Fast 15 Jahre und über ebenso viele Teile hat das “Assassin’s Creed”-Franchise nun schon auf dem Buckel. In den nächsten Wochen werden wir daher eine kleine Reise unternehmen und uns alle Teile der Reihe zu Gemüte führen. In Teil 8 sind wir in “Assassin’s Creed 3” in Amerika und den Indianern. Zusätzlich findet die Desmond-Story ihr Ende. Begleitet uns also nun auf unserer “Assassin’s Creed Odyssee”.

Übrigens: Der Titel der Artikelreihe “Odyssee” ist wegen “AC: Odyssey” gewählt worden. Sicherlich, es erscheint nun bald “Valhalla”, aber die Reihe war schon länger in Planung und der Titel passt irgendwie immer noch.

Alles neu macht die Drei

Das dritte Assassin’s Creed ist der Auftakt der Kenway-Trilogie und zugleich das Ende der Desmond-Storyline. Grafisch wird hier nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt, denn es gibt vor allem noch weitläufigere Landschaften zu bestaunen und man darf in den frühen Kolonien im Unabhängigkeitskrieg kämpfen.

Doch nicht nur das, es gibt auch sonst einige Neuerungen. Unser Held Connor etwa kann nun, ganz Indianer-typisch, auch auf Bäumen entlang rennen und man muss dazu auch nicht mehr an jeder Ecke anhalten. Hier wurden die ersten Grundsteine des Free-Running-Systems späterer Teile gelegt. Zudem gibt es nun auch Wettereinflüsse und man muss sich im Winter durch tiefen Schnee kämpfen. Da kann man natürlich nicht hüpfen und bewegt sich entsprechend langsamer vorwärts. An und für sich ist die Idee ja auch gar nicht so schlecht, sie wird in den Nachfolgeteilen aber wieder entfernt bzw. nicht weiter benutzt. In vielen Dingen experimentiert man also noch.

Zusätzlich zu den Umwelteinflüssen kommt nun auch hinzu, dass man für das Crafting nun auch jagen kann. Man kann sich Fallen basteln, Tiere häuten und daraus weitere Sachen bauen. Wie bereits im Vorgänger ist das aber eher ein nettes Gimmick. Man bekommt auch so während der Missionen genug Ausrüstung, ohne sich um derartige Verbesserungen kümmern zu müssen. Rein spielerisch bringt das Jagen also nicht viel und dürfte wohl nur Komplettisten ansprechen.

Selbiges gilt für die Tunnel unter den Städten, die man mit einer Laterne erforschen kann, um so Abkürzungen durch die Stadt freizuschalten. Meist wartet am Ende noch eine kleine Tür mit einem Rätsel und man muss sich den Weg durch das Labyrinth erst einmal suchen. Allerdings ist auch das eigentlich überflüssig. Die Schnellreisefunktion an der Oberfläche erfüllt genau den gleichen Zweck und tatsächlich habe ich auch nur den einen Tunnel, den man während des Tutorials freischaltet, genutzt und diese Mechanik im weiteren Verlauf links liegen gelassen.

Der Winter spielt mit und sorgt erneut für malerische Landschaften in AC3 (Bild: Ubisoft)

Auch gibt es die obligatorischen Schleichmissionen und diesmal darf man im Einzugskreis der Personen stehen (wirklich angezeigt mit einem Kreis) um sie abzuhören. Das kann manchmal ganz schön knifflig sein, wird in Folge von den Fans auch nicht sehr gemocht und in späteren Spielen wieder entfernt.

Der Multiplayer mit … Werbung

Doch abgesehen von diesen spielerischen Neuerungen werfen wir doch zunächst noch einen Blick auf den Multiplayer. Dieser ist in gewohnter Manier wieder vorhanden und auch im “Erudito”-Shop kann man sich für Echtgeld wieder XP-Boosts kaufen (lohnt aber nicht wirklich). Die üblichen Modi, wie ‘Stealth’ und ‘Capture the Flag’ sind auch hier vorhanden und bedürfen wohl keiner Erklärung mehr (falls doch: lest einfach die Review der letzten beiden Teile).

