In unserer Review sehen wir uns an, ob die dritte Folge von “Picard” die Handlung vorantreiben kann oder doch eher auf der Stelle tritt.

 

S E A S O N 1

 

Um es vorweg zu nehmen: Die Folge weist erneut ein gemächliches Tempo auf und kommt nur langsam voran. Man könnte eine Inhaltsangabe in einem Satz schreiben: “Picard sucht sich eine Crew zusammen.“ Das gemächliche Vorgehen mag stilistisch etwas für Picards Alter stehen, weckt beim Zuschauer aber doch langsam ein wenig Langeweile. Immerhin sind aber ein paar gute Dialogzeilen und Charaktere dabei.

 

Rückblick und erster neuer Charakter: Raffi Musiker

Die Folge beginnt wieder einmal mit einem Rückblick ins Jahr 2385. Mit neuen Uniformen (scheinbar haben die alle eine Halbwertszeit von ca. 10 Jahren bevor sie getauscht werden, was aber schon seit Kirks Zeiten so ist) unterhalten sich Raffi und Picard hier. Das Design, über das sich einige ja schon moniert haben, ist sicher Geschmackssache – wie so vieles (höre ich da schon wieder jemand Merchandise schreien?). Man sollte an der Stelle auch nicht vergessen, dass die Uniformen von “First Contact” damals nur eingeführt wurden, um das dunkle Setting des Films zu unterstreichen. Jetzt wieder einen Schritt vorwärts zu gehen ist sowohl In-Universe als auch hinter der Kamera sicher sinnig.

Picard und Musiker in "The End is the Beginning" (Szenenbild: CBS)

Picard und Musiker in “The End is the Beginning” (Szenenbild: CBS)

Bauchschmerzen bereitet mir indes etwas der Dialog bzw. die dargestellte Handlung. Picard hat also seinen Rücktritt angedroht, wenn man den Romulanern nicht hilft. Das mag zu “TNG”-Zeiten noch gut gegangen sein, hier ging es aber schief. So weit, so gut. Hat er sich dann aber wirklich auf das Weingut zurückgezogen und nichts weiter getan, wie es Raffi andeutet? Nach den Dialogen der anderen Folgen klang das eigentlich ganz anders. Vielleicht werden wir aber hierzu noch etwas erfahren.

Raffis Haltung wirkt da etwas seltsamer. Das sie eine Verschwörung hinter dem Androiden-Angriff in Bezug auf die Evakuierung von Romulus vermutet, ist noch nachvollziehbar und in Ordnung. In der Szene ist aber nirgends zu sehen, dass sie und Picard im Streit auseinander gingen (und nein, auch im Comic zur Serie wird das nicht zu lesen sein). Nach der Titelsequenz sehen wir dann Raffi und Picard im Gespräch und es stellt sich heraus, dass die sauer ist, dass Picard sie mit ihren Verschwörungstheorien allein gelassen hat und sich 14 Jahre nicht gemeldet hat.

Bitte was? Das soll passiert sein, dass Raffi ihn hasst und nicht mehr mit ihm reden will? Das ist schon mehr als dürftig und bekommt hoffentlich in den nächsten Folgen noch mehr Tiefe. Vor allem, da sie relativ schnell wieder davon zu überzeugen ist, Picard zu helfen und dies im weiteren Verlauf auch unter Beweis stellt. Ihr kurzes “Nee, ich mach’s doch nicht, gehen Sie!“, kann eh keinen mehr überzeugen. Vor allem deshalb, weil man ja schon weiß, dass sie sich anschließen wird (Trailer!). Dabei vermag die Frau durchaus zu gefallen und Potential für mehr zu haben. Vielleicht hätte das besser funktioniert, wenn wir mehrere Folgen mit der alten Raffi erlebt hätten. So ließ mich das Ganze aber etwas kalt.

Etwas unpassend auch das Kiffen, das hier dargestellt wird, denn in Roddenberrys Zukunft sollte es so etwas eigentlich nicht mehr geben. Aber gut, der Kontakt mit den vielen Aliens hat da vielleicht alte Sachen wieder aufleben lassen….

