Wir haben Referenzen und Easter-Eggs zu “Projekt Daedalus”, der neunten Episode der zweiten Staffel von “Star Trek: Discovery”, zusammengestellt.

  • Episodentitel: “Projekt Daedalus” kann sich auf vielerlei beziehen:
    • Laut griechischer Mythologie war Daidalos der Vater des Ikarus. Um einer göttlichen Strafe zu entkommen, baute Daidalos für sich und seinen Sohn künstliche Schwingen, deren Wachs jedoch schmolz, als sie im Flug der Sonne zu nah kamen. Die Sage gilt im Allgemeinen als eine Warnung vor menschlicher Hybris. Die Schwingen des Roten Engels sind eine auffällige Parallele.
    • Emory Erickson (Bill Cobbs) in "Daedalus" (Szenefoto: CBS)

      Emory Erickson (Bill Cobbs) in “Daedalus” (Szenefoto: CBS)

      “Dädalus”/”Daedalus” (4×10) hieß eine Episode in “Star Trek: Enterprise”. In ihr versucht der Erfinder des Transporters, Emory Erickson, seinen Sohn nach einem Transporterunfall zu retten, was jedoch misslingt. Die Verbindung zu “Discovery” ist im Vorspann der zweiten Staffel zu finden. Emory Erickson wird recht unten an der Transporterplattform in kleinen Lettern als Erfinder namentlich genannt.

    • Ebenfalls möglich ist eine Referenz zu dem real existierenden Projekt Daedalus, das in den 70er-Jahren das Ziel eines unbemannten Raumschiffs verfolgte. Wie wir uns erinnern, ist die Discovery in “Calypso” (“Short Treks” 1×02) als eben solches seit mindestens 1000 Jahren unterwegs.
    • Oder es wird Bezug genommen auf die Entwicklung der Raumschiffe der Daedalus-Klasse, die wir bisher nur als Raumschiffmodelle im Hintergrund (z.B. in Ben Siskos Büro) gesehen haben, aber im 22. Jahrhundert eine gängige Schiffsklasse der frühen Sternenflotte war.

 

  • Vulkanischer Nackengriff: Spock erwähnt Admiral Cornwell gegenüber den vulkanischen Nackengriff als sein Mittel, ohne tödliche Gewaltanwendung die Psychatrie zu verlassen. Die erste Anwendung dieses auf der vulkanischen Neuropressurtechnik basierenden  Selbstverteidigungsgriffes sah der Zuschauer in “Kirk : 2 = ?”/”The Enemy Within” (“The Original Series” 1×04), aufgrund einer spontanen Eingebung von Leonard Nimoy, der vermeiden wollte, dass Spock im Nahkampf profane Gewalt anwenden musste.

 

  • LeVar Burton in "The Best of Both Worlds, Part 1" (Szenenfoto CBS)

    LeVar Burton in “The Best of Both Worlds, Part 1” (Szenenfoto CBS)

    Kybernetische Prothesen: Airiam ist ein Mensch mit (nach einem vermutlich schweren Unfall) ungewöhnlich vielen kybernetischen Prothesen. Das erste Beispiel für den künstlichen Ersatz von menschlichen Sinnesorganen, das wir als Zuschauer zu sehen bekamen, war das Sensornetz von Miranda Jones in der Original-Folge “Die Fremde Materie”/”Is There no Truth in Beauty” (3×07). Spätere Beispiele sind natürlich Geordi La Forges VISOR (Visual Instrument and Sensory Organ Replacement), erstmals zu sehen in “Der Mächtige”/”Encounter at Farpoint” 1×01), und Captain Picards künstliches Herz (“The Next Generation”-Episoden “Das Herz eines Captains”/”Samaritan Snare” 2×17 und “Willkommen im Leben nach dem Tode”/”Tapestry” 6×15), Vedek Bareils positronischen Implantate in “Der Funke des Lebens”/”Life Support” (“Deep Space Nine”  3×13) sowie Detmers Implantate nach der Schlacht am Binärstern in “Lakaien und Könige”/”Context is for Kings” (1×03).

 

  • Künstliche Intelligenz (KI, AI): Control, das Bedrohungsbewertungssystem von Sektion 31, scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben. Computer, die ein eigenes Bewusstsein entwickeln oder den Menschen das Denken abnehmen, gab es schon früher in “Star Trek”. Episoden, die eine ähnliche Thematik aufweisen, sind z.B. “Krieg der Computer”/”A Taste of Armageddon” (“The Original Series” 1×24), “Ich heiße Nomad”/”The Changeling” (TOS 2×08), “Computer M5”/”The Ultimate Computer” (“TOS 2×24), “Die Sorge der Aldeaner”/”When The Bough Breaks” (“The Next Generation”  1×17), “Die Waffenhändler”/”The Arsenal of Freedom” (TNG 1×21), “Neue Intelligenz“/”Emergence” (TNG 7×23) Prototyp”/”Prototype” (“Voyager” 2×13) oder der Kinofilm “Star Trek: Der Film”/”The Motion Picture” (V‘Ger).
  • Seven of Nine (Jeri Ryan) und Naomi Wildman (Scarlett Pomers) in "Infinite Regress” (Szenenfoto: CBS)

