Wir haben Referenzen und Easter-Eggs zu “Et in Arcadia Ego, Teil 1”, der neunten Episode von “Star Trek: Picard”, zusammengestellt.

Et in Arcadia Ego

Der Episodentitel “Et in Arcadia Ego” ist eine bekannte lateinische Phrase. Diese Ellipse (es fehlt das Wort “bin” [sum] bzw. “war” [fui]) bedeutet auf Deutsch “Auch ich bin (oder: war) in Arkadien” und nimmt Bezug auf das antike Arkadienmotiv, für das es verschiedene Lesarten gibt.

Einerseits wird die Region Arkadien, eine Landschaft im Zentrum der Halbinsel Peloponnes, in der antiken Dichtung vornehmlich als paradiesische Idylle beschrieben, in welcher die Menschen ob ihrer Abgeschiedenheit von der Alltagsgesellschaft in Einklang mit sich selbst, ihren Mitmenschen und der umgebenden Natur leben können.

Das Motiv der abgeschiedenen Idylle Arkadiens wurde in der Renaissance erneut aufgegriffen und beispielsweise in der Kunst bildlich umgesetzt, allerdings mit einer teils veränderten Akzentuierung. Während diverse Künstler das arkadische Idyll mit dem Motiv der Hirten- bzw. Nymphenromantik (“Die arkadischen Hirten”, verschiedene Fassungen) kombinierten, spielt bei Giovanni Francesco Barbieri der Tod eine wichtige Rolle. Sein Gemälde mit dem Titel “Et in Arcadia Ego” zeigt zwei Hirten, die erschrocken einen auf einem Monolith liegenden Totenschädel betrachten. Auf dem Stein steht in Gravur die Inschrift “Et in Arcadia Ego”, was wohl bedeuten soll: Auch ich, der Tod, bin in Arkadien. Selbst an einem so idyllischen Ort wie Arkadien kann man dem Sterben nicht entrinnen.

Diese Aussage lässt sich auch auf das Androiden-Idyll Coppelius übertragen.

Coppelius ist an das Arkadienmotiv angelegt (Bild: ViacomCBS).

Coppelius

Die Welt, auf dem die Androiden leben, ist der vierte Planet des Ghulion-Systems (Klasse M) und heißt Coppelius.

Coppelius wurde laut Showrunner Michael Chabon nach einer Figur aus der Erzählung “Der Sandmann” (1816) von E.T.A. Hoffmann (1776-1822) benannt. Das Buch, eine Art Horror-Märchen, handelt von der Lebensgeschichte des sensiblen Nathanael, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Nathanael leidet unter traumatischen Erinnerungen, an denen er letztendlich zugrunde geht. Nathanaels Traumatisierung nimmt für ihn in Form dunkler Mächte Gestalt an, die er wiederum mit dem Sandmann assoziiert.

Coppelius ist eine Person aus Nathanaels Kindheit. Nathanael fürchtet ihn. In der Geschichte tritt auch die Figur Guiseppe Coppola auf. Coppola ist ein Wetterglashändler, der sich jedoch als Forscher entpuppt. Dessen Ziel besteht darin, eine Automatenpuppe (Olimpia) zu bauen, die von einem echten Menschen nicht mehr zu unterscheiden ist.

Im Zentrum der Erzählung stehen u.a. die Gegensatzpaare Innen- und Außenwelt, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Krankheit und Gesundheit.

Coppelius in "Et in Arcadia Ego, Part 1" (Bild: ViacomCBS)

Coppelius in “Et in Arcadia Ego, Part 1” (Bild: ViacomCBS)

Androiden-Gesellschaft

Die Inszenierung von Coppelius Station, dem Heimatort der Androiden-Gesellschaft, weckt Erinnerungen an die “The Next Generation”-Episode “Das Gesetz der Edo”/”Justice” (TNG 1×08). Der dort gezeigte Planet Rubicun III ist auch sehr warm und die dort lebenden Edo tragen demnach ähnlich leichte Kleidung. Und sie verkörpern ebenfalls ein idyllisches, fast schon romantisch-hedonistisches Lebensgefühl. Zudem erinnert die Isolation der Gemeinschaft etwas an die Kolonie auf Moab IV in “Das künstliche Paradies”/”The Masterpiece Society” (TNG 5×13). Auch diese Gruppe lebte abgeschieden und betrachtete sich selbst als eine Art Elite-Gesellschaft. Gleichwohl war deren Isolation selbst gewählt, die der Androiden ist jedoch das Ergebnis des Androiden-Verbots von 2385.

