Fast 15 Jahre und über ebenso viele Teile hat das “Assassin’s Creed”-Franchise nun schon auf dem Buckel. In den nächsten Wochen werden wir daher eine kleine Reise unternehmen und uns alle Teile der Reihe zu Gemüte führen. In Teil 6 gehen wir detailliert auf die neue Assassinen-Bruderschaft ein. Begleitet uns also nun auf unserer “Assassin’s Creed Odyssee”.

Übrigens: Der Titel der Artikelreihe “Odyssee” ist wegen “AC: Odyssey” gewählt worden. Sicherlich, es erscheint nun bald “Valhalla”, aber die Reihe war schon länger in Planung und der Titel passt irgendwie immer noch.

Wir schrauben weiter an der Formel

Nach dem bereits sehr erfolgreichen “Assassin’s Creed 2” erschien bereits ein Jahr später die Fortsetzung, die allerdings nicht die nächste Nummer, sondern den Titel “Brotherhood” verpasst bekommen hat. Dies geschah deswegen, weil der Titel zur “Ezio-Trilogie” gehört, also zu einem der Spiele des beliebtesten Assassinen. Mit dem Spiel zuvor war die Reihe auf Kurs gebracht worden, nun feilte man weiter und weiter an den Details. Und die Open World mit ihren Sammelaufgaben sollte schon bald als die Ubisoft-Formel in die Gamer-Geschichte eingehen.

Dabei wurde grafisch noch mal ein Stück weit mehr herausgekitzelt und die Welt noch einmal vergrößert. Trotzdem befindet man sich nach dem Tutorial nur an einem Ort, nämlich der Stadt Rom, die es zurückzuerobern gilt. Doch halt! Gehen wir doch der Reihe nach vor.

“Assassins’s Creed: Brotherhood” (Bild: Ubisoft)

Die Rache der Borgia

In der Gegenwartshandlung fliehen Desmond und seine Freunde nach Monteriggioni, das hier zerstört ist. Im ersten Moment ist es natürlich ein Schock, dass alles, was man im Vorgänger so mühsam aufgebaut hat, nun in Trümmern liegt. Aber irgendwie ist es auch schön, mit Lucy zusammen (Knistern!) durch die Katakomben in den Kellerbereich mit Altairs Rüstung (Vorgänger) vorzustoßen.

In der Vergangenheit, die man wieder durch den Animus erlebt, sehen wir zunächst eine Sequenz, in der Ezio auf Cesare Borgia einsticht mit dem Satz “Der Apfel aus dem Besitz von Mario Auditore brachte mich her.” Das merken wir uns mal für später, denn das wird noch wichtig! Allerdings kann man, wie üblich, die Sequenz nicht fassen und muss “zurückspulen”.

Desmond muss also erneut Ezios Erinnerungen durchleben um weitere Infos zur Ersten Zivilisation freizuschalten. So verlässt Ezio zunächst das Gewölbe (Spielende des vorherigen Teils), kann aber die Edensplitter nicht mitnehmen. Doch die Rache der Borgia folgt auf dem Fuße, denn Cesare lässt Monteriggioni vernichten, gerade als Ezio mit Caterina die Nacht verbracht hat. Auch das merken wir uns.

Ezio landet im Anschluss in Rom und macht es sich zur Aufgabe, die Stadt aus Templerhand zu befreien und Cesare zu töten.

Natürlich, im Kern ist es wieder eine typische Rache-Story. Diese macht aber wieder extrem viel Spaß, was unter anderem auch an den Neuerungen liegt.

