Mit “Terra Firma, Part 2” schließt “Discovery” ein kontroverses Kapitel seiner Mythologie ab. Wir diskutieren spoilerfrei, was wir vom Abschluss des Zweiteilers halten.

Story

Im Spiegeluniversum versucht Imperatorin Georgiou, die Loyalität von Michael Burnham zurückzugewinnen, ohne die eigene Machtposition zu gefährden. Auf der Discovery machen Stamets und Adira mit Hilfe von Book und Reno derweil Fortschritte beim Versuch, sich mit den Systemen der Khi’eth zu verbinden.

Dialoge und Besetzung

Leider findet “Terra Firma” keinen zufriedenstellenden Abschluss. Die Handlung im Spiegeluniversum entwickelt sich in völlig vorausschaubaren Zügen. Einzig die Frage, welche Figur welche andere zu welchem Zeitpunkt verraten und hinterrücks ermorden wird, bleibt als Spannungselement. Da wir die Charaktere des Spiegeluniversums mit Ausnahme von Georgiou aber nicht wirklich kennen, gibt es kaum etwas mitzufiebern. Und weil bis zum Ende der Folge nicht erkennbar ist, ob Georgiou die Zeitlinie ihres Spiegeluniversums tatsächlich verändert oder ob sie nur ein subjektives Erlebnis wie Picard in “The Inner Light” durchmacht, bleibt auch hier die Spannung auf der Strecke.

Burnham & Georgiou in "Terra Firma, Part 2" (Bild: ViacomCBS)

Burnham & Georgiou in “Terra Firma, Part 2” (Bild: ViacomCBS)

Es ist natürlich abermals erfrischend, den Cast in gänzlich anderen Rollen zu erleben. Jedoch fokussiert die Folge so stark auf Georgiou und Saru, dass nur selten die Andersartigkeit der sonstigen Figuren zum Tragen kommt. Am meisten Spiel hat sicherlich Sonequa Martin-Green als finstere Version von Michael Burnham, am Rande darf aber auch Mary Wiseman eine Kostprobe der sadistischen Captain Killy geben.

Wie letzte Woche ist Rekha Sharma wieder als Landry mit von der Partie. Außerdem gibt es im Prime-Universum ein Wiedersehen mit Commander Reno. Die Offizierin sei seit der Ankunft beim Sternenflotten-HQ deswegen von der Bildfläche verschwunden, weil sie alle Plasma- durch Polarleitungen ersetzt habe. Hoffentlich ein Zeichen dafür, dass sie für das Finale der Staffel präsent bleibt.

Blickt man auf den Zweiteiler als Ganzes, so dient er leider ausschließlich dazu, einer Faschistin hochoffiziell die Absolution für ihre zahlreichen Kriegs- und Grundrechtsverbrechen zu erteilen, bevor sie Heldin ihrer eigenen Serie werden darf. Warum die Zuschauer vergessen oder vergeben sollen, bleibt völlig unklar, zumal Georgiou auch in “Terra Firma” wieder Serienmord und Folter verantwortet. Eine aufrichtige Auseinandersetzung mit Totalitarismus muss 2020 anders gehen. Kim, Lippoldt und McElroy müssen sich die Frage gefallen lassen, wie “Terra Firma” ihre eigene Haltung zum Aufstieg rechtsextremer Autokraten weltweit (aber vor allem vor der eigenen Haustüre) in den letzten Jahren reflektiert.

Kanon und Rahmenhandlung

Das Ende der Episode erfüllt meine Befürchtungen der Vorwoche. Carl ist eine Irreführung des Publikums im Stil der “John Harrison”-Posse aus “Into Darkness” (damals erfolgt, um das Casting von Benedikt Cumberbatch als Khan Noonian Singh zu verschleiern). Auch Carl entpuppt sich als prominenter Griff in den Kanon, allerdings mit einer Charakterisierung, Eigenschaften und Fähigkeiten, die weder mit dem harten noch dem “weichen” Kanon in Einklang zu bringen sind.