Die hedonistischen Edo leben auf Rubicun III (Bild: ViacomCBS).

Androiden-Gesellschaften gab es in “Star Trek” schon in der Originalserie zu sehen. In “Der alte Traum”/”What Are Little Girls Made Of?” (TOS 1×09) stoßen Kirk und seine Crew auf die Überreste einer Androiden-Kultur auf dem Planeten Exo III. Auch in “Der dressierte Herrscher”/”I, Mudd” (TOS 2×12) entdeckt die Enterprise-Crew auf einem Planeten der Klasse K den Außenposten einer uralten Androiden-Kultur. Diese wurde wiederum von einer uralten humanoiden Rasse aus der Andromeda-Galaxie geschaffen, die nach der Zerstörung ihrer Heimatwelt ausstarb, als ihre Sonne zur Supernova wurde. Einige Mitglieder dieser Spezies überlebten eine Zeit lang auf verstreuten Außenposten, starben dann aber aus und ließen ihre Androiden-Populationen allein zurück.

Mudds Androiden auf einem Planeten der Klasse K (Bild: ViacomCBS).

Reihen-Androiden

Die Androiden von Coppelius werden paarweise erschaffen, wobei das Quartett Jana und Sutra bzw. Dahj und Soji ob der äußerlichen Ähnlichkeit hier Fragen aufwirft. Reihen-Androiden waren auch in der bereits erwähnten Episode “Der dressierte Herrscher”/”I, Mudd” (TOS 2×12) zu sehen. Das wohl berühmteste “Zwillingspaar” der “Star Trek”-Geschichte ist das Brüderpaar Data und Lore aus “The Next Generation”, wobei mit B-4 (und laut “Soongs Vermächtnis“/“Ingeritance“ (TNG 7×10) noch zwei weitere Androiden) gleich mehrere Exemplare dieses Typs existierten.

Mit Sutra und Soji zeigt “Et in Arcadia Ego, Teil 1 & 2” (womöglich) die Neuauflage eines Geschwister-Dualismus – hier ein “guter” und dort ein “böser” Androide.

Guter Bruder, böser Bruder: Data und Lore in “Angriff der Borg, Teil 2” (Bild: TNG 7×26, ViacomCBS).

Golem

Dr. Soong arbeitet in “Et in Arcadia Ego, Teil 1” an einem Golem.

Ein Golem (hebr. Klumpen, formlose Masse) ist in der Science-Fiction der Vorläufer einer künstlichen Lebensform, wie z.B. ein noch nicht fertiggestellter Androide. Oder anders ausgedrückt: Ein kybernetischer Rohling. Auf einen solchen Rohling kann beispielsweise das Gedächtnis bzw. das Bewusstsein (u.U. auch das Aussehen) einer real existierenden körperlichen oder nicht-körperlichen Lebensform übertragen werden. In “Der alte Traum”/”What Are Little Girls Made Of?” (TOS 1×09) wird aus einem solchen Rohling (hier: engl. “blank”) ein Kirk-Androide hergestellt. Dafür nutzt man einen sog. Androiden-Duplikator. In der “Short Treks”-Episode “Houdini/The Escape Artist” (ST 1×04) erstellt Harry Mudd Androiden mit seinem Aussehen und seinen Charakteristika. Diese Episode basiert auf “Der dressierte Herrscher”/”I, Mudd” (TOS 2×12).

In der “The Next Generation”-Episode “Das fremde Gedächtnis“/“Schizoid Man“ (TNG 2×06) überspielt der Molekularkybernetiker Dr. Ira Graves sein Bewusstsein zeitweise auf Data und später seine Erinnerungen in den Enterprise-Computer.

Captain Kirk wird im Androiden-Duplikator auf Exo III kopiert (Bild: ViacomCBS).

Dr. Altan Inigo Soong

“Et in Arcadia Ego, Teil 1” führt mit Dr. Altan Inigo Soong ein weiteres Mitglied der Soong-Familie ein.

Dr. Altan Inigo Soong ist der biologische Sohn von Dr. Noonian Soong, dem berühmten Kybernetiker und Erschaffer der Soong-Typ-Androiden B-4, Data, Lore und Juliana Tainer aus “The Next Generation”. Dr. Altan Inigo Soong ist ebenfalls Kybernetiker, was etwas überrascht, da man in über 30 Jahren nie etwas von ihm gehört hatte. Auch Data erwähnte die Existenz seines “Bruders” bei keiner Gelegenheit.

Dr. Altan Inigo Soong erinnert in seiner verächtlichen Rede über seinen Vater etwas an Lore. Sein Aussehen sowie seine Leidenschaft für seine “Kinder” (Androiden) weist wiederum starke Parallelen zu seinem im 22. Jahrhundert lebenden Vorfahren Dr. Arik Soong auf, der zunächst Genetiker war und eine Gruppe von Augments um sich scharte. Da dies gegen die nach den Eugenischen Kriegen erlassenen Gesetze der Erde verstieß, verbrachte Arik Soong einige Zeit in Haft. Später widmete er sich als erstes Mitglied der Soong-Familie der Kybernetik. Arik Soong trat im “Enterprise”-Dreiteiler “Borderland”/”Cold Station 12/Die Augments (ENT 4×04-06) in Erscheinung.

Der Name Altan Inigo ist laut Michael Chabon ein Wortspiel, denn die Initialen A.I. können auch für Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz, K.I.) stehen.

Dr. Arik Soong in “Enterprise”-Staffel 4 (Bild: ViacomCBS).

Roter Alarm

Als die La Sirena angegriffen wird, schaltet das Schiff auf Alarmstufe Rot und es ist ein lautes Warnsignal zu hören.

Das Alarmsignal ist offenkundig eine Adaption des berühmten Sounds aus der Originalserie und aus “The Next Generation”. Auch in “Discovery” und den Reboot-Filmen ist dieser Sound (in abgewandelter Form) zu hören. In den sechs klassischen und vier “TNG”-Kinofilmen wurden andere Alarmtöne verwendet, ebenso in “Deep Space Nine”, “Voyager” und “Enterprise”.

Roter Alarm!  Die Enterprise-D zieht in “Die alte Enterprise” (TNG 3×15) in die Schlacht (Bild: ViacomCBS).

Sicherheitsgurte

Die Sitze im Cockpit La Sirena verfügen über Sicherheitsgurte.

Sicherheitsgurte waren in “Star Trek” bisher nur sehr selten zu sehen. Deswegen fliegen die Crews auch stets durch die Gegend, wenn die Raumschiffe durch Raumanomalien oder Gefechte durchgeschüttelt werden. Sicherheitsgurte sind nur dann von Erfordernis, wenn die Trägheitsdämpfer Fliehkräfte nicht vollständig kompensieren können.

In “Star Trek Beyond” sind Sicherheitsgurte auf der Brücke zu sehen. In einer entfernten Szene von “Star Trek: Nemesis” bekommt Captain Picard auf der Enterprise-E einen neuen Kommandosessel, der über ausfahrbare Sicherheitsgurte verfügt. Picard kommentiert dieses Upgrade mit dem Satz: “Das wurde auch Zeit.“

Picards neuer Kommando-Sessel in einer der entfernten Szenen von “Star Trek: Nemesis” (Bild: Paramount Pictures).

Orbitale Orchideen

Die Androiden nutzen orbitalen Kampfdrohnen, die wie gigantische Orchideen aussehen, um ihre Heimatwelt Coppelius zu verteidigen.

Orchideen spielten schon in einigen vorherigen Episoden von “Picard” eine Rolle, u.a. wurde Dahj nach einer Orchidee benannt. In Sojis Traumvision waren ebenfalls Orchideen zu sehen. Hier liegt womöglich eine Referenz (oder eine versteckte Querverbindung?) mit “Discovery” vor. Denn im Intro der Serie sind ebenfalls gigantische Blumen zu sehen, die nach Raumschiffen schnappen.

Eine Weltraum-Blume im “Discovery”-Intro (Bild: ViacomCBS).

Nareks Täuschungsmanöver

Narek nutz eine holografische Projektion, um die La Sirena im Gefecht zu täuschen.

Dieses Vorgehen erinnert an zwei Manöver, die in “The Next Generation” zu sehen waren. In “Die Schlacht von Maxia“/“The Battle“ (TNG 1×09) ist das Picard-Manöver zu sehen, das Captain Jean-Luc Picard 2355 erfand. Durch einen kurzen Warpsprung werden die Sensoren des feindlichen Schiffes getäuscht, sodass es für den Gegner so aussieht, als sei das angreifende Schiff an zwei Orten gleichzeitig.

Das Manöver, das Commander Riker in “Galavorstellung“/“Peak Performance“ (TNG 2×21) mit der USS Hathaway (NCC-2593) gegen die Enterprise-D durchführen lässt, um einen Simulationskampf zu gewinnen, erinnert fast noch mehr an Nareks Taktik. Riker täuscht hier die Enterprise mit einem falschen Sensorbild eines romulanischen Warbirds.

Das “Picard-Manöver” in “TNG 1×09 The Battle” (Bild: ViacomCBS).

Medizinischer Tricorder

Dr. Jurati untersucht Picard mit einem alten medizinischen Tricorder, nachdem die Bordsysteme der La Sirena einen Energieausfall erlitten haben.

Der Tricorder, ein tragbarer Handscanner der Sternenflotte, spielt seit der Originalserie eine bedeutende Rolle in praktisch jeder Serie und in jedem Film von “Star Trek”. In “Enterprise” war das Vorgängergerät, der sog. Scanner, zu sehen. Seit “The Next Generation” wird der Tricorder nicht mehr umgehängt, sondern in einer Seitentasche an der Uniform getragen. In “The Next Generation”, “Deep Space Nine” und “Voyager” sowie in den Kinofilmen VII bis IX wurden die Tricorder durch Aufklappen aktiviert. In “Star Trek: Nemesis” sehen wir im 24. Jahrhundert erstmals einen Tricorder, der nicht mehr ausgeklappt wird und zudem über ein deutlich größeres Display verfügt.

Der von Jurati verwendete Tricorder ist schwer zuzuordnen, dürfte aber ebenfalls aus den 2370er oder 2380er-Jahren stammen. In “Picard” wurde der Tricorder durch ein Multitasking-Gerät ersetzt, das ein holografisches 3D-Display generiert.

Dr. Crushers Medical Tricorder in “Star Trek: Nemesis” (Bild: Paramount Pictures).

Degeneratives Syndrom

Dr. Jurati diagnostiziert bei Picard eine Abnormalität im Gehirn, die unheilbar ist und tödlich enden wird. Schon in der zweiten Episode “Karten und Legenden”/“Maps and Legends“ (PIC 1×02) hatte Dr. Benayoun Picard diese Diagnose gestellt und davor gewarnt, dass seine Abnormalität im Parietallappen sehr wahrscheinlich tödlich enden wird.

Bereits im “The Next Generation”-Serienfinale “Gestern, Heute Morgen”/“All Good Things“ (TNG 7×25/26), welches in den Jahren 2370 und 2395 (alternative Zeitlinie) spielt, erfährt Picard, dass er an einem strukturellen Defekt des Parietallappens leidet. 2370 ist der Defekt allerdings noch so gering, dass laut Dr. Crusher ein neurographischer Scan der Ebene 4 notwendig war, um diesen zu diagnostizieren. Ein solcher Defekt könne mit der Zeit zu einer Anfälligkeit für neurologische Störungen, inklusive des sogenannten Irumodischen Syndroms, führen. Allerdings liege auch eine davon unbeeinträchtigte Lebensführung im Rahmen des Möglichen.

Dr. Crusher informierte Picard schon 2371 über seinen genetischen Defekt (Bild: TNG 7×25, ViacomCBS).

Klingonischer Targ

In der deutschen Synchronisation warnt Picard seine Crew davor, jeden “wie ein klingonischer Targ” anzufallen, sollte er von ihm oder ihr wie ein Sterbender behandelt werden.

Ein Targ ist ein auf der klingonischen Heimatwelt Qo’noS lebendes Säuge- und Herdentier, das Ähnlichkeiten mit einem irdischen Wildschwein aufweist. Es wird von den Klingonen gerne als Haustier gehalten. Der Targ war erstmals in der “The Next Generation”-Episode “Der Reisende”/“Where No One Has Gone Before“ (TNG 1×06) zu sehen und wurde auch in “Deep Space Nine”, “Voyager” und “Enterprise” gezeigt oder wenigstens erwähnt.

Ein klingonischer Targ in “The Next Generation” (Bild: ViacomCBS).

Reptiloide und Killerpilze

Raffi warnt vor dem Aufbruch auf die Planetenoberfläche, dass man sich womöglich vor aggressiven Reptiloiden und Killerpilzen in Acht nehmen müsse.

Dies ist eine Anspielung auf die Gorn aus der Originalserie (“Ganz neue Dimensionen”/”Arena”, TOS 1×19) und die Xindi-Reptilianer aus “Enterprise” (Season 3).

In der “TOS”-Episode “Kodos, der Henker”/”The Conscience of the King” (TOS 1×12) trifft die Enterprise auf Kodos, den ehemaligen Gouverneur der Erdkolonie auf Tarsus IV. Als dort im Jahr 2246 eine geheimnisvolle Schimmelpilzinfektion ausbrach und zu massiven Missernten führte, ordnete Kodos ein Massaker an, angeblich um wenigstens die Hälfte der 8000 Kolonisten vor dem Hungertod zu retten.

Ein Gorn aus dem 23. Jahrhundert (Bild: TOS 1×19, ViacomCBS).

Die Mahnung

Die Mahnung der Synths-Allianz weckt Erinnerungen an die Population des Maschinenplaneten, welche die Erdsonde Voyager VI umprogrammierte und als V’ger zurück zur Erde schickte (“Star Trek: Der Film”). Auch zu Control aus der zweiten Staffel von “Discovery” könnte eine Verbindung bestehen.

Die Bilder, die Sutra in der Gedankenverschmelzung sieht, stammen weitestgehend von der amerikanischen Microstock-Agentur Shutterstock.

Spock sieht in “Star Trek: Der Film” das Bild eines gigantischen Maschinenplaneten (Bild: Paramount Pictures).

Surak / Ka’athyra / Gedankenverschmelzung

Dr. Soong erwähnt, dass Sutra großes Interesse an der vulkanischen Kultur zeige. Sie habe Suraks Werke gelesen, spiele die Ka’athyra und habe sich autodidaktisch mit der Gedankenverschmelzung auseinandergesetzt.

Surak war ein vulkanischer Wissenschaftler und Philosoph und lebte im 4. Jahrhundert irdischer Zeitrechnung. Er trat das erste Mal in der Originalserie in der Episode ”Seit es Menschen gibt”/“The Savage Curtain” (TOS 3×22) in Erscheinung (junger Surak) und später auch in den ”Enterprise”-Episoden “Der Anschlag”/”The Forge” (ENT 4×07) und “Zeit des Erwachens”/”Awakening” (ENT 4×08).

Die Ka’athyra ist eine vulkanische Harfe (manchmal auch als Laute bezeichnet) und war erstmals in der Originalserie in ”Der Fall Charlie”/”Charlie X“ (TOS 1×02) zu sehen, wo diese von Spock gespielt wird.

Die Geistesverschmelzung ist eine Geistestechnik, die das erste Mal in der Originalserie in der Folge Der Zentralnervensystemmanipulator“/“Dagger of the Mind” (TOS 1×10) zu sehen war. Bisher brauchte man hierfür telepathische Fähigkeiten, die Androiden scheinbar durch anatomische Anpassung und kognitives Studium nachahmen können.

Mr. Spock spielt auf der Ka’athyra (Bild: ViacomCBS).

Mok’bara

Einige Androiden üben gerade das Mok’bara, als die La Sirena-Crew in Coppelius Station eintrifft.

Das Mok’bara ist eine klingonische Kampfkunst, die Körperbeherrschung mit Meditation kombiniert. Das Mok’bara soll neben der Stärkung der Physis auch den Geist reinigen.

Lieutenant Worf gibt in “The Next Generation” Kurse in Mok’bara, erstmals zu sehen in der Episode “Beweise”/“Clues“ (TNG 4×14).

Lt. Worf lehrt an Bord der Enterprise Mok’bara (Bild: ViacomCBS).

Dreidimensionales Schach

Andere Androiden spielen wiederum 3D-Schach.

Das dreidimensionale Schachspiel hat eine lange Tradition in “Star Trek”. Es ist in allen sechs Realserien zu sehen gewesen. Eingeführt wurde es in der alternativen “TOS”-Pilotepisode “Die Spitze des Eisbergs”/”Where No Man Has Gone Before” (TOS 1×03), die allerdings als Episode Nummer 3 ausgestrahlt wurde.

Captain Kirk und Commander Spock spielen in “TOS 1×03” 3D-Schach (Bild: ViacomCBS).

Spot II

Dr. Soong hat eine künstliche Katze erschaffen, die er Spot II genannt hat.

Spot war Datas Hauskatze auf der Enterprise-D und -E in “The Next Generation“, “Star Trek: Treffen der Generationen” und “Star Trek: Nemesis”. Ihren ersten Auftritt hatte Spot in “Datas Tag”/“Data‘s Day“ (TNG 4×11) und ihren letzten in “Star Trek: Nemesis”. Spot war zunächst ein Kater, wurde später jedoch aus Drehbuchgründen weiblich umgeschrieben. Spot war keine einfache Katze, sondern im Gegenteil sehr unerzogen (reagiert nicht auf Kommandos) und einigen Personen (La Forge, Riker) gegenüber regelrecht widerspenstig. Bei Data, Barclay und Worf fühlte sich Spot jedoch pudelwohl.

Es ist nicht bekannt, welche Lebenserwartung Katzen im 24. Jahrhundert haben, aber die echte Spot müsste im Jahr 2399 schon lange tot sein.

Data und seine Katze Spot (Bild: ViacomCBS).

Schöpfer und Geschöpf

In der “Mahnung” ist eine Szene zu sehen, die zeigt, wie eine biologische Hand eine Roboterhand berührt. Diese Szene ist eine Referenz an “Die Erschaffung Adams”, ein Ausschnitt aus dem Deckenfresko des Malers Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Das Bild zeigt Gottvater, der mit seinem ausgestreckten Zeigefinger Adam (Mensch) zum Leben erweckt.

Zwischen diesem Motiv und den Androiden in “Et in Arcadia Ego” besteht eine Parallele, denn die Synths wurden von Menschen (bzw. Humanoiden) erschaffen.

Das Motiv Michelangelos findet sich auch im Intro von “Discovery”. Hier haben beide Hände allerdings die Handschuhe eines Raumanzugs an, was darauf verweisen soll, dass es in der Serie um Raumfahrt geht und um das Streben der Menschheit, den Weltraum zu erkunden.

Ausschnitt aus dem Intro von “Star Trek: Discovery” (Bild: ViacomCBS)

Locutus

Picard wird von einem der xBs erneut mit Locutus angesprochen.

Locutus war Picards Borg-Bezeichnung in “In den Händen der Borg”/“Angriffsziel Erde“ (TNG 3×26/4×01). Locutus geht auf das lateinische Wort “loquo” (ich spreche) zurück. Locutus ist die Perfekt-Form des Wortes (locutus sum = “einer, der gesprochen hat“ bzw. “ich bin gesprochen worden”), was nochmals Picards Zustand im Kollektiv unterstreicht: Picard wird gegen seinen Willen dazu gezwungen, für die Borg zu sprechen. Der Satz “Ich bin Locutus von Borg” ist allerdings ein kleiner Fehler, denn als Individuum definiert sich eigentlich nur die Borg-Königin. Man könnte allerdings argumentieren, dass Locutus ein (der Borg-Königin untergeordneter) Borg-König gewesen ist.

Picard (Patrickt Stewart) wird in “The Best of Both Worlds” zu Locutus of Borg (Foto: ViacomCBS).

Melodie

In “Et in Arcadia Ego, Teil 1” sind (in den Kubus-Szenen) erneut die Melodien aus “Voyager“ (Titelmelodie) und “Spock unter Verdacht”/“Balance of Terror“ (TOS 1×14) (Romulaner-Thema) zu hören.

