Die dritte Staffel von “Star Trek: Discovery” wird sich um ein großes Mysterium drehen: ‘The Burn’, ein interstellarer Kataklysmus, hat sich im 32. Jahrhundert als fundamentaler Wendepunkt in der Geschichte der Föderation und der gesamten Galaxie erwiesen. Seit der Veröffentlichung des Trailers am 8. September geistert diesbezüglich eine prominente Fan-Theorie durchs Netz, die sich auf die “Voyager”-Episode “Die Omega-Direktive” (VOY 4×21) aus dem Jahr 1998 bezieht. Auch wir wollen versuchen, ‘The Burn’ auf die Spur zu kommen. Vorsicht, Spoiler und Spekulation!

‘The Burn’ – Eine galaktische Zäsur

Bild: ViacomCBS

Der jüngste Trailer zur dritten Season von “Star Trek: Discovery” hat eines der Teaser-Geheimnisse zumindest ansatzweise gelüftet: Im 32. Jahrhundert existiert die Föderation in der Form, die wir aus den bisherigen “Star Trek”-Produktionen kennen, nicht mehr. Es scheint, als sei das Bündnis auf nur noch wenige Mitgliedswelten geschrumpft und auch die Sternenflotte scheint nicht mehr zu existieren. Booker bezeichnet diese im ersten Teaser sogar als “Geist” (der Vergangenheit).

Aber wie konnte dies alles passieren?

“The Federation mostly collapsed…after ‘The Burn’. […] ‘The Burn’ was the day the galaxy took a hard left.”

“Die Föderation ist größtenteils auseinandergefallen…nach dem ‘Brennen’. […] ‘Das Brennen’ war der Tag, an dem die Galaxie plötzlich eine heftige Wendung nahm.”

– Cleveland Booker

Die Antwort auf diese Frage scheint in dem zu liegen, was Booker als ‘The Burn’ (dt. “Verbrennung”, “Brennen”, “Brand”) bezeichnet. Dabei handelt es sich nach Aussage von Chef-Produzent Alex Kurtzman um ein kataklystisches Ereignis (Kataklysmus oder Kataklysmos, griech. κατακλυσμός bzw. κατακλύζειν, dt. “überschwemmen, wegspülen“), also eine gewaltige, alles zerstörende Katastrophe. Diese soll die Föderation von außen getroffen haben.

“Was mit der Föderation passiert ist, ist nicht passiert, weil die Föderation aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten in sich zusammengebrochen ist. Das ist nicht passiert. Die Föderation war so stark wie immer. Offensichtlich ist etwas Kataklysmisches niedergegangen, das alles verändert hat.”

– Alex Kurtzman

Booker erzählt Burnham von ‘The Burn’ (Bild: ViacomCBS).

Wenn man sich die Ausschnitte aus dem Teaser (Oktober 2019) und Trailer (September 2020) etwas genauer anschaut, dann werden zwei Dinge offensichtlich:

Erstens sind so gut wie keine intakten Raumschiffe zu sehen – schon gar nicht welche, die mit Warp-Geschwindigkeit durchs All fliegen.

Zweitens verwenden die miteinander im Clinch liegenden Fraktionen seltsame Waffen, die scheinbar eine Raumverzerrung generieren. Gewöhnliche Strahlenwaffen (Phaser, Disruptoren) scheinen in dieser Ära entweder aus der Mode gekommen zu sein – oder diese haben ihre Effektivität verloren.

Aus früheren “Star Trek”-Episoden wissen wir nämlich, dass es durchaus Umgebungen geben kann, in denen Phaser nicht funktionieren. Ein Beispiel hierfür ist der Klasse H-Planet Tau Cygna V aus der “The Next Generation”-Episode “Die Macht der Paragraphen”/”The Ensigns of Command” (TNG 3×02). Auf diesem Planeten herrscht eine enorm hohe hyperonische Strahlung vor, die einerseits für die meisten Humanoiden tödlich ist und andererseits das Etablieren von stabilen Transporter- oder Phaserstrahlen (nahezu) unmöglich macht.

