Auch der Mando biegt mit der sechsten Folge auf das Staffelfinale ein. Wir sehen uns in dieser Spoiler-Rezi an, was drin steckt in dem kurzen Stück.

Kurz, aber Action

Mit knapp 30 Minuten ist die sechste Folge der zweiten Staffel wieder eine der kürzeren, was vor allem daran liegt, dass hier ein Actionfeuerwerk sondergleichen abgefahren wird. Leider verrät der Titel schon den Ausgang der Folge und spätestens wenn es dem Mando nicht gelingt, Grogu von seinem Stein zu nehmen, dürfte auch dem Letzten klar sein, dass dieser am Ende der Folge beim Imperium landen wird. Sieht man über diese Sache hinweg, toppt die Folge sogar letzte Woche.

Dabei wird bereits im Rückblick klar, dass hier ein paar bekannte Charaktere zurückkommen und dass es wirklich Boba Fett war, der Fennec in Season Eins gefunden hat. Die wird übrigens wieder sehr gut von Ming Na-Wen gespielt, die Star Wars-typisch um zu überleben ein halber Droide wurde. Ob das so gut funktioniert, sei an der Stelle mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist sie seither Boba verpflichtet, allerdings sieht es in weiterer Folge durchaus so aus, als wäre es eine tiefergehende Partnerschaft, da sie Boba sogar Anweisungen gibt. Doch wir greifen vor und sollten der Reihe nach vorgehen.

Wer eine weitere Füllerfolge erwartet hat, wird positiv überrascht. Denn es geht direkt nach Tython, dem Ursprungsplaneten der Jedi. An dieser Stelle noch einmal eine kleine Einführung, denn den Planeten hat man am ehesten in „The Old Republic“ gesehen, wo er noch gut von Jedi besiedelt ist. Ansonsten hat er in der Comicreihe „Dawn of the Jedi“ einen Auftritt. Dort sammeln mysteriöse Pyramiden Machtnutzer in der ganzen Galaxis ein, um sie nach Tython zu bringen. Dort beschäftigen sie sich mit der Macht und gründen letztlich die Jedi. Inzwischen ist das alles Non-Kanon, aber das neue Expanded Universe hat sich ja vorher schon öfter am alten bedient.

Wer allerdings Ruinen oder sonstige Stätten erwartet hat, der dürfte enttäuscht werden. Dafür nimmt man sich an der Stelle auch nicht die Zeit. Man landet eher in einem Stonehenge ähnlichen Steinkreis. Und während Grogu mit den Jedi in Kontakt tritt, oder es versucht, werden Fanherzen höher schlagen.

Keine Jedi-Ruinen, sondern nur ein Stonehenge ähnlicher Steinkreis erwartet den Mando (Bild: Disney+)

Schiff und Bounty Hunter kommen zurück

Denn was dann als nächstes angeflogen kommt, ist niemand Geringerer als Boba Fett in der Slave I. Fanherzen schlagen beim Landeanflug schon schneller, so dass die Frage, wie Boba Mando finden konnte, schnell übergangen wird (Gideon hat ja immerhin den Peilsender). Okay, vermutlich kann Boba auch seine Rüstung orten, aber warum hat er sie sich dann nicht schon längst wieder von Cobb Vanth geholt gehabt?

Aber sei es drum. Fennec und Boba und Mando reden und greifen sich nicht gegenseitig an. Ja, Boba Fett hatte auch einen Ehrenkodex, schon in der alten Trilogie, ein wenig entmystifiziert wird er mit dieser Aktion aber schon. Das Gesicht hinter der Maske ist also keines mehr… aber das ist es ja seit Episode II genau genommen schon nicht mehr.

Als das Imperium landet, gibt es dann auch nichts weiter zu tun, außer zu kämpfen. Und dieser Kampf läuft dabei verflucht gut inszeniert ab. Die Strumtruppen werden gut koordiniert und greifen an (auch wenn sie nichts treffen). Eine megagroße Blasterkanone wird aufgebaut und auch Fennec und Boba machen dabei natürlich eine gute Figur. Vor allem aber: Das alles findet am helllichten Tag in einer Schlucht statt. An Details kann man sich hier wahrlich nicht satt sehen. Dabei wirken Wendungen wie ein herabstürzender Felsen, der Truppler zerquetscht, fast schon etwas zuviel für Disney+, aber auch hier läuft alles familiengerecht unblutig ab.