Zusätzlich hat man nun aber endlich auch an Singleplayer gedacht. Denn die Multiplayer-Karten sind nun auch solo machbar. Der entsprechende Modus heißt Wolfpack und darin muss man unter Zeitdruck Ziele ausschalten. Klingt zunächst einfach, wird aber im zunehmenden Verlauf richtig schwer. Aber keine Sorge, hat man den Dreh raus, kann man regelmäßig die eigenen Rekorde brechen, bis man den Endboss gekillt hat. Natürlich kann man auch zwischendrin scheitern, bekommt aber immerhin Punkte, je nachdem, wieviele Ziele man erledigt hat.

Ein großer Pluspunkt des Vorgängers war ja die Multiplayer-Story. Auch diese gibt es hier wieder, wobei der Punkt “Story” wohl eher übertrieben ist. In Filmsequenzen sieht man, wie Abstergo sich schon bei uns in der realen Welt festgesetzt hat. Dies sind meist Abstergo-Werbespots. Richtig gelesen: Man bekommt Werbespots der imaginären Firma zu sehen. Hat man bestimmte Kriterien erfüllt, z.B. ein Opfer auf bestimmte Weise zu töten, bekommt man eine Erudito-Version des Werbespots zu sehen, die z.B. aufzeigt, dass die Templer-Smartwatch nicht etwa nur deinen Puls misst, sondern auch genetische Infos abzugreifen versucht.

Im Vergleich zum Vorgänger also eher eine maue Story, sofern man davon überhaupt sprechen kann. Dennoch ist der Drang, auch hier wieder alles freizuschalten recht groß. Und ja, ich gebe es zu, ich habe allein 50 Stunden (!) in den Solo-Multiplayer investiert. Ich glaube, die Karte des Bostoner Hafens kann ich inzwischen auswendig aufmalen.

Aber man will halt alles sehen …

Sammelwut, Truhen mit Dietrichen

Selbstredend darf bei einem Assassin’s Creed-Game die übliche Sammelwut nicht fehlen. Während man zwischen Boston und New York (und dem Hinterland) unterwegs ist, kann man unter anderem Zeitungsschnipsel einsammeln, Und auch Schatztruhen stehen wieder genug in der Gegend herum. Diese werden nun mit einem Dietrich geöffnet. In einem Minispiel muss man nun den richtigen Winkel finden, um die Truhe zu öffnen. Wenn man das nicht schafft, bricht der Dietrich und dann muss man zum nächsten Händler und wieder einen neuen holen.

In der Wildnis geht es über Bäume und den Tieren nach, Freerunning sei Dank. (Bild: Ubisoft)

An und für sich eine nette Abwechslung, so wird es spätestens ab der 50.Truhe aber ein Stück weit nervig. In leicht abgewandelter Form bleibt uns dieses Minispiel aber bis “Unity” erhalten. Daneben gibt es natürlich noch die üblichen Aufgaben der Diebesgilde oder der Boston Brawlers und, und, und … Muss man an der Stelle noch die obligatorischen Federn erwähnen?

Das ist gewohnte AC-Kost und auch hier vorhanden. Meist darf man hier wieder ein Ziel jagen und töten – wobei das Jagen sich auch auf spezielle Tiere bezieht, die man ebenfalls in der Umgebung aufspüren und töten kann. Auch das sind Teile der obligatorischen Nebenmissionen. Auch Forts kann man erobern, wobei die aus dem Vorgänger bekannte Tower Defense-Mechanik hier wieder rausgeflogen ist. Stattdessen muss ich ins Fort eindringen und die Flagge herunterreißen. Gar nicht mal so leicht, wie es sich anhört, denn meist ist die Flagge gut bewacht. Erschwerend kommt hinzu, dass man sie auch erst einmal finden muss. Als kleine Entschädigung für die Tower Defense-Minispiele darf man immerhin in einer Mission bei einer Brückenverteidigung ein paar Armeen hin- und herjonglieren und mit Kanonenkugeln Unterstützung leisten.