Die im 32. Jh. eingesetzten Waffen scheinen den Raum zu verzerren (Bild: ViacomCBS).

Eventuell gibt es auf den in den Trailer-Bildern gesehenen Planeten ebenfalls solche Partikel, die standardmäßige Strahlenwaffen unbrauchbar machen. Und womöglich führt die Verwendung dieser neuen Verzerrungswaffen sogar dazu, dass sich negative Raumzerstörungseffekte sogar weiter potenzieren. Ein tödlicher Teufelskreis?

Wurde der Subraum zerstört?

Wenn wir von einer Verzerrung – oder besser gesagt – von einer Beschädigung oder Zerstörung des Raums ausgehen, dann liegt hier der in “Star Trek” so oft erwähnte (weil so bedeutsame) Subraum nahe. Einerseits sieht der “normale” Raum in der neuen “Discovery”-Staffel relativ unbeschadet aus. Sowohl der Weltraum als auch die planetaren Atmosphären scheinen weitestgehend intakt geblieben zu sein. Sollte andererseits jedoch der Subraum zerstört oder zumindest massiv geschädigt worden sein, dann würde sich dies wohl weniger auf die Physis der verschiedenen Zivilisationen auswirken als vielmehr auf die Art des interstellaren Zusammenlebens.

Gesetzt den Fall, dass bis ins 32. Jahrhundert keine interstellare Transport- bzw. Antriebstechnik entwickelt worden ist, die ohne Einbeziehung des Subraums auskommt (Gateways und Raumtrajektor inklusive), dann könnte eine nachhaltige Zerstörung des Subraums tatsächlich jedwede Raumfahrt mit Lichtgeschwindigkeit lahmgelegt haben (siehe Theorie #1: Omega-Molekül). Die Folge: Die Welten der Galaxie – darunter auch die Mitgliedswelten der Föderation – würden den direkten Kontakt miteinander verlieren, schließlich funktioniert auch das Übermitteln von Nachrichten mittels Subraum (Subraum- bzw. Hyperraumfunk). Natürlich wären auch direkte Begegnungen in Form von gegenseitigen Besuchen und Konferenzen nicht mehr möglich. Gleiches gilt auch für den interstellaren Warenhandel.

Die “Föderation der Sechs”? (Bild: ViacomCBS).

Das wäre in etwa so, als ob es auf der Erde plötzlich keine Telefongespräche, keinen Funkverkehr, kein Internet sowie keine Schiff- und Luftfahrt mehr geben würde. Die Kontinente wären praktisch über Nacht ohne schnelle und unkomplizierte Verbindungsmöglichkeiten. Dies würde gewiss zu isolationistischen Tendenzen führen. Die Welt würde “kleiner” werden, denn Kommunikation, Warenhandel und kultureller Austausch wären kaum oder gar nicht mehr in geregelter Form möglich.

Was dies mit den Welten der Föderation machen würde, liegt auf der Hand: Jede Welt wäre wieder auf sich allein gestellt. Es käme sehr wahrscheinlich zu einer Rückkehr des (in “Star Trek” weitestgehend gelösten) Problems der Ressourcenknappheit – inklusive der damit verbundenen Verteilungskämpfe ganz nach dem Weisheitssatz: “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral” (Bertolt Brecht ). Auch Crafts Vita aus “Calypso” (ST 1×02) passt recht gut in dieses Bild.

Interstellare politische Allianzen wie die Föderation und große Imperien wie das der Klingonen oder des Dominion dürften marginalisiert worden sein, während kleine planetare Splittergruppen in das entstandene Machtvakuum vorgestoßen sein könnten. Sollten Weltraumreisen in dieser Zeit nur noch mit sehr niedrigen Warp-Geschwindigkeiten oder sogar nur noch mit Impulsantrieb möglich sein, könnten womöglich nur noch die fünf Gründungswelten der Föderation (Erde, Alpha-Centauri-Kolonie, Vulkan, Andoria und Tellar) und eine weitere, sechste Welt (Trill?) miteinander in Verbindung stehen.