    Seven of Nine (Jeri Ryan) und Naomi Wildman (Scarlett Pomers) in “Infinite Regress” (Szenenfoto: CBS)

    Kadis-kot: Dieses Spiel, das sowohl Airiam als auch Tilly offenbar auf höchstem Niveau beherrschen, wird später bei Naomi Wildman, dem ersten Kind auf der U.S.S. Voyager, sehr beliebt sein. Andere prominente Spieler sind Seven of Nine und Neelix (“Das Vinculum”/”Infinite Regress”, “Voyager” 5×07)

  • Barzaner: Commander Nhan wird in “Projekt Daedalus” offiziell als Barzanerin bezeichnet. Die Barzaner sind eine humanoide Spezies und stammen vom Planeten Barzan II. Sie waren bisher nur in der “The Next Generation”-Episode “Der Barzanhandel”/”The Price” (3×08) zu sehen. Die Atmosphäre ihrer Heimatwelt ist für die meisten anderen humanoiden Spezies nicht atembar. Die Barzaner brauchen wiederum in einer normalen Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre eines Planeten der Klasse M (oder auf Raumschiffen der Sternenflotte) zusätzlich ein besonderes Gas zum Atmen. Dafür tragen sie eine Art “Zaumzeug” im Gesicht. Eine andere Version einer entsprechenden Atemvorrichtung verwenden die Benziten, erstmals zu sehen in der “The Next Generation”-Episode “Prüfungen”/”Coming of Age” 1×19) in Person von Mordock.
  • Die U.S.S. Defiant errichtet ein Minenfeld in "Call to Arms" (Szenenfoto: CBS)

    Die U.S.S. Defiant errichtet ein Minenfeld in “Call to Arms” (Szenenfoto: CBS)

    Weltraum-Minen: Die Sternenflotte wird offenbar eines Tages ihre Ablehnung von Weltraum-Minen als Kriegsgrerät ablegen. Benjamin Sisko wird ausgiebig Gebrauch von den Waffen machen, um eine Invasion des Dominion in den Alpha-Quadranten zu verzögern (“Zu den Waffen!”/”Call to Arms”, “Deep Space Nine” 5×26).

 

  • Klingonen-Krieg ohne die Enterprise: Cornwell legt erneut dezidiert dar, warum Captain Pike und seine Crew den Krieg aussitzen mussten. Seit der Staffelpremiere, waren einzelne Aspekte hiervon immer wieder Gesprächsstoff.

 

  • Hommage an “Star Trek VI”: Der Außeneinsatz des Landungsteams hat Anklänge an “Star Trek VI: Das Unentdeckte Land”. Sowohl die magnetischen Stiefel, das in der Schwerelosigkeit schwebende Blut, als auch die beim Wiederherstellen der Schwerkraft herunterstürzenden Leichen greifen Motive des Films auf.

 

  • Commander Tucker (Connor Trinneer) opfert sich für seine Crew in "These Are the Voyages" (Szenenfoto: CBS)

    Commander Tucker (Connor Trinneer) opfert sich für seine Crew in “These Are the Voyages” (Szenenfoto: CBS)

    Opferbereitschaft: Dass sich Airiam für das übergeordnete Wohl opfert und kurz vor ihrem sicheren Tod von Burnham durch eine Glastüre getrennt ist, spiegelt wiederum den anderen “Star Trek”-Film von Regisseur Nicholas Meyer: Spocks Todesszene in “Star Trek II: Der Zorn des Khan”. Auch Lt. Commander Data (“Star Trek: Nemesis”) und Commander Tucker (ENT 4×22 “Dies sind die Abenteuer”) opferten sich einst für ihre Besatzungen.

 

  • Kein Nottransport: Dagegen ist seltsam, dass die Crew nicht in der Lage ist, Airiam mit Hilfe des Transporters zu retten. In “Cold Station 12” (“Enterprise”, 4×05) und der “Discovery”-Folge “Der Wolf im Inneren”/”The Wolf Inside” (1×11) werden Archer bzw. Tyler aus einer vergleichbaren Notlage rechtzeitig an Bord gebeamt.

 

  • Alcatraz im Weltraum: Das Hauptquartier von Sektion 31 ist eine seit rund einem Jahrhundert verlassene Raumstation, die früher eine Strafkolonie gewesen ist. Die Idee eines Gefängnisses, das sich auf einer Raumstation mitten im offenen Weltraum befindet, ist in „Star Trek“ nicht neu. In der Voyager-Episode “Das Hochsicherheitsgefängnis”/”The Chute” (3×03) werden Ensign Harry Kim und Lieutenant Tom Paris in einem Hochsicherheitsgefängnis der Akritirianern interniert.
Sektion 31-Hauptquartier und U.S.S. Discovery in "Project Daedalus" (Szenenbild: "Discovery" 2x09, CBS)

Sektion 31-Hauptquartier und U.S.S. Discovery in “Project Daedalus” (Szenenbild: “Discovery” 2×09, CBS)

Kategorien: Discovery - Season 2

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