In unserer neuen Star Wars-Review klären wir, ob der Glücksspielteufel nicht eher zweimal zuschlägt.

Inhalt (Klappentext):

Noch bevor Lando Calrissian in der Zeit der Rebellion die Wolkenstadt leitete und sogar bevor er den Millennium Falken verlor, spielt diese abenteuerliche Geschichte. Lando ist mal wieder auf der Suche nach der Liebe und dem großen Geld und am Ende führt sie ihn direkt zu seinem glamourösen Auftritt in „Solo – A Star Wars Story“!

Lando - Doppelt oder Nichts (Panini)

Lando – Doppelt oder nichts

Kritik

Mit “Lando – Doppelt oder nichts” begeben wir uns direkt in die Zeit vor dem Solo-Film. Zeichnungstechnisch ist man zwar solide unterwegs, kommt aber nicht ganz an andere Comics heran, dafür wirken die Panels hier einen Tick zu comichaft. Immerhin sind die Gesichter besser gelungen als bei Charles Soule, allgemein kommt man aber ein Stück kantiger daher. Schlecht ist das nicht und man gewöhnt sich durchaus schnell an den Stil. Auch die Hintergründe sind größtenteils in Ordnung.

Handlungstechnisch gewinnt man nicht unbedingt einen Innovationspreis. Die Petrusianer bitten Lando um Hilfe, ein paar Waffen zu schmuggeln, damit sie ihren Planeten befreien können. Lando macht das natürlich nur gegen Geld und versucht ansonsten, mit genug Charme den ganzen Rest zu kompensieren. Der Stil aus dem Solo-Film ist zwar gut eingefangen, so kommt Lando etwas arrogant und eingebildet rüber und vertraut die ganze Zeit auf seinen Umhang und L3 ist wie immer ganz auf der Droidenrebellionseite. So ganz mag das alles aber nicht recht zünden, da waren die Solo-Comics und sogar der erste Lando-Comic durchaus besser.

Vielleicht sind die vielen Scherze, die Lando einstreut, einfach einen Tick zuviel, vielleicht liegt es auch daran, dass er eine Spur zu großkotzig auftritt. Jedenfalls nimmt man ihm, im Gegensatz zu Solo, seinen Wandel am Ende nicht so recht ab. Irgendwie ist natürlich jedem klar, dass er den Petrusianern helfen wird (und im Gegensatz zu Han nimmt er auch noch Geld dafür). Ein richtiger Sinneswandel hin zu dieser Einstellung ist aber irgendwie auf keiner Seite spürbar.

Zwar kabbelt sich Lando die ganze Zeit mit Kristiss, aber von der anfänglich gespürten Anziehung der beiden bleibt am Ende nur wenig übrig, und das, obwohl sie eigentlich enger zusammenrücken. Es gibt kurze Momente, etwa, wenn Lando seine pathetische Rede hält, um die Petrusianer zum Kampf zu bewegen, in denen eine gewisse Entwicklung durchblitzt, die aber immer wieder durch seine arroganten Bemerkungen, wie toll er doch ist, unterbrochen werden. Mag sein, dass Lando zu jener Zeit wirklich so war oder es ist seinem jugendlichen Leichtsinn zuzuschreiben, man hat aber fast bis zum Ende das Gefühl, man tritt auf der Stelle.

Ein kleiner Lichtblick ist hier fast noch L3, die mit ihren üblichen Droidenparolen wirklich witzig ist. Auch die kleinen Sticheleien zwischen ihr und Lando funktionieren besser, als die mit Kristiss. Sie darf in diesem Band quasi schon mal eine Droidenrevolte anführen. So nett das auch umgesetzt ist, nimmt das leider 1:1 die Entwicklung aus dem Film vorweg und funktioniert daher auch nicht wirklich. Hier wäre eher eine dezente Hinführung besser gewesen, statt einfach die Filmszene etwas modifiziert noch einmal hinzuklatschen (und festzuhalten, dass L3 diesmal natürlich überlebt).

Dazwischen gibt es noch ein paar Actionszenen, die ebenfalls nett anzusehen sind, mehr aber auch nicht. Kurzum, man hätte hier noch ein bisschen mehr aus dem Vollen schöpfen sollen.

Fazit

Der Band lebt zuhauf von Landos Witzen, die aber in diesem Fall nicht so recht zünden mögen, vor allem auch, da darunter keine wirkliche Charakterentwicklung sichtbar wird. Wer damit leben kann und nur ein wenig Spaß haben will, kann natürlich zugreifen.

3 out of 5 stars (3 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Rodney Barnes
Zeichner: Paolo Villanelli
Originaltitel: Star Wars – Lando: Double or Nothing 1-5
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2019
Übersetzer: Justin Aardvark
Seitenanzahl: 112
Preis: 17.- Euro
ISBN: 978-3-7416-1072-1
Verlag: Panini


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