Apropos Titelsequenz: Diese sah der Rezensent diesmal unter einem anderen Gesichtspunkt. Als Melodie der Hoffnung, die Picard in die Galaxis zurückbringt. Und zumindest unter diesem Gesichtspunkt wirkt sie nicht mehr ganz so schlimm…

Musiker in "The End is the Beginning" (Szenenbild: CBS)

Musiker in “The End is the Beginning” (Szenenbild: CBS)

 

Die Crew vervollständigt sich: Rios und Jurati

Doch nicht nur Raffi schließt sich der Crew an, sondern auch Jurati und Rios dürfen hinzukommen. Erstere erhält einen Besuch von Commodore Oh – klassisch mit Sonnenbrille. Hier stellt sich die Frage: Warum? Vulkanier haben doch ein zweites, inneres Augenlid gegen Helligkeit. Okay, sie mag Romulanerin sein, aber sollten die das nicht auch haben? Oder hat sich das evolutionär so entwickelt, dass dies nicht mehr der Fall ist? Vielleicht ebenso wie die Stirnhuckel, die sich im nördlichen Romulus entwickelt haben? Hier hat man es vielleicht gut gemeint, ist aber ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen. Aber das sind letztlich natürlich nur Kleinigkeiten.

Jurati ist hingegen ehrlich zu Picard, was das Treffen mit Oh anbelangt. Allerdings muss man sich hier fragen, ob sie vielleicht beim Zuschauer den Eindruck erwecken soll, in Wahrheit für Oh zu arbeiten. Der Kniff funktioniert sogar ein klein wenig und man kommt durchaus ins Grübeln. Mit Narek und den anderen Sternenflotten-Verrätern hat man aber schon mehrere Charaktere, die Doppelspiele treiben, da braucht es nicht noch diesen Wink gen Jurati.

Immerhin ist sie auch in die Actionsequenz eingebaut, doch dazu später mehr. Kommen wir nun zum letzten Neuzugang: Captain Rios. Der etwas schrullig wirkende Charakter überzeugt durch ein MHN in seinem Abbild, mit dem er Selbstgespräche führt und hat da seine ganz eigenen Dämonen. Die Szenen sind überaus witzig und gelungen.

Cristobal Rios

Cristobal Rios (Foto: Star Trek – Picard, Amazon Prime/CBS)

Gewöhnungsbedürftig ist sicher auch das Schiff, das eben keine Enterprise ist, sondern ein kleines Transportschiff. Insgesamt sind aber genug Anleihen an ein Föderationsschiff da, um vertraut zu wirken. Desweiteren wird Rios auch bezahlt – verabschieden wir uns also von der Gesellschaft ohne Geld (die der Rezensent persönlich schon seit jeher für unrealistisch hielt).

 

Die B-Handlung: Kubisch

Auch die Romulaner bleiben nicht ganz untätig und neben der ruhigen Picard-Handlung sind die Szenen auf dem Kubus, der wieder richtig gut in Szene gesetzt ist, fast schon interessanter. Hier taucht auch erstmals Hugh auf und man fragt sich, was er denn bei den Romulanern macht. Aber auch die Frage, warum die Assimilation von Romulanern scheinbar keine gute Idee ist oder warum Soji die “Zerstörerin” ist, bleibt man uns schuldig. Die Ausgangslage ist aber interessant, die Szenen gut gespielt und der Kanon wird hier weiter vertieft.

An der Stelle gibt es auch wieder etwas Spekulation, denn die Mutter, die scheinbar Soji umprogrammiert (oder mit den geheimen Infos versorgt, an die sie sonst nicht rankommt) könnte durchaus Maddox sein. Oder doch Data? Es bleibt in der Beziehung spannend.

Auch Rizzo ist zurück, diesmal in ihrer romulanischen Form. Und sie spielt hier voll ihre Intrigen aus, eben typisch romulanisch. Die Szene vermag zu gefallen, auch wenn der etwas intime Umgang zwischen “Bruder und Schwester” etwas befremdlich wirkt. Aber vielleicht ist das ja bei Romulanern anders? So oder so wäre es vielleicht noch intensiver gewesen, Rizzo wäre wirklich Nareks Geliebte, dann wären die Animositäten gegen Soji noch ein bisschen besser verständlich. Überdies bleibt natürlich auch die Frage, ob Narek wirklich “umkippt” und zur “guten“ Seite wechselt – oder eben doch nicht. Die Bemerkung Rizzos wirkt hier schon fast wie ein Zaunpfahl in die entsprechende Richtung.

Soji in "The End is the Beginning" (Szenenbild: CBS)

Soji in “The End is the Beginning” (Szenenbild: CBS)

Natürlich sollte auch der Angriff auf Picard nicht unerwähnt bleiben, handelt es sich dabei doch um die einzige Actionszene der Folge. Die ist aber fast schon ein bisschen zu schnell geschnitten und zu kurz, um lange im Gedächtnis zu bleiben. Immerhin zeigt sie auf, dass Picard nicht mehr so zum Action-Eisen gehört, wie es früher noch der Fall war. Und dass es schade ist, dass Laris und Zhaban zurückbleiben, denn die haben was drauf. Andererseits muss sich ja jemand um den Berg an Leichen kümmern, der nun bei Picard rumliegt. Andererseits könnte man ja auch bei denen die Säurekapsel im Mund auslösen. Zumindest ist es typisch romulanisch, bei Gefangennahme Selbstmord zu begehen.