Im Gegensatz zum 2013er-Film unternimmt “Discovery” nicht einmal den Versuch zu erklären, warum “Carl” im ersten Teil unter einem Alias firmiert und wie die Sphärendaten/Zora seinen Aufenthaltsort ermitteln können soll. Die wohlwollendste Beschreibung für Carl ist “Fanservice”. In Wahrheit soll “Carl” einer Zäsur in Georgious Handlungsbogen unverdienter Maßen Gravitas und Legitimation verleihen, referenzieren die Autoren hier doch eine Sternstunde von “Star Trek”.

Carl ist ein Alias für eine bekannte Kanon-Größe in "Terra Firma, Part 2" (Bild: ViacomCBS)

Carl ist ein Alias für eine bekannte Kanon-Größe in “Terra Firma, Part 2” (Bild: ViacomCBS)

Bo Yeon Kim, Erika Lippoldt und Alan McElroy meinen wohl, es sei schon irgendwie für die Zuschauer ok, einen epischen Klimax aus dünner Luft zu weben. Mich hingegen ärgert, dass hier eine Ikone das Kanons für dramaturgische Effekthascherei “verbrannt” wird, ohne die nötige kreative Arbeit zu investieren, um auch nur die Hälfte davon glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Derweil bewegt sich die übergreifende Handlung auf der Discovery wie seit Wochen üblich im Schneckentempo voran.

Inszenierung

Chloe Domont schließt an Omar Madhas ersten Teil nahtlos an, legt aber bei der Dynamik der Kameraarbeit eine Schippe drauf. Im Gegensatz zu Teil 1 gilt es, sehr viel mehr Action-Szenen zu choreographieren. Erschwert wird Domonts Arbeit durch die Limitierung auf vergleichsweise wenige und bekannte Sets. Wie Madhas gelingt es ihr erfolgreich, den vertrauten Kulissen neue und interessante Perspektiven abzuringen.

Die Ausstattung des Spiegeluniversums bewegt sich auf dem bekannten Niveau. Gersha Phillips und Kollegen haben zahlreiche Varianten der imperialen Rüstungen und Uniformen für den Zweiteiler geschneidert. So erinnert praktisch jede Einstellung wirkungsvoll daran, dass diese Episode überwiegend in einem anderen Universum spielt.

Agoniekammer in "Terra Firma, Part 2" (Bild: ViacomCBS)

Agoniekammer in “Terra Firma, Part 2” (Bild: ViacomCBS)

Visuelle Effekte sind zahlreicher als im ersten Teil. Neben der Agoniekammer und Feuergefechten beeindruckt insbesondere eine gelungene Warp-Sequenz mit der I.S.S. Discovery. Einen großen Schwung Effekte regnet es zudem gegen Ende der Folge, wenn “Carls” wahre Identität gelüftet wird. Kanon-Puristen werden hier wieder Schwierigkeiten mit der Ausführung haben, die vom Original abweicht. Jedoch ist das ein vergleichbar kleines Problem mit dem Finale.

Beobachtungen

  • Das erste Mal seit langer Zeit fährt die Kamera wieder befreit von allen physikalischen Zwängen durch die Außenhülle der I.S.S. Discovery. Vielleicht ein Stilmittel, das uns daran erinnern soll, dass sich die Ereignisse parallel bzw. kurz vor der ersten Staffel von “Discovery” zutragen, als auch dort die Kameras gerne die Gesetze der Physik ignorierten?
  • Der gespiegelte und farblich invertierte Vorspann wirkt im Vergleich zur alternativen Eröffnungssequenz von “In a Mirror, Darkly” (“Enterprise”) recht lieblos.
  • Georgiou hat einen Beobachtungsmonitor in ihrem Quartier, der an das Tantalusfeld von Kirk aus “Mirror, Mirror” erinnert. Gleichwohl wird der große Knopf wohl keine Crewmitglieder verschwinden lassen. Jedenfalls wird in “Mirror, Mirror” behauptet, Kirk habe das Gerät von einem außerirdischen Wissenschaftler erbeutet.

