Die dritte Folge der neuen Staffel präsentiert uns in der Kürze die Würze! Achtung, Spoiler!

Es wird wässrig

Mit nur knapp über 30 Minuten ist diese Folge wieder eine der kürzesten im Repertoire des Mando. Und irgendwie funktioniert das Worldbuilding auch hier wieder hervorragend. So landet das Gespann zunächst auf einem Wasserplaneten, was feurig in Szene gesetzt ist und uns auch endlich einen AT-AT beschert, der mit einem Kran ausgestattet ist. Da wird auch nicht lange drauf rumgeritten und alles als selbstverständlich angesehen. So muss eine Welt heutzutage aussehen.

Apropos Welt: Der neue Planet ist von Mon Cala und Quarren besetzt – also von den beiden Spezies, die sich auch den Planeten Mon Cala teilen. Aber natürlich sind wir nicht auf deren Heimatwelt, auch wenn man es sich sicher so ähnlich vorstellen darf. Dafür wird endlich geklärt, warum die Schiffe der Mon Cala so unterschiedlich aussehen. Sie bauen mit Spucke und Faden darauf los – das Ende verheißt zumindest, dass man da gespannt sein kann, ob die Crest letztlich noch repariert wird. Aber es passt halt alles zum gebrauchten Schrottlook, der “Star Wars” seit der ersten Trilogie begleitet.

Zunächst geht es in die örtliche Kneipe. Und auch dort darf Boda ein wenig mit seinem Essen spielen. Das ist wieder eine Szene, die an “Alien” erinnert. Und auch später, wenn Boda kurzzeitig bei unseren Amphibienfreunden abgesetzt wird, darf man schmunzeln – und hoffen, er frisst nicht den Nachwuchs. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Das Eier-Fressen der letzten Folge hatte einen kleinen Shitstorm ausgelöst…

Es geht aber zunächst via Schiff über einen Ozean. Eigentlich hatte ich gehofft, es gibt kein Monster der Woche. Im Frachtraum des Schiffes ist dann aber doch eines, auch wenn man es nur kurz sieht. Trotzdem werden Mando und Boda in die Falle gelockt und geben beinahe den Löffel ab…

Highlight Eins: Bo-Katan (Bild: Disney+)

Ein Fest an Referenzen

Doch es kommt anders, als man denkt: Mandalorianer greifen ein, wobei man erstmals weibliche Mandos in einer Live-Action-Serie sieht. Aber nicht nur das, denn zumindest eine Rüstung dürfte den Fans gleich vertraut vorgekommen sein. Und auch wenn ich wusste, dass diese Person in dieser Staffel auftreten wird, hatte ich sie in diesem Moment gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt.

Die Rede ist natürlich von Katee Sackhof als Bo-Katan, die ihren Herrschaftsanspruch zurückfordern will. Wie wir später erfahren, sucht sie das Dunkelschwert, das man zuletzt bei Moff Gideon gesehen hat. Und auch er darf ein kurzes Cameo absolvieren, doch dazu kommen wir gleich noch. Zunächst outet Bo unseren Helden als vermeintlichen Anhänger der Watch (gemeint sind die radikalen Death Watch-Mitglieder aus “Clone Wars”), da er seinen Helm nie abnimmt. Eigentlich wissen wir schon seit “Rebels”, dass man es damit eigentlich gar nicht so genau nimmt. Und so darf vermutet werden, dass hinter Din wohl noch mehr stecken könnte, als es auf den ersten Blick scheint. Sackhoff leistet auf jedenfalls auch in der Realversion gute Arbeit. Zur Erinnerung: Sie hatte Bo-Katan bereits in “Clone Wars” und “Rebels” gesprochen.

Zunächst geht es aber ans Festland zurück, wo unser lieber Mando nicht nur verwechselt wird, sondern erneut gerettet werden muss, damit er Bo und Konsorten helfen kann. Sorry, aber das war schon ein wenig arg konstruiert, vor allem da das Schiff des Quarren erst zehn Sekunden vorher in die Luft geflogen ist. Da weiß der Kerl aber ziemlich schnell, dass sein Bruder tot ist.