Handlungsmaximen

In “Et in Arcadia Ego, Teil 1” geht es – wie in vielen anderen “Star Trek”-Filmen und -Serien auch – um die Frage nach dem richtigen Handeln. Sollte man sich an dem zu erwartenden Nutzen einer Handlung orientieren (utilitaristische Perspektive, Konsequentialismus) oder vielmehr an intrinsischen Werten und Prinzipien (deontologische Perspektive, Pflichtenethik)?

In der “The Next Generation”-Episode “Brieffreunde”/”Pen Pals” (TNG 2×15) muss sich die Enterprise-Crew beispielsweise zwischen der Befolgung der Obersten Direktive und dem Hilfegesuch eines sich in Not befindlichen Mädchens vom Planeten Drema IV entscheiden. Obwohl die Oberste Direktive gut begründet ist, plädiert vor allem Data dafür, diese ausnahmsweise zu verletzen, um Sarjenka und die restliche Zivilisation auf Drema IV vor dem Untergang zu bewahren.

In der In der “The Next Generation”-Episode “Ich bin Hugh”/”I, Borg” (TNG 5×23) nimmt Picard nach reiflicher Überlegung Abstand von dem dunklen Plan, das Volk der Borg auszulöschen, um auf diese Weise den Fortbestand anderer Kulturen (inklusive der Föderation) sicherzustellen.

Darf man Hugh als Vernichtungswaffe einsetzen? Die Enterprise-Crew sagt: Nein! (Bild: TNG 5×23, CBS).

Es gibt zahlreiche Szenen in “The Next Generation”, in denen Data basierend auf Werten und Prinzipien (ethisches Unterprogramm) handelt und mögliche Konsequenzen für ihn nur eine untergeordnete Rolle spielen. Data würde (im Normalzustand) auch niemals sein eigenes Leben über das seiner Freunde oder eines Gemeinwohls stellen. In “Star Trek: Nemesis” opfert er sich selbst, um seinen Freund und Mentor Captain Picard, die Enterprise-Crew und in gewisser Weise auch die ganze Erdbevölkerung vor den Folgen der Thalaron-Waffe zu retten. Es stellt sich demnach die Frage, inwiefern das ethische Unterprogramm der Maddox-Androiden Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten mit dem von Data aufweist. Data würde einen Genozid wohl niemals billigen, auch nicht zwecks Rettung einer ganzen Androiden-Population.

In “Star Trek II: Der Zorn des Khan” handelt Spock nach der vulkanischen (utilitaristischen) Devise “Das Wohl von vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von wenigen. Oder eines Einzelnen.” Und deshalb opfert er sich für seine Schiffskameraden. In der “TOS”-Episode “Griff in die Geschichte”/”The City on the Edge of Forever” (TOS 1×28) kommt Spock zu der Schlussfolgerung, dass die Einzelperson Edith Keeler sterben muss, um dadurch einem höheren Zweck (Allgemeinwohl) zu dienen.

Kirk und Spock in “Star Trek II: Der Zorn des Khan” (Bild: Paramount Pictures)

Romulanische Warbirds

Am Ende der Episode sehen wir eine gigantische Flotte bestehend aus romulanischen Warbirds.

Warbirds bilden seit der Originalserie das Rückgrat der romulanischen Flotte. Bisher sah man in “Star Trek” mehrere verschiedene Warbird-Schiffstypen. Da wären einerseits die Modelle des 22. (“Enterprise”) und 23. Jahrhunderts (“TOS”) sowie die sehr einprägsamen Modelle der D’deridex-Klasse aus “The Next Generation”, “Deep Space Nine” und “Voyager”. In “Star Trek: Nemesis” sind die Modelle der Valdore-Klasse zu sehen, die 2379 noch neu waren, 2399 aber scheinbar keine Rolle mehr spielen.

Valdore-Warbirds in “Star Trek: Nemesis” (Bild: Paramount Pictures).

Kamerafahrt

In einer Szene sieht man eine dynamische Kamerafahrt, welche nacheinander die Gesichter von Picards neuer Crew zeigt.

Diese Montage erinnert an eine Szene aus “Star Trek: Der Aufstand”. In diesem Film verwendet Regisseur Jonathan Frakes eine ähnliche Kamerafahrt (Timecode: 1:16:09), die nacheinander Worf, Crusher, Data, Troi und Picard zeigt.

Die Enterprise-Crew in “Star Trek: Der Aufstand” (Bild: Paramount Pictures).


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.