Subraumanomalien haben Tradition

Sogenannte Subraumanomalien sind in den bisherigen “Star Trek”-Serien immer mal wieder ein wichtiges Thema gewesen. Die Ausprägungen (z.B. Subraumspalten, Subraumdeformationen, Subraumtrichter) und Ursachen für solche Anomalien sind mitunter recht vielfältig, aber in der Regel immer extrem gefährlich.

Im Jahr 2370 entdeckt die Enterprise-D einen großen Subraumspalt im Hekaras-Korridor (Bild: TNG 7×09 “Force of Nature”, ViacomCBS).

In der “The Next Generation”-Episode “Die Raumkatastrophe”/”Force of Nature” (TNG 7×09) war es sogar der Warp-Antrieb selbst gewesen, der den Subraum langfristig zerstörte. Allerdings gelang es der Föderation – und wohl auch den anderen raumfahrenden Spezies – diesen negativen Seiteneffekt des konventionellen Warp-Antriebes binnen weniger Monate auf technische Weise zu beseitigen und fortan “umweltfreundliche” Warp-Triebwerke zu konstruieren. Folglich kann der Warp-Antrieb auch als mögliche Ursache für ‘The Burn’ (mit hoher Wahrscheinlichkeit) ausgeschlossen werden, zumal Booker auch von einem “plötzlichen” Ereignis spricht und nicht von einem langsamen, zerstörerischen Prozess.

Seit der Veröffentlichung des Trailers in der vergangenen Woche spekuliert das Netz, was ‘The Burn’ ausgelöst haben könnte. Jedenfalls scheint die These von der Subraumzerstörung aktuell die logischste Erklärung für das Auseinanderbrechen der Föderation und die dauerhafte Demission der Sternenflotte zu sein. Eine Sternenflotte ohne warpfähige Raumschiff-Flotte ist letztlich auch kaum vorstellbar.

Unter Berücksichtigung der Trailer-Screencaps sowie mit Blick in den “Star Trek”-Kanon sind vor allem die folgenden drei Erklärungsansätze denkbar:

Theorie #1: Das Omega-Molekül

In der “Voyager”-Episode “Die Omega-Direktive” (VOY 4×21) entdeckt die Voyager im Delta-Quadranten Anzeichen dafür, dass irgendjemand an der Erschaffung des hochgefährlichen Omega-Moleküls arbeitet. Dieses ist der Föderation seit dem 23. Jahrhundert – und einem katastrophal geendeten Experiment im Lantaru-Sektor – bekannt. Die Borg wissen sogar seit dem Jahr 2145 von dessen Existenz. Nach dem verheerenden Omega-Unfall in den 2270er-Jahren erließ die Sternenflotte die für alle Starfleet-Captains verbindliche ‘Omega-Direktive’, welche die umgehende, kompromisslose und restlose Zerstörung jedweder Omega-Moleküle anordnet.

“Omega. Der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Von der Sternenflotte als Symbol für eine Bedrohung – nicht nur der Föderation, sondern der gesamten Galaxie -gewählt.”

–  Captain Janeway im Jahr 2374 (VOY 4×21)

Im Jahr 2374 entdeckt die USS Voyager im Delta-Quadranten das hochgefährliche Omega-Molekül (Bild: VOY 4×21 “The Omega Directive”, ViacomCBS).

Das Omega-Molekül ist Träger einer schier unglaublichen Menge an Energie und somit eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Allerdings ist es auch extrem instabil und damit eine enorme Bedrohung für jeden, der damit experimentiert.