Und nach dem Abschluss der Hauptstory kann man auch noch weiterspielen und sich Pivot-Punkte ergattern. Die sind nicht ganz so toll wie die Memory-Fragmente aus dem DLC, die immerhin noch Bilder aus der Hauptkampagne bieten. Im Grunde sucht man drei Punkte auf, trianguliert eine Position, an der man dann den Punkt einsammeln kann. Diese Punkte kommen auch aus dem Multiplayer und werden durch andere Spieler generiert, die Position ist also immer anders. Dafür erhält man dann spaßige Optionen wie “unendlich Gesundheit” oder ähnliche Cheats. Allerdings muss man sagen, das man diese Dinger nicht wirklich braucht und das Ganze eher Beschäftigungstherapie ist, um auch nach dem Ende des Hauptspiels noch weiter zu machen.

Schiffe und Kolonieausbau

Zwei der wichtigsten Punkte des dritten AC-Teils wurden an dieser Stelle noch gar nicht erwähnt. So hat man auf seinem Land (bzw. dem von Achilles, dem Mentor der Assassinen) eine eigene Kolonie, die man ausbauen kann. Seit dem zweiten Teil wurde dieses “Housing” ja weiter verbessert, hier baut man eben die eigenen Leute aus. Denn während der Missionen, vor allem im Hinterland, trifft man Leute, die man für seine Kolonie rekrutieren kann.

Die ziehen dann dort ein, bauen Häuser und Geschäfte und geben einem so mehr Optionen. Und natürlich hat ein jeder dieser Kolonisten eine eigene Geschichte zu erzählen, sprich: er bringt eine Reihe von Nebenmissionen mit. Für die Hauptstory sind diese eher irrelevant, für Komplettisten oder jene, die wie ich jeden Storyschnipsel sehen wollen, sind sie schon fast Pflichtprogramm.

Die wahre Stärke in den Nebenmissionen kommt aber zweifellos von den Schiffskämpfen, die hier erstmals eingeführt werden. In der Kolonie erhält man nämlich ein eigenes Schiff, das man im Spielverlauf auch ausbauen kann. In Schiffsmissionen führt es einen auf das Meer und man misst sich in Dogfights mit anderen Schiffen oder muss Meerengen durchfahren. Dabei besteht das “Schiffsleben” zu einem Großteil aus herrlich anspruchsvollen Kämpfen. Da muss man Wellengänge und ähnliches berücksichtigen und ja, eigentlich ist es Quatsch, dass man sich einfach duckt und nicht getroffen wird vom Gegner, denn so funktioniert ein Schiffskampf in echt halt nicht, aber es macht trotzdem Riesenspaß.

Ein großer Pluspunkt von Ac3: Schiffskämpfe. Auf Details werden wir in den Folgespielen eingehen. (Bild: Ubisoft)

Die Schiffskämpfe kamen bei den Fans derart gut an, dass sie fast die Hauptstory von “Assassin’s Creed 3” verdrängten. Man wollte mehr davon – und es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Fans erhört werden sollten. Doch das ist natürlich eine Geschichte für einen anderen Teil.

Über DLCs kamen für das Hauptspiel nicht nur weitere Nebenmissionen hinzu, wie etwa die Verrätersache um Benedict Arnold, sondern auch ein paar Schiffsmissionen, welche auch hier mehr vom Bekannten boten. Im Rahmen von “Assassin’s Creed 3” war das noch okay, bei “Black Flag” sah die Sache dann schon anders aus – aber dazu kommen wir in einem der nächsten Teile dieser Reihe.

Die Story und das Ende der Gegenwart

Kommen wir nun zur Story, dem fast schon wichtigsten Teil eines jeden AC-Games (sic!). Und ja, im Grunde handelt es sich auch hier wieder um die übliche Rache-Story. Connor will für den Mord an seinem Volk Rache an seinem Vater nehmen und massakriert dabei wieder in üblicher Manier die Templer. Aber halt, Connor? Wir spielen die ersten Stunden doch als Haytham Kenway. Was ist da los?

Das hat natürlich eine ganz besondere Bewandtnis, denn das Spielen mit diesem anderen Charakter dient als Tutorial und es dauert sogar ziemlich lange, bis die Titelschrift erscheint, nämlich dann, wenn man in Amerika ankommt. Zuvor war man in London unterwegs und hat Assassinen-typisch in einer Oper einen Mann getötet. Wobei halt, auch das ist nicht ganz korrekt, denn die eigentliche Handlung beginnt ja in der Gegenwart. Desmonds Vater William, der ja schon im Teil zuvor dazustieß, fängt mit einer Zusammenfassung der bisherigen Teile in einer sehr langen Videosequenz an, was mir als Storyfan außerordentlich gut gefällt.

