Die neue BluRay-Box des fünften Doctors nehmen wir hier unter die Lupe.

Die Story

Pandastorm hat sich erneut ins Zeug gelegt und eine weitere Doctor Who-BluRay auf den deutschen Markt gebracht. Im vorliegenden Fall handelt es sich um “Die Heimsuchung”, ein Serial aus der 19. Staffel aus dem Jahr 1982. Im Gegensatz zur Tom Baker-Story gibt es diesmal keine Version mit aufgepeppten Effekten, aber das ist diesmal auch nicht nötig, da sich selbige in Grenzen halten und vieles ohne Special Effects abläuft. Auf jeden Fall ist der HD-Transfer aber auch diesmal durchaus gelungen.

Zugegeben, die Kostüme der Aliens sind in diesem Fall als Gummianzug zu erkennen, es fällt aber nicht so stark ins Gewicht wie bei anderen Folgen. Vor allem die zerstörte Gesichtshälfte des Terileptils sieht besser aus als die unbeschädigte. Und ja, damals war es neu, die Zähne bzw. das Gesicht mittels Animatronic, also eines Motors im Kostüm, zu bewegen, heutzutage merkt man das zwar, dennoch fällt auch das nicht so stark ins Gewicht. Man muss der Folge anrechnen, dass sie durchaus gut gealtert ist. Wie immer muss man beim Schauen also ein bisschen Retro-Feeling aufbringen, aber das muss ja nicht immer etwas Schlechtes sein.

Das Serial beginnt dabei mit dem Zusammenstauchen von Adric für seinen Fehltritt in der Folge zuvor. Einmal mehr wird deutlich, warum der Charakter so nervig ist (der Autor dieser Zeilen war mehr als froh, als Adric später das Zeitliche gesegnet hat). Auch dass der Doctor den Absetzzeitpunkt falsch kalkuliert, ist nichts Neues und ist quasi eine Art Running Gag, denn auch der neunte Doctor hat Rose damals ein Jahr zu spät abgesetzt. Hier hatte man so etwas Ähnliches beispielsweise schon mit dem ersten Doctor erlebt, als etwa Ian und Barbara später abgesetzt wurden.

Die Heimsuchung

Die Heimsuchung (Doctor Who, Pandastorm)

Wie es sich für eine britische Serie gehört, landet man im England von 1666 mitten in den Wirren der Pest und die Gruppe wird sogleich von Richard Mace gerettet, der in der deutschen Version von Tommi Piper gesprochen wird. Ein bisschen kann man sogar noch die Alfstimme hören, aber so oder so macht er hier einen guten Job.

Für den Rest der Geschichte muss man sich nicht nur mit dem Mob aus Einheimischen auseinandersetzen, sondern eben auch mit den erwähnten Terileptils, welche nichts Geringeres im Sinn haben, als die Erde auszulöschen. Das mag jetzt zwar nicht neu sein, gewinnt in der Folge aber durchaus einige neue Facetten, denn der Doctor bietet den Aliens an, sie zurückzubringen. Und es gibt sogar eine Diskussion darüber, dass man ja nichts anderes macht als die Menschen mit Tieren, wenn man niedere Wesen auslöscht. Das Ganze hat jetzt natürlich nicht die Tragweite wie in Star Trek, aber es vermag trotzdem zu gefallen. Trotzdem ist das hier immer noch Doctor Who, da gibt es keine Direktiven und da wird im Zweifel eben draufgehauen, was auch beim finalen Kampf nochmal deutlich rüberkommt, wenn die Bösen eben hops gehen.

Das der Doctor damit quasi für den Großen Brand von 1666 verantwortlich ist, verquickt wieder einmal historische Tatsachen mit der Serie, etwas, das auch schon seit den Tagen des ersten Doctors auf dem Plan steht. Was auch noch erwähnenswert ist, ist die Zerstörung des Sonic Screwdrivers (Schallschraubenzieher in der deutschen Übersetzung). Diese Vorrichtung war den damaligen Produzenten ein Dorn im Auge, machte sie es dem Doctor doch oft zu leicht. Erst 1996 im TV-Film wird er seine Rückkehr feiern.