“[Omega ist] nicht irgendein Molekül. [Es ist] die mächtigste Substanz, deren Existenz bekannt ist. Ein einzelnes Omega-Molekül enthält die gleiche Energie wie ein Warp-Kern. Theoretisch könnte eine kleine Kette davon eine ganze Zivilisation versorgen.”

–  Captain Janeway im Jahr 2374 (VOY 4×21)

Viel gravierender ist jedoch, dass eine Omega-Explosion den Subraum nachhaltig desintegriert und Subraumspalten erzeugt. Welche negativen Auswirkungen mit solchen Subraumspalten verbunden sind, wird u. a. in der gleichnamigen “Voyager”-Episode “Subraumspalten”/”Time And Again” ( VOY 1×04) deutlich. Was Captain Janeway ihren Führungsoffizieren im Mission Briefing über Omega zu berichten weiß, klingt wie eine mögliche Beschreibung der Ära, in die uns die Discovery in knapp einem Monat führen wird:

“Es gab Subraumspalten, die sich über mehrere Lichtjahre erstreckten. […] Der Subraum wird von Omega zerstört. Eine Kettenreaktion von einer Handvoll dieser Moleküle könnte den Subraum eines ganzen Quadranten völlig vernichten. Und wenn das passiert, wird das Reisen mit Warp unmöglich. Raumfahrende Zivilisationen, wie wir sie kennen, würden aufhören zu existieren. […] Falls eine riesige Omega-Explosion stattfindet, verlieren wir für immer die Fähigkeit auf Warp zu gehen.“

“Die letzte Grenze hat einige Linien, die nicht überschritten werden sollten. Und hier haben wir es mit einer zu tun. “

–  Captain Janeway im Jahr 2374 (VOY 4×21)

Tschernobyl im Weltraum: Auf einem Klasse M-Mond im Delta-Quadranten findet die Voyager die Überreste einer subnukleonischen Reaktorkatastrophe vor (Bild: VOY 4×21 “The Omega Directiv”, ViacomCBS).

Die Voyager findet wenig später einen Klasse M-Mond, auf dem eine subnukleonische Reaktion vonstattengeht. Tatsächlich wurde hier mit Omega-Molekülen experimentiert – auch das mit teils gravierenden Folgen, die in diesem Fall jedoch noch regional begrenzt geblieben sind. Der Crew der Voyager gelingt es am Ende aber, das Omega zu vernichten.

Prognose: Die Omega-Theorie ist nicht umsonst der aktuelle Favorit unter den Fan-Theorien zu ‘The Burn’. Captain Janeways apokalyptische Beschreibung passt eigentlich sehr gut auf das, was die bisher gezeigten Bilder der neuen “Discovery”-Staffel anteasern.

Das Omega-Molekül könnte ‘The Burn’ derweil auf ganz unterschiedliche Weise ausgelöst haben. Denkbar sind ein Unfall wie der des Föderationswissenschaftlers Professor Ketteract oder auch eine Omega-Bombe (siehe auch Theorie #2) sowie ein galaktisches Naturphänomen. Hinter einer vorsätzlichen Herbeiführung könnte eine bekannte oder bisher unbekannte Macht stehen, womöglich sogar eine feindselige Spezies oder Allianz aus einer benachbarten Galaxie (die in “Calypso” erwähnten V’draysh?). Oder eben auch die mächtigen, fremddimensionalen Synths aus “Picard”.

Zur Erinnerung: Wir wissen immer noch nicht, wer die romulanische Supernova ausgelöst hat. Im “Picard”-Roman “The Last Best Hope” wurde jedenfalls angedeutet, dass diese Supernova sehr wahrscheinlich künstlich erschaffen wurde. Zudem hieß es in “Et In Arcadia Ego” (PIC 1×09/10), dass die fremddimensionalen Synths außerhalb von Raum und Zeit existieren. Über eine mögliche narrative Verbindung zwischen “Discovery” und “Picard” wird indes schon seit längerer Zeit spekuliert. Womöglich besteht zwischen den ‘Übersynths’ und ‘The Burn’ ein direkter oder wenigstens mittelbarer Zusammenhang.