Danach geht es in den großen Tempel, der Hauptschauplatz der Gegenwartshandlung sein wird. Hier ist es Aufgabe von Desmond, einzelne Bereiche freizuschalten und schließlich das Haupttor zu ‘knacken’. Dazu wird man zwischendrin endlich auf Missionen in der Gegenwart geschickt, darf auf Wolkenkratzern und Baustellen herumklettern und Artefakte einsammeln, die die Tempelbereiche freischalten. Zwischen den Missionen redet man mit Rebecca, Shaun und William und vertieft so die Charakterentwicklung unserer Helden. Apropos Shaun: Die obligatorischen Texttafeln dürfen auch nicht fehlen und sind auch hier wieder recht ausführlich geraten. Und Boston Tea Party und Ben Franklin sind nur einige der Punkte, die wir an dieser Stelle erwähnen.

In einer kleinen Sequenz kurz vor Ende darf man in der Gegenwart sogar bei Abstergo einbrechen und nicht nur Warren Vidic, den Bösewicht der ersten Teile, eliminieren sondern auch den Topkiller der Templer, Daniel Cross, dem man auch schon über den Weg gelaufen ist. Aber keine Sorge, Juhani Otso Berg, das Multiplayerpendant des Spielers, steht schon bereit, dessen Platz einzunehmen. Und damit nicht genug, hat man es zwischendrin auch mal mit Juno, Minerva und Jupiter zu tun, die auch versuchen, Desmond zu beeinflussen. Viele Spieler verteufeln ja die Gegenwartshandlung, aber hier hat sie ihr durchaus gelungenes Finale und ich persönlich fand sie zumeist spannender als die Vergangenheitshandlung. Übrigens, so schwer wie die Flucht aus Abstergo in “Assassin’s Creed 2”

Haytham Kenway, unser Charakter der ersten Stunden (Bild: Ubisoft)

Und das Ende mit Desmonds Tod ist sowieso wieder ein gelungener Schockmoment. Denn er entschließt sich dazu, alle zu retten und Juno aus ihrem Gefängnis zu befreien. Klar, der Schockmoment kommt nicht ganz an das Ende von “Brotherhood” heran, verfehlt aber auch hier seine Wirkung nicht. Übrigens: Bleibt nach der Schrift noch dran, dann seht ihr, wie Juno aus ihrem Gefängnis entweicht. Ich weiß, der Abspann bei AC-Games erfordert immer viel Sitzfleisch, aber lohnt sich manchmal eben auch. Apropos Abspann: Während des Abspanns darf man diesmal wieder interagieren, damit es nicht ganz so langweilig bleibt, und Achilles Grab ausheben. Und auch dann gibt es noch eine Mission im Hafen von Boston, bei der die Kolonien verlassenden Briten nochmal einen Kanonenschuss abgeben. Und natürlich kann man sich auch nach der Hauptstory in der Open World noch weiter beschäftigen und den Sammelkram machen.

Doch zurück zur Vergangenheitshandlung. Normalerweise lasse ich mich ja nicht spoilern, im vorliegenden Fall ist mir der Kniff, dass man zu Beginn mit Haytham einen Templer spielt, aber schon bekannt gewesen. Daher verfehlte die schockierende Enthüllung etwas ihre Wirkung. Auch die Beziehung zu Connors Mutter kommt ein klein wenig aus dem Nichts – dies wird im Buch zum Spiel besser beschrieben. Aber wir wollen ja an der Stelle nicht die Star Wars-Schiene fahren. Und überhaupt geht es ja um Connor und nicht um seinen Vater. Dass man am Ende freilich den Charakter tötet, den man zuvor gespielt hat, ist durchaus ein netter Kniff. Zudem überzeugt die lange Reise (unter anderem durch eine Schiffssequenz).

