Wir sehen uns an, was im vierten Band der Fantasy-Reihe passiert.

Inhalt (Klappentext):

Vor sieben Jahren verschwand Elizas Jugendliebe von den Straßen von Whitechapel. Niemand glaubte ihr, als sie erzählte, dass er von den Feen entführt wurde. Aber sie hat die Suche nicht aufgegeben. Diese wird sie durch ganz London und in den verborgenen Palast führen, der Feen in der sterblichen Welt Zuflucht bietet. Doch diese Zuflucht bröckelt nun, vom Metall der unterirdischen Eisenbahn durchbrochen. Drei Jahrhunderte, die der Onyxhof überdauert hat, kommen nun an ein Ende. Ohne den Schutz des Palasts haben die Fae keine andere Wahl, als zu fliehen. Jene, die bleiben, haben nur ein Ziel: Sicherheit in einer Stadt zu finden, die sie nicht willkommen heißt. Doch welchen Preis werden die Sterblichen von London für jene Sicherheit zahlen?

Onyxpalast 4 (Cross Cult)

Onyxpalast 4

Kritik

Der vierte Band der Onyxhof-Reihe ist sozusagen der Abschluss der Geschichte – aber auch der Beginn einer neuen, so dass man, wie bei Lady Trent, der anderen großen Reihe der Autorin, noch eine Weile weitermachen könnte. Schlecht ist das nicht, denn der Roman bietet genug Abwechslung, um nicht zur Langeweile zu verkommen.

Und das ist nach drei Geschichten um den Feenhof auch nötig. Denn zum vierten Mal über Verschwörungen im Palast zu lesen, hätte wohl die Wenigsten hinterm Ofen hervorgelockt. Hier beschränkt man sich auf Nebencharaktere, die nichtsdestotrotz gut ausgearbeitet sind und einem schnell ans Herz wachsen. Klar, der Onyxpalast spielt auch noch eine Rolle, kommt aber vor allem erst gegen Ende stärker vor.

Bis dahin begleitet man unsere Helden, die in diesem Band alle etwas abgehalftert sind, auf ihrer Odyssee, sich im wahrsten Sinne des Wortes, selbst zu finden. Auf diesen Punkt soll an der Stelle gar nicht näher eingegangen werden, nur soviel: es geht um Gedächtnislöschungen. Und da ja auch erst vor kurzem “Assassin’s Creed – Syndicate” über meine Monitore flimmerte, habe ich nun eine besonders gute Vorstellung vom London dieser Zeit. Denn wir sind hier im Jahre 1884 und die Eisenbahn steht davor, London für immer zu verändern.

Das ist aber, wie erwähnt, nur die Rahmenhandlung, denn die industrielle Revolution ist auch durch die Feen nicht aufzuhalten. Neben den diversen Verwicklungen, die auch unsere Helden auf ihrer Reise betreffen, werden teils auch alte Bösewichte aus früheren Bänden ausgegraben und gut eingefügt. Denn auch diese bleiben nicht blass, dürfen sich teilweise weiterentwickeln und auch genug von ihrer Gedankenwelt offenbaren. Und natürlich sind da auch noch die anderen altbekannten Charaktere, die Fans der Reihe schon kennen.

Für die ist es dann auch ein bisschen wie heimkehren, denn natürlich kennt man schon einige der Hintergründe, aber auch wenn man die Vorgänger nicht kennt, wird man schnell mit den Charakteren warm. Hier sticht natürlich Elizas Kampf gegen die unsichtbaren Mächte der Feenwelt am meisten hervor. Was die Romanreihe weiterhin auszeichnet, ist, dass am Ende noch lange nicht Schluss ist, und so gibt es auch hier noch einige Seiten Geschichte, wenn die Bösewichter bezwungen sind. Auch hier gibt es zwar storytechnisch noch einiges, so dass es eigentlich noch kein richtiger Abschluss ist, im Vergleich zu den abrupten Enden manch anderer Geschichten ist aber auch das eine Wohltat.

Ob man nun einen Band sehen wird, der den Onyxhof in der heutigen Zeit zeigt? Schön wäre es und interessant allemal – man soll ja niemals nie sagen. So oder so ist dieser vierte Band aber ein guter Schlusspunkt der Reihe.

Fazit

Gute Charaktere, die eine Story tragen, die sich vom üblichen Intrigen-Allerlei unterscheidet. So hat Brennan es geschafft, die Reihe auch im vierten Band frisch zu halten und man wird spannend bis zum Ende hin mitgenommen.

4 out of 5 stars (4 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Marie Brennan
Originaltitel: Onyx Court – 4 – With Fate Conspire
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2011
Übersetzer: Andrea Blendl
Seitenanzahl: 572
Preis: 16.- Euro
ISBN: 978-3-96658-075-5
Verlag: Cross Cult

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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