Spätestens wenn Boba wieder in seine Rüstung steigt, ist es aber vorbei mit lustig. Hier sieht man den Kopfgeldjäger zurück in Aktion, und er macht kurzen Prozess. Und ja, Temuera Morrison wirkt in der Rüstung ein Stück weit… zu Fett (Wortspiel beabsichtigt). Vom schlanken Jeremy Bulloch ist da wenig zu sehen. Irgendwie drängt sich die Frage auf, was Boba all die Jahre auf Tatooine gemacht hat. Im Gegensatz zu meiner letzten Rezi habe ich mich nämlich ein wenig im Jahr geirrt. Wir sind nicht im Jahr 6 NSY sondern bereits 9 NSY. Das sind immerhin fünf Jahre, die Boba mit … der Suche nach der Rüstung verbracht hat? Aber ok, in 5 Jahren kann man schonmal eine Wampe bekommen.

So rennt das Imperium dann auch flugs weg, wobei das Abschießen der Truppentransporter den lieben Boba schon etwas übermächtig erscheinen lässt.

Fennec und Fett sind zurück (Bild:Disney+)

Auch das Finale explosiv

Warum das Imperium nicht einfach weitere Truppen schickt, wird dann auch gleich erklärt. Denn man jagt einfach die Crest in die Luft! Der Schock sitzt, auch wenn man sich schon gefragt hat, warum das Imperium das Schiff einfach so links liegen lässt. Ich nehme am Ende sogar ab, dass der Beskar-Stab unbeschadet bleibt ob der Fähigkeiten des Materials. Dass aber der Knubbel des Hebels, mit dem Grogu und Mando am Anfang noch so schön gespielt haben, übrig bleibt, ist dann einer dieser „unwahrscheinlichen Zufälle“.

Dafür darf das Fanherz nochmal höher schlagen, denn Gideon schickt tatsächlich die Dark Trooper los. Da dürfte fast jeder an „Dark Forces“ denken, den ersten Star Wars-Shooter. Die sehen wir dann auch nur kurz in Aktion, denn sie klauen einfach ganz schnell Grogu und ziehen wieder ab. Immerhin, die Verfolgung der Truppen durch Boba Fett ist visuell einfach wieder eine Wucht. Ob der gute Boba aber sich so von Fennek kommandieren lassen würde?

Immerhin darf Mando seinen Rechtsanspruch auf die Rüstung bestätigen. Und es wäre ja auch seltsam gewesen, wenn man Boba und Fennek eingeführt hätte, um sie dann gleich wieder verschwinden zu lassen. Okay, bei Mandalorian ist das keine Seltenheit. Dennoch wollen die beiden helfen, das Kind zurückzubringen. Klar, Boba hat einen Kodex aber eigentlich auch einen Hass auf die Jedi. Trotzdem scheint er dem Mandalorianischen Weg zumindest etwas verbunden sein. Auch hier gilt das eingangs erwähnte, dass diese Entmystifizierung der Figur sicher nicht jedem gefallen dürfte.

Am Ende sieht man noch Grogu in seiner Zelle, als er Sturmtruppler… nunja, zum Puppentanz bewegt. Die Begegnung mit dem Darksaber und Gideon ist zweifellos ein weiteres Highlight. Und auch Mando bleibt nicht untätig und schart alte Verbündete um sich. Dabei erfährt man, dass Cara das Angebot der Republik angenommen hat – aber wollen wir wetten, dass sie trotzdem zu Hilfe eilen wird? Die Grundlagen für das Finale sind in jedem Fall gelegt.

Moff Gideon am Ziel? Er hat Grogu! (Bild: Disney+)

Fazit

Die Folge um Ahsoka war zwar auch nicht schlecht, der Kampf war dort aber eher langweilig. Hier wird nochmal alles an Feuerwerk aufgefahren, was man sich so denken kann und auch weitere Fanlieblinge zurückgebracht. Desweiteren gibt es noch mehr Verknüpfungen zu früherem Star Wars-Material.
Für mich ist diese Folge ganz klar das Highlight der Staffel bisher!

Bewertung 5 out of 6 stars (5 / 6)

Episoden-Infos

 

Episodennummer 14
Originaltitel The Tragedy
Deutscher Titel Die Tragödie
Erstausstrahlung 04. Dezember 2020
Erstausstrahlung Deutschland 04. Dezember 2020
Drehbuch Jon Favreau
Regie Robert Rodriguez
Laufzeit 33 Minuten

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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