In unserer Spoiler-Review sehen wir uns die zweite Folge des “Mandalorian” in der neuen Staffel an.

Die zweite Folge der neuen “Mandalorian”-Staffel bietet erneut kurzweilige Unterhaltung. Eine tiefgehende Story braucht man also auch hier nicht erwarten. Es gibt das Monster der Woche und wieder viele Schauwerte – aber macht das immer noch Spaß? Verdammt, ja!

Von der Wüste ins Eis

Den Anfang macht dabei eine Sequenz, die das Ende der letzten Folge fortsetzt. Der Mando wird von Räubern angegriffen. Eine erste Befürchtung, es könnte schon Boba Fetts großer Auftritt sein, wird also gleich zerstreut. Den will man sich vermutlich bis zum Ende der Staffel aufheben. Primär dient diese Exposition eigentlich nur ein wenig zum Spaß haben. Denn dass sich selbst Boba Fett sein Jetpack nicht hätte abnehmen lassen, ist klar. Und der dumme Räuber tut einem fast schon etwas leid, als er so abserviert wird. Denn auch der Mando hat inzwischen einiges gelernt. Seine Rüstung erweist sich überdies als Blaster-resistent. Auch das stimmt mit dem Kanon überein, denn die Beskar-Rüstungen können sogar Lichtschwerter – bis zu einem gewissen Grad – widerstehen. Da fragt man sich glatt, warum Sturmtruppen sowas nicht auch haben.

Danach geht es in die Mos Eisley-Cantina. Auch das ist ein Geschenk an die Fans. Unsere liebe Ingenieurin verbürgt sich im Anschluss für die titelgebende Passagierin, die ihres Zeichens Angehörige einer froschähnlichen Spezies ist, wie sie später ausdrucksvoll in einer Hüpfsequenz beweisen darf. Dass sie unseren Mando aber wirklich zu anderen Mandos führt, darf dezent bezweifelt werden. Aber Wort ist Wort, wie sie später gut feststellt.

Mando und Boda landen diesmal im ewigen Eis (“The Mandalorian” 2×02, Disney+)

Nostalgie

Zunächst wird auf dem Flug aber ein X-Wing-Geschwader auf das Trio aufmerksam, das zudem schöne Referenzen zu Season 1 enthält. Doch nicht nur das, so lassen sich die Piloten nicht so einfach abwimmeln und erweisen sich dann auch bei der Verfolgung der Razors Crest durch die Wolken als sehr kompetent. Schön zu sehen, dass die Neue Republik – im Gegensatz zum Imperium – eben nicht aus Idioten besteht. Da hilft es auch nicht, dass Mando den Wahlspruch der Republik kennt, auch wenn ihm die Macht zu dem Zeitpunkt wohl noch wenig sagen dürfte. Die Szenen sind zudem recht humorvoll und münden wieder in einer durchaus atemberaubenden Verfolgungsjagd. Effekttechnisch spielt “Mandalorian” zweifellos ganz vorne mit – und das trotz Retrolook.

Wie erwähnt, geht es vom Regen in die Eiswelt. Und auch hier wird auf Details geachtet, denn der Helm des Mando friert nach und nach zu. Doch nicht nur das, Boda darf auch wieder glänzen – allerdings diesmal eher durch Ekelfaktor plus. Denn nicht nur, dass er die Eier der Passagierin frisst, er vergeht sich später auch noch an den Spinnen. Doch zu denen kommen wir gleich.

Die Crest ist nämlich beschädigt und das nicht zu knapp. Während in anderen Serien die Reparatur sicher mir nichts, dir nichts vonstatten ginge, ist das beim Mando nicht so. Hier wird man auch am Ende mit dem klapprigen und beschädigten Schiff abfliegen. Sehr gut gemacht übrigens. Die größte Referenz zum alten “Star Wars” kommt aber noch.

Das Monster der Woche

Denn wie schon in der Vorwoche gibt es auch in dieser Folge ein Monster. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte es dann schon sein dürfen. Für Fans aber heißt das: Es sind die Höhlenspinnen von Dagobah. Die waren in “Episode V” nie zu sehen gewesen, aber wer die Artbooks kennt, der weiß, dass sie mal geplant gewesen waren. Diese sind nun auf eine Eiswelt verfrachtet worden und es passt auch hier. Auch wenn man sich manchmal fragt, warum Mando nicht schon früher seinen Flammenwerfer einsetzt, sind die Szenen um die Monster erneut gut umgesetzt. Und dass das Monster eine Sprengladung überlebt, ist dann genauso obligatorisch wie in der Folge zuvor das Dynamit des Krayt-Drachen.

Horch, was kommt von draußen rein? Es ist jedenfalls nicht Spider-Man, daran fehlen Disney aktuell nämlich noch die Rechte. (“The Mandalorian” 2×02, Disney+)

So gut das auch alles ist: Abwechslung sieht natürlich anders aus. Am Ende stehen Mando und seine Freunde gar auf verlorenem Posten, als das große Monster über den Haufen geschossen wird. Kenner der Filme wissen dabei schon am Geräusch: Es sind die X-Wings von zuvor. Diese rechnen dem Mando immerhin an, dass er drei Verbrecher eingebuchtet hat – und lassen ihn folglich gehen, auch wenn sie ihm nicht helfen.

Also heißt es nochmal zur Reparatur ran. Immerhin wird erwähnt, man solle vorher nochmal aufs Klo gehen. Auch wenn das genau genommen keinen Sinn macht, weil unser Held danach noch rund eine Stunde am Schiff herumwerkelt. Aber gut, hier sollte wohl der Humor eingebaut werden. Kleine Beobachtung am Rande: Unser Held schläft anscheinend auch mit Helm. Wird man da nicht klaustrophobisch? Sollte nicht zumindest ein klein wenig Zugeständnis an den Komfort gemacht werden?

Fazit

Ihr seht schon, diese Rezension ist recht kurz. Das liegt daran, dass diese Episode genau genommen keine tiefgreifende Handlung aufweist, über die man länger hätte reden können. Auch das Monster der Woche ist jetzt – trotz Fan-Hommage – nicht sehr innovativ. Gut umgesetzt ist das Ganze aber immer noch. Und so wird “Star Wars” erneut seinem Ruf als gutes Spektakel gerecht. Schön anzusehen ist das Ganze immer noch, aber in der nächsten Folge muss mehr her als nur das nächste gut umgesetzte Monster, um langfristig auf dieser Erfolgswelle weiterzuschwimmen.

Bewertung 4 out of 6 stars (4 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 10
Originaltitel The Passenger
Deutscher Titel Die Passagierin
Erstausstrahlung 06. November 2020
Erstausstrahlung Deutschland 06. November 2020
Drehbuch Jon Favreau
Regie Peyton Reed
Laufzeit 40 Minuten

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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