Der Rest ist dagegen Standardkost. Es gibt nochmal Gedankenkontrolle, aber einschneidende Charakterszenen hat man nicht wirklich. Es gibt auch noch einen Androiden, und ja, auch hier sieht man das Kostüm, aber ähnlich wie die Terileptils kann man auch diesen unter “gut gealtert” führen.

Terileptils

Der Doctor und die Terileptils (Doctor Who, BBC)

Die Extras

Auf vielfachen Leserwunsch, sehen wir uns an der Stelle auch die Extras näher an. Das Set erscheint wie immer einen Monat früher als limitiertes Set, bevor es dann regulär in den Handel kommt. Das es wieder einmal ein Booklet mit Informationen zur Folge gibt, ist schon fast Standard bei Pandastorm, gefällt aber noch immer durchweg, vor allem, da auch die ein oder andere Info enthalten ist, die viele noch nicht kennen dürften.

Ansonsten gibt es bei der BluRay-Version noch die DVD-Version und eine Bonus-DVD. Auch das kennen wir schon von der Tom Baker-BluRay und auch hier muss man sagen: man erhält durchaus reichlich für sein Geld. “Behind the Sofa” ist wieder enthalten, ein recht aktuelles (sprich: neues) Extra, in dem die Darsteller die Folge gucken und ihre Gedanken dazu sagen. Das gab es in den 90ern teilweise auch schon (etwa bei “The Tom Baker Years”, was als Special auch dort zu sehen war), es hier aber quasi aktuell wiederbelebt zu sehen, hat durchaus etwas für sich.

Ebenso, speziell für die deutsche Version, ist das Tardis Informations System, kleine Textschnipsel zum Doctor und seinen Freunden bzw. Gegnern dieser Folge. Auch ganz nett, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt Neues für die Hardcore-Fans bringt. Der Rest an Extras beinhaltet auch das, was auf der britischen DVD schon vorhanden war: Making-ofs, Blicke hinter die Kulissen, Trailer, Interviews mit den Darstellern zu dieser Folge. Man könnte schon fast sagen, das ist heutzutage ein Standardpaket, es rundet aber auch diese Veröffentlichung schön ab.

Wer nur die Folgen selbst sehen will, kann natürlich auch zum Stream auf Amazon greifen, auch dort sind die Folgen ab sofort verfügbar.

Fazit

Von der Story her zwar in vielen Teilen Standardkost (böse Aliens greifen mal wieder die Erde an), dennoch, und wie immer mit einem gewissen Retro-Charme versehen, wird einem hier durchaus nette Popcorn-Kost geliefert, sofern man über die Unzulänglichkeiten hinwegsehen kann und keine heutigen Standards anlegt. Die Folge war bei der Erstausstrahlung durchaus eine der erfolgreichsten für Doctor Who.
Was die Ausstattung angeht, ist die Box wie immer über jeden Zweifel erhaben. Und auch an der Synchro kann man nicht meckern – aber etwas anderes ist man von den Pandastormjungs auch nicht gewohnt. Es gibt ja einen Werbespot zu Panda und der dortige Slogan trifft auch hier zu: “Never say No to Panda!”.

Bewertung:

Serial:4 out of 6 stars (4 / 6)
BluRay/Boxset: 5 out of 6 stars (5 / 6)

Episoden-Infos

Storynummer 119 (Staffel 19, Episoden 13 bis 16)
Originaltitel The Visitation Part 1-4
Deutscher Titel Die Heimsuchung Teil 1-4
Erstausstrahlung UK 15.-22. Februar 1982, BBC
Erstausstrahlung Deutschland nur BluRay-Veröffentlichung durch Pandastorm, Collectors Edition und VOD (Amazon): 17. Mai 2019, reguläre Edition: 28. Juni 2019
Drehbuch Eric Saward
Regie Peter Moffat
Laufzeit 25 Minuten je Episode
Einschaltquoten (England) ca. 10 Millionen je Folge

 


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