    (K)ein Tantalus-Feld in "Terra Firma, Part 2" (Bild: ViacomCBS)

    (K)ein Tantalusfeld in “Terra Firma, Part 2” (Bild: ViacomCBS)

  • Georgious Argumente für einen anderen Herrschaftsstil stehen nicht im Widerspruch zu einem faschistischen Regime und seinem Machterhalt. Es ist ein wenig befremdlich, dass die bösen Spiegelbilder in ihrer Boshaftigkeit so seltsam “prinzipientreu” bleiben, auch wenn es ihnen nicht zum eigenen Vorteil gereicht. Die Häufigkeit, mit der im Imperium Verrat praktiziert wird, sollte eigentlich “moralische Flexibilität” nahelegen. Seltsam, dass die ausgerechnet dann fehlt, wenn es den Plot dramaturgisch entspannen würde.

Fazit

Was als epischer Abschluss eines Handlungsbogens gemeint ist, entpuppt sich als massiver Reinfall. Eine vorhersehbare Handlung mit belanglosen Volten wird weder Philippa Georgiou noch dem Publikum gerecht. Dazu kommt der fahle Beigeschmack gleich zweier großer Enttäuschungen.

“Discovery” ist sich nicht zu schade, Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit relativistischen Plattitüden zu entschuldigen, wenn man damit eine Figur rechtzeitig für ein Spin-Off rehabilitieren möchte. Offenbar erschöpft sich die humanistische Haltung der Produzenten wirklich im Casting einer erfreulich diversen Besetzung. Aber wie bereits in “The Sound of Thunder” beweisen Kim und Lippholdt, dass sie sich von solchen Kleinigkeiten wie Genozid nicht beirren lassen, wenn sie eine Figur idealisieren möchten. Und Kurtzman lässt das Paar nicht nur gewähren, sondern wohl auch bald ihre eigene Serie verantworten. Offenbar stimmen die Metriken vom Streamingdienst.

Das wirtschaftliche Kalkül wird gekrönt von einem unnötigen und unverdienten Cameo einer der prominentesten Größen aus dem “Star Trek”-Kanon, die der Operation irgendwie Signifikanz und moralische Autorität borgen soll. Das ist ausschließlich zu verstehen, wenn man solche Wendungen als funktionale Notwendigkeiten interpretiert. Die Story kann diesen vermeintlich spektakulären Moment jedenfalls nicht aus eigener Kraft stemmen.

Bewertung

Handlung der Einzelepisode 2 out of 6 stars (2 / 6)
Stringenz des staffel- und serienübergreifenden Handlungsstrangs 3 out of 6 stars (3 / 6)
Stringenz des bekannten Kanons 2 out of 6 stars (2 / 6)
Charakterentwicklung 2 out of 6 stars (2 / 6)
Spannung 2 out of 6 stars (2 / 6)
Action & Effekte 4 out of 6 stars (4 / 6)
Humor 1 out of 6 stars (1 / 6)
Intellektueller Anspruch 1 out of 6 stars (1 / 6)
Gesamt          2 out of 6 stars (2 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 39 (Staffel 3, Episode 10)
Originaltitel Terra Firma, Part 2
Deutscher Titel Terra Firma, Teil 2
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 17. Dezember 2020
Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 18. Dezember 2020
Drehbuch Bo Yeon Kim, Erika Lippoldt, Alan McElroy und Kaalinda Vazquez
Regie Cloe Domont
Laufzeit 49 Minuten

Mit Rücksicht auf andere Leser, die die Folge noch nicht gesehen haben, bitten wir, in den Kommentaren zu diesem Artikel auf Spoiler zu verzichten. Danke!

