Die siebte Episode von “Star Trek: Picard” könnte leicht als nostalgischer “TNG”-Trip Punkte sammeln, beweist aber einmal mehr, dass die Serie trotz prominenter Gast-Stars den Anspruch hat, ihre eigene, neue Geschichte zu erzählen. Keine Angst vor Spoilern, denn diese Rezension verrät nur, was wir schon aus Trailern kennen.

Story

Musiker, Jurati und Rios in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Musiker, Jurati und Rios in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Während Elnor versucht, Hugh und die Ex-Borg vor dem Zorn von “Rizzo” zu schützen, müssen Rios, Raffi und Jurati aus den Fängen des Borg-Kubus entkommen und ungesehen zu Picard und Soji auf Nepenthe gelangen.

Dort treffen Picard und Soji auf die Familie Troi-Riker. Während die ehemaligen Crewmitglieder der Enterprise froh sind, einander wiederzusehen, ist die Waldidylle auf Nephenthe für Soji ein surreales Erlebnis.

Soji in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Soji in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Samantha Humphrey und Michael Chabon gelingt mit “Nepenthe” eine feinfühlige Geschichte über das familiäre Urvertrauen in die “Next Generation”, das für Picards neue Crew noch keine Selbstverständlichkeit ist. Während die Episode ihren Figuren viel Raum zur Entfaltung gibt, passt die äußere Handlung auf einen Bierdeckel. Das tut der Qualität der zutiefst menschlichen Stories sowohl auf dem Planeten als auch auf der La Sirena aber keinen Abbruch.

Dialoge und Besetzung

Während “The Impossible Box” von einer rapiden Entwicklung des Plots profitierte, setzt “Picard” in “Nepenthe” voll und ganz auf seine Figuren. Die Episode atmet den Geist von “Family”, jener brillanten zweiten Episode der vierten Staffel “The Next Generation”, in der Picard nach seiner Entführung durch die Borg zum Weingut seiner Familie auf der Erde zurückkehrt. Während in “Picard” das Weingut nie die Heimat wurde, die Picard Halt und Ruhe schenkte, ist nun das abgelegene Haus der Familie Troi-Riker ganz offensichtlich jener Ort, an dem Picard und Soji ihre Erlebnisse verarbeiten können.

Picard und Riker in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Picard und Riker in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Die emotionale Zusammenführung der drei Enterprise-Veteranen ist ein tief emotionaler Moment, der genau wie Datas Auftritt in der Pilotfolge stets im Dienste einer Weitererzählung steht und nie zum billigen Nostalgietrip verkommt. Ähnlich wie Picard sind die echten Nummer Eins und seine Imzadi zwar konsequent weitererzählte, jedoch immer noch unverkennbar die selben liebgewonnenen Figuren aus “The Next Generation”.

Inzwischen ist jedoch auffällig, dass Picard nicht ganz konsequent geschrieben zu sein scheint. Zeigt er in manchen Szenen tiefe Empathie, wirkt er in anderen gegenüber den Belangen seiner Mitmenschen recht ignorant. So handelt er sich (verdienter Maßen) in dieser Folge Rüffel von Riker und Troi ein. Zugegeben: Trotz seines Geschicks als Diplomat traf Picard auch in “The Next Generation” nicht immer auf Anhieb den korrekten Ton im Umgang mit seinen Mitpersonen. Es ist jedoch unglaubwürdig, ihn abwechselnd als emotional kompetent und unbeholfen darzustellen. Dies ist nur ein kleines Manko, aber leider ein in dieser Staffel stetig wiederkehrendes. Wenigstens ist es diesmal Troi und Riker vergönnt, ihrem alten Captain für ein paar dringend benötigten Einsichten beratend zur Seite zu stehen, die nicht ohne Wirkung verhallen.

Jurati in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Jurati in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Auch die anderen Mitglieder von Picards neuer “Crew” bekommen in dieser Episode dankbare Szenen spendiert, die in einigen tollen neuen Lieblingsmomenten für diese Charaktere münden. Allen voran spielt Isa Briones eine fabelhafte Soji, die den Schock ihrer Aktivierung und Nareks versuchten Mord verarbeiten muss, während sie von ihr völlig Fremden umgeben ist.

