Wie gelungen der Auftakt in die zweite Staffel ist, verraten wir hier. Achtung, Spoiler.

Es geht weiter

Ihr erinnert euch sicher noch an die Geschehnisse der 1. Staffel. Diese endete mit dem Versprechen Din Djarins, den kleinen Baby Yoda zu seinem Volk zu bringen. Diesem Versprechen ist er auch zu Beginn der Staffel 2 treu und versucht, andere Mandalorianer ausfindig zu machen, die ihn bei dieser Quest unterstützen sollen. 

Die Spur zu noch lebenden Kollegen, deren Hinweis sich der Mandalorianer erst einmal bei einem Gladiatorenwettkampfbetreiber verdienen muss, führt ihn nach Tatooine, wo wir ein Wiedersehen mit der Mechanikerin Peli Motto und ihren Droidenhelfern feiern dürfen. Sie gibt sich gewohnt burschikos und hat trotzdem ihre Droidenschar, die abermals nur Blödsinn macht, nicht im Griff. Eine unbeschwerte Einlage in einer eher ernsten Folge.

Der weitere Weg führt Din nicht nach Mos Eisley, wie man – ich auch, ich gebe es zu – kurz vermutet, sondern nach Mos Pelgo. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Bergbausiedlung, die auf den ersten Blick denkbar unspektakulär rüberkommt. Der Mando begibt sich in eine Kneipe, um an Informationen zu gelangen und lernt dort den Marschall kennen. Ein selbsternannter Hüter von Recht und Ordnung, der eine Mandalorianer-Rüstung trägt, jedoch keiner ist. Dass er nicht dem Orden angehört, offenbart sich sehr schnell, als er den Helm absetzt.

Auf der Suche nach einem weiteren Mandalorianer – Thekentalk auf Tatooine (Quelle: Disney+)

Din fordert die Rüstung ein, da kein Nicht-Mandalorianer berechtigt ist, eine solche zu tragen. Der Marschall, aka Cobb Vanth, weigert sich. Din Djarin droht ihm den Tod an. Just in diesem spannungsgeladenen Moment kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Sandwurm rast durch die Siedlung und legt einiges in Schutt und Asche. Zum Abschied frisst er noch ein weidendes Bantha. Der Mandalorianer erfährt, dass der Wurm auf der Suche nach Futter sein Revier ausgeweitet hat und seitdem immer wieder Bewohner terrorisiert. 

Erkennt ihr sie? Es geht genau genommen um diese Rüstung 🙂 (Quelle: Disney)

Der Mandalorianer und der Marschall beschließen, gemeinsame Sache und dem Monster den Garaus zu machen. Sie machen sich auf und treffen auf Angehörige des Sandvolks. Diese kennen die Höhle des Monsters, das sich als Drache offenbart. Eine brandgefährliche Kreatur, die bislang im StarWars-Universum nur als Skelett existierte.
Die Einwohner von Mos Pelgos sind nicht eben erfreut, mit dem Sandvolk gemeinsame Sache machen zu müssen. Kommt es doch immer wieder aufgrund von kulturellen Missverständnissen zu Konflikten. Ausgerechnet der Kopfgeldjäger verdingt sich als Schlichter, indem er beide Parteien auf Zusammenhalt einschwört. Letztlich gelingt das und die Hatz auf den Drachen kann beginnen. Alle Beteiligten haben etwas davon. Das Sandvolk verspricht sich die Innereien des Drachen, die Siedler haben ihre Ruhe und Mando erhält freiwillig die Rüstung von Cobb. Und zum Schluss wird, man kann es nur vermuten, der ehemalige Besitzer der Rüstung eingeblendet. Ein Schelm, der jetzt an Boba Fett denkt. 

Um den Endkampf nicht allzusehr zu spoilern, möchte ich an dieser Stelle lediglich verraten, dass der finale Zwist mit dem Drachen wirklich gut umgesetzt ist. Überhaupt punktet diese Folge wieder einmal mit sensationellen Effekten und gutem Characterplay. Timothy Olyphant in der Rolle des Cobb Vanth ist eine Top-Besetzung, auch der Gladiatorenkampf zu Beginn lässt in einem das wohlige Gefühl, nach Hause zu kommen, entstehen. Und wieder einmal stelle ich fest, dass die neuen Kinofilme, Episoden 8 und 9, sowas von abstinken können gegen diese Serie. Bei Star Wars waren es immer die liebevollen Details, das Design der verschiedenen Völker und die Konzeption der diversen Planeten, und ganz wichtig, das Zusammenspiel der Charaktere, die dieses spezielle Feeling generieren. Davon hat die Serie dankenswerterweise, auch im Auftakt zu Staffel 2, zahlreiche dieser Momente. 

Umsetzung

Auch dem Aufbau der Serie ist Regisseur Jon Favreau treu geblieben. Es sind abgeschlossene Plots pro Folge. Die Rahmenhandlung wird ganz allmählich aufgebaut. Der Grundstein ist gelegt, der Zuschauer weiß, wo es langgehen soll. Und es wird immer gerade soviel auf die große Handlung Bezug genommen, dass man sich nicht in die Irre geleitet fühlt. 

Aber der Fokus liegt eben auf den kleinen Geschichten, die groß erzählt werden. In dieser ist es unter anderem die Geschichte von Cobb. Nachdem der zweite Todesstern explodierte, wurde Cobb von den Jawas als Sklave gehalten. Er verhandelte mit ihnen und suchte sich die Rüstung eines Mandalorianers aus, die vergessen zwischen anderem Gerümpel lag. Er kehrte nach Mos Pelgos zurück, wo er zuvor vertrieben worden war, und rettete fortan als Held die Bewohner aus jedweder Gefahr. 

Charaktere:

Pedro Pascal als Mandalorianer spielt, trotz fehlender Mimik durch den Helm, wie gewohnt auf gutem Niveau. Timothy Olyphant ist ihm auf jeden Fall ebenbürtig. Er stellt den Hüter von Recht und Ordnung überzeugend dar. Baby Yoda ist natürlich wieder extra süß, hält sich in dieser Folge jedoch mit irgendwelchen Macht-Aktionen zurück. Aber er findet nun selbständig den Knopf, der die Klappen seiner Wiege schließt. Zuvor war er auf Din angewiesen. 

Fazit

Bombastischer Start in die zweite Staffel. Wenn die kommenden Folgen auf diesem Niveau bleiben, gibt es nichts zu meckern. 

Bewertung 5.5 out of 6 stars (5,5 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer Kapitel 9 (Staffel 2, Episode 1)
Originaltitel The Marshal
Deutscher Titel Der Marschall
Erstausstrahlung USA Freitag, 30. Oktober 2020
Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 30. Oktober 2020
Drehbuch Jon Favreau
Regie Jon Favreau
Laufzeit 54 Minuten

 


1 Kommentar

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Tom Jones · 14. November 2020 um 17:02

“Dass er nicht dem Orden angehört, offenbart sich sehr schnell, als er den Helm absetzt.”

Warum?? in The Clone Wars sehen Mandos auch genau so aus…siehe Vizla Clan oder Death Watch oder Bürgerkrieg. Der Satz ist also so nicht richtig.
Seit wann erkennt man Mandos am aussehen??! Wäre ja ok, wenn die ihre Gilden/Clankennung auf der Stirn hätten. Und Orden gibt es schon lange nicht mehr…

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