Auch die dritte Folge des Mandalorian bietet nette kurzweilige Unterhaltung, der wir uns in diesem Review mal näher ansehen. Achtung, Spoiler!

Zurück zum Anfang

Selbstredend knüpft auch diese Folge direkt an den Vorgänger an und der Mando liefert seine Beute aus. Völlig kalt und unnahbar, auch wenn dem Zuschauer schnell klar ist, dass da was nicht mit rechten Dingen zugeht. Also geht unser Held erstmal in aller Seelenruhe seine Rüstung aufbessern lassen. Wie ich inzwischen nachgelesen habe, steckt unter dem Helm der Schmiedin Emily Swallow, die man vielleicht als Finsternis aus Supernatural kennt. Vom Aussehen und der Mimik geht bei so einer Darstellung natürlich einiges verloren, nichtsdestotrotz macht sie einen guten Job.

Emily Swallow spielt die Schmiedin – aber nennen wir sie besser Rüstungsmeisterin. (Bild: Disney+)

Doch auch die Kameraden fragen unseren Helden, ob es so sinnig war, einen Quasi-Verbündeten auszuliefern. Und mal ehrlich, wer hat ernsthaft daran gezweifelt, dass der Mando Gewissensbisse bekommt und das Baby dann im Alleingang wieder rettet? Das war ja wohl von vorneherein klar. Nicht nur, dass sich die beiden schon im Schiff angefreundet haben, auch als er IG-11 ausgeschaltet hatte, war das Schicksal der beiden schon besiegelt – oder besser: verknüpft.

So kommt es zu einer eindrucksvollen Sequenz, in der der Mando die Imperialen ausschaltet und das Baby zurückholt. Man könnte hier sogar argumentieren, dass er ja seinen Auftrag abgeschlossen hat, immerhin hat er die Belohnung ja kassiert, und erst Stunden später wiederkommt, um Boda (so die Bezeichnung des Internets für Baby Yoda) zu befreien. Genau genommen hat er also gegen nichts verstoßen – aber natürlich sieht die Gilde das anders und wenig später hat der Held noch weitere Jäger an sich kleben.

Doch zurück zur ersten erwähnten Kampfsequenz: Das Ausräuchern der Imperialen ist gewohnt gut in Szene gesetzt, das waren die Actionszenen in den ersten beiden Folgen ja auch schon. An dieser Stelle gibt es nichts zu meckern und im Gegensatz zur Action später ist das Ganze hier auch durchaus noch stimmig. Manchmal wirkt der Mando zwar etwas überstilisiert mitten in den Explosionen, die er ohne einen Kratzer übersteht, aber es macht immer noch Spaß, ihm zuzusehen.

Löblich: Sogar der Flammenwerfer kommt zum Einsatz, wodurch die Rüstung hier ihr volles Potential zeigen kann. (Bild: Disney+)

Von Flashbacks zum Finale

An der Stelle sei auch kurz die Flashbackszene in die Klonkriege erwähnt, die ebenfalls zum Wandel unseres Helden beigetragen hat. Die ist hier noch recht kurz, zeigt aber endlich auch einen realen Einblick in die Klonkriege. Real steht in diesem Fall für eine “Realserie” und nicht etwa für eine realistische Darstellung, sofern das bei einem Sci-Fi-Szenario überhaupt anwendbar ist. Worauf ich hinaus will ist, dass diese Szenen recht gut ausschauen und das Potential einer realen Klonkriegsserie aufzeigen.

Doch zurück zur Handlung. Da er gegen den Kodex verstoßen hat, wird der Mando fortan gejagt. Die Idee der Kopfgeldjägergilde ist indes nicht neu und gab es im alten Expanded Universe in diversen Büchern schon, hier sieht man aber erstmal die Umsetzung live, die ja genau genommen schon seit Folge eins zum Zuge kommt und ebenso zur Atmosphäre der Show beiträgt. Fanservice irgendwo eben.

Bei dem Versuch, sich mit Boda davon zu stehlen, kommt es natürlich erneut zu einem Kampf – die Bösen sind hier echt auf Zack. Weniger auf Zack sind sie allerdings mit ihrer Treffsicherheit. Mal ehrlich, auf so einem kleinen Schwebewägelchen aus der Stadt schippern und die Bösen schaffen es nicht, ihn abzuknallen? Gut, die anderen Mandos kommen zu Hilfe, trotzdem ist das ein kleiner Kratzer an der sonst wieder makellos in Szene gesetzten Folge.

Wie sich die Unterstützung der Mandalorianer letztlich auswirken wird, werden wir künftig vermutlich noch zu sehen bekommen. Während der Schlacht wird aber auch eindrucksvoll gezeigt, welches Potential die Jetpacks aufweisen. Das hat selbst die Prequel-Trilogie nicht zu transportieren vermocht. Nächste Station ist also zweifellos, sich selbiges anzueignen.

Fazit

Erneut nette kurzweilige Unterhaltung, die von der Star Wars Atmosphäre lebt. Klar, storytechnisch ist das alles noch etwas mau, da sollte die Serie langsam mal etwas Substanz gewinnen, aber nicht nur dank des immer noch präsenten dezenten Fanservice, Baby Yoda und gut choereografierter Actionszenen ist das Ganze hier immer noch spaßig.

Episoden-Infos

Episodennummer 3
Originaltitel The Sin
Deutscher Titel Der Fehler
Erstausstrahlung 22. November 2019
Erstausstrahlung Deutschland 22. November 2019 (mit dt. Tonspur auf Disney+), 24.März 2020 (Disney+ Deutschland)
Drehbuch Jon Favreau
Regie Rick Famuyiwa
Laufzeit 30 Minuten

 


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