Aber auch Allison Pill, Santiago Cabrera und Michelle Hurd zeigen, allein unter sich auf der La Sirena, dass sie ein hervorragendes Ensemble sind. Insbesondere Alison Pill zaubert nahezu gespenstisch greifbar die Zerrissenheit von Dr. Jurati auf den Bildschirm.

Hugh und "Rizzo" in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Hugh und “Rizzo” in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Indes spielen wieder einige Szenen auf dem Borgwürfel, die man lieber vergessen möchte. Angesichts der restlichen Qualitäten dieser Episode wäre es eine Untertreibung zu behaupten, dass Evan Evagora und insbesondere Jonathan Del Arco besseres verdient hätten, als diesen schlecht konstruierten Murks.

Kanon und Rahmenhandlung

Trotz fehlender Rückblenden in die letzten zwei Jahrzehnte füllt “Nepenthe” durch das Auftreten der Familie Troi-Riker weitere Lücken in der Kontinuität der Hintergrundgeschichte. Nicht zuletzt erfahren wir den Grund dafür, warum das Paar nicht mehr auf der Titan oder einem anderen Sternenflottenschiff dient.

Troi in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Troi in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Indes eskalieren die persönlichen Handlungsstränge von Agnes Jurati und Hugh, ohne dass wir wirklich Neues erfahren. Die Meta-Handlung scheint für diese Episode praktisch still zu stehen, nur einige naheliegende Vermutungen, die schon die letzten beiden Folgen nahelegten, werden in “Nepenthe” nun explizit gemacht.

Inszenierung

Der namensgebende Planet Nepenthe ist famos und glaubwürdig in Szene gesetzt. Zahlreiche digitale Matte-Paintings mit bogenförmigen Gebirgsformationen lassen die Welt gleichermaßen idyllisch und außerirdisch erscheinen. Trois und Rikers bodenständiges Blockhaus spiegelt die Wärme und Menschlichkeit ihrer Bewohner.

Riker in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Riker in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Doug Aarniokoski ist vermutlich nicht hoch genug anzurechnen, dass er die Emotionalität dieser Episode mit der Intensität einfängt, die hier zum Zuschauer überspringt. Das gilt sowohl für die Szenen auf Nepenthe als auch auf der La Sirena. Mit den Ereignissen auf dem “Artefakt” scheint er indes eben so wenig anzufangen zu wissen, wie die Zuschauer und Schauspieler. Obwohl die Ereignisse eine erhebliche Tragweite haben, fühlen sie sich hohl, unverdient, unplausibel und belanglos an.

Derweil kann sich Jeff Russo austoben und mit beiden Händen aus dem musikalischen Thema der “Next Generation” schöpfen, und tut dies mit offenkundiger Freude. Gleichzeitig hören wir mehrere interessante Experimente und Variationen der Hauptmelodie von “Picard”. Insbesondere nach dem eher belanglosen Soundtrack aus “The Impossible Box” ist es höchst willkommen, dass Russo hier zu bekannter Stärke zurück kehrt.

Beobachtungen

  • Wieder beginnt die Episode mit einer sehr kurzen Rückschau, wieder kehren wir vor dem Vorspann in die “Gegenwart” zurück.
  • Der Borgwürfel in dieser Episode sieht wieder einmal fantastisch aus.

    Borgwürfel in "Nepenthe" (Bid: CBS)

    Borgwürfel in “Nepenthe” (Bid: CBS)

  • Nepenthe heißt wörtlich übersetzt “das, was Kummer vertreibt”, und taucht erstmals als fiktionales Heil-/Rauschmittel in Homers Odyssee auf.
  • Unverschämt: Während Jonathan Frakes als Special Guest Star im Vorspann erwähnt wird, taucht Marina Sirtis erst als “normaler” Guest Star im Abspann auf.
  • Kestra ist nach Deanna Trois verstorbener Schwester benannt.
  • Picard erwähnt sein künstliches Herz.
  • Riker und Troi erklären, warum sie auf Nephente gekommen sind. Es stellt sich die Frage, warum die Baku ihnen keinen Aufenthalt auf ihrer Heimatwelt gestattet haben.
  • Mit einer knappen Stunde ist “Nephente” die bislang längste Episode von “Star Trek: Picard”

Fazit

“Nepenthe” ist vermutlich die Folge, die am besten die Erwartungen an eine “TNG”-Fortsetzung erfüllt. Die Zusammenkunft von Troi, Riker und Picard erzeugt eine Reihe unvergesslicher Gänsehautmomente. Wie kaum eine andere Serie nach ihr, konnte die “Next Generation” ein authentisches Gefühl von Familie und Freundschaft heraufbeschwören, und “Nepenthe” atmet diesen Geist jede Sekunde, in der Jonathan Frakes, Marina Sirtis und Patrick Stewart gemeinsam oder einzeln zu sehen sind.

Picard, Riker und Troi in "Nepenthe" (Bid: CBS)

Picard, Riker und Troi in “Nepenthe” (Bid: CBS)

Weder Regie noch Drehbuch verlassen sich auf bequeme und plumpe Zitate vergangener Zeiten, sondern realisieren eine Geschichte dieser glaubwürdig gealterten Helden. Und so ist es auch eine großartige Episode, um eindrucksvoll die schauspielerischen Qualitäten der gesamten Besetzung hervorzuheben. Dabei erweisen sich die neuen Charaktere als ebenbürtige Fackelträger.

Einziges Manko der an wundervollen Charaktermomenten reichen Folge sind leider die wenigen Szenen auf dem Borg-Kubus, die nahezu absurd anmuten. Die Vorschau auf nächste Woche lässt hoffen, dass dieser bisher wenig erbauliche Plot endlich an Substanz gewinnt. Zeit wäre es allemal.

Bewertung

Handlung der Einzelepisode 5 out of 6 stars (5 / 6)
Stringenz des staffel- und serienübergreifenden Handlungsstrangs 5 out of 6 stars (5 / 6)
Stringenz des bekannten Kanons 4 out of 6 stars (4 / 6)
Charakterentwicklung 6 out of 6 stars (6 / 6)
Spannung 4 out of 6 stars (4 / 6)
Action & Effekte 3 out of 6 stars (3 / 6)
Humor 2 out of 6 stars (2 / 6)
Intellektueller Anspruch 5 out of 6 stars (5 / 6)
Gesamt          5 out of 6 stars (5 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 7 (Staffel 1, Episode 6)
Originaltitel Nepenthe
Deutscher Titel
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 5. März 2020
Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 6. März 2020
Drehbuch Samantha Humphrey, Michael Chabon
Regie Doug Aarniokoski
Laufzeit 59 Minuten

Mit Rücksicht auf andere Leser, die die Folge noch nicht gesehen haben, bitten wir, in den Kommentaren zu diesem Artikel auf Spoiler zu verzichten. Danke!


Christopher Kurtz

Christopher Kurtz

Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

21 Kommentare

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Alex1605 · 6. März 2020 um 8:56

Versuche auch wieder spoilerfrei zu sein. Gute Rezension.
Ja, das ist großes Star Trek Kino bei Familie Riker. Emotional, bewegend und ehrlich gegenüber Freunden. Da ist sie wieder, die Crew der Enterprise und die Tochter gehört dazu. Soji spielt immer besser und die Tochter geradezu sensationell. Ich sehe aber keinen Bruch in der Darstellung von Picard. Er ist wieder unbeholfen oder eben „arroganter“ Führer wenn es um Soji geht. Aber das ist eben die Schwäche von Picard, mit Kindern konnte er nie „richtig“.
Geschehnisse bei der Crew gut. Raffie ist wieder „da“, Rios zeigt mal Nerven und Jurati, ja die spielt gut ihre Gefühle, fast zu viel. Auf dem Kubus, na ja.
Sehe 5,5 von 6. B wir diese TNG Feelings nochmal bekomen?

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Kira · 6. März 2020 um 16:50

Ich habe die Folge noch nicht gesehen, empfinde die Rezi aber schon mal als eine gute Einstimmung und Vorfreude.
Aber “Familienbegegnung” ist die zweite Folge der VIERTEN Staffel ;o)

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    TrekZone Network · 7. März 2020 um 0:05

    Hallo Kira,

    da hast du völlig recht, habe ich in der Review korrigiert.

    Danke für den Hinweis und weiter viel Spaß im TrekZone Network
    Christopher

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Copper · 6. März 2020 um 19:41

Die Folge war nicht schlecht auch wenn sie letztlich beinahe gar nichts neues und insbesondere in irgendeiner Art relevantes für die Geschichte gebracht hat. Natürlich war ein Wiedersehen mit Troi (etwas weniger Botox wäre in Zeiten des HDs sinnvoll) und Ryker schön anzusehen aber irgendwie kann ich diesem tröpfchenweisen Erzählstil nicht viel abgewinnen. Somit ist diese noch einer der besseren Folgen der bisher eher enttäuschenden Serie Picard.

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BananaJoe · 6. März 2020 um 20:32

Für mich die schönste Folge bisher – naja, sagen wir so, sie hatte die schönste Szene bisher, nämlich als Picard Riker und Troi besucht hat. Fast hätte ich eine Träne zerdrückt. Leider hat mir diese Szene auch gezeigt, was diese Serie hätte sein können, aber nicht ist. 🙁
Oder schert sich irgend ein alter TNG-Fan um diese neuen Charaktere auch nur annähernd so viel wie um die alten? Ich jedenfalls nicht. Das hat aber auch damit zu tun, dass einerseits viel zu wenig Folgen pro Staffeln sind, um die Charaktere zu entwickeln und sie dem Seher näherzubringen. Gleichzeitig wird viel Zeit mit viel Nutzlosem vergeudet. Das was bisher zu sehen war, hätte man auch in vier Folgen unterbringen können.

Immerhin habe ich jetzt richtig Lust bekommen, mir TNG wieder einmal anzusehen. Und ein paar der alten TNG-Romane zu lesen. Und ein paar alte TNG-Games auf meinem Retro-PC zu zocken, z.B “A Final Unity”.

Nein, es war früher nicht alles besser, aber Star Trek auf jeden Fall. Zumindest für mich. Aber vielleicht werde ich ja mit meinen 38 Jahren langsam alt und sentimental. Werde sozusagen wie Grandpa Simpson mit seiner Vorliebe für Matlock 🙂

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J.Archer · 6. März 2020 um 22:21

https://boundingintocomics.com/2020/03/05/star-trek-picard-viewership-plummets-over-half-a-million-in-canada/

Da können Fans das Ding noch so wohlwollend rezensieren, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Gedeckt wird diese Entwicklung auch von Google Trends. Wenn man dort Picard eingibt und sich den weltweiten Trend der letzten 90 Tage ansieht, dann wird offensichtlich, dass nach einem kleinen Hype zu Beginn, das Interesse ins Bodenlose abgestürzt ist.

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    TrekZone Network · 6. März 2020 um 23:18

    Hinweis an unsere Leser: Die von J.Archer verlinkte Webseite ist der Vergangenheit wiederholt negativ wegen der gezielten Verbreitung von Desinformationen zu “Star Trek” aufgefallen. Bei BoundingIhtoComics hat man Polarisierung als Geschäftsmodell entdeckt und nimmt es mit Fakten und Quellen nicht so genau, um Klickzahlen zu kriegen. Zur Erinnerung: Letztes Jahr verkündete man mit Berufung auf einen hyperventilierenden YouTuber die Absetzung von “Discovery” nach der zweiten Staffel. Wir wissen ja wie das ausgegangen ist.

    In diesem Sinne: Augen auf im Internet und noch viel Spaß im TrekZone Network
    Christopher

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      Steve · 7. März 2020 um 0:43

      Mag alles zutreffen, aber dem erwähnten Artikel kann man keine fehlende Quellenangabe vorwerfen. Man muss nur auf die Zahlen draufklicken, und die scheinen den Schwund an Zuschauern zu bestätigen.

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        TrekZone Network · 7. März 2020 um 10:56

        Hi Steve,

        Google Trends sind nicht Zuschauerzahlen. Sie zeigen, dass die Anzahl von Suchanfragen zu Picard auf Google nachgelassen haben, sagen aber nichts darüber, wie viele Menschen “Star Trek: Picard” sehen.

        Die Kurve hat im Vergleich zu anderen Serien einen ziemlich normaler Verlauf, dem sich zwar Ausnahmeerscheinungen wie “GoT” oder “The Mandalorian” entziehen können, aber z.B. “The Orville” oder “Titans” sehen fast identisch aus. Selbst Gassenfeger wir “Stranger Things” und “The Witcher” sind dagegen nicht immun. Parrot Analytics, die sich ausschließlich auf die Erhebung von “Quoten” für Streamingserien anhand von Internetaktivität spezialisieren, sehen “Picard” aktuell auf Platz 8 der US-Top-10. Nicht fantastisch, aber immer noch mit mehr absoluter Aktivität als “Discovery” zum vergleichbaren Zeitpunkt in der zweiten Staffel.

        Zweitens: Was spielt es für eine Rolle für die Qualität der Serie, ob die Quoten gut sind oder nicht? Ich lese inzwischen unter fast jeder Rezension grob paraphrasiert: “Rezension ist falsch, Metrik XYZ beweist das Gegenteil.” Qualität und Erfolg sind zwei unterschiedliche Dinge. Sind “Firefly”, “The Original Series” oder “Enterprise” alle schlecht, weil irgendeine vermeintlich objektive Zuschauermetrik zur Absetzung führte?

        Und dann habe ich prinzipiell noch ein Problem mit allen Metriken (incl. Parrot Analytics): Im Falle der Originalserie wissen wir inzwischen, dass die Rückschlüsse aus der Nielsen-Quote bei NBC zu einer spektakulären Fehleinschätzung (Absetzung) führte. Blickt man auf die über 50-jährige Geschichte des Franchises, sollte man also mit “Quoten” jeder Art sehr vorsichtig hantieren, um damit auf langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu schließen.

        Noch viel Spaß im TrekZone Network
        Christopher

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      Kulin · 7. März 2020 um 2:55

      Aber hallo, ihr beschwert euch wegen mangelnder Quellenangaben, aber bringt selber keine Quelle, die das beweist? Scherz, oder?

      Außerdem ward ihr es, die “Fake News” verbreitet habt, denn der “hyperventilierende Youtuber” – Nerdrotic – hat damals ganz klar gesagt, dass es sich um Gerüchte handelt. Ihr jubelt ihm hingegen eine angebliche Tatsachenbehauptung unter und habt damit das unwahre Narrativ des Discovery-Fandoms perpetuiert.

        Avatar

        TrekZone Network · 7. März 2020 um 10:13

        Hallo Kulin,

        da irrst du dich leider. Wir haben uns letztes Jahr sehr ausführlich damit auseinandergesetzt, den entsprechenden Beitrag klar als Meinungsstück gekennzeichnet und dennoch sauber die Quellen benannt. Links zu derlei Angeboten setzen wir jedoch aus Prinzip nicht, weil wir unsere Leser (und Suchmachinenalgoritmen) nicht auf Seiten mit Desinformationen schicken wollen. Buechler hat behauptet, “Discovery” würde laut zwei seiner Insider-Quellen abgesetzt (und hat sich dabei mit den Watergate-Enthüllern verglichen). Wir haben dargelegt, dass das nach Prüfung aller verfügbarer Fakten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Desinformation ist und BIC den Blödsinn ungeprüft weiterverbreitet habe, so dass er bei uns im Kommentarbereich auftauchte. Wenn ich ein erkennbar falsches Gerücht wegen mangelnder Prüfung weiterverbreite (geschweige denn jemals eine Richtigstellung hinterherschiebe), bin ich kein verlässliches, journalistisches Angebot. Davor habe ich unsere Leser gewarnt und dazu stehe ich auch.

        Jetzt sind wir ein Jahr weiter, und “Discovery” hat gerade ihre dritte Staffel abgedreht. Was daran ist ein “unwahres Narrativ”? Wäre es nicht “Beweis” genug dafür, dass wir ein ganz gutes Händchen für die Einordnung von Fakten und die Glaubwürdigkeit von Quellen haben?

        Wenn ich ein “Narrativ” habe, dann ist es folgendes: Leicht erregbare Gemüter sind ein Geschäftsmodell. Wer ständig seine Weltsicht bestätigt wissen möchte, klickt gehorsam auf alles, was “noch einen draufsetzt”. Das kann man verlässlich für Werbeeinnahmen ausschlachten, wenn man bereit ist, immer neue Schlagzeilen zu produzieren, die immer weiter polarisieren. Irgendwann gibt die Realität diese Schlagzeilen nicht mehr her, und man muss anfangen, Bagatellen zu hypen (Twitter-Trends, Google-Trends). Wenn man aber auch noch skrupellos veranlagt ist, kann man einfach anfangen, irgendwelchen Blödsinn weiterzuverbreiten, man “zitiert” ja nur (Quelle: Internet). Und irgendwann reicht es, einfach vor jeden Satz zu schreiben, “Many people are saying…”. Man hat sich ja immer distanziert.

        Deswegen trennen wir hier klar Meinungsstücke und Nachrichteninhalte, und ihr findet keine Werbung auf unseren Seiten. Wir machen den ganzen Spaß ehrenamtlich und finden es einfach nur schade, dass wir in den Kommentaren zu unseren Artikeln immer wieder Links zu diesem Troll-Content finden. Der spaltet die Community, damit Buechler, BIC, MidnightsEdge und wie sie sonst noch alle heißen, pro Klick den Bruchteil von ein paar Cent verdienen können.

        Schönes Wochenende und noch weiterhin viel Spaß im TrekZone Network
        Christopher

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          Maebos · 7. März 2020 um 16:59

          Hallo Christopher,

          ich war “Picard” gegenüber von Anfang an in höchstem Maß skeptisch eingestellt, weil ich ein solches Projekt für ein “Himmelfahrtskommando” hielt, das nur scheitern kann. Auch wenn ich mit vielem in der Serie nicht einverstanden bin, hat sie mich in summa mehr als positiv überrascht. Überraschenderweise sehe ich viele der auf dieser Seite kritisierten Aspekte sogar weniger dramatisch als die Rezensenten und empfinde manche Kritik als zu harsch (besonders in deinen Kurzrezensionen). Trotz meiner negativen Prädisposition!

          Und trotzdem, ja gerade weil unsere Meinungen oft divergieren, schätze ich eure unaufgeregte, stets um Sachlichkeit und Intersubjektivität bemühte Arbeit seit vielen Jahren sehr! Daher ist gerade bei dieser Diskussion einmal ein großes, unbedingtes und in Anbetracht obiger Diskussionen ausdrücklich solidarisierendes Lob angebracht.

          Ich kann und will nicht begreifen, wie man euch fortwährend Käuflichkeit, Fake News, blind verfolgte Narrative (s.o.), Unehrlichkeit oder ähnliches unterstellen muss, nur weil ihr die neuen Serien nicht in Grund und Boden verdammt.

          Danke für eure großen Mühen! Und mein größter Respekt, dass ihr euch grob ungerechten, grob unfreundlichen und beleidigenden Kommentaren in dieser Form stellt und sie ruhig, doch deutlich dekonstruiert.
          Bitte macht mit eurer Arbeit genau so weiter wie bisher!

          Maebos

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Alex1605 · 6. März 2020 um 23:28

Mal für alle die, wie ich auch, gerne und heftig kritisieren, nicht zu ernst gemeint.
Als ich TNG das erste Mal sah und unter den heutigen Maßstäbe beurteilte:
Dieser „alte“ (ich: 30) Captain Picard, emotionslos, kalt und unhöflich. Mag keine Kinder und kann nichts mit Familie anfangen. Und der soll in der Sternenflotte ein Raumschiff führen?? Wo hat der den eine positive Einstellung zum Leben und vertritt damit Roddenberrys Ideale? Der kennt doch nur Dienst, Vorschriften und seinen „Auftrag“. Führt Besprechungen im Stehen??
Sein No.1, Riker?, wirkt wie ein großer Schulbub, der mit großen Augen um sich schaut. Tasha, der Sicherheitsoffizier, hölzern und unglaubwürdig. Die Beraterin, Troi, angezogen in den ersten zwei Folgen wie ein Püppchen?? Himmelt Riker an und schmachtet ihm „im Gefecht“ nach?? Das sollen Sternenflottenoffiziere sein?
Der „emotionslose“ Androide, Data, ganz nett. Zeigt sexuelle Lust als ihn Tasha verführen will?? Wird als Androide von einer Krankheit befallen und geimpft?? Wie unlogisch ist das denn?
Im Besprechungsraum ist in der ersten Folge ein Hologramm im Tisch. Warum taucht das nicht wieder auf?? Alberne „Kindergeschichten“ mit dem Dauerlächler Wesley?? Ein Erkundungskommando beamt ohne Raumanzug auf ein Schiff auf dem vorher wegen Dekompression die halbe Crew getötet wurde??
Ein alberner Kampf zwischen Tasha und einer „Königin??“ In einem Stangen Käfig?? Und diese kindischen Ferengi. Tanzen da mit Peitsche auf einem Planeten, das soll Zukunft sein?? Und die Darstellung des Planeten: Plastikkulissen im Studio??? Alberne Aliens und Halbnackte auf Planeten?? Wie billig ist das denn?? Hat sich da nichts weiterentwickelt??
Worf und Wesley werden dahin gemeuchelt mit einem Bajonett in den Bauch, wie brutal ist das denn?? Ein Kind wird getötet?? Kinderfernsehen?? Ach so, sind ja „nur ein bißchen Tod“. Werden ja durch Rikers übernatürliche Q-Fähigkeiten wieder zum Leben erweckt. Puhh, Glück gehabt!
Worf der Klingone, stumpf immer angreifen? Als Sternenflottenoffizier?? Dann dieser Todeskult bei den Klingonen?? Sterben die etwa gerne?? (Kinderfernsehen). Was hat das mit einer positiven Sicht der Zukunft zu tun??
Da muss ich schon überlegen, ob das nicht nur ein alberner, unlogischer TOS-Abklatsch mit ein paar Frauen mehr ist. Ich will meine lässige, humorvolle TOS-Crew, mit gestandenen Charakteren wie Pille und Spock und einem jungen, emotionsgeladenen Captain zurück. Keine „kalten“ Captains, Bubis, Püppchen oder stumpfe Krieger auf der Brücke!

Zum Glück bin ich dran geblieben. TNG hat sich nach und nach zu einer klasse Serie mit guten (außer einem) Kinofilmen entwickelt. Aber der Start war holprig.
Verglichen damit ist Picard, meine Meinung nach, um Klassen besser. Picard ist eben keine Staffel 8 von TNG. Das ist auch gut so. Aner ich versteh alle, die dem “alten” TNG Stil nachweinen.

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    Steve · 7. März 2020 um 0:50

    Schön reinkopiert. Hast du uns schon bei Kurzrezension 1.06 wissen lassen. Werden wir es bei 1.07 auch wieder lesen?

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      Erwin · 7. März 2020 um 12:37

      Ich finde es auch merkwürdig, wie einseitig positiv die Rezensionen hier ausfallen und wie immer dieser Alex zu jedem negativen Kommentar einen positiven Posten muss. Die Serie ist ganz klar Schrott – auf Rottentomatoes auch nur noch 64% bei den Zuschauern und fallend. Und bitte löscht meinen Kommentar nicht schon wieder.

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        Maebos · 7. März 2020 um 17:02

        “Die Serie ist ganz klar Schrott”

        “Ist” sie nicht. Deiner Ansicht nach bestimmt. Das will ich dir nicht nehmen.
        Ich habe bisher sieben für mich zum Teil sehr ärgerliche und zum Teil wirklich gute Episoden gesehen.

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Steve · 7. März 2020 um 1:04

Inhatlich stimme ich der Rezension bis auf einen Punkt zu. “Die emotionale Zusammenführung der drei Enterprise-Veteranen ist ein tief emotionaler Moment, der genau wie Datas Auftritt in der Pilotfolge stets im Dienste einer Weitererzählung steht und nie zum billigen Nostalgietrip verkommt.”

Es IST ein Nostalgietrip, der die Handlung nicht weiterbringt. Das muss nicht zwangsweise schlecht sein, aber die Handlung kommt ja auch sonst kaum vom Fleck. Als Highlight dieser Episode empfand ich Kestra. Schade, dass sich Picard nicht auch noch nach Lwaxana erkundigt hat.