 

Fazit

Am Ende gibt es nochmal eine kleine Referenz auf “TNG“, als Picard den Befehl zum Aufbruch gibt. Das Star Trek-Theme ertönt und zumindest die Musik mag zu gefallen (kein Wunder, tat sie das ja schon bei “TNG“ selbst). Ob es das jetzt gebraucht hätte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall verspricht das Ende, dass die Story nun endlich in Fahrt kommt. Denn geben wir es zu: Stellenweise hat sich schon etwas Langeweile in die Handlung geschlichen. Ein langsameres Tempo in allen Ehren, aber es muss auch mal etwas geboten werden, damit die Handlung nicht versandet. Die Serie hat mit dieser dritten Episode nun alle Voraussetzungen dazu – und auch schon das meiste an Material aus den Trailern verwurstet. Neben Riker, Seven und dem romulanischen Dorf war es das schon mit Vorschauen, so dass wir gespannt abwarten dürfen, wie es weiter geht. Dennoch: Episode drei macht einen leichten Knicks abwärts.

 

Bewertung

Handlung der Einzelepisode 3.5 out of 6 stars (3,5 / 6)
Stringenz des staffel- und serienübergreifenden Handlungsstrangs 5 out of 6 stars (5 / 6)
Stringenz des bekannten Kanons 5 out of 6 stars (5 / 6)
Charakterentwicklung 5 out of 6 stars (5 / 6)
Spannung 3.5 out of 6 stars (3,5 / 6)
Action & Effekte 3 out of 6 stars (3 / 6)
Humor 4 out of 6 stars (4 / 6)
Gesamt 4 out of 6 stars (4 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 3 (Staffel 1, Episode 3)
Originaltitel The End is the Beginning
Deutscher Titel Das Ende ist der Anfang
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 6. Februar 2020
Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 7. Februar 2020
Drehbuch Michael Chabon & James Duff
Regie Hanelle M. Culpepper
Laufzeit 43 Minuten

 


12 Kommentare

Alex1605 · 8. Februar 2020 um 17:39

Bin durch und durch begeistert von dieser dritten Folge, als Abschluss der „Ortsbestimmung“ von Picard. Der Spannungsbogen wird gehalten, die Charaktere sind glaubwürdig und gut gespielt, tiefsinniges und Action mit dabei.
Der Einstieg mit Raffi zeigt das Gespann JL und Raffi. Diese ist wohl die Vertraute des Admirals, jeder gute Führer hat jemand als No. 1 oder eben als „Raffi“. Zeigt aber auch, dass Picard sich wohl auch auf seinem Weingut verkrochen hatte, weil er mit Raffi keinen Kontakt mehr pflegte. Von beiden gut gespielt. Befremdlich für Star Trek das da jemand raucht, eine E-Zigarette?? (aber Kleinigkeit).
Soji auf dem Borg Kubus mit Hugh, atmosphärisch gut. Bin gespannt, warum die Romulaner was gegen sie haben. Commander Oh mit Sonnebrille…irgendwie daneben.
Dann die „Action“ mit dem Angriff der Romulaner. Gute Choreo. Rios, einfach klasse Charaktere. Natürlich überzeichnet, aber endlich mal wieder ein richtiger Mann….kennt keinen Schmerz, trinkt, ist cool, kann was. Der Klamauk mit seinem Hologramm bringt auch etwas Witz in die Serie, gefällt mir. Ein wohltuender Gegenpool zu den unglaubwürdigen, weinerlichen Figuren in STD. So stell ich mir einen „Abgefackten“ Captain vor, den nichts aus der Ruhe bringt. Die Figur von Dr. Jurati ist auch gut und bringt auch etwas Leichtigkeit in die Serie. Erinnert mich ein bisschen an Lt. Barkley.
Alle diese Figuren im Raumschiff versammelt versprechen eine gute Serie:
Natürlich Picard, überragend. Ein cooler Raumschiffcaptain mit witzigem Hologramm, Raffi: Bisschen kaputt, hochintelligent mit Grundsätzen (Sicherheitscheck), Dr. Jurati etwas unsicher, Experte.
Was mich bei vielen Kommentaren erschüttert, ist das Klein Klein. Uniform, Rangabzeichen, Innenausstattung Raumschiff???? He, das ist ne gute Geschichte, die bisher richtig durchstartet.
Und „Energie“ oder „Engage“, das musste sein!
5 von 5