Auf Eroberung folgt Aufbau

In den einzelnen Bezirken der Stadt gibt es diesmal nämlich Türme, die es zu zerstören gilt, um selbigen zu erobern. In ähnlicher Weise wird das noch in einigen anderen Spielen auftauchen, dieser Titel macht hier aber den Anfang. Erst wenn man das geschafft hat, ist man dort einigermaßen sicher und wird nicht mehr direkt angegriffen. Das Plakate-Abreißen gehört damit der Vergangenheit an. Es gilt, die Türme zu vernichten. Macht man das früh im Spiel, hat man später nur noch wenige Probleme. Und tatsächlich: Bis auf vielleicht ein oder zwei Türme, bei denen man dann eben wirklich auf bessere Ausrüstung warten muss, kann man das eigentlich gleich zu Beginn erledigen.

So werden sich die künftigen Inkarnationen der Reihe auch vom Rezensenten spielen lassen: Erst immer die großen Nebenaufgaben erledigen und dann weiter der Hauptstory folgen. Wie erwähnt, funktioniert das mit den Türmen auch so. Hierzu muss man einmal den Hauptmann ausschalten und dann den Turm erklimmen und anzünden. Kämpferisch hat sich nämlich auch wenig getan. Wer immer fleißig im rechten Moment den Konterbutton drückt, wird auch in “Brotherhood” wieder durch die Gegnerhorden mähen können. Bei etwas anderen Gegnertypen bzw. Bossen muss man seine Strategie kurz anpassen, aber auch das ist nicht unmöglich.

Hat man die Bezirke ganz oder teilweise befreit, kann man Läden renovieren, die im ganzen Gebiet verteilt sind. Dort kann man nicht nur neue Ausrüstung und Heilmittel kaufen, sondern generiert so auch wieder Einkommen. Dieses System kennen wir schon so ähnlich aus dem Vorgänger, hier wurde es eben nach ganz Rom ausgeweitet.

Aber keine Sorge: Befreit ihr wie erwähnt gleich zu Beginn die meisten Bezirke und fangt dort das Renovieren an, habt ihr nach den ersten paar Stunden genug Geld, um nie mehr irgendwelche Geldsorgen zu haben. Wie im Vorgänger seid ihr also auch hier wieder der Krösus vom Dienst. Auch das ist etwas, das in vielen Spielen der Reihe bis heute vorhanden ist.

Das Renovieren lohnt sich übrigens, denn bestimmte Missionen werden erst zugänglich, wenn ein gewisser Teil Roms renoviert ist.

An der Brücke zum Vatikan wird man in “Brotherhood” öfter vorbeigehen. Hinein geht es wie im Vorgänger aber nur am Rande. (Bild: Ubisoft)

Glyphen, Truhen und die restliche Sammelwut

Natürlich dürfen hier die obligatorischen Truhen nicht fehlen und auch sonst gibt es wieder Flaggen zum Sammeln. Aber Vorsicht: Wenn man vor allem zu Beginn des Spiels eigentlich “alles” machen möchte, was geht, gerät man dann doch irgendwie in eine Art Sammelspirale. Immerhin gibt es jetzt endlich eine Prozentanzeige, wie viel man geschafft. Und hier standen bei mir am Ende immerhin 88% zu Buche.

Im Übrigen kann man einzelne Erinnerungen nun wiederholen, um überall die 100% Synchronizität zu erreichen. Das heißt, töte ich während einer Mission ein Opfer auf eine bestimmte Weise (die vorgegeben wird), nähere ich mich diesen 100% an – also quasi dem “So war es wirklich”-Wert. Ihr ahnt es schon: Auch das wird sich fortan durch alle künftigen Hauptspiele ziehen.

Auch die Glyphen dürfen nicht fehlen, wobei die Rätsel diesmal derart umgestaltet wurden, dass man manchmal in einer Art Animus-Umgebung (die sterilen grau-weißen Korridore) rote Punkte (Cluster) finden muss, quasi eine Art Minispiel. Dabei erwartet einen am Ende nicht mehr ganz so ein tolles Video wie im Vorgänger, denn diesmal redet man mit Clay, dem Testsubjekt, das vor Desmond in den Animus entführt wurde. Das ist auch wichtig und bietet schöne Hintergrundinfos, kommt aber nicht ganz an die Klasse des Vorgängers ran.