Trekbarometer zu “Discovery” 3×10 “Terra Firma Teil 2”

Auch dieses Mal ist wieder eure Meinung gefragt. Unsere Kollegen vom Trekbarometer haben seit gestern eine neue Umfrage laufen. Stimmt ab!


Christopher Kurtz

Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

27 Kommentare

Alex1605 · 18. Dezember 2020 um 11:50

Gute Rezension!
Was ein erneuter Absturz bei STD. Die sind sich für nichts zu schade. Das Gesundbeten und Verharmlosen einer Schlächterin, die Hitler in nichts nachsteht?? Stelle man sich das vor. Moral?? Fehlanzeige??
Ein „gefühlsbetonter“ Abschied zum Schluß für ein “geschätzes” Besatzungsmitglied???
Eines der wenig positiven Dinge dieser Folge ist, das Georgiou (wahrscheinlich) nicht mehr in dieser Serie auftaucht.
Wo „landet“ diese Serie eigentlich??
1 von 6.

Piero · 18. Dezember 2020 um 13:23

Ich bin echt hin und her gerissen. Sagen wir es mal so: Die Folge war mies aber nicht so katastrophal wie der erste Teil. Aber das Empfinde ich auch nur, weil mir mir die Botschaft rausnehme, dass alle die Möglichkeit haben, trotz allem ein besserer Mensch zu werden. Umsetzung für diese Botschaft ist aber einfach nur … (Piiiiiiep).

Ich hoffe die Feststellung von Alex, was Goergiou betrifft, stimmt wirklich. Dann würde ich der Folge nachträglich eine 1 von 6 Punkten vergeben 😀

    Uner · 18. Dezember 2020 um 21:29

    Danke schön, ich sehe das ähnlich. Zumal ich der Meinung und bind das gerade TNG hier zu verklärt gesehen wird, was gab es es für unsinnige Folgen..und auch das habe ich natürlich gerne gesehen..

    Ich wurde ich heute gut unterhalten. Carl fand ich im ersten Teil schon seltsam, so hat mich die Auflösung nicht enttäuscht, da hab ich nichts erwartet Q wäre wohl ne bessere Möglichkeit gewesen… Die Handlung im Spiegel hätte man auch anders erklären können, trotzdem habe ich die Folge gern gesehen. ..und die Nervensäge wird mir fehlen.. ich mochte den Charakter.

Daniel Räbiger · 18. Dezember 2020 um 17:18

VIELEN DANK für diese sehr zutreffende Betrachtung der Doppelepisode. Es ist sehr erfrischend zu lesen, dass es auch andere Zuschauer gibt, die hinter die Oberflächlichkeit blicken wollen bzw. sich von Ihr gestört fühlen.

An dieser Stelle noch zwei Hinweise:
– Eure Startseite ohne “wp.” vor der Domain ist nicht abrufbar (“Bad Gateway”)
– Hier ist unser Video-Review zur Episode 😉 https://www.youtube.com/watch?v=bLCU2a-A4uU

    TrekZone Network · 18. Dezember 2020 um 19:36

    allo Daniel,

    Danke für den Hinweis, unsere Admins arbeiten Fieberhaft daran, das “Bad Gateway”-Probelm zu beseitigen.

      Daniel Räbiger · 18. Dezember 2020 um 21:30

      Wenn ihr Hilfe braucht bitte melden, ich kann da mit Fachwissen gerne unterstützen.

Stefan · 18. Dezember 2020 um 17:34

Wenn man Haare in der Suppe suchen will, findet man seit der 1. Staffel Discovery viele. Logiklöcher zum Kanon gibt es bei Discovery auch viele. Auch das der “Wächter der Ewigkeit” derjenige ist, der die Imperatorin auf ihre Läuterung testet und dann in eine Zeit schickt, in der Spiegel-und Primeuniversum noch nicht so stark auseinandergedriftet sind, ist vom Standpunkt der Logik hanebüchen und natürlich Fanservice zur Originalserie. Das sind jetzt nur mal wenige Aufzählungen, die einem die Folge “versauen” könnten, wenn man eine Unterhaltungserie zu ernst nimmt. Seit Gene Roddenberry Star Trek erfunden hat, wird immer nach Ernsthaftigkeit gesucht. In erster Linie soll eine Serie unterhalten, und das macht Discovery. Deswegen hat es TOS in den 60er Jahren auch nicht leicht, sich zu etablieren, weil versucht wurde zu unterhalten und gleichzeitig auch aufzuzeigen, das die Menschheit sich ändern kann, wenn sie es nur will. Diese Rezension hebt mahnend den Finger, weil einer Faschistin und Massenmörderin Absolution der Autoren zuteil wird. Das ist scheinheilig, wenn wir uns unsere jetzige Zeit ansehen. Menschen können sich immer ändern und eine zweite Chance hat jeder verdient, der bereit ist, sich zu ändern. Insofern ist immer noch der Hauch von Gene Roddenberry zu spüren. Man sollte beim Schauen von Discovery mal den Unterhaltungswert sehen. Den finde ich durchaus passabel. Die Zeiten haben sich seit den 60ern des letzten Jahrhunderts geändert, und man sollte bei einer Unterhaltungserie nicht nach totaler Ernsthaftigkeit und Logik zur Originalserie suchen. Alle hat seine Zeit. TOS in den 60ern, TNG in den 80er, DS9 und Voyager in den 90ern. Nun eben Discovery seit 2017. Und diese Serie passt gut in unsere Zeit. Sie ist leicht zu konsumieren, bietet Fanservice und trägt immer noch die Idee von Gene Roddenberry, wenn das auch viele und auch der Rezensent anders sehen mögen. In diesem Sinne…..

    Alex1605 · 18. Dezember 2020 um 20:14

    @ Stefan. Geschmäcker sind verscheden. Ich bin Z.B. Fan von PIC, andere nicht.
    Aber Zu “.immer noch die Idee von Gene Roddenberry..” Das glaube ich bei diesen Folgen nicht.
    Eben weil eine G, die schlimmer als Hitler ist, ohne das sie zur Rechenschaft gezogen wurde und ohne das sie sich gebessert hat zum “Guten Menschen” hochstilisiert wird. Das ist sicherlich keine Botschaft von Roddenberry.
    Ich frage dich: Hätte Hitler oder eine Massenmörder eine zweite Chance verdient, ohne das er sich wirklich geändert hätte und ohne zur Rechenchaft gezogen worden zu sein???
    Frag mal die Opfer solcher Leute. Bei G sind das ganze Völker!

      StarTrick · 19. Dezember 2020 um 9:55

      Man stelle sich das mal bei DS9 vor… Dukat stirbt und die DS9-Crew, allen voran Kira heben die Gläser und festzustellen was für ein toller Typ er doch eigentlich war.

        Alex1605 · 19. Dezember 2020 um 15:49

        @Starr Trick: Guter Vergleich!

      TiSch · 23. Dezember 2020 um 19:45

      Ich finde man tut Georgiou unrecht damit dass man sie als “schlimmer als Hitler” bezeichnet, ausserdem ist es eine Verharmlosung von größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte und zwar der realen.
      Warum man ihr Unrecht tut? Ganz einfach, weil es eine andere Dimension ist und dort eben andere Gesetze, Werte und Moralvorstellungen gibt. Dort herrscht das Recht des Stärkeren und zwar immer schon.
      Deswegen finde ich es eher unrealistisch dass Georgiou sich tatsächlich verändert hat.
      Sie wird mir sehr fehlen, da sie ein toller Kontrast und Reibepunkt zum politischen Korrekten war, weil sie oft urkomisch war. Damit verliert Disvovery leider das besondere Etwas.

