Der Abschlussband der Scythe-Trilogie beendet die losen Enden. Ob auch sonst noch was lose herumschlackert, klärt unsere Review.

Achtung, die Kritik enthält Handlungsspoiler, die für die Besprechung aber notwendig sind!

Inhalt (Klappentext):

Gestrandet weitab ihrer Heimat, hineingestoßen in einen unerklärlichen Konflikt und ohne zu wissen, wer Freund oder Feind ist: die Odyssee der Crew des Polizeikreuzers Scythe strebt ihrem Höhepunkt entgegen. Als eine alte Nemesis aus dem Verborgenen tritt, das äonenalte Werk einer rätselhaften Zivilisation zu scheitern droht und ein ehrgeiziger Anführer eine neue Machtbasis zu etablieren trachtet, müssen sich die Menschen auf der Scythe entscheiden: Rückkehr in die Heimat oder ein Schicksal im Exil?

Die Reise der Scythe 3 (Cross Cult)

Die Reise der Scythe 3

Kritik

War der erste Band der neuen Buchreihe noch durchaus gelungen, fühlte sich der zweite eher wie ein Füllband für das anstehende Finale an. Ganz so schlimm ist es im letzten Band zwar nicht, dennoch hat auch dieser seine Mankos.

Zunächst ist aber mal positiv anzumerken, dass die Geschichte ziemlich schnell wieder Fahrt aufnimmt. Nach der Ankunft im neuen System, offenbart sich recht schnell der gejagte Mörder Gracen, der aber nicht allein ist. Wie schon angedeutet wurde, gibt es die Scythe bereits in der Sphäre, allerdings nicht unbedingt durch eine Zeitreise, sondern eine Reise durch parallele Welten. Und da ein paar Personen, darunter auch die Maschine namens der Sonnenherr, ihre Erinnerungen an die letzten Durchläufe bewahrt hat, gilt es nun, zusammenzuarbeiten und Schlimmeres zu verhindern.

Das ist die Ausgangslage des Romans, bei dem zunächst alle Altlasten quasi entfernt werden. So gibt es zwar noch Interaktionen mit den Völkern in der Sphäre und auch die Handlung um Saim kommt endlich zu einem (wohlverdienten) Abschluss, dies aber eher nebenher und in kurzen Sequenzen. Die in Band Eins noch schön eingeführten fremden Völker, wie z.B. die Fruchtmutter, spielen also kaum noch eine Rolle und sind am Ende fast völlig in der Versenkung verschwunden. Das ist etwas schade, waren es doch unter anderem diese fremden Wesen, die einen gewissen Charme des ersten Bandes ausgemacht hatten.

Zudem sind die vielen Erklärungen über die Ausgangslage, in der man sich befindet, speziell die Sprünge durch Parallelwelten oder der große Plan der An’Sa, nach einiger Zeit schon etwas verwirrend. Am Besten denkt man nicht allzu sehr über die Details des Planes nach und lässt sich einfach von der Geschichte unterhalten.

Hier kann man sich charakterlich zumindest keinerlei Vorwürfe machen lassen, denn vor allem die Crew der Scythe bekommt hier ihr Fett weg – oder sagen wir mal vor allem Apostol, Elissi und Jordan dürfen in vielen verschiedenen Szenen glänzen. Personen wie Snead oder Horana (die Anwältin) treten eher etwas in den Hintergrund, bekommen aber durchaus noch die ein oder andere Szene, um zu glänzen.

Im Vordergrund steht hier aber eindeutig das Dreiergespann um Gracen, Elissi und Apostol, das sich am Ende als Familie entpuppt. Hier ist vor allem die Entwicklung Gracens zu erwähnen, die, obwohl eigentlich böse, zu einer Art Erlösung führt, die durchaus zu gefallen weiß. Und auch die Geschichte um Tizia ist charakterlich über jeden Zweifel erhaben, entwickelt auch sie sich doch weiter. Dazwischen eingestreut ist dezent ein wenig Action, auch das ist in Ordnung.

Weit über das letzte Drittel des Buches hinaus ist die Handlung aber von einer Realitätsveränderung dominiert. Da gibt es grüne Wiesen, Gerichtssäle, zombieartige Grubenkämpfe, eine Riesin und noch einige Sachen mehr. So schön es auch ist, mal etwas völlig Verrücktes zu machen und auch die Charaktere in entsprechende Situationen zu stecken, in denen sie unter anderem auch mal total gaga sein können – indes, es ist am Ende dann doch einen Tick zu viel. Zwar dreht sich alles schon irgendwie darum, die Maschine zu reparieren, aber die Szenarios, die da immer wieder aufgetan werden, sind irgendwann einfach ausgereizt und man wünscht sich, es möge doch weitergehen.

Das Ende kommt dann auch ein klein wenig abrupt. Wie gesagt, es gibt keine Infos, ob es die Scythe ins Konkordat zurück schafft und was mit den anderen Charakteren (Genq?) oder Aliens geschieht. Und auch ob das mit Elissi und Jordan am Ende real ist oder nicht, bleibt offen (aber das ist wohl beabsichtigt). Zugegeben, so ein klein wenig passt das Ende schon, ein klein wenig mehr Infos hätten an der Stelle aber vermutlich nicht geschadet.

Fazit

Obwohl sich dieser Band nicht wie ein Füllwerk anfühlt und durchaus charakterlich einiges zu bieten hat, verliert man sich leider etwas in den Realitätsverschiebungsparallelweltenverwicklungen (Hangman-Wort!). Wer die Vorgänger mochte, kann aber dennoch zugreifen.

3 out of 5 stars (3 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Dirk van den Boom
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2019
Seitenanzahl: 425
Preis: 16.- Euro
ISBN: 978-3-95981-531-4
Verlag: Cross Cult

 

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von Cross Cult verlosen wir ein Exemplar des Buches.

Das Gewinnspiel ist beendet, die Gewinner werden zeitnah bekannt gegeben.


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