Gegen die Omega-Theorie spricht womöglich der Terminus ‘Burn’, der eher so etwas wie einen interstellaren Feuersturm erwarten lassen würde und weniger ein Desintegrieren des Subraums. Diesbezüglich hätte die Bezeichnung ‘The Burst’ (‘Das Bersten’) eventuell besser gepasst. Allerdings könnte Omega im Extremfall auch eine galaktische Kettenreaktion auslösen, die sich z.B. in einer Serie von Sonneneruptionen (siehe Theorie #3) oder Supernovae manifestiert.

Theorie #2: Subraumwaffen

Neben dem Omega-Molekül sind auch die sogenannte Subraumwaffen von möglicher Relevanz für ‘The Burn’. Diese entfalten beim Gegner eine enorme zerstörerische Wirkung, sind aber eigentlich nicht kontrollierbar. Dementsprechend wurden diese im Khitomer-Abkommen (2293-2372 bzw. ab 2373) auch verboten. Der Vertrag zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich, an dem aber wohl (mindestens) auch die Romulaner partizipieren, beinhaltet neben einer generellen Ächtung von Waffen, die den Subraum schädigen, auch das Verbot, Waffen zu entwickeln und einzusetzen, die das getroffene Objekt in den Subraum zerren. Des Weiteren sind Sprengungen im Subraum verboten, die das Entstehen von Subraumspalten begünstigen.

Die Son’a zünden 2375  eine Isolytische Bombe im ‘Briar Patch’ (Bild: “Star Trek: Insurrection”, ViacomCBS).

Eine Subraumwaffe, die man in “Star Trek” schon gesehen hat, ist die sogenannte Isolytische Bombe, die im 24. Jahrhundert von den Son’a verwendet wird. Im Jahr 2375 setzt ein Kriegsschiff der Son’a diese Waffe im ‘Briar Patch’ gegen die Enterprise-E ein, um diese zu vernichten.

“Subraumwaffen sind unberechenbar. Deshalb wurden sie auch verboten.“

– Lt. Cmdr. Geordi La Forge (“Star Trek: Insurrection”)

Hinter der Enterprise entsteht daraufhin ein Subraumriss, der das Schiff wie ein Magnet anzieht. Dank des Abwurfs des Warp-Kerns kann die Enterprise der Vernichtung jedoch entkommen.

In Bezug auf das 32. Jahrhundert wäre also denkbar, dass die interstellare Ächtung von Subraumwaffen im Laufe der Jahrhunderte erodiert ist und es außerhalb des Föderationsraums zu einem Krieg mit Subraumwaffen gekommen ist, der letztendlich zu einer die gesamte Galaxie erfassenden Subraum-Katastrophe (als Anspielung auf einen Atomkrieg?) geführt hat.

Isolytische Bombe: Hinter der Enterprise hat sich ein gefährlicher Subraumspalt geöffnet (Bild: “Star Trek: Insurrection”, ViacomCBS).

Prognose: Die in Teaser und Trailer zu sehenden Handfeuerwaffen lassen darauf schließen, dass Subraumwaffen in der neuen “Discovery”-Staffel tatsächlich eine bedeutsame Rolle spielen könnten. Gleichwohl müssen Subraumwaffen nicht zugleich die Ursache von ‘The Burn’ gewesen sein. Schlussendlich könnte das Omega-Molekül – sofern man es unter Kontrolle bringen kann (was Seven of Nine in “Die Omega Direktive” auch kurz gelungen ist) – auch als Massenvernichtungswaffe unfassbaren Ausmaßes (eine ganze Galaxie!) nutzbar gemacht werden. Demnach könnte zwischen Theorie #1 und Theorie #2 durchaus ein direkter Zusammenhang bestehen.