Und auch eine neue “Superrüstung” darf nicht fehlen, nämlich die Rüstung von Romulus. Hierzu muss man nicht mehr Assassinen-Gräber durchklettern, sondern die Verstecke der Romulus-Anhänger. Das Prinzip ist aber das gleiche wie bei den Gräbern: Ich suche mir den Zugang, klettere hindurch und hole mir das entsprechende Schlüsselteil, um an die Rüstung zu gelangen. Es macht noch immer genauso viel Spaß wie im Vorgänger, allerdings wird auch dieses Feature alsbald aus der Reihe entfernt werden.

Die Stadt und ihre Missionen: Rekruten

Die wichtigste Neuerung ist bis jetzt aber noch gar nicht erwähnt worden: Überall in der Stadt verteilt gibt es kleine Nebenaufgaben. Mal muss ich jemanden vor Schlägern retten oder ich nehme die obligatorischen Botengänge (bekannt aus dem Vorgänger) an. Mit dem Taubenschlag wurde an der Stelle noch eine Art “Questhub” eingeführt, bei dem man mehrere dieser Missionen kompakt auf einen Schlag erhalten kann. Das sollte in den Nachfolgespielen noch erweitert werden.

Ebenfalls wieder mit dabei: Leonardo da Vinci (Bild: Ubisoft)

Der Clou an der Sache ist nämlich, dass ich die befreiten Schläger oder den Menschen, denen ich helfe, rekrutieren kann. Dann werden diese zu Assassinen, die ich auf Knopfdruck herbeirufen kann und die mir mal eben den Weg durch Gegnerhorden freikämpfen. Das geht nicht in allen Hauptmissionen, aber immerhin oft genug. Theoretisch kann ich die Rekruten (daher das titelgebende “Brotherhood”) an Taubenschlägen auch auf Missionen um die Welt schicken. Dann sind sie zwar kurzzeitig nicht verfügbar, aber auf der einen Seite habe ich noch andere Rekruten und auf der anderen leveln sie so auf und werden stärker.

Was in der Theorie spannend klingt, braucht man in der Praxis aber nicht unbedingt. Die Rekruten sind bereits so stark genug und leveln auch so ausreichend mit, dass man diese Mechanik gar nicht braucht. Im Grunde rufe ich meine Rekruten herbei und lasse sie alles niedermetzeln, was mir im Weg steht. Und wenn mal einer dabei hopsgeht – es gibt ja in der Stadt genug Nachschub.

Leonardo da Vinci

Dafür gibt es aber immerhin bei den Missionen selbst genug Abwechslung. So gibt es Kurtisanen-Missionen, Diebes-Missionen und weitere, mit denen ich mir entsprechende Unterstützung der einzelnen NPCs bei der Stadtbefreiung zusichere. Wie erwähnt, geht das alles auch so leicht von der Hand, aber für jemanden, der wie ich, alle Story-Schnipsel aufsaugen will, gehören auch diese kleinen Geschichten dazu.

Besonders hervorstechend ist dabei wieder Leonardo da Vinci. Hier darf man nämlich einige der Erfindungen des Meisters selber steuern, was für Abwechslung sorgt. Die Vorstufe eines Panzers und damit Gegner plätten? Macht einfach Spaß! Und selbst mit dem Fluggerät bin ich unterwegs und darf eine Belagerung durchbrechen. Das funktioniert bedeutend besser als im Vorgänger und macht auch mehr Spaß. Hier hätte man sich mehr solcher Missionen gewünscht.

