Fast 15 Jahre und über ebenso viele Teile hat das “Assassin’s Creed”-Franchise nun schon auf dem Buckel. In den nächsten Wochen werden wir daher eine kleine Reise unternehmen und uns alle Teile der Reihe zu Gemüte führen. Und mit alle meinen wir auch alle: Alle Ableger, eben wirklich alles, was bisher erschienen ist, wird rezensiert. Dabei widmen wir jedem Serienteil auch eine eigene Rezension. Damit die Nummerierung stimmt und ihr am Ende auch wisst, wie viele Teile es wirklich gibt. Begleitet uns also nun auf unserer “Assassin’s Creed Odyssee”.

Übrigens: Der Titel der Artikelreihe “Odyssee” ist wegen “AC: Odyssey” gewählt worden. Sicherlich, es erscheint nun bald “Valhalla”, aber die Reihe war schon länger in Planung und der Titel passt irgendwie immer noch.

Noch einmal Altair

Cover von “Assassin’s Creed: Bloodlines” (Ubisoft)

Ein letztes Mal sollten wir mit “Bloodlines” in die Rolle von Altair schlüpfen und auch dieses Spiel erschien nur für eine Handheld-Konsole, in dem Fall die PSP (Playstation Portable). Im Gegensatz zu den “Chronicles” ist dieses Spiel aber eine Fortsetzung des ersten Teils. Altair reist nach Griechenland, um mit den dortigen Templern aufzuräumen. Zugegeben, das ist die übliche Rachestory, die viele AC-Titel auszeichnen, aber diese hier enthält auch noch wesentliche Bestandteile der späteren Handlung.

Oder habt ihr euch in “Revelations” nicht auch gewundert, warum Altair plötzlich mit Maria rumknutscht? Ihr wisst nicht, wer Maria ist? Tja, ihren Namen bekommt sie auch erst in diesem Spiel. Sie ist die Templerin, die den falschen Robert de Sable in einer der letzten Missionen (Hinterhalt!) von “Assassin’s Creed 1” gespielt hat. In diesem Serienableger lernen die beiden sich nämlich besser kennen (und lieben). Wer ihn später nicht kennt, bekommt nur eine Texttafel präsentiert, die ihn über den Umstand, dass die beiden ein Paar sind, aufklärt, aber weitere Hintergründe auslässt. Für die Hauptreihe also etwas enttäuschend, aber dazu kommen wir, wenn wir beim Review von “Revelations” sind.

Game-Mechaniken & Grafik

Die Grafik kommt natürlich nicht ganz an einen Titel der Hauptserie dran, ist für die PSP aber eindeutig Spitzenklasse. Wieder schwingt man sich von Haus zu Haus, kraxelt Dächer entlang, hangelt an Kanten und macht, was man als Assassine eben so macht. Also morden. Spieltechnisch gibt es an der Stelle auch einige Erweiterungen, die vor allem auch in späteren Teilen zum A und O gehören. So etwa das Attentat von der Kante aus – unverzichtbar und im ersten Teil schmerzlich vermisst. Größere Änderungen wie Waffenvielfalt oder die allseits beliebte Rauchbombe fehlen zwar noch, waren aber in den Hauptserienteilen schon am Horizont sichtbar. Immerhin erschien “Bloodlines” zeitgleich mit “Assassin’s Creed 2”.

So sieht die Umgebung in Bloodlines aus. (Bild: Ubisoft Promo)

Das alles fühlte sich wie eine natürliche Erweiterung der bestehenden Mechaniken an und machte Lust auf mehr. Was allerdings fehlte, war etwas das Gefühl der “Weite”. Allzu ausufernd bzw. detailreich konnten die Städte nicht sein, denn da kam die Konsole schnell an ihre Grenzen. Im Hintergrund wabert auch beständig ein Nebel, eben auch, um die große Welt nicht grafisch anzeigen lassen zu müssen. Dementsprechend konnten auch nicht so viele Personen wie im ersten Hauptspiel auf dem Schirm zu sehen sein. Genau genommen wirken die Städte recht menschenleer, bis auf ein paar Ecken, an denen meist ca. drei Leute herumstehen. Inplay wird das mit einer Ausgangssperre durch die Templer begründet. Jaja, die bösen Burschen. Schön ist das nicht (und erinnert an “Arkham Knight”), aber auf der Konsole war es, wie erwähnt, nicht anders umsetzbar.

Neben den üblichen Attentaten und Schleichereien dürfen auch Sammlerobjekte nicht fehlen. Davon gibt es hier gar nicht mal so viele, sondern es sind lediglich Templermünzen in Silber und Gold zu sammeln. Von der Sammelwut, die spätere Hauptteile an den Tag legen, ist man also noch einen Schritt entfernt. Immerhin wird man so eher “langsam” an die Ubisoft-Formel herangeführt. Zumindest, wenn man die Spiele in der hier erwähnten Reihenfolge spielt. Das macht sogar anfangs Spaß, aber auch hier merkt man halt schnell, dass es einem, wie im ersten Assassin’s Creed, eigentlich nicht viel bringt, die Dinger aufzuklauben und lässt sie irgendwann einfach links liegen.