Ben van der Linde · 18. Dezember 2020 um 19:12

Nur mal so das war die auf Trek BBS am besten bewertete Episode . Aktuell voten 73% für eine Top bewertung sprich 8-10 Punkte von 10.https://www.trekbbs.com/threads/star-trek-discovery-3×10-terra-firma-part-2.306601/

Ich bin ein Fan der Spielgeluniversumsfolgen aber sie haben die Burnham-Anbetung am Ende ziemlich dick aufgetragen. Trotzdem war das ein netter Zweiteiler und ein schöner Abschied für Mirror Georgiou. Ich hätte sie aber gerne auf der anderen Seite gesehen.Ich mochte die vorherige Folge etwas mehr aber dies war die ernstere Folge. Ich freue mich darauf, was sie als nächstes tun und ich gebe der Episode eine 7 von 10.

    Alex1605 · 18. Dezember 2020 um 20:04

    Nur mal so: Die beiden Doppelfolgen sind mit 6,5 (6,6?) von 10 die mit am schlechtesten bewerteten Folgen dieser Staffel.
    Mal ein Vergleich zu guten Mirror Universe Folgen: A Mirror darkly von Enetrprise hatte 8,5 von 10. Star Trek kann auch gute Mirror Universe Folgen.

    Torim2010 · 18. Dezember 2020 um 21:30

    Ich finde es auch toll das man einen wahrhaft geläuterten Massenmörder so richtig toll verabschiedet. Endlich mal echtes Star Trek. Oh Mann über Geschmack lässt sich nicht streiten? Wirklich? Ich denke bei solchen Aussagen sollte man doch etwas streiten. Wer so etwas für Star Trek hält hat Star Trek nie verstanden.

      Ben van der Linde · 18. Dezember 2020 um 23:20

      Typen die meinen das sie eine Meinungshoheit geniesssen gehen mir echt auf den Senkel. Wer diese Form von Star Trek nicht sehen will soll sich doch am besten aus dem Franchise verp…n. Guck deine alten TOS DVDs oder den Zeigefingererhobenen Picard und werde glücklich.

        Torim2010 · 19. Dezember 2020 um 13:13

        Es ist immer schön wenn man die Moralkeule einsetzen kann wenn es einem passt. Blöd nur wenn sie auf einen zurück fällt.

      Alex1605 · 19. Dezember 2020 um 9:16

      @Ben: Grenzwerte Aussage!!
      Es geht nicht um Meinungshoheit sonden um Meinungsvielfalt, wenn du weißt was das ist.

        Ben van der Linde · 19. Dezember 2020 um 17:29

        Wo ist denn die Meinungsvielfalt? Hier wird sich jede Woche bis zum geht nicht mehr über Discovery ausgekotzt was das doch für eine schreckliche Serie ist, Kurtzman wird verbal attakiert und wehe jemand schreibt das ihm die Serie gefällt. Wie schon geschrieben in den USA war Terra Firma, Part 2 die am besten bewertete Folge in der 3.Season so unterschiedlich können Meinungen sein 😉

        Zitat: “Endlich mal echtes Star Trek”. In ein paar Jahren gibt es mehr Kurtzmann Serien als ST Serien aus den 80ern und 90ern (TNG, DS9. VOY) was ist dann “das” richtige Star Trek?

          Torim2010 · 19. Dezember 2020 um 18:07

          Kurzman wird überhaupt nichts. Ich kann in dem Fall nur für mich sprechen aber wenn ich sage das er keinerlei Kompetenz für Star Trek besitzt ist das nur eine Aussage über seine Arbeit. Ich kenne den man nicht und ich will das auch nicht. Es gibt Leute die sich bei anderen Meinungen persönlich beleidigt fühlen warum auch immer. Ich habe es schon hundertmal gesagt wenn jemand sagt: Ich mag diese übertriebenen Gefühlsausbrüche, die seichten Storys, die blassen Charaktere und die den naturwissenschaftlichen Unsinn. OK die meisten nennen das modern aber egal.
          Ich habe nur etwas dagegen wenn man aus dem Quatsch etwas macht was es nicht ist.
          New Trek ist New Trek und kein Star Trek da kann der hundert Serien konzipieren. Da er ja auch bei so vielen anderen klaut kann das alles sein.
          Die massiven Fehler im Kanon zeigen eben eins es ist kein Star Trek.

          Alex1605 · 19. Dezember 2020 um 18:45

          @ Ben: Es geht hier tatsächlich nur um eine Fernsehserie, nicht mehr!
          Deinen “einfachen” Schreibstil teile ich nicht. Aber es fällt dir scheinbar schwer Kritik “zu ertragen”. Daran solltest du arbeiten.
          Wer hat denn wo in den USA diese Folge am Besten bewertet? Trek BBS ist auch nur ein Forum.
          Ich habe auch nichts gegen mehr “Kurtzmann” Serien wie PIC oder SNW. Auf Lower Decks bin ich gespannt.
          Nur den Matriarchalischer-feminin-diverser-Girly-Nonb-ExAdolf-Kosmos von STD find ich bei einigen Folgen schwer erträglich.

        Ben van der Linde · 19. Dezember 2020 um 18:50

        Ich bin auch immer wieder
        erstaunt welche Meinungsvielfalt hier herrscht. 🙂

      TiSch · 23. Dezember 2020 um 20:54

      Wie kann man eine andere Dimension mit unserer vergleichen? Hier geht’s nicht darum was Georgiou in einer völlig anderen Welt mit anderen Werten getan hat, sondern darum was aus ihr in unserer geworden ist. Ich fand sie auf ihre Art toll. Außerdem hatte sie wohl einen inneren Kampf auszufechten wegen der Veränderung die sie durchlaufen hat. Das machte sie bisweilen unausstehlich. Aber einen Moment später wieder brüllend komisch.

Julian · 19. Dezember 2020 um 7:31

Diese Doppelfolge ist der pure Relativismus – eine schreckliche Diktatorin und Massenmörderin wird moralisch rehabilitiert, ohne dass es irgendwie Sinn ergibt oder gerade für eine ST-Serie akzeptabel wäre. Abgesehen davon widerspricht sich die Serie selbst, wenn wir uns an den Ausflug ins Spiegeluniversum während der 1. Staffel erinnern. Da wurde diese Frau als ein Monstrum präsentiert. Ich fand es immer fragwürdig, wieso diese Mirror-Georgiou in der Serie mitgeschleift und wie sie dargestellt wurde. Wieder einer dieser Charakterentwicklungs-Totalausfälle. Letztlich diente die Doppelfolge nur der Entsorgung, damit die Figur für die S31-Serie zur Verfügung steht (für die ich bereits das Schlimmste befürchte). Die Wiederkehr des Wächters ist in der Tat absurd und die Begründungen, die gegeben werden, sind schwer nachvollziehbar. Storytechnisch so dünn wie eh und je!