Und dann ist da auch noch die Stadt selbst, die wieder in herrlicher Farbenpracht erstrahlt. Sogar das Kolosseum kann (und muss man während einer “Christus-Story-Mission”) besteigen, aber auch andere Wahrzeichen sind vorhanden. Historisch akkurat ist das vielleicht nicht immer (es sind etwa immer genau dann Haltegriffe da, wenn mein Charakter sie braucht), es sieht aber immer noch gut aus. Und wer geraume Zeit (ungelogen!) damit verbringt, das Wasseraquädukt zu besteigen, um auch das letzte Sammelteil zu ergattern, der weiß, dass Ubisoft mal wieder voll ins Schwarze getroffen hat.

Übrigens, die Lösung besteht darin, nicht in der Nähe des Sammelitems herumzusuchen, sondern fast die halbe Stadt zu durchqueren und dann einen Pfad zu betreten, bei dem man aufsteigen und zum Aquädukt gelangen kann. Manchmal ist es so einfach!

Und weil Rom weitläufig ist und man extrem viel laufen muss (Entfernungen werden nun in Metern angezeigt), kann man auch Tunnel reparieren, die einem Abkürzungen zwischen den Stadtteilen erlauben. Später wird man das mit noch mehr Schnellreisezielen einfangen.

Selbstredend sind auch andere bekannte Neuerungen weiter vertreten. Das Doppelattentat etwa, die Rauchbomben… und die obligatorischen Texttafeln, die historische Infos präsentieren. Auch hier noch in moderatem Umfang.

DLC & Multiplayer

An DLCs wurden dem Spiel diesmal einige kleinere Missionen (da Vinci und Kopernikus) spendiert (in der Collection bereits enthalten). Das ist nichts Weltbewegendes und noch weit von den DLCs eines “Black Flag” entfernt, macht aber kurzweiligen Spaß. Vor allem die Entführung von da Vinci (mit dem offenen Wink, dass er homosexuell ist und das ok ist) endet mit dem Besuch einer weiteren Isu-Einrichtung und man erhält Koordinaten mitgeteilt. Ezio schlussfolgert daraufhin – nach dem Ende des Vorgängers auch korrekt – dass es sich hier um eine Nachricht an Desmond handelt. Dass dies jedoch die Verbindung zum dritten Serienteil ist, muss man sich zusammenreimen, indem man Hintergrundmaterial liest. Denn es handelt sich um die Adresse des großen Tempels, zu dem die Gegenwartsleute dort geschickt werden. Dies erfährt man nicht einmal in den Texttafeln der nachfolgenden Spiele, was etwas schade ist. “Star Wars”-esque Züge nimmt das aber bis dato nicht an.

Ein paar der Charaktere (bzw. Skins) die man sich im Multiplayer freischalten kann. (Bild: Ubisoft)

Die Missionen fügen sich wunderbar in die Haupthandlung ein und können dort jederzeit gespielt werden bzw. werden auch auf der Karte angezeigt.

Eine weitere Neuerung von “Brotherhood” ist der Multiplayer, an den man sich in diesem Teil zum ersten Mal versuchte. Hier gibt es verschiedene Modi, wie etwa “Eskortieren” und “Schleichen”. Das Prinzip ist meist das gleiche: Man muss sich an den Gegner anschleichen und diesen eliminieren. Oder eben jemanden eskortieren, den das andere Team meucheln muss. Damit man nicht gleich erkennt, wer wer ist, werden Charaktere, die sich alle ähnlich sehen, zuhauf in einen Multiplayerlevel geworfen. Wenn man sich also wie eine KI-Person verhält, kann man in der Masse untertauchen (was natürlich auch gewollt ist, macht dies doch den Reiz des Mulitplayers aus).

Die bereits im Singleplayer beliebten Aufzüge, die zur Abkürzung dienen, um auf Dächer zu gelangen, halten auch im Multiplayereinzug. Samt dem “nicht den Aufzug ansteuern sondern die Wand”-Verhalten der Spielfigur. Ja, an der Steuerung musste noch gefeilt werden!