Det208 · 8. Februar 2020 um 18:34

Nun, was das Geld im 24. Jahrhundert angeht, wissen wir zuwenig über die Wirtschaft in der Föderation, um auszuschließen, ob es da Geld gibt oder nicht. Was die Bezahlung angeht: wer sagt denn, dass Rios mit klassischem Geld bezahlt wurde und nicht mit dem aus den früheren Serien bekannten goldgepressten Latinum ? ! 😉 Und noch eine Sache: Eigentlich gibt es keine “TNG-Fanfare”. Es gibt die Star Trek-Fanfare kombiniert mit dem Goldsmith-Thema 😉

    Thomas Götz · 8. Februar 2020 um 21:01

    Hi
    was das Theme angeht hast du natürlich Recht, das bessere ich aus (auch wenn vermutlich jeder weiss, was gemeint ist).
    Was das Thema Geld angeht: Es mögen durchaus Latinum-Barren als Zahlungsmittel sein, das heisst aber, Picard hat einen Vorrat davon bzw. wurde bezahlt ;).
    Aber das ist doch ein gutes Brainstorming: einen Artikel darüber schreiben, wie eine Gesellschaft ohne Geld funktionieren könnte. Sollte ich mir mal vormerken ;).

      Alex Foster · 9. Februar 2020 um 8:20

      Kann als Anregung dazu nur das Buch “Trekonomics” empfehlen. Leider bisher nur auf Englisch.

      G.G.Hoffmann · 11. Februar 2020 um 8:20

      Eine Gesellschaft ohne Bargeld funktioniert natürlich ohne weiteres, wir sind nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt. Aber ohne einen Austausch an Leistungen und ohne Privateigentum geht es nicht. Picard besitzt auch Privateigentum (Weingut, Bücher, Instrumente). Schon das ist ein kapitalistischer Umstand, zumal er die Sachen irgendwann veräußern oder vererben muss. Ob man den Gegenwert jetzt Geld oder Credits nennt, spielt keine Rolle.

      In jedem Fall würde Picard ja auch nicht wollen, dass irgendein “Nichtsnutz”, der mit seinen Idealen nicht übereinstimmt, nach seinem Tod sein Privateigentum erhält. Also würde er seine Güter bewusst einer bestimmten Person oder Institution zuwenden und damit einen kapitalistischen Übertragungsakt durchführen.

      Eine besitz- un geldlose Gesellschaft ist völlig utopisch und wird auch in TNG nicht gezeigt. Die Aussage von Picard in “First Contact” war schlichtweg Unsinn.

Chad · 9. Februar 2020 um 10:10

Die Folge fand ich super. Bin überhaupt nicht der Meinung, dass es in irgend einer Weise langweilig wäre.

Das Rauchen hat mich nicht gestört, hat auch schon Kirk auf Rura Penthe und die Sonnenbrillen gabs bereits bei Enterprise und Voyager. Die Uniformen finde ich klasse. Die gibt es aber wohl nur um den zeitlichen Unterschied zu unterstreichen.

Arne · 9. Februar 2020 um 12:01

Der etwas schrullige Captain Rios erinnert mich etwas an Captain Malcolm „Mal“ Reynolds von der Serenity (aus der Serie Firefly)… Wenn‘s passt und Stewart in Ruhestand geht, könnte man sich vielleicht für einen entsprechenden Ableger, um die Abenteuer von Rios weiter zu spinnen, durchaus begeistern…

Erich · 9. Februar 2020 um 12:11

“Desweiteren wird Rios auch bezahlt – verabschieden wir uns also von der Gesellschaft ohne Geld (die der Rezensent persönlich schon seit jeher für unrealistisch hielt).”

Naja, das ist nicht unrealistischer, als dass der 90jährige Picard von einer Explosion 30 Meter zurückgeschleudert wird und das nahezu unverletzt übersteht bzw. überlebt. Oder dass jemand mit einem künstlichen Gehirn, aber menschlichen Körper wie ein Marvel-Superheld ein paar Dutzend Meter weit springen kann. Oder dass man mit einem magischen Gerät einen Raum scannen und vergangene Ereignisse audiovisuell sichtbar machen kann. Oder dass der Cast zu gefühlten 80 Prozent aus (starken) Frauen besteht; ein aus rein politischen Gründen ins Absurde übersteigertes Missverhältnis, über das schon alle nonkonformen Kommentatoren im Netz lachen – darunter auch einige Frauen.