Defcon · 19. Dezember 2020 um 8:54

Ich finde das Verhalten, was die Sternenflotte Georgiou gegenüber an den Tag legt, passt sehr gut in den Kanon. War es nich Kirk, der einen Bürgerkrieg auf Neural durch Waffenlieferungen angeheizt hat, nur um den Einfluss der Klingonen zu mindern. Ach ja, mit dieser Kriegerrasse, die für zahlreiche Kriegsverbrechen und Massaker verantwortlich geht die Föderation später ein Bündnis ein. Selbst mit den größten Bösewichten des ST-Universums, den Borg, die die die Auslöschung und Assimilation von ganzen Zivilisationen zu verantworten haben, sind ein genehmer Bündnispartner des Raumschiffs Voyager. Dort wird dann ja auch eine Drohne resozialisiert, die sicherlich einiges auf dem Kerbholz hatte. Sisko ist dafür verantwortlich dafür, dass wohl tausende Romulaner in einem Krieg sterben mussten, mit dem sie gar nichts zu tun hatten. Übrigens, das ist derselbe Captain der einen ganzen Planeten verseuchen wollte, um eine persönlich Volte auszutragen. Selbst Picard kommentiert den Genozid an die Husnock zynisch mit dem Kommentar, dass für ein solches Verbrechen die Föderation kein Gesetz kenne (ach wirklich, da ist unser Zeitalter aber fortschrittlich) und lässt den Massenmörder einfach straflos weiterziehen. Captain Archer foltert einen Weltraumpiraten, um an Informationen zu kommen usw. usw. usw. So nett ist es bei der Föderation nie gewesen.

    Alex1605 · 19. Dezember 2020 um 16:27

    @Defcon:Da machst du ein interessantes “Faß auf”!
    Teile deiner Beispiele fallen unter “Realpolitik”: Sinngemäß: Soll man als demokratischer Staat Beziehungen zu einem Staat haben, der Menschenrechte missachtet. Aus meiner Sicht ja, innerhalb eines legitimierten Spielraums.
    Die USA haben den Taliban Waffen geliefert, als AFG von den RUS besetzt war, also um deren Einfluss zu mildern (analog zu deinem Klingonenbeispiel).
    Die „Resozialisierung“ von 7of9 fällt sicherlich nicht hierunter. Anika wurde jung assimiliert und war dann dem Einfluss der Borg ausgesetzt. Resozialisiert war sie ein Mensch mit psychischen Problemen. Der Pakt Janeway mit den Borg??
    Das Genozid an den Husnock war ein Racheakt von „Kevin“ dem Douwd. Die Husnock haben 11000 Kolonisten und auch die Frau von Douwd getötet In einem Anfall hat Douwd alle Husnock (der Galaxie) getötet. Ein solches Wesen kann man nicht „gefangen“ nehmen. Aber Picard hatte recht: “Wir haben nicht das Recht, über sie zu richten…“
    Aber diese Beispiele treffen nicht beim Fall G. dieser 2 Folgen zu.
    G. wurde ja plötzlich zum „guten Menschen“, zum netten Crewmitglied, zur „Mutter“ (Oh Gott!!!)
    7of9 wäre das als Borg nie geworden zu dem sie ohne Schuld wurde, aber als Anika.
    G. ist aber „der Borg“ geblieben, der sie mit ihrer Schuld geworden ist und wurde nicht zu „Anika“, das ist der Unterschied.

    TiSch · 23. Dezember 2020 um 20:59

    Danke für diesen Kommentar. Ich finde diese Abscheu vor Georgiou die hier vorherrscht auch etwas übertrieben, noch dazu dass diese aus einer vollkommen anderen Dimension kam. Wie kann man da überhaupt jemanden verurteilen? Ich werde sie vermissen

John Doe · 19. Dezember 2020 um 16:49

Ok, jetzt hat Discovery zwei Folgen ihrer Staffel darauf verschwendet, um einen Prolog für die Section 31-Serie zu schaffen. Für die unsympathische Weltraum Pol Pot, die aber plötzlich alle ganz lieb haben, tief im Herzen. Muss man glaube ich nicht viel mehr drüber sagen, als in der Rezension stand.
Gleichzeitig wird der Metaplot der Serie (oder eher beide Metaplots) wieder völlig belanglos dahingerotzt. Ein technisches Problem kann von den beiden großen Genies nicht gelöst werden und ach plötzlich kommt Book um die Ecke und hat ein Wundergerät dabei. Warum? Warum wird der Plot um den Brand so schrecklich schlecht präsentiert? Man von dem Roter Engel-Plot halten was man will, aber zumindest wurde er konsequent verfolgt.

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