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    Erwin · 7. März 2020 um 12:40

    Hi Steve – du hast Recht. Was ist bemerkenswert finde noch ist die Tatsache, dass die beste Picard-Episode bislang eine ist, die fast nichts mit dem Hauptgeschehen zu tun hat, sondern ein Wiedersehen mit den alten Charakteren ist. Es ist daher erstaunlich, wie wenig die neue Serie berührt.

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Alex1605 · 7. März 2020 um 16:29

“Dieser” Alex hat sich bei seinem letzten Post vertan. Löschen geht ja hier nicht. Und ich bin begeistert von Picard und lasse mir die Serie auch nicht von Pseudostatistiken schlecht. Zum Glück gibt’s ja Meinungsfreiheit und Diskussion.

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Maebos · 7. März 2020 um 17:14

In der Kurzrezension zu Episode 4 findet sich die Beobachtung: “Der Warp-Effekt ist enttäuschend modern. Ich will Regenbogenstreifensterne. Sonst keine Probleme, danke der Nachfrage.”

Ist dem Rezensenten aufgefallen, dass der Warp-Effekt bei der “Verfolgungsjagd” in Episode 7 wieder sehr klassisch ist? Mit (wenigen, kurzen) Regenbogenstreifensternen! Allerdings hat sich mir nicht erschlossen, in welchen Fällen dieser und welchen Fällen der moderne Effekt gezeigt wird (den man kurz danach auch wieder zu sehen bekommt).

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Björn1976 · 15. März 2020 um 14:40

Schöne Rezension aber mit der Realität hat das nichts zu tun.
Die Dialoge Kendra sagt zu Dingsbums ich werde dich vermissen. Absolut nachvollziehbar mach ich auch immer wen ich wen eben erst kennen gelernt habe.
Dr. Tilly nach ihrer herzzerreißenden Beichte. Es hat mich gewundert das niemand sie in den Arm genommen hat und ihr ein Stück Kuchen gegeben hat.
Es gibt so viele schräge Momente das ich mich frage ob man das nicht sehen will oder es nicht kann. Auf der Suche nach Mr. Rios warum geht man nicht direkt in sein Quartier? Computer wo ist… gibt es auch nicht mehr. Zumindest der Ansteck Komunikator wurde verbessert. In den wurde ein Subraum Komunikator reingepackt. Ich finde es sehr schade das man seine alten Helden mit dem Mist hier zerstört. Das kann man nur gut finden wenn man jeden auf Berlin Tag und Nacht Niveau steht. Oder man einfach mit der rosaroten Star Trek Brille durchs Leben läuft.
Selbe Story wie in Discovery Staffel 2 abwarten vielleicht ist es doch Controll.
Der Sound und ein paar Designs sind von Star Wars geklaut.
Sarah Connor Sorry Seven of Nine aus Terminator.
Der Übersetzer funktioniert mal so mal so. Teilweise gibt es überhaupt keinen mehr.
3 mal wurde die Szene mit Commodore Oh und Dr. Tilly gezeigt und immer gibt es nur eine winzige Information mehr wenn überhaupt. Das meiste konnte man sich sowieso denken. Ich würde es aber eher zusammen spinnen nennen. Bei dieser Serie von denken zu reden ist stark übertrieben.
In dieser Serie erfahren wir das es immer noch ein Romulanisches Sternenimperium gibt. Zumindest haben die Angst das es zum Krieg kommt wenn der Mr. Sternenflotte da einfach so auftaucht. Blöd nur das sich selbst da niemand an ihn erinnert. Das ändert sich sowieso alle 5 Sekunden. Wer sind sie ? Ach der berühmte Picard der über alle Holloprojektoren flimmert.
Wie kommt Data in eine 100000 Jahre alte Prophezeiung?
Warum hat man dann nie vorher was von denen gehört?
In den Short Treks baut Mudd Androiden die nicht von ihm zu unterscheiden sind.
Wie ist das mit Picard vereinbar?
Es gibt noch soooo viel mehr.
Abschließend bleibt nur zu sagen man sieht nur was man sehen will und ihr hier wollt nur das gute sehen.
Ich frage mich nur was das sein soll.

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