Ich hoffe, die Serie wird besser. Ab Folge vier oder fünf hat ein anderer Showrunner das Sagen gehabt. Vielleicht wirkt sich das ja ein wenig mildernd aus. Bis jetzt fühle ich mich nämlich in meiner schon länger gehegten Ansicht bestätigt, dass man weder der ikonischen Figur Picard noch Star Trek mit dieser Serie einen Dienst erwiesen hat.

    Chad · 9. Februar 2020 um 17:30

    Ich frage mich immer, was das für Männer sein müssen, die sich darüber aufregen, dass es in den Serien vermehrt starke Frauen gibt. Es war Jahrzehnte lang genau umgekehrt. Fühlt man sich da als Mann irgendwie schwächer oder eingeschüchtert? Ich bin übrigens selber männlich und hetero und finde es Klasse, dass es nun endlich mal umgekehrt ist. Vor allem finde ich es toll, dass es gerade in Star Trek so ist.

      Erich · 9. Februar 2020 um 21:41

      Bitte keine Küchenpsychologie und Ferndiagnosen. Ich wüsste im Übrigen nicht, was an einer Umkehrung der Verhältnisse besser ist. Man also von einem Extrem ins andere fällt. Ausgewogenheit ist angesagt. Das konnte man zu Zeiten von z.B. DS9, Voyager usw. ganz gut. Auch dient es nicht der Glaubwürdigkeit, wenn nahezu sämtliche Frauen genial und oder stark sind. Das stört auch viele Frauen, ich habe extra darauf hingewiesen.

      Wenn ich mir die rassistischen und sexistischen Beschimpfungen durch Personen aus dem Umfeld von Star Trek Discovery auf Twitter anschaue, wo man “alten weißen Männern” pauschal negative Eigenschaften zugeschrieben hat, anstatt individuell charakterlich zu unterscheiden, wie das noch von Martin Luther King gefordert wurde, dann wundert mich überhaupt nichts mehr. William Shatner musste sich ja auch schon dergestalt beschimpfen lassen. Bezeichnenderweise von einer Frau, die für eine Fan-Seite tätig war.

        Chad · 10. Februar 2020 um 10:10

        Wenn ich Küchenpsychologie und Ferndiagnosen anwenden würde, dann hätte ich gleich behauptet, dass du leicht sexistisch veranschlagt sein könntest und dich womöglich durch das “schwache Geschlecht” eingeschüchtert fühlst. Das war aber überhaupt nicht so. Mich wundern nur vermehrt die Aussagen. Es sind nun mal andere Zeiten als früher, (muss nicht zwanglsäufig bedeuten, dass diese besser oder schlechter sind).

        Das sämtliche Frauen in Picard stark oder genial sind, habe ich in den bisherigen 3 Folgen noch nicht erkennen können.

        Dr. Jurati scheint schussig und ängstlich zu sein. Raffi sullt sich in Selbstmitleid und wurde mit ihrer Situation offensichtlich nicht fertig. Laris wurde gehörig die Fresse poliert. Android Dahj wurde bereits getötet und Soji ist halt etwas wie Data. Rahmda ist offensichtlich nicht ganz klar im Kopf. Und ob die beiden Bösewichter nun besonders schlau, stark oder fähig sind hat sich noch gar nicht herausgestellt. Rizzo wurde von Commodore Oh ja bereits kritisiert. Fazit: Weit und breit keine Mary Sue!

        Was ist also das Extrem? Das es in Picard mehr Frauen als Männer gibt? Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Derzeit leben etwa 3,82 Milliarden Frauen und 3,89 Milliarden Männer auf der Erde. Vielleicht ist es in der Picard-Ära nun anders. Ist doch völlig egal. Das man sich daran stören kann finde ich ebenso beschämend wie lächerlich.

rdaneel63 · 10. Februar 2020 um 16:17

Ich kann die negativen Meldungen, die man zu ST:Picard im Netz lesen kann, nicht nachvollziehen. Und ich finde das Tempo auch angenehm. Es muss meiner Meinung nach nicht immer hektisch sein und ich finde es gut, dass sich die Macher dieser Serie Zeit lassen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach immer noch ein Fanboy und freue mich einfach, Jean-Luc Picard wieder auf dem Bildschirm zu sehen. Die Geschichte gefällt mir bis jetzt außerordentlich gut und der Abschluss der 3.Folge hat mir fast ein paar Freudentränen in die Augen gedrückt – Engage! Weiter so – äh – Make it so!

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