Achja, etwas stärkere Gegner, also Bosskämpfe, gibt es hier auch, bis auf den Endboss sind diese aber keine große Herausforderung. Lediglich Moloch (Abschnitt 4) war hier noch etwas schwerer, aber auch dessen Tricks hat man schnell drauf. Und auch der Endboss liegt nach einigen Versuchen im Staub, so dass die Flucht aus dem einstürzenden Gebäude fast schon schwieriger ist.

Ein etwas härterer Gegner: Moloch (AC: Bloodlines, Ubisoft)

Von den Landschaften her kämpft man zwar ab und an in einem Tempel oder am Hafen, das Grafikset ist aber etwas weniger abwechslungsreich als im direkten Vorgänger “Altair’s Chronicles”. An den Häusern hat man sich schnell satt gesehen.

Die Story

Wie bereits erwähnt, geht es im Spiel darum, die Griechenland-Templer auszuschalten und ich denke, dass dies gelingt, das sollte jedem klar sein (auch wenn die Templer ihre Schätze noch in Sicherheit bringen können). Aber wie bei vielen “Assassin’s Creed”-Spielen so ist auch hier der Weg das Ziel.

Also ja, wir meucheln uns wieder nach und nach durch die Feindeshorden, aber es macht halt noch immer sauviel Spaß, was natürlich an den oben erwähnten, neu hinzugekommenen Mechaniken liegt. Auch die Story um Maria und Altair vermag zu gefallen und legt Grundlagen für spätere Teile. Eine Gegenwartsgeschichte gibt es nicht, allerdings gibt es Tutorials, die in der Animus-Umgebung (weißer Simulationsraum) stattfinden und quasi aufzeigen, dass man hier immer noch Erinnerungen nachlebt. Ob man das unbedingt so gebraucht hätte, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt, es wird die Serie auf jeden Fall bis heute begleiten.

Hier sieht man schön, dass der Hintergrund im Nebel liegt, geschuldet der geringeren Power der PSP (Bild: Ubisoft)

Fazit

Acht Stunden standen am Ende auf dem Zähler, was für ein Handheld-Spiel durchaus akzeptabel ist. Das Spiel punktet mit Grundlagen für spätere Teile und einer Story, in der vor allem die Charaktere wachsen dürfen. Sprachausgabe gibt es, wie bei “Altair’s Chronicles” zwar nicht, für ein Konsolenspiel ist das aber durchaus in Ordnung.

Der Erfolg von “Assassin’s Creed” hatte gerade erst begonnen.

Reisewege “Bloodlines”

Bis zu Assassins Creed 2 hatte ich noch eine Reiseroute erstellt, um mir anzusehen, wo man so unterwegs ist und vor allem, wieviele Kilometer man zurücklegt. Spätestens mit Brotherhood und der angezeigten Kilometerzahl, die man in der Stadt zurücklegt, wurde das aber ein wenig ad absurdum geführt. Eigentlich war geplant, diese Karte mit den jeweiligen Reviews zu veröffentlichen, ein Festplattencrash machte mir die Dateien damals aber zunichte.

Aber für euch ist mir ja nichts zu schade, also habe ich es eben noch mal erstellt. Nennt mich Nerd….

Die Artikel der Reihe wurden entsprechend angepasst und die Laufpläne hinzugefügt…

“Bloodlines” ist, was die Reiserouten angeht, ein bisschen moderater. Nach einem kurzen Start in Akkon geht es nach Limassol, dann nach Kyrenias. Dort spielt der Hauptteil des Spieles. Erst am Ende geht es nach Limassol zurück. Das sind “nur” 1098 km und 164 Stunden zu Fuß, bzw. 88 Stunden mit Pferd. Genau genommen müsste man davon aber die Bootsstrecken wegrechnen, da diese deutlich schneller gehen. 408 km dieser 1098 km sind Bootsstrecke. Orientieren wir uns an Segelschiffen so schaffen diese etwa 8 km/h (Stand: Jahr 1807). Viel mehr wird es auch damals nicht gewesen sein, d.h. man kommt auch mit der Pferdeberechnung ganz gut hin und die Berechnung kann man so stehen lassen.
Ich bin irre, ich weiss.

Grafisch dann so:

Hier ist man in “Bloodlines” unterwegs

Bewertung

4 out of 6 stars (4 / 6)

Spiel-Infos

Titel Assassin’s Creed: Bloodlines
Publisher Ubisoft
Erscheinungsjahr 2009
Genre Action-Adventure, Open-World, Stealth
Plattformen Playstation Portable

 


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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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