Nachdem wir zu Connor wechseln, wird die Chance genutzt, uns wieder historische Tatsachen nahezubringen (auch über die obligatorischen Texttafeln). Zunächst aber wird Connors Familie von den Schergen seines Vaters ausgelöscht, denn diese suchen den zweiten Edenapfel, der den Schlüssel zum Haupttor des großen Tempels enthält (Gegenwartshandlung! Auch dort suchen wir danach). Natürlich überlebt Connor und wird auf seine Reise zu den Assassinen geschickt. Dabei muss man zunächst seinen Mentor Achilles überzeugen, ihn auszubilden. Das der schließlich Connor als seinen Sohn annimmt, hat eine Bewandtnis, die man noch in “Rogue” spüren wird.

Danach beginnt die übliche Templerjagd- und -schnetzelorgie, wobei sich Vater und Sohn auch im späteren Verlauf treffen. Dabei versuchen die beiden zunächst, sich anzunähern. Und für einen kurzen Moment nimmt man Haytham sogar ab, dass er es mit Connor ernst meint und man gemeinsam etwas aufbauen will – zumindest bis zum obligatorischen Verrat bzw. dem Meucheln anderer Menschen. Ab da ist das Ende der Geschichte gesetzt, wobei das Finale nicht der Kampf gegen Haytham ist, sondern gegen Charles Lee, seine rechte Hand. Auch der hatte am Anfang noch Sympathiepunkte gesammelt, wird dann aber ein genauso brutaler Mörder wie Haytham.

Wie bereits oben erwähnt, gibt es auch während und nach der Schrift noch ein Bisschen was zu tun, damit das Ganze nicht ganz so eintönig wird.

DLC: Die Tyrannei von König Washington

Zu “Assassins Creed 3” ist auch ein DLC erschienen, der einen alternativen Geschichtsverlauf enthält. Hier findet George Washington einen Edenapfel und schwingt sich zum Herrscher Amerikas auf. Handlungstechnisch kann man das Ganze wohl am ehesten am Ende der Hauptkampagne ansiedeln, auch wenn Washington und Connor da schon zerstritten sind. Denn, wie wir historisch korrekt lernen, war Washington zwar Gründervater der USA, aber auch für das Massaker an vielen Indianern verantwortlich. So ganz passt das zwar nicht, da man anfangs auch kurz die Stimmen von Desmond und den anderen hört (und Ersterer ist ja am Ende tot), aber an diesen Punkt passt der DLC trotzdem am besten.

Mit Tierspezialfähigkeiten muss man sich hier nach New York durchkämpfen und Washington in seiner Pyramide stürzen. Diese Tierfähigkeiten sehen dabei taufrisch dergestalt aus, dass man sich beispielsweise in einen Vogel verwandeln kann und einen höheren Aussichtspunkt direkt ansteuern kann. Aber auch die Kraft des Bären hat man zur Verfügung. Das ist eine nette Idee, spielt sich erfrischend anders und wird sparsam genug eingesetzt, um interessant zu bleiben. Vor allem im Endkampf muss man alle drei Tierfähigkeiten vereinen, da Washington als Gegner durchaus knackig ist. Im restlichen Spiel hatte man ansonsten ja eher wieder das “übliche” Kampfsystem verwurstet, bei dem man mit Knöpfe Drücken allen anderen überlegen ist.

Im DLC sieht man Washington als Tyrannen A (Bild: Ubisoft)

Die im DLC findbaren Animusfragmente bringen dann auch Bilder der Haupthandlung zutage und zeigen auf, was man am Ende auch erfährt: Es handelt sich hierbei um Visionen und nicht wirklich um eine veränderte Zeitlinie. Am Ende wirft Connor den Apfel ins Meer – ein Hinweis auf das spätere “Pirates”? Insgesamt schlägt der DLC nochmal ca. 5 Stunden Spielzeit obendrauf.

HD Remaster

An dieser Stelle darf ein kurzer Hinweis auf die im Jahre 2019 in HD remisierte Version von Teil 3 nicht fehlen. Hier hat man die Singleplayer-Kampagne (nicht Multiplayer) optisch ansprechend aufgepeppt. Und ja, man muss sagen, dass die neuen Texturen wirklich gut und schärfer aussehen und das Spiel optisch nochmal ein Stückchen anheben.

Das Gameplay und die Story (und auch die deutsche Vertonung) bleiben unterdessen gleich. Schade ist nur, dass man keine Spielstände des normalen Hauptspiels übernimmt und nochmal von vorne beginnen muss.

