Der neue Superman-Band, der von uns genau unter die Lupe genommen wird.

Inhalt (Klappentext):

Wo ist Lois Lane? Das fragt sich nicht nur Superman, sondern auch die Redaktion des Daily Planet! Über ihr Verschwinden kommen ebenso neue Details ans Licht wie über die Brandserie, die Metropolis in Schrecken versetzt. Im Verborgenen sind dunkle Kräfte am Werk, und die haben einen mächtigen Verbündeten: das geheimnisvolle Wesen Red Cloud!

Superman 1 (Panini)

Superman 1

Kritik

Nachdem sich Brian Michael Bendis auch für die Superman-Monatsserie verantwortlich zeichnet, liegt diesmal der erste größere Band vor, der quasi die Action Comics fortsetzt und (im Englischen) über die 1000er-Marke geht. Zeichnungstechnisch ist man nicht ganz auf dem Niveau der Monatsserie. Die Hintergründe und der Detailgrad sind dabei zwar noch gut, die Charaktere wirken manchmal aber etwas klobig und kantig (so entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn im Comic ein Charakter Clark darauf anspricht, ob er etwas dicker geworden sei).

Die Handlung ist dafür mal wieder originell und handelt nicht von einem Superschurken (den gibt es aber auch) sondern von der Mafia, die sich in Metropolis festsetzt. Dabei treffen sie sich in Bleiröhren, um vor Supie geschützt zu sein. sie sprechen nie seinen Namen oder den von Verbündeten aus, weil sie wissen, das Superman alles hört und lauscht. Das ist ein cleverer Kniff, der sogar funktioniert und eine neue Facette der Stadt zeigt, die gut funktioniert.

Darüberhinaus gilt es, die Brandserie (begonnen in der alten Monatsserie) weiter zu untersuchen, wobei vor allem wieder die neue Brandmeisterin Moore heraussticht. Aber auch andere Charaktere bekommen hier genügend Entfaltungsspielraum, und damit sind nicht nur die Gangster sondern auch die neuen Reporterinnen beim Planet gemeint. Mit einer hat es dabei sogar eine ganz besondere Bewandtnis, was eine durchaus überraschende Wendung bereithält. So oder so vermögen sie aber durchaus zu überzeugen.

Auch Lois darf zurückkehren und ein paar nette Szenen mit Clark wechseln, aber ihre Geschichte (und die von Jon) wird in einem anderen Band erzählt werden. Zu gefallen vermag auch noch das kleine Cameo von Batman, das ebenso gut in die Story eingewoben wird. Es ist einfach erfrischend, das hier mal nicht Super-Kämpfe im Vordergrund stehen sondern eher politische Intrigen.

So gut das allerdings auch sein mag, die langsame Erzählweise der Story führt allerdings leider auch dazu, das es manchmal eben einen Tick zu langsam ist und man den Eindruck hat, es fehlt etwas an Fahrt. Da kann auch der Kampf gegen den neuen Bösewicht Red Cloud nichts ändern. Allerdings zeigt auch hier Superman Mitgefühl, was zu einer weiteren schönen Szene führt und Lust auf die Zukunft macht. Wohin die Story geht, bleibt abzuwarten, am Ende gibt es für alle Hardcore-Fans noch eine schöne Referenz an Supermans allererstes Abenteuer (oder besser: Cover) von 1938, als nämlich ein berühmtes grünes Auto gezeigt wird.

Fazit

Nach all den vielen Kämpfen ist es erfrischend, einen Band zu sehen, der eher ruhiger ist und große Verschwörungen in der Stadt und die Mafia zeigt, statt erneut einen “Super-Gegner”. Auch die neuen Charaktere mögen zu gefallen, bemängeln muss man allerdings, das es manchmal schon ein bisschen vor sich hinplätschert und einen Spannungsbogen vermissen lässt. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält aber einen durchaus soliden Superman-Band.

3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Patrick Gleason, Yanick Paquette, Ryan Sook
Originaltitel: Action Comics 1001-1006
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2018
Übersetzer: Christian Heiß
Seitenanzahl: 148
Preis: 16.99- Euro
ISBN: 978-3-7416-1282-6
Verlag: Panini

Kategorien: LiteraturSuperhelden-Bücher

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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