50 Level kann man im Multiplayer erreichen und neue Charaktere mit leicht unterschiedlichen Angriffs- und Tarnfähigkeiten freischalten. Das war’s und ist nichts Essentielles. Lediglich eine kurze Videosequenz beim Aufruf des Multiplayers zeigt an, dass man hier in einer Abstergo-Trainingseinrichtung ist und Templer trainiert. Warum ich das separat erwähne? Tja, wartet mal das Review des nächsten Teils ab.

Charaktere und Handlung

Zum Schluss sehen wir uns noch die Handlung im Detail an. Hier gibt es natürlich wieder schöne Szenen, welche unsere Charaktere voranbringen. Vor allem darf auch endlich Ezios Schwester in die Bruderschaft aufgenommen werden. Wobei, bei Ezio hat das Brandzeichen machen nur ein paar Sekunden gedauert und bei seiner Schwester hält man ihr das heiße Eisen ganze 10 Sekunden an die Haut? Da könnte man glatt frauenfeindliche Tendenzen unterstellen! Immerhin erträgt sie es stoisch ruhig.

Ansonsten sind die historischen Charaktere durchaus gut mit der Ezio-Handlung verwoben worden. Klar, auch die obligatorischen Schleichmissionen dürfen in dem Zusammenhang nicht fehlen (und werden Fans alsbald nerven), insgesamt präsentiert sich aber auch an dieser Front ein durchaus stimmiges Bild. Bis auf ein paar Patzer, versteht sich.

Die Helden der Gegenwart: Desmond, Rebecca, Shaun und Lucy Brotherhood Gegenwart (Bild: Ubisdoft)

Erinnert ihr euch noch an die zwei Charaktere vom Anfang, die ihr euch merken solltet? Fangen wir mit Caterina an, die ja schon im Vorgänger als Love Interest aufgebaut wurde – zumindest im geschnittenen Content. Statt ihre und Ezios Story weiterzuführen, wird sie kurz entführt, Ezios befreit sie und dann galoppiert sie aus Ezios Leben – und damit aus der Geschichte. Was für ein mieses Ende für einen Charakter ist das denn?! Okay, historisch gesehen gibt es für die beiden keine Zukunft, da Caterinas Geschichte anders verläuft, aber das hätte man wirklich anders lösen können und war damals mit einer der Hauptkritikpunkte an der Story – völlig zurecht. Hier hat man wirklich an vielen Stellen Potential verschenkt. Immerhin kommentiert Shaun das Ganze dann ebenso trocken im Spiel…

Der zweite Kritikpunkt ist die Sequenz vom Anfang. Haben wir Rom nämlich erobert, geht es an die Rache an Cesare, den man in einem Bosskampf besiegen muss. Cesare selber hat sich nämlich beim Abschluss der Story um Rom einfach aus dem Staub gemacht. Ezio verfolgt ihn, stellt ihn und meuchelt ihn, wobei eben auch der Satz vom Intro fällt: “Der Apfel aus dem Besitz von Mario Auditore brachte mich her.”

NEIN – eben nicht! Der Apfel ist an dieser Stelle in der Geschichte schon lange kein Thema mehr und der Satz aus dem Intro war nur ein Aufhänger, um die Story interessant zu gestalten. Das hätte es wirklich nicht gebraucht. Zumal, nach Cesares Flucht versteckt sich dieser zwei Jahre und erst dann spürt Ezio ihn auf. Wie? Und was war in diesen zwei Jahren? Nach Cesares Flucht springen wir nämlich mit Ezio die zwei Jahre in die Zukunft und stehen plötzlich ohne tiefergehende Erklärung mit Cesare im Bosskampf in Spanien. Das war unnötig und ist kein guter Abschluss der Ezio-Story dieses Teils.

Dafür darf die Gegenwartshandlung noch einmal punkten. Ist man mit Ezio durch, geht es nämlich zurück ins Kolosseum in Rom. Dort hatte in einem Tempel Ezio nämlich den Apfel versteckt und den gilt es nun zu holen. In einem Gewölbe muss man sich als Desmond an das Teil annähern, während eine weitere Isu, Juno, uns zulabert über die minderwertigen Menschen. So weit, so Standard, lässt einen das Ende aber mit offenem Mund zurück. Denn hat man den Apfel erreicht, kommen die Kollegen Lucy, Shaun und Rebecca hinzu und… plötzlich wirst du als Spieler gezwungen, Lucy zu töten.

An dieser Stelle hat man keine Wahl, denn man kann nur einen Knopf drücken und muss – genauso ohnmächtig wie die Helden im Spiel – zuschauen, wie sich Desmond immer weiter Lucy nähert und es zu Ende bringt. Beide fallen um und das Spiel ist vorbei….
Spätestens bei diesem Hammerende war ich vollends Fan der Gegenwartshandlung – und konnte die Fortsetzung kaum erwarten.

Fazit

“Brotherhood” legt bei allem noch einmal eine Schippe drauf – und macht das auch sehr gut. Klar, die Handlung hat ein paar gravierende Macken, das Gesamtpaket stimmt jedoch und ist weiter eine stimmungsvolle Erweiterung der im Vorgänger eingeführten Mechaniken. Das Spiel reiht sich zurecht in die Reihe der besten “AC”-Games ein.

Bewertung 5 out of 6 stars (5 / 6)

Reiseweg

Eigentlich macht es ja keinen Sinn mehr, mit den Reisewegen an dieser Stelle weiter zu machen, immerhin bewegt man sich ja nur in Rom. In der Tat hatte ich an der Stelle ursprünglich aufgehört, die Reisewege weiter zu führen. Schaut man allerdings genauer hin, ist da vielleicht doch noch etwas “zu holen”.

Denn die Handlung beginnt bekanntlich in Monteriggioni. Von dort aus geht es nach Rom und am Ende nach Viana in Spanien. Und das sind satte 1619 km! Und eigentlich müsste man noch das zigfache Ablaufen Roms hinzurechnen. Laut Luftlinie hat Rom ca. 20 km Radius (siehe Bild, Ring zu Ring) bzw. nehmen wir das als Berechnungsgrundlage, auch wenn es vielleicht damals etwas kleiner war bzw. in Wahrheit etwas größer ist. Aber wir wollen an dieser Stelle nicht kleinlich sein und rechnen mal damit, dass wir fünfmal Rom abgelaufen haben (ja, auch hier sind wir großzügig). Wir schlagen also pauschal noch 20 * 5 =100 km drauf und kommen damit bei 1719 km heraus.

Transportmittel unserer Wahl ist wieder das Pferd, wobei die Schiffe zu jener Zeit vielleicht einen Ticken schneller sind, aber das vernachlässigen wir jetzt mal. Wie bereits bei “Bloodlines” festgestellt, dürfte die Schiffsreisezeit an dieser Stelle nicht marginal höher sein als die mit dem Pferd. Die Bootsstrecke von Rom nach Spanien beträgt hier ca. 500 km. Das ergibt die Reisezeit von etwa 170 Stunden – nun, die kann man Ingame ja schonmal auf 2 Jahre ausdehnen….
Hach, was sind wir heute wieder nerdig!

Ach ja, die Grafik darf natürlich auch nicht fehlen:

“AC: Brotherhood”

Das Ganze gibt es auch im Vergleich:

“Brotherhood”-Entfernungen

Wertungsvergleich:

Hier wie immer der Wertungs- und Spielzeitenvergleich. 44 Stunden standen am Ende bei “Brotherhood” zu Buche.

“Brotherhood” Wertungsvergleich

Spiel-Infos

Titel Assassin’s Creed: Brotherhood
Publisher Ubisoft
Erscheinungsjahr 2010
Genre Action-Adventure, Open-World, Stealth
Plattformen PC, XBox, Playstation

 


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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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