Fazit

Zwar zeigt das Spiel schon an einigen Stellen Ermüdungserscheinungen, neue Ideen wie die Schiffskämpfe, auf die wir in einem späteren Teil noch stärker eingehen werden, reißen das Ruder aber nochmal herum. 92 Stunden und 87% Sync (Komplettierung) standen am Ende bei mir auf der Haben-Seite. Soviel wie in keinem anderen AC-Game zuvor.

Bewertung: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Wertungsspiegel

AC3 Wertung

Reisewege

Bei den Reisewegen halten wir uns zunächst an die großen Städte New York und Boston, die man serientypisch im Spielverlauf abläuft. Wobei diese natürlich nicht die Größe des heutigen Tages aufweisen. Wir verkleinern die 30 km von Bosten also auf die Hälfte und nehmen diese mal fünf (75 km), ebenso kommt bei New York, das etwas größer ist, pauschal fünf mal 20km (100 km) dazu. Macht für die Städterennerei 175 km.
Das Spiel beginnt in London und siedelt dann nach New York über. Die Überfahrt dauert Ingame einen Monat, was für die damalige Zeit realistisch ist. Und es sind schlappe 5500 km, womit nicht nur bei der Spielzeit, sondern auch bei der Entfernung schon mal jedes andere AC-Game getopt ist.

London nach New York ist einiges an Wegstrecke.

Auf geht’s ins Hinterland, das man natürlich nicht genau definieren kann. Allerdings gibt es mit der Braddock-Expedition ein paar Hinweise, denn dieser starb in Fayette County, Pennsylvania, was wir daher mit in die Liste der Reiseroute aufnehmen (522 km). Von dort aus geht es ins Hinterland und nach Boston, nun in Form von Connor. Das Hinterland liegt ja auf dem Weg nach Boston, und ja, auch dort rennen wir ein wenig länger rum. Und ja ihr wisst was jetzt kommt: wir machen pauschal 5 mal die Route für all die Rennerei (100 km).

Das Grenzland … naja, so ungefähr.

Dann machen wir bei der Gelegenheit auch gleich die Seemissionen und messen auch hier die Strecke. Diese finden ja auch einfach unter der Landzunge Bostons statt und ergeben bei 5 * 150 km = 750 km.

Und auch zu Wasser …

In der Haupthandlung machen wir nun einen kleinen Abstecher nach Lexington und Pennsylvania, Bunker Hill und dann wieder nach New York. Dann gehts mit Haytham, in Vorbereitung auf Black Flag, kurz in die Karibik. Diesen Abstecher schlagen wir mit 3000 km zu Buche (hin- und zurück!)

Zurück in New York gehts zur Schlacht von Monmouth (heute Freehold Borough, New Jersey). bevor es wieder in die Stadt geht. Es folgt erneut Boston und zum großen Finale geht es nochmal nach New York.
Puh, ganz schön viel Holz für ein Spiel. Konntet ihr noch folgen? Gut, denn auf der Karte sieht das Ganze so aus:

Ganz schön viel Holz.

2275 Meilen oder 3661 km (ihr habt den Rückweg nach New York doch nicht vergessen, oder?) stehen allein auf dem Landweg. Hinzu kommen noch die 5500 km von London nach New York. Und am Ende wird noch der “Kleinmist” addiert (Schiffe und Grenzland). Summa summarum sind wir damit bei satten 13171 km! Damit toppt AC3 nicht nur bei den Spielzeiten.
Ach so, die Reisezeit? Ein Monat für die ersten 5500 km. Inzwischen sind wir per Kutsche unterwegs, allerdings nur marginal schneller. 630 Stunden stehen hier zu Buche. Also nochmal 26 Tage. Insgesamt ist man also knapp 2 Monate allein mit Herumwandern beschäftigt!

 

Das war jetzt wieder die volle Ladung Nerdismus! Nächstes Mal bitte weniger!

Zusammengefasste Route

Spiel-Infos

Titel Assassin’s Creed 3
Publisher Ubisoft
Erscheinungsjahr 2012
Genre Action-Adventure, Open-World, Stealth
Plattformen PC, XBox, Playstation

 


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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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