurde, sich der Rebellion anzuschließen beziehungsweise diese auszurufen. Damit entwertet man aber irgendwie sein Auftreten im Film. So oder so, diese unbewussten “Eingaben” von Aset sind absolut unnötig und unsinnig.

Im Übrigen ist Kasuf zu dieser Zeit so um die 20 Jahre alt. Zu der Zeit des Films, also 55 Jahre später, wäre er also in einem Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Dafür kann er aber später noch sehr gut die Dünen rauf und runter rennen und kämpfen. Aber schön, unterstellen wir an der Stelle mal, dass er vielleicht in Ras Sarg baden durfte – für treue Dienste oder so – und dadurch eine leichte Verjüngungskur erfahren hat. In seiner letzten Szene geht er übrigens auf die Stadt aus dem Film zu. Aber ihr wisst ja, die bleibt nur am Horizont. Das liebe Geld eben…

Fanservice ist auch, dass die anderen Rebellen in Ras Dienste gezwungen werden und damit wohl quasi die Jaffa aus dem Kinofilm darstellen sollen. Auch hier ist die Idee ganz gut (auch wenn dies den Kinoauftritt der Jaffa ebenso etwas entwertet), aber die Umsetzung… Ja, okay, das Gegenübertreten mit Ra ist ja noch gelungen, aber die Leute müssten in 50 Jahren eben auch mal altern (oder auch sie haben eine Sargkur erhalten).

Ra, Ra, Raaaaah

Am Ende ist ER dann endlich da, der Ober-Goa’uld. Da man auch hier wieder nicht auf den originalen Filmschauspieler Jaye Davidson zurückgreifen konnte (weil dieser nämlich nicht mehr in der Branche aktiv ist), greift man zu dem Trick, den man bereits in der Serie verwendet hat: Ra tritt in seiner Maske auf. Das wirkt im ersten Moment auch noch gut umgesetzt. Selbst seine Drohung gegen Aset, dass sie einen Frevel begangen hat und deshalb dafür ausgelöscht werden soll, kann man noch so stehen lassen. (Wo ist eigentlich später im Kinofilm die verräterische Serqet abgeblieben?). Es folgt aber gleich der nächste Schnitzer, denn Ra sagt, er weiß, dass sie sich mit den Menschen aus dem Gate verbündet habe. Das Problem ist nur, dass er es unkommentiert stehen lässt. Statt gleich mit einer Flotte zur Erde aufzubrechen und diese zu vernichten, ist es ihm schlicht egal. Man mag dies seiner Arroganz zuschreiben. Viel stimmiger wäre es aber gewesen, er hätte davon nichts mitbekommen. Auch hier wieder: gut gemeint, aber leider ein Fail.

Und gleich im Anschluss kommt wieder einer dieser Fremdschäm-Momente hoch drei. Ra hebt ab und bombardiert Asets Tempel. Was auf dem Papier gut klingt, wurde hier aber extrem stümperhaft umgesetzt. Die fliegende Pyramide Ras mag vielleicht noch als gut durchgehen (kein Wunder, ist die Szene ja auch aus dem Kinofilm kopiert!), das war es aber auch schon. Die Bombardierung des Tempels mündet in derart billigen Feuereffekten, die jeder Halbwüchsige heute am PC besser hingekriegt hätte. Okay, die Flammen mögen stellenweise noch in Ordnung sein, das Drumherum wirkt aber derart künstlich und die Bauwerke sind so dermaßen offensichtlich Modelle, dass man mit einer Kaminfeuer-DVD mehr Spaß gehabt hätte. Übrigens ergeht es der Zeltsiedlung genauso. Die ist sogar von vier auf eins geschrumpft und auch hier wird einfach ein billiges Modell angezündet, um den Effekt darzustellen. Ist halt doof, wenn das Modell so anders aussieht als die Darstellung in der Serie. Aber na schön, wir haben’s kapiert: kein Geld!

Tempel zerstört

Der Modell-Tempel wird in einer sehr aufwendigen *hüstel* Sequenz zerstört (Szenenbild: MGM, Stargate Origins)

Wer an der Stelle übrigens noch gedacht hat, Aset und Co. hätten sich auf eine andere Ebene des Tempels gebeamt, der wird nun gewahr, dass es selbige gar nicht gibt. Warum also überhaupt Transportringe installieren? Aber an der Stelle hat man das Nachdenken eh schon sein lassen und nicht mal die einfache Berieselung hält der Geschichte noch stand. Vielleicht könnten Retro- und Trash-Fans hier noch glücklich werden?

Die letzte Szene, in der Vater und Tochter wieder am Tor arbeiten und sich wundern, wo ihr Bekannter (ihr wisst schon, der Tote) abgeblieben ist, ist dann leider auch nicht mehr der Rede wert. Immerhin ist das Sich-nicht-Erinnern an der Stelle konsequent.

Fazit

Am Ende ist es verständlich, warum “Stargate Origins” dem Franchise kein neues Leben einhauchen konnte. Mit billigen Effekten wollte man hier offenbar noch ein paar Kröten aus dem Franchise pressen. Und obwohl man das Potential erkannt hat, hat man die Serie eher stiefmütterlich behandelt. Die Charaktere bleiben leider über weite Strecken uninteressant. Nur manchmal blitzt auch hier Potential durch.
Eigentlich kann man die Serie nur mit sehr viel Bier (oder Ähnlichem) ertragen – und anderthalb Sterne gibt es auch nur, weil es viele Ansatzpunkte gibt, die an die Serien-Mythologie anknüpfen und zu gefallen wissen. Wegen der halbherzigen Umsetzung müsste man aber eigentlich noch einen abziehen.

1.5 out of 6 stars (1,5 / 6)

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