Wir sehen uns an, ob Aphra weiterhin so frisch und spritzig ist, wie wir es von ihr gewohnt sind.

Inhalt (Klappentext):

Nach allem, was Doktor Aphra durchgemacht und überlebt hat, arbeitet sie mal wieder für Darth Vader. Welchen Nutzen zieht der Dunkle Lord aus ihr, sodass er das Leben seiner lästigen Feindin verschont? Und wie viel Zeit bleibt ihr, bevor er beschließt, dieses Arbeitsverhältnis endgültig zu beenden? Außerdem steht Aphra kurz vor einem Wiedersehen mit ihrem Vater und ihrer ehemaligen Flamme, Captain Magna Tolvan. Aber alle guten Dinge sind irgendwann einmal vorbei – und als Vader Aphra zu einem alten Tempel folgt, wird nur einer der beiden heil davonkommen!

Doktor Aphra 7 (Panini)

Doktor Aphra 7

Kritik

Der inzwischen siebte Aphra-Band verkündet verheißungsschwer im Titel schon das Ende der Story – oder doch nicht? Zeichnungstechnisch ist man jedenfalls nicht mehr ganz auf dem Niveau der Vorgänger. Die Charaktere wirken nicht mehr ganz so plastisch und detailliert, sondern eher etwas kantiger. Man hat sich aber schnell an den leicht anderen Stil gewöhnt und kommt damit klar. Wie es sich für das Titelbild gehört, herrschen hier natürlich dunkle Töne vor und auch diese kommen gut zur Geltung.

Storytechnisch werden noch einmal alle Aphra-Register gezogen, so dass es einfach wieder ein Spaß ohnegleichen ist. So muss sie sich zunächst wieder im Umfeld von Vader durchschlagen und ums Überleben kämpfen. Dabei sind einige der imperialen Methoden fast schon einen Ticken zu brutal. Insgeheim schert sie sich aber durchaus um ihre Verbündeten, was vor allem in der weiteren Entwicklung noch wichtig wird.

Zunächst aber ist sie so, wie man sie kennt: manipulativ und aufs Überleben bedacht, dabei aber immer den anderen einen Schritt voraus. Herrlich etwa, wie sie die Führungsrolle im Archäologenteam übernimmt oder mit Vader ein durchaus vielschichtiges Katz- und Maus-Spiel spielt. Irgendwie erwartet man ihren Verrat förmlich und der kommt dann auch. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. So ploppt plötzlich Aphras Vater ins Bild und auch C-3PX darf wieder mitmischen.

Hier kommt einfach alles zusammen, wofür man Aphra lieben – und hassen – muss, aber bei all dem Verrat hat sie doch auch immer einen Plan, der sich von dem ganzen Drumherum abhebt. Denn auch Tolvan, ihre Geliebte, trifft sie wieder und beide können einander nicht töten. Für einen kurzen Moment glaubt man sogar, dass Aphra sie verrät, dann wird aber trotz allem noch mal ein Schwenk gemacht und sie darf sogar Vader lahm legen und ins Gewissen reden. Leider dringt sie nicht zu ihm durch, sie ist eben nicht Ahsoka oder Luke, aber allein die Szene ist wunderbar geglückt.

Am Ende scheint es so, als würde sich das titelgebende Ende der Schurkin darauf beziehen, dass sie sich den Rebellen anschließt. Das hätte man vor ein paar Bänden noch geglaubt, inzwischen ist aber nur eines sicher, nämlich, dass man sich bei Aphra nie sicher sein kann. Im Anschluss an die Hauptstory gibt es noch zwei kurze Geschichten, die nur am Rande mit Aphra zu tun haben (und bei der die Zeichnungen noch einmal ein Stück nach unten gehen, was jetzt nicht negativ sein soll).

Zunächst einmal sieht man, was aus ihren Freunden geworden ist und in einer sehr emotionalen Szene sinnieren diese über Chelli nach. Danach darf Aphra wieder einmal ihr manipulatives Geschick zeigen und Rache an einem alten Freund nehmen. Auch das ist hervorragend umgesetzt, da sich hier eben nicht nur die vorausdenkende Aphra zeigt, sondern auch die Rückkehr einiger Kopfgeldjäger, in einer Story, die an den klassischen Legends-Band von 1994 über Jabba erinnert. Einfach herrlich lustig zu verfolgen. Und das Ende deutet es bereits an: Die Abenteuer von Aphra werden weitergehen. Hoffentlich genauso spritzig wie bisher.

Fazit

Humor, emotionale Charakterszenen und eine Aphra in Höchstform – wie immer kann es davon gerne mehr sein.

4 out of 5 stars (4 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Simon Spurrier
Zeichner: Caspar Wijngaard
Originaltitel: Star Wars – Doctor Aphra 37-40, Annual 3, Empire Ascendent 1
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2020
Übersetzer: Justin Aardvark
Seitenanzahl: 144
Preis: 17.- Euro
ISBN: 978-3-7416-1986-1
Verlag: Panini

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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