Nun hilft Mando aber und man will einen imperialen Frachter kapern. Dort an Bord zu gelangen, gelingt dann auch in einer wunderbar umgesetzten Sequenz. Und ja, es wirkt teilweise ein wenig aufgesetzt – schon wieder ein “Du kriegst erst, was du willst, wenn du uns hilfst”. Gähn! 🥱

Highlight Zwei: Titus Welliver als fähiger Offizier (Bild: Disney+)

Sind wir nicht alle in bisschen … imperial?

Als Kommandant des Schiffes sieht man übrigens Titus Welliver, den viele vor allem als Bosch kennen dürften, der aber auch sonst ein bekannteres Gesicht ist. Er ist auch der einzig kompetente Offizier an Bord, denn die Leute im Frachtraum sperren die Mandos zum Beispiel gleich im Kontrollraum ein. Bei solchen Idioten wundert es natürlich nicht mehr, dass das Imperium untergegangen ist. Auch dass die Sturmtruppen nie was treffen, ist wieder Thema – nette Kontinuität hier. Wobei ich mir beim Gefecht im Gang durchaus auch gedacht habe, dass man in der letzten Folge doch eigentlich gesehen hatte, dass das Beskar gegen Blaster-Schüsse immun ist (wenn auch nicht an allen Stellen logischerweise). Und man hat sich dann tatsächlich daran erinnert, denn der Mando stürmt sogleich in den Gang vor und wird umgeschossen, auch wenn er noch durchhält.

Sehr schön wie hier auf Kontinuität geachtet wird. Das Verhindern des Absturzes ist dann eine letzte schöne Referenz. Vor allem eben Moff Gideon und das Dunkelschwert, wobei unser Held das gekonnt ignoriert bzw. nicht mitkriegt. Ob man Bo nochmals wiedersehen wird? Übrigens ist auch die moderne Version einer Selbstmordkapsel zu sehen – auch das ist passend umgesetzt worden.

Und das war’s auch schon wieder mit dieser Folge. Man merkt erneut, dass das Ganze inhaltlich schon sehr seicht daherkommt. Aber “Mandalorian” lebt nun einmal von der guten “Star Wars”-Atmosphäre. Und davon, dass alles akkurat umgesetzt ist – allen voran das Effektfeuerwerk, das sich auch in dieser Folge wieder absolut sehen lassen kann.

Ob unser Held je die Jedi oder die Macht verstehen wird, das bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall muss in der nächsten Folge die versprochene Ahsoka (das wird erst ein Fest! 😁) geliefert werden. Kurz dachte ich noch daran, dass diese zu dieser Zeit eigentlich untergetaucht sein müsste. Bis mir dann bewusst wurde, dass wir uns nach “Episode VI” befinden. Ahsokas Story ist demnach kurz davor geendet. Doch das sehen wir uns in der nächsten Folge genauer an, wenn sie (hoffentlich) endlich live zu sehen sein wird.

Verantwortlich zeichnet sich für diese Folge übrigens wieder die “Stöckelschuh-T-Rex-Lady” Bryce Dallas Howard. Man kann jedenfalls nicht meckern.

Fazit

Wie man sehen kann, ist auch diese Rezension wieder kürzer ausgefallen. Aber mehr gibt es halt zu dieser Folge nicht zu sagen. “Die Thronerbin” ist wieder ein nettes Actionfeuerwerk, das von seiner Welt – der “Star Wars”-Welt – lebt und die Referenzen mehr als passend hinkriegt. Das gefällt auch so immer noch. Das Auftauchen von Charakteren wie Bo-Katan zeigt indes, wie gut “Clone Wars” oder “Rebels” als Realserie hätten sein können.

Woche für Woche kann man dem “Mandalorian”  auch die dünnste Story verzeihen, weil einfach die Atmosphäre stimmt. Und was soll ich sagen? Es hat auch bei mir wieder gewirkt!

Bewertung 4 out of 6 stars (4 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 11
Originaltitel The Heiress
Deutscher Titel Die Thronerbin
Erstausstrahlung 13. November 2020
Erstausstrahlung Deutschland 13. November 2020
Drehbuch Jon Favreau
Regie Bryce Dallas Howard
Laufzeit 33 Minuten

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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