Wir sehen uns an, ob der Angriff auf die Erde Erfolg hat und das Orville-Universum in Trümmern liegt.

Achtung, Spoiler!

Der zweite Teil von “Identität” geht nahtlos weiter – und vermag es sogar, das Niveau des Vorgängers noch zu toppen!

Auftakt zur Schlacht

Die Invasionsflotte deutet es zwar eigentlich schon an, aber hier wird es eine große Schlacht geben. Zunächst bereitet man sich aber eher klein darauf vor, immerhin ist die Orville noch erobert. Hier schlagen zunächst wieder schöne Charakterszenen zu Buche, aber auch die Frage, warum die Humanoiden noch am Leben bleiben.

Hier kann man darüber diskutieren, ob das wirklich gerechtfertigt ist und eine Handvoll nicht gereicht hätte. Aber gut, das ist ein typisches Serienverhalten von Bösewichten, immerhin können wir ja nicht den ganzen Hauptcast killen. Im Übrigen versucht die Crew, erneut noch einmal mit den Kayloniern zu reden: Die Menschen hätten sich geändert. Zwar sei es richtig, dass diese dann argumentieren, dass dem nicht immer so gewesen sei, ein Großteil ihres Wissens sich aber auf Filme und Bücher stütze, in denen andere unterdrückt würden. Herrlich ironisch und typisch Orville eben. In dem Ausmaß hat man das so auch noch nicht gesehen. Dabei bleibt die Motivation der KIs durchaus nachvollziehbar, denn wer wird schon gerne versklavt?

Gefangen im Hangar (The Orville 2×09, FOX)

Schnell wird klar, warum man die Helden am Leben lässt: Die sollen so tun, als wäre alles in Ordnung und die Verteidigung der Erde herunterfahren lassen. Aber mal ernsthaft? Mit einer derart massiven Flotte vor der Haustür, glaubt da wirklich niemand, dass es etwas anderes als eine Begrüßungsdelegation wäre? Da kommen auch den Kollegen auf dem Schwesterschiff schnell Zweifel und flugs werden die zerstört. Tja, es ist eben dumm, wenn man KIs an Bord hat, die auf alle Datenbanken zugreifen und auch den geheimen Code kennen. Hier bleibt man aber immerhin der Orville-Reihe selbst treu, denn derartige Täuschungsmanöver gab es schon einige Folgen früher.

Charakterarbeit wie gewohnt

Als Zünglein an der Waage erweist sich dann Yaphit, der in seiner Blob-Form den Nortruf absetzen kann. Als blödester Charakter dieser Folge darf dann Ty glänzen, der gleich zu Beginn auf die KIs losstürmt, was dazu führt, dass Talla angeschossen wird. Eine derartige Entwicklung ist von Kindern in Serien schon in den letzten Jahren zu beobachten gewesen. Warum müssen sich Kinder stets so idiotisch verhalten? Vor allem wenn man angeblich in der Zukunft ist? Sorry, liebe Autoren, das funktioniert für mich einfach nicht.

Immerhin darf er seinen Fehler dann gleich wieder wett machen und Yaphit helfen. Letzterer spielt dann auch eine große Rolle, um Isaac wiederuzubeleben und beweist damit, dass er auch dem Nebenbuhler um Claires Gunst nicht böse gegenübersteht. So muss das! Und überhaupt Isaac: Es deutete sich ja schon an, hier wird es bestätigt. Er stellt sich gegen sein Volk und auf die Seite der Menschen. Seine “Liebe” überwiegt und am Ende ist er sogar bereit, das ultimative Opfer zu bringen – sein eigenes Leben.

Das einzige, das etwas schwer zu schlucken ist, ist Isaacs Ramboauftritt, denn er pustet mal eben alle Kaylonier auf der Brücke weg, bevor diese sich wehren können. Auch wenn der Verrat unerwartet kommt (wie, Primary hatte echt keine Zeit mehr für eine Warnung, obwohl sein Kopf noch eine Weile funktionstüchtig am Boden lag?), waren die Bösewichte in der Folge davor eine Spur schneller. Aber sei es drum, da der Rest passt, sehen wir darüber mal geflissentlich hinweg.

Die gekaperte Orville (The Orville 2×09, FOX)

Isaacs Deaktivierung ist dann auch nicht von langer Dauer und Ed übernimmt die Verantwortung für ihn, in einer Szene, in der selbst Kelly stolz zu ihm blickt und die charakterlich ebenso gut aufzeigt, wie weit man seit der ersten Folge gekommen ist. Victor Garber ist hier übrigens als Admiral wieder mit dabei und man spricht sogar von einer Notabschaltung für Isaac, allerdings hält man hier gleich den moralischen Kompass hoch.