Theorie #3: CME-Kaskade

‘The Burn’ klingt schwer danach, als habe eine Art ‘galaktisches Feuer’ die Milchstraße auf irgendeine Weise ‘verbrannt’, wobei bisher nicht klar ist, wie dieses Brennen phänomenologisch charakterisiert ist.

Eine Szene aus dem Trailer deutet jedoch darauf hin, dass Sonneneruptionen – sogenannter koronaler Massenauswurf – zu den Ursachen beziehungsweise zu den Auswirkungen von ‘The Burn’ zählen könnten. Stamets, Tilly und Reno untersuchen hier nämlich die Stärke (magnitude) eines von den Sensoren festgestellten koronalen Massenauswurfs (CME=Coronal Mass Ejection). Es stellt sich die Frage, ob sie hier lediglich einen singulären Vorfall untersuchen oder ob es in der Galaxis des 32. Jahrhunderts eventuell sogar eine ganze Serie von Sonneneruptionen – eine Art CME-Kaskade – gegeben hat.

Die Discovery-Crew untersucht im Jahr 3188 eine Sonneneruption (Bild: ViacomCBS).

Und dies führt uns wieder zu der Frage, ob diese CME-Kaskade ein natürlich entstandenes Phänomen gewesen ist oder ob hier nicht vielleicht doch eine feindselige Macht am Werk war – oder dies immer noch ist.

Prognose: Die Theorie einer Serie von Sonneneruptionen erscheint mir nicht unwahrscheinlich, denn der Terminus ‘The Burn’ würde dazu perfekt passen. Was den Auslöser einer möglichen CME-Kaskade betrifft, ist natürlich auch Omega oder eine andere Form von Subraumwaffe denkbar.

Womöglich besteht sogar zwischen allen drei Theorien eine Verbindung … oder keine von ihnen ist zutreffend. Auch das ist natürlich im Bereich des Möglichen.

Quelle: Memory Alpha

Was glaubt ihr? Wer oder was hat ‘The Burn’ ausgelöst und was könnten die kulturellen, sozialen und politischen Folgen dieser galaktischen Katastrophe sein? Diskutiert mit und nutzt dafür unseren Kommentarbereich!


Matthias Suzan

Matthias Suzan

Matthiasˈ Leidenschaft für "Star Trek" begann im zarten Alter von neun Jahren mit "The Next Generation". Anfänglich waren es noch die Raumschiffe und die Technik, die ihn faszinierten. Später weckten vor allem die anthropologischen, gesellschaftlichen und politischen Themen des Trek-Universums sein Interesse, sodass er sich seither für Politik- und Geisteswissenschaften interessiert. Nach knapp zwei Jahrzehnten als treuer TrekZone-Leser stieß er Ende 2017 mit dem Start von "Discovery" zur TZN-Redaktion.

6 Kommentare

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Piero · 20. September 2020 um 11:39

Vielleicht haben die Borg es in ihrem Streben nach Perfektion es nicht sein lassen können und haben so in der halben oder gar kompletten Galaxie das Reisen mit Warp verhindert. Damit haben sich die Borg aber quasi selbst ausgelöscht und konnten darum auch keine nun nicht mehr geschützten Welten assimiliert. Alternativ kann es natürlich auch sein, dass es auch den Borg verunmöglicht wurde, grosse Distanzen in nützlicher Zeit zurückzulegen und es so trotz mangelndem Schutz noch “Individuen” gibt.
Wie man die Short-Trek-Folge Calypso hier einbauen möchte (oder tun könnte) ist mir aber nicht ganz klar, da die Discovery ja gut tausend Jahre im Wartemodus ist. Aber ich denke, so weit überlegen sich das die Autoren nicht 😀

Im übrigen finde ich es gar nicht mal so abwegig, dass vielleicht doch das Jahrhunderte lange Reisen mit Warp den Subraum immer mehr geschadet hat. Analog zu unserer Klimaerwärmung, in der durch die wärmere Luft das Abheben einiger (oder vieler?) Flugzeuge in heissen Zonen der Erde immer mehr ver- bzw. behindert. (Wie das exakt physikalisch verhindert wird ist mir nicht bekannt.)

