Was genau sich in dem roten Raum verbirgt, versucht Simon Price mit Hilfe technischer Gerätschaften herauszufinden. Warum diese Folge tatsächlich Gänsehautfaktor besitzt, lesen Sie in dieser Rezension.

Inhalt (Klappentext):

England 1899: Was geht vor sich in dem berüchtigten roten Raum des Schlosses Lorraine, in dem noch niemand eine ganze Nacht ausgehalten hat, ohne dem Wahnsinn zu verfallen oder zu versterben? Simon Price will gegen den ausdrücklichen Rat der Besitzerin und der alten Dienstboten, dem Spuk mit modernster Technik, einem Phonographen, zu Leibe rücken und riskiert damit seinen Verstand und sein Leben …

Kritik

Diese Folge gibt den Titel der Reihe gut wieder, denn gruselig geht es auf jeden Fall zu. Das Stück möchte ich für diese Rezension in drei Teile aufspalten. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Weg ins Zimmer, der zweite Teil mit dem Zimmer selbst und der dritte Teil, nun ja, lassen Sie sich überraschen. 

Meine Ansichten zu Teil eins: Nachdem Simon Price nach langem Hin und Her die Dienstboten endlich überzeugt hat, dass er in dem berüchtigten Todeszimmer schlafen möchte, gelangt er auch endlich dorthin. Das Intro ist für meinen Geschmack etwas zu lang geraten. Simon muss hart feilschen, bis ihn die Bediensteten auch tatsächlich den Raum (auf eigene Faust) suchen lassen. Nun ist es aber so, dass die Dienstboten einen Befehl ihrer Fürstin erhielten, Simon Zutritt zum Todeszimmer zu gewähren. Diese aber machen sich über Simons vermeintliche Dummheit, unbedingt sterben zu wollen, lustig. Und das für meinen Geschmack viel zu lange. Trotzdem wird man gut vorbereitet auf die Gefahren und die Spannung steigt kontinuierlich an. Gerade in dem Moment, wo einem die Dienerschaft richtig beginnt auf die Nerven zu gehen, geht die Handlung in Teil zwei über: Das Zimmer. Es ist gruselig. Der Protagonist beschreibt es sehr detailliert, aber ohne zu langweilen. Und ja, mir kroch die Gänsehaut über den Rücken. Bei der Vorstellung, in der Geisternacht (Halloween), ganz allein in einem fast verlassenen Schloss zu residieren, wird auch dem härtesten Hund mulmig in der Magengrube. So auch Simon, der sich anfangs noch mit rationalen Überlegungen zu retten versucht, die irgendwann aber nur noch quietschig vor Angst aus seinem Mund kommen. Und dann legt der Horror des Raums richtig los. Mehr möchte ich nicht verraten. Auch nicht, ob Simon das Ganze Szenario überlebt oder nicht, denn das erfährt man schließlich im dritten Teil. 

Die Soundeffekte sind brilliant. Das Gewitter in der Geisternacht, hohle Seufzer und knarrende Töne, dazu spannungsgeladene musikalische Einspieler. Klasse! Und die Sprecher. Ebenfalls wieder mal in Hochform. Valentin Stroh (Simon Price) macht seine Sache prima, immer mehr in die Panik abzurutschen, die Dienerschaft (Dagmar von Kurmin, Horst Neumann, Bert Stevens) bildet einen Kontrapunkt mit ihrem Geunke, Ursula Sieg (die Herzogin) spricht so distinguiert, wie man es von ihrer Rolle erwartet. 

Das Cover wurde abermals mit viel Bezug zur Handlung von Ertugrul Edirne gezeichnet. 

Fazit

Einen kleinen Abzug gibt es für die Längen am Anfang. Dann nimmt das Hörspiel allerdings Fahrt auf und tut das, was es soll: es gruselt. 

4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)
Information: Ein Exemplar dieses Hörspiels wurde dem Autor von Titania Medien zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: H.G. Wells
Zeichner: Cover: Ertugrul Edirne
Originaltitel: The Red Room
Jahr der Veröffentlichung (Original): 1894 / Hörspieladaption von 2019
Laufzeit: Ca. 43 Minuten
Illustration: Ertugrul Edirne
Preis: 7,69 Euro
ISBN: 9-783785-759462
Label: Titania Medien

 


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