Und auch Claire kommt am Ende nochmal zu Isaac, die Beziehung merklich abgekühlt. Klar wird sie (hoffentlich) irgendwann weiter mit ihm zusammen sein, im Moment müssen sich die beiden aber erstmal wieder annähern, da sie vom Verrat enttäuscht ist. Schön, dass hier auch auf dieses Detail geachtet wurde und man die beiden nicht einfach hat weiter machen lassen, als wäre nichts gewesen.

All diese Szenen verleihen der Folge den letzten Feinschliff auf Charakterebene, dabei haben wir den größten Teil noch gar nicht erwähnt.

Es kracht: die Action

Und das ist nichtmal die Allianz mit den Krill, über die wir an dieser Stelle auch noch sprechen wollen. Klar, es bedurfte eines gemeinsamen Feindes, um die Parteien zusammen zu schweißen, aber die Allianz funktioniert und Gordon hat sichtlich Spaß in seinem Raumjäger (hat die Union eigentlich keine Jäger?). Das Ende macht Hoffnung, dass hier eine Saat für mehr gelegt wurde und einzig das Auftauchen von Janel wäre hier das I-Tüpfelchen gewesen, aber die Folge funktioniert auch so.

Vor allem optisch wird hier gezeigt, dass man sich nicht hinter aktuellen Produktionen verstecken braucht. Denn die Schlacht um die Erde schöpft aus dem Vollen, und ist dabei um einiges runder als die Finalschlacht in der zweiten Discovery-Staffel. Hier ist alles etwas heller und es ist nicht ganz so viel Gewusel zu sehen, so dass hier ein besserer Überblick herrscht.

Ansonsten muss man einfach sagen, dass auch die Schlacht sehr gut gelungen ist und der neue Richtungswechsel der Serie durchaus zu Gesicht steht. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier nicht alles Geld der restlichen Staffel für die Effekte hat draufgehen lassen, so dass außer Raumschifffolgen nicht mehr viel übrig bleibt.

OTOM

Auch zu dieser Folge gibt es wieder ein Orville-Trek-O-Meter.

Orville Punkte Star Trek Punkte Stichwörter
Fernsehsendungen (oder in dem Fall Bücher) bestimmen die Sicht von Aliens auf das eigene Volk 1 Fernsehen? Diese Art von Unterhaltung hat das frühe 21.Jahrhundert nicht überlebt 0 We love to entertain you – zumindest in “Star Trek – Picard” scheint es sowas wie Fernseher wieder zu geben
Geheime Codes während Übertragungen 1 “Geheime Übertragungen sind in jedem Fall zu vermeiden” – Saavik said 0 Regelbrecher á la Kirk sind manchmal eben doch was Gutes
Toiletten der Gefangenen sind in der Ecke des Raumes 1 DAS würde man in Star Trek nicht sehen, da sind Klos kein Thema 0 “Do not use while in Spacedock” – immerhin, aber ein Topf ist nicht genug
Ein Alien, das mit seinem Volk bricht und für die Menschen kämpft 0
(abgekupfert)
Odo irgendjemand? Kalter Kaffee! 1 Ein Wechselbalg der Gefühle

 

Fazit

Auch der zweite Teil schafft es locker, das Niveau des ersten zu halten und sogar noch eine Schippe draufzusetzen. Action, Charakterentwicklung – hier passt, bis auf kleinere Fehler, einfach alles.

Bewertung

5 out of 5 stars (5 / 5)

Episoden-Infos

Episodennummer 21 (Staffel 2, Episode 9)
Originaltitel Identity, Part 2
Deutscher Titel Identität, Teil 2
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 28. Februar 2019, FOX
Erstausstrahlung Deutschland Montag, 12. August 2019, Pro Sieben
Drehbuch Seth MacFarlane
Regie Jon Cassar
Laufzeit 45 Minuten

 


1 Kommentar

MrAnderson · 2. September 2019 um 1:39

Klos sind in Star Trek kein Thema? Man sieht Kirk sogar auf einem zugklappten Klo sitzen. In Star Trek 5 in der Gefängniszelle drückt er auf einen Knopf und ein “Sitz” kommt heraus. Das ist aber kein Sitz, dass ist das Klo für die Insassen.

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