Es kann auch eine Anspielung an den Namen Burnham sein: Burn (Brennen) Ham (Schinken) , habe aber keine brennende Schinken im Trailer gesehen 😀

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Soldberg · 21. September 2020 um 12:07

Ich musste bei dem Begriff „Brand“ an den Befehl von Hitler denken, der in den letzten Zügen des Zweiten Weltkrieges den Befehl herausgab, sämtliche eigene Infrastruktur zu vernichten, um diese den voranschreitenden Alliierten nicht in die Hände fallen zu lassen.

Warum solch ein Nero-Befehl nicht auch im Star Trek Universum geben? Wenn eine unbekannte Übermacht nur dadurch aufgehalten werden könne, indem man sie ihrer Bewegung beraubt. Der Preis war sicher zu hoch, aber wäre durchaus plausibel…

Man denke hier nur an „Mass Effect“, wo feindliche Maschinen, alles hochentwickelte Leben ausmerzen wollen. Aber durch die Zerstörung eines Mass Effect Portals kurzweilig aufgehalten werden konnten…

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MrAnderson · 21. September 2020 um 18:19

@Piero

Calypso einzubauen sollte kein Problem sein. Beispiel: Sie können the Burn nicht rückgängig machen. Irgendwie schaffen sie es einen Zeitsprung mit der Discovery vorzubereiten um die Föderation in der Vergangenheit zu wagen. Aus irgendwelchen Gründen kann aber nur eine Person die Discovery begleiten. Diese Person wird damit beauftragt die Discovery an einem vereinbarten Ort für 1000 Jahre zu parken. Das macht natürlich Frau Hitler, damit sie rechtzeitig zum Drehbeginn ihrer Serie wieder in der richtigen Zeit ist.

Oder so… 🙂

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    Piero · 21. September 2020 um 22:37

    Nicht schlecht – nur: Würde Frau H. so ein Schiff wirklich einfach parken, ohne den Nutzen davon zu haben und mal paar Völker zu versklaven?

    Aber das mit der Vergangenheit gefällt mir. Eigentlich könnten die mal einen Film machen von den Zeit-Agenten, die dann quer durch alle Filme und Serien jagen, stets mit leichtem bis schweren Kopfschmerzen, um das Chaos, was besonders ein Kirk oder eine Janeway hinterlassen, aufzuräumen 😀

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Michael · 25. September 2020 um 19:33

Also ich finde die Idee, dass herkömmliches Reisen zwischen den Planeten nicht mehr möglich ist und die Föderation dadurch zerfällt, gar nicht mal so schlecht, ist damit doch ein grundsätzliches Problem gelöst. Viele haben geschrieben, dass eine Discovery 1000 Jahre in der Zukunft total veraltet sein müsste. Das Gegenteil ist jetzt der Fall. Dadurch dass der Warp-Antrieb nicht mehr funktioniert, ist die Discovery das modernste, weil sie durch den Sporenantrieb innerhalb von Sekunden überall hinspringen kann. Vielleicht handelt die Story ja vom Aufbau einer Sternenflotte mit Sporenabtrieb-Raumschiffen auf Basis der Discovery-Technik. Bleibt bloß noch zu klären, warum sich da tausend Jahre niemand dran versucht hat.

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Soldberg · 17. Oktober 2020 um 16:30

Mittlerweile lief die erste Folge der dritten Staffel… Okay, jetzt wissen wir, was es mit dem Brand auf sich hat. Mit einem “Nero”-Befehl, wie von mir anfangs in den Raum geworfen, hatte es scheinbar doch nichts zu tun.

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