Fast 15 Jahre und über ebenso viele Teile hat das “Assassin’s Creed”-Franchise nun schon auf dem Buckel. In den nächsten Wochen werden wir daher eine kleine Reise unternehmen und uns alle Teile der Reihe zu Gemüte führen. In Teil 17 sehenw ir uns den letzten Mobile-Ableger “Rebellion” an. Geht mit auf unsere “Assassin’s Creed Odyssee”.

Back to Mobile Roots

Obwohl es eigentlich fast zeitgleich mit „Origins“ erschien, sehen wir uns den mobilen Ableger „Rebellion“ jetzt schon an. Dies liegt daran, das die Story uns in die Zeit um 1492 zurückversetzt, also zu Ezios Zeit. Als Aguilar (jap, der aus dem Film) jagen wir Torquemada, den wir als Ezio ja auch schon in „Discovery“ gejagt haben. Das Spiel ist dabei zum einen auf Singleplayer ausgelegt, bietet aber auch wieder einen Echtzeitshop an.

Eines an dieser Stelle vorweg: Nutzen muss man ihn nicht, aber wie bei „Pirates“ macht er einem das Leben leichter und der Drang, da doch mal das ein oder andere Item zu kaufen, ist durchaus wieder übermächtig. Denn wie im zuvor erwähnten Ableger so muss man auch hier wieder viel Grinden. Doch dazu gleich mehr.

Das Spiel lehnt sich an „Brotherhood“ an, denn man sammelt Assassinen und kann diese auf seine Missionen mitnehmen. Manchmal ist es vorgegeben, meistens kann ich aber mein Team selbst zusammenstellen, wobei vor allem Beatriz bei den Fans als Eierlegende Wollmilchsau fungiert (konnte ich im Test jetzt nicht verifizieren doch dazu später mehr). Die einzelnen Charaktere haben dabei unterschiedliche Eigenschaften, wie etwa andere heilen, Fallen legen und entschärfen, lautlose Attentate (die wir aus der Hauptreihe kennen) usw..

Die Charaktere sind dabei gut animiert umgesetzt, irgendwie erinnern sie mich aber dauernd an Wackelkopffiguren, da die Köpfe im Vergleich zum restlichen Körper etwas zu groß geraten scheinen. Davon abgesehen gibt es aber selbstverständlich auch hier wieder die Möglichkeit, siene Charaktere hochzuleveln, Ausrüstung zu schmieden und alles mögliche zu sammeln, damit diese noch besser werden. Und ja, selbst Ezio und Shao Jun schauen vorbei.

Wackelköpfe oder doch “nur” Charaktere? Die Helden von “Rebellion”. (Bild: Ubisoft)

Die Missionen

Eine Mission läuft dabei im Grunde immer gleich ab. Man steuert ein Dreier Team an Assassinen durch diverse Räume. Manche sehe ich glich, manche erst, wenn ich im Raum daneben bin. In jedem Raum sind Gegner, an denen ich vorbei muss. Nun kann ich mich einfach an ihnen vorbeischleichen oder eben kämpfen.

Dabei ist aber auch vieles zufallsbasiert.Um mich z.B. vorbeizuschleichen besteht eine gewisse Prozentchance auf Erfolg. Diese variert logischerweise von Charakter zu Charakter und nach Level und Ausrüstungsstand. Und nicht jeder Charakter kann schleichen. Je höher die Erfolgsquote, desto besser klappt es – logischerweise. Bevor ich einen Raum betrete, wähle ich zudem aus, mit welchem Charakter ich das tue.

Die Steuerung erfolgt dabei intuitiv: Ich klicke auf den Helden, dann den Raum, und wenn ich mich dann auf einen Schleichweg oder zu einem Gegner bewege, kann ich entscheiden, ob ich einfach angreifen will oder eine Spezialfähigkeit ausführen will. Dadurch, das ich entscheiden kann, in welchen Raum ich gehe, ergibt sich sogar ein bisschen taktische Tiefe, denn so kann ich verschiedene Wege zum Ziel ausprobieren.

Allerdings, und das muss man an dieser Stelle auch sagen, ist das Grundprinzip immer dasselbe. Ja, es gibt später andere Grafiksets, am Ende die Vorläuferstätte etwa sieht recht gut aus und auch die Freilufteinsätze bieten nette Abwechslung, es ist im Grunde aber immer das Gleiche. Ob ich jetzt eine Versorgungslinie unterbreche, oder Informationen besorge oder eben in klassischer Assassinenmanier eine Zielperson töte, macht keinen großen Unterschied. Beim Informationssammeln oder Vorräte zerstören öffne oder zerstöre ich am Ende eben eine Kiste, beim Töten eliminiere ich eine Person. Der Weg durch die Räume ist dabei immer gleich. Ich schleiche und schnetzle mich dahin und da kann auch das beste Spielprinzip nichts daran ändern, das sich schnell eine sich wiederholende Langeweile einstellt.

Klar, auch in den Hauptspielen wiederholte man immer und immer wieder die gleichen Mechaniken – wenn man hier etwa an “Syndicate” und das Aufleveln denkt. Wo allerdings dort die Ubisoft-Formel funktioniert, auch weil man eben doch noch unterschiedliche Vorgehenswege ausprobieren konnte, gibt es das hier eben nicht. Klar, dadurch, das ich unterschiedliche Räume betreten kann und manche sogar auslassen kann, habe ich eine Art Taktik geschaffen, Das macht aber meistens keinen großen Unterschied, denn in jedem Raum schleiche oder schnetzle ich mich aufs Neue durch. Und dann ist da ja noch…

Eine Mission läuft nach üblichem Schema ab: Man sieht Räume oder Außenbereiche und schickt den Helden dort rein. (Bild: Ubisoft)

Der Grind

Mach wir uns nichts vor: Ihr werdet desöfteren gehörig auf die Schnauze bekommen. Nach den Tutorial-Missionen ist nicht mit mal eben in der Story fortfahren. Bereits in Level 4 sind alle Gegner schon auf Stufe 6 und wenn man da weiterkommen will, muss man die Waffen und Helden aufrüsten und eben mindestens auch diese Stufe sein. Sonst machen einen die Gegner ziemlich schnