Der Dominion-Krieg ist einer der wichtigsten Handlungsbögen in “Star Trek: Deep Space Nine”. Aber hat die Serie das Phänomen ‘Krieg’ wirklich realistisch dargestellt? Und welche Botschaft steckt eigentlich hinter dieser Storyline?

Im (leider etwas verspäteten) letzten Teil unserer Artikel-Reihe zur Kriegsdarstellung in “Deep Space Nine” gehen wir der Frage nach, ob ein Krieg im 24. Jahrhundert tatsächlich so aussehen könnte wie der Dominion-Krieg in den letzten beiden Staffeln der Serie (1997-1999).

Der “industrialisierte Krieg” im 20. Jahrhundert

Vor allem die beiden Weltkriege von 1914 bis 1918 und von 1939 bis 1945 standen im Zeichen einer neuen, sogenannten “industrialisierten Kriegsführung”. Diese beiden Kriege wurden im Wasser, in der Luft und natürlich auf dem Land geführt, sodass die verschiedenen nationalen Militärs auch über drei verschiedene Teilstreitkräfte – Marine, Luftwaffe und Infanterie – verfügten. Es handelte sich dabei um Materialkriege, die Unmengen an industriellen, aber vor allem auch an menschlichen Ressourcen einforderten. Neben den damals üblichen Handfeuerwaffen kamen auch immer modernere Waffenarten zum Einsatz mit damals noch völlig unbekannten, unfassbaren Vernichtungspotenzial: Artilleriegranaten, Flammenwerfer, Giftgas oder am Ende des Zweiten Weltkrieges auch Atomwaffen. Die Menschheit hatte ein waffentechnisches Niveau erreicht, das apokalyptische Literatur plötzlich als realistische Szenario erschienen ließ.

Der Zweite Weltkrieg in der “Voyager”-Episode “The Killing Game, Part 2” (4×18/19), Szenenfoto: CBS.

Diese Kriege waren teils lange vorbereitet, benötigten einen massiven logistischen Aufwand, eine effektive Kampfstrategie und dauerten dementsprechend mehrere Jahre. Neben schnellen Eroberungszügen kam es auch immer wieder zu sogenannten Stellungskriegen, deren Trommelfeuer sowohl für die Kombattanten als auch für die Zivilbevölkerung enorm zermürbend war. Vor allem im Zweiten Weltkrieg gab es oftmals keine klare Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten mehr, sodass ganze Städte dem Erdboden gleichgemacht wurden, was auch etliche zivile Opfer forderte.

An den Zweiten Weltkrieg schloss sich die sogenannte Blockkonfrontation (auch: Ost-West-Konflikt) an, der auch als „Kalter Krieg“ bezeichnet wird. Ganz so kalt war dieser Konflikt dann aber doch nicht, denn neben einer immer größer werdenden Rüstungsspirale zwischen den beiden Großmächten USA und UdSSR kam es im Verlauf dieses Konflikts zu mehreren sogenannten Stellvertreterkriegen, wie etwa dem Koreakrieg oder dem Vietnamkrieg. Zu einem Atomkrieg zwischen den beiden Blöcken kam es glücklicherweise nicht, obwohl dieser vor allem im Rahmen der Kubakrise 1962 zeitweise unvermeidbar schien.

Revolutionierte Kriegsführung im 21. Jahrhundert

Im frühen 21. Jahrhundert erleben wir eine Art Transformation des Krieges. Zwischenstaatliche Kriege gibt es weiterhin, aber die Zahl der sogenannten „Asymmetrischen Kriege“ hat zugenommen. Vor allem der War on Terrorism stellt für die liberalen Gesellschaften des Westens eine enorme Herausforderung dar, weil der ungeregelte Konfliktaustrag von Terrorgruppen und die räumliche Entgrenzung des Schlachtfeldes (weiche Ziele) das Wertefundament rechtsstaatlicher Gesellschaften strapaziert und die beiden Pole Sicherheit und Freiheit oftmals als unvereinbare Widersprüche wahrgenommen werden. Die Verhältnismäßigkeit diverser Anti-Terror-Maßnahmen bleibt auch fast 20 Jahre nach dem 11. September 2001 eine fundamentale Kontroverse innerhalb der Sicherheitspolitik.

Die Kriegsführung befindet sich allerdings auch aus technischer Sicht in einem Wandlungsprozess. Die Fortschritte im Bereich der Digitalisierung führen dazu, dass Krieg nun auch auf einer fünften Ebene (neben dem Land, dem Wasser, der Luft und dem Weltraum) geführt wird: im digitalen Raum.  “Cyber Warfare” ist hier wohl das bekannteste Stichwort.

Ein Soldat des 21. Jahrhunderts bedroht im “The Next Generation”-Pilotfilm “Encounter at Farpoint” (TNG 1×01) die Enterprise-Besatzung (Szenenfoto: CBS).

Zu den automatisierten Waffensystemen des 20. Jahrhunderts haben sich im frühen 21. Jahrhundert sogenannte autonome oder auch semi-autonome Waffensysteme hinzugesellt. Ferngesteuerte Kampfdrohnen werden mittlerweile nicht mehr nur noch zur Überwachung beziehungsweise Aufklärung eingesetzt, sondern auch bei Luftangriffen. Einige autonome Waffensysteme sind sogar lernfähig (learning algorithms) und konfrontieren Militärs, Politiker und Wissenschaftler demnach mit schwerwiegenden ethisch-moralischen Fragestellungen: Lässt sich der Einsatz letaler autonomer Waffensysteme überhaupt rechtfertigen? Welche ethischen Implikationen sind damit verbunden, wenn ausschließlich rational erwägende Computersysteme oder auch “Künstliche Intelligenzen” lernen, wie man effektiv Menschen tötet, ohne dass diese auch die ethische Dimension ihres Tuns reflektieren?

Nicht wegzudiskutieren ist wiederum die Effektivität solcher modernen Waffensysteme. Eine immer stärker technologisierte Kriegsführung ermöglicht das effiziente Sammeln und Auswerten von Daten und somit auch die Perfektionierung von militärischen Strategien. Autonome oder semi-autonome Systeme sind mit schnelleren Abläufen verbunden. Zudem sind diese teilweise für den Feind schwerer zu orten und abzufangen. Viel schwerer wiegt aber wohl die Tatsache, dass dank effektiver Drohnensysteme die eigenen Piloten nicht mehr in unmittelbare Lebensgefahr gebracht werden müssen.

Des Weiteren geht der Trend aktuell weg von einer großen Truppenstärke hin zu kleineren, technisch gut ausgestatteten und flexibel einsetzbaren Streitkräften.

Krieg im fiktiven 24. Jahrhundert – Der Dominion-Krieg

Betrachtet man den Dominion-Krieg in “Star Trek: Deep Space Nine” aus der heutigen Perspektive, dann muss man feststellen, dass die Autoren und Property Designer der Serie damals scheinbar keine Vorstellung davon hatten, wie sich die reale Kriegsführung allein schon in den beiden folgenden Dekaden revolutionieren würde. Der fiktive Dominion-Krieg wirkt wie eine Kriegsführung des 20. Jahrhunderts – nur mit Strahlenwaffen. In Sachen Technik, Taktik und Ausrüstung sind ausnahmslos alle Parteien dieses fiktiven interstellaren Krieges antiquiert.

1. Ausrüstung

Ein Föderationssoldat wurde tödlich in der Brust getroffen. Kein Wunder, wenn man die schlechte Ausrüstung der Sternenflotten-Truppen bedenkt (Szenenfoto: DS9 5×04 “…Nor the Battle to the Strong”, CBS).

Die Föderation scheint ihre Soldaten im 24. Jahrhundert lediglich als besseres Kanonenfutter zu betrachten, denn nur so lässt sich die dürftige – eigentlich erbärmliche – Ausrüstung der Sternenflotten-Truppen im Dominion-Krieg erklären. Schutzanzüge mit mobilem Schutzschildemitter oder Panzerung zählen ebenso wenig zur standardmäßigen soldatischen Ausrüstung wie ein größeres Waffenarsenal, Proviant oder eine Überlebensausrüstung. In der Regel tragen die Soldaten der Sternenflotte Standarduniform oder einen einfachen schwarzen Kampfanzug. Zur Ausstattung gehören: ein Handphaser, ein Phasergewehr, Energiezellen, ein Tricorder, ein Fern- bzw. Nachtsichtgerät und ggf. ein Nahkampfmesser. Das war es aber auch schon. Der einzige Trost: Den Jem’Hadar und Cardassianern ergeht es in diesem Krieg auch nicht besser.

An dieser Stelle fällt auf, dass das Sicherheitspersonal der Sternenflotte im 22. und 23. Jahrhundert deutliche besser ausgestattet war. Die MACOs (Military Assault Command Operations) der Enterprise NX-01 (“Star Trek: Enterprise”) verfügten zwar ebenfalls über keinen gepanzerten Schutzanzug, aber zumindest über ein breiteres Waffenarsenal. Der Sicherheitsdienst der U.S.S. Enterprise NCC-1701 in “Star Trek III: The Search for Spock”/”Auf der Suche nach Mr. Spock” wiederum war sowohl mit einer Schutzweste als auch mit einem Schutzhelm ausgestattet.

Selbst die Soldaten der Gegenwart – allen voran US-amerikanische Soldaten – sind umfassender ausgestattet.

Ein MACO-Soldat des 22. Jahrhunderts (links) und zwei Sicherheitsoffiziere der Sternenflotte im späten 23. Jahrhundert (Szenenfotos: CBS, Paraount Pictures).

Bewertung: Hier haben die Macher der Serie – wohl hauptsächlich aus Budgetgründen – keine realistische Darstellung eines Soldaten des 24. Jahrhunderts hinbekommen. Die Soldaten im Dominion-Krieg spiegeln nicht einmal die Technisierung des Krieges in der Gegenwart ansatzweise wider. Gerade in Bezug auf die unternommenen Aufklärungsmissionen, wie etwa die von Nog in “Die Belagerung von AR-558″/”The Siege of AR-558” (DS9 7×08), wirkt die Föderation (und deren Verbündete und Feinde ebenso) altmodisch und ineffizient. Im Prinzip begeben sich alle Bodentruppen der Föderation angesichts ihrer schlechten Ausrüstung auf ein Himmelfahrtskommando.

2. Autonome Waffensysteme & Fahrzeuge

Autonome Waffensysteme spielen im Dominion-Krieg eine irritierend geringe Rolle. Obwohl die Föderation in Sachen “Künstliche Intelligenz” vor allem in der Mitte des 24. Jahrhunderts große Fortschritte gemacht hat – man denke nur an den Androiden Data und vor allem an die Holo-Technologie – kommen weder Aufklärungsdrohnen, Kampfdrohnen noch holografische Soldaten im Dominion-Krieg eine nennenswerte Bedeutung zu. Der Kampf im Weltraum wird weiterhin primär mittels bemannter Raumschiffe geführt. Auch die Bodentruppen der Sternenflotte werden weder von Gefechtsdroiden noch von holografischen Soldaten unterstützt. Aufklärungsmissionen werden nicht selten von gewöhnlichem Personal durchgeführt, anstatt Aufklärungsdrohnen zu entsenden (siehe DS9 6×02 “Entscheidungen”/”Rocks and Shoals” ; DS9 7×08 “Die Belagerung von AR-558″/”The Siege of AR-558”).

Größeres fahrbares Gerät, wie z.B. Fahrzeuge, Truppentransporter oder Panzer, kommen ebenfalls nicht zum Einsatz. Allerdings verfügt die Sternenflotte im 24. Jahrhundert definitiv über solche Gerätschaften, wie beispielsweise das Argo-Shuttle (“Star Trek: Nemesis”) oder die sogenannten Hopper (DS9 5×04 “Die Schlacht um Ajilon Prime”/”Nor the Battle to the Strong”).

Ein Sternenflotten-Kreuzer der Galaxy-Klasse kämpft in “Tears of the Prophets” (DS9 6×26) gegen eine drohnenartige, orbitale Gefechtsplattform der Cardassianer (Szenenfoto: CBS).

Auf Seiten des Dominion kommen wiederum autonome und tarnbare Minen zum Einsatz, die nur unter ganz bestimmten Bedigungen detonieren und daher von den Sternenflotten-Soldaten auch als “Houdinis” bezeichnet werden (DS9 7×08 “Die Belagerung von AR-558″/”The Siege of AR-558”). Die Cardassianer setzten eine Art semi-autonome, unbemannte orbitale Verteidigungsplattform ein, die allerdings von einem zentralen Ort aus mit Energie versorgt werden muss (DS9 6×26 “Tränen der Propheten”/”Tears of the Prophets” ; DS9 7×25 “Das, was du zurücklässt”/”What You Leave Behind”).

Der geringe Einsatz von autonomen Waffensystemen bei allen Konfliktparteien des Dominion-Krieges erscheint etwas unglaubwürdig, da beispielsweise die Minosianer vom Planeten Minos schon lange vor 2373 über hochentwickelte autonome Waffensysteme, wie dem Echo Papa 607 , verfügten und diese auch verkauften. Auf Seiten der Föderation könnten zur Zeit des Dominion-Krieges allerdings große Vorbehalte gegenüber einer solchen Waffentechnologie existiert haben, da die Sternenflotte seit 2364 wusste, dass das Echo Papa 607, das in den sogenannten “Erselrope-Kriegen” zum Einsatz gekommen war, höchstwahrscheinlich außer Kontrolle geriet und somit schlussendlich für die Vernichtung der die Zivilisation auf Minos verantwortlich gewesen sein dürfte (TNG 1×21 “Die Waffenhändler”/”The Arsenal of Freedom”).

Es ist davon auszugehen, dass zur Zeit des Dominion-Krieges auch die Geheimdienste der Cardassianer und des Dominion über die Existenz von Minos und des Echo Papa 607 informiert waren. Dass diese beiden Mächte die Bedenken der Föderation teilten, darf indes bezweifelt werden.

Das Echo Papa 607 ist ein hochintelligentes Waffensystem vom Planeten Minos (Szenenfoto: TNG 1×21 “The Arsenal of Freedom”, CBS).

Fazit: Angesichts des technischen Entwicklungstandes der am Dominion-Krieg beteiligten Mächten ist es verwunderlich, dass autonome Waffensysteme im Dominion-Krieg nahezu keine bedeutende Rolle spielen. Gerade die Existenz des minosianischen Echo Papa 607-Waffensystems hat gezeigt, wie effektiv – und tödlich – solche Waffensysteme sowohl im Weltraumkrieg als auch im Bodenkrieg sein können. Womöglich ist aber gerade die negative Erfahrung der Crew der Enterprise-D mit diesem Waffensystem eine Erklärung dafür, weshalb die Föderation im Dominion-Krieg auf den Einsatz autonomer Waffensysteme verzichtet und stattdessen primär auf “natürliche” Intelligenzen vertraut. Dies erklärt allerdings nicht, warum auch eine so skrupellose Macht wie das Dominion freiwillig auf die Vorzüge einer solchen Technologie verzichten sollte. Wahrscheinlich waren es auch in diesem Fall Begrenzungen des Produktionsbudgets, die eine Darstellung von hochentwickelter Waffentechnologie in “Deep Space Nine” verhindert haben.

3. Waffeneffizienz

Als langjährigem “Star Trek”-Zuschauer stellt sich auch mir immer wieder die Frage, worin eigentlich der technische Fortschritt von Strahlen- bzw. Energiewaffen gegenüber Projektilwaffen besteht. Wenn man sich “Deep Space Nine” (und auch alle anderen “Star Trek”-Serien und Filme) ansieht, dann fällt auf, dass (manchmal) weder die Phaser der Sternenflotte noch die Disruptoren der Klingonen oder auch die Polaronenwaffen der Jem’Hadar imstande zu sein scheinen, Substanzen wie Gestein oder Metall zu durchschlagen. Oftmals reicht es aus, hinter Felsen, Containern, Computerkonsolen oder gar Bäumen und Sträuchern (siehe TNG 1×21) in Deckung zu gehen, um einen Treffer mit diesen Waffentypen zu vermeiden. Demnach wirken die Strahlenwaffen in “Star Trek” mitunter weniger effektiv als zeitgenössische Projektilwaffen oder Granaten.

Im Weltraum zeigt sich wiederum das umgekehrte Bild. In den Schlachten des Dominion-Krieges scheinen plötzlich keine Schutzschilde mehr zu existieren. Ausnahmen sind selbstverständlich die Raumstation Deep Space 9, die U.S.S. Defiant und die I.K.S. Rotarran. Alle übrigen Schiffe – egal ob Sternenflotte, Klingonen, Cardassianer, Romulaner oder Jem’Hadar – zerbersten nämlich meist schon nach wenigen Treffern.

Soldaten der Föderation finden hinter einfachen Frachtcontainern Deckung vor den Waffen der Jem’Hadar (Szenenfoto: “The Siege of AR-558”, DS9 7×08).

Fazit: In Weltraumgefechten erweisen sich die im Dominion-Krieg eingesetzten Strahlen- bzw. Energiewaffen als hocheffiziente Waffensysteme. Oftmals reichen wenige gezielte Treffer aus, um den Feind zu neutralisieren oder gar zu vernichten. Im Bodenkrieg sind Phaser oder Disruptoren hingegen selten effizient. Sowohl Gewehrkugeln als auch Artilleriegranate des 20. und 21. Jahrhunderts scheinen ein weitaus größeres Zerstörungspotenzial zu besitzen als die Phasergewehre eines Föderationssoldaten im 24. Jahrhundert.

4. Cyberkrieg

Cyber Warfare spielt in den strategischen Überlegungen von Captain Sisko (Avery Brooks, links) und Admiral Ross (Barry Jenner, rechts) scheinbar keine bedeutende Rolle (Szenenfoto: DS9 6×05 “Favor the Bold”, CBS).

Die digitale Kriegsführung, wie etwa der Einsatz von Computerviren beziehungsweise Störprogrammen, ist gegenwärtig von großer sicherheitspolitischer Relevanz. In “Deep Space Nine” findet ein Cyberwar eigentlich nicht explizit statt. In eine ähnliche Richtung gehen höchstens Roms Sabotageakt in “Hinter der Linie”/Behind the Lines” (DS9 6×04), der von Sisko und Co. in “Das winzige Raumschiff”/”One Little Ship” (DS9 6×14) in den Bordcomputer der Defiant eingeschleuste Computervirus sowie – entfernt – auch die Energiedämpfungswaffe der Breen in Season 7.

Fazit: Das Thema “Cyber Warfare” findet im Dominion-Krieg nur bedingt Beachtung, was angesichts der Tatsache, dass wir uns im 24. Jahrhundert in einer hochtechologisierten Welt befinden, doch etwas seltsam anmutet. Aus strategischer Sicht hätte es vor allem aus Sicht der Föderation sicherlich Sinn gemacht, die enormen Fähigkeiten des Starfleet Corps of Engineers nutzbar zu machen, um das Dominion auf technischer Ebene zu schwächen. Insbesondere von der Sektion 31 wäre eine solche Strategie eigentlich erwartbar gewesen.

Schlussbetrachtung

Aus technischer sowie strategischer beziehungsweise taktischer Sicht wirkt der Dominion-Krieg, so wie er in “Deep Space Nine” dargestellt wurde, heute etwas überholt und somit leider auch irgendwie unrealistisch. Die in diesem Krieg eingesetzten Waffen wirken an vielen Stellen enorm ineffizient und lassen außer Acht, dass dieser fiktive Krieg in einem “digitalisierten” Universum stattfindet, in dem alle beteiligten Mächte bereits einen enormen technischen Standard erreicht haben. Gerade die doch eher geringe Zerstörungskraft der in “Deep Space Nine” gezeigten Waffen hat leider die negative Wirkung, dass der Krieg hier doch etwas verharmlost erscheint, insbesondere wenn man “Star Trek” mit Antikriegsdramen wie “Band of Brothers” oder “The Pacific” vergleicht.

Inbesondere die Aspekte “Künstliche Intelligenz” beziehungsweise “Autonome Waffensysteme” sowie “Cyber Warfare” wirken in “Deep Space Nine” teilweise extrem unterbelichtet. In vielen gesellschaftspolitischen Fragen war die Serie fast schon prophetisch. Jedoch hinsichtlich der Frage, in welche Richtung sich die Waffentechnologie und Kriegsführung in den kommenden Jahrzehnten (und Jahrhunderten) entwickeln könnte, waren die Autoren, Produzenten und Propdesigner von “Deep Space Nine” mit ihren “Prognosen” eher nicht auf der richtigen Fährte.

Vorwerfen muss man dies den Beteiligten aber sicher nicht, zumal das Budget für “Deep Space Nine” neben einer weiteren, parallel laufenden “Star Trek”-Serie (“Star Trek: Voyager”) sowie der Kinofilmreihe (“Star Trek: Insurrection”, 1998) auch begrenzt gewesen sein dürfte. Und eine Glaskugel dürften sie damals im Writer’s Room wohl auch nicht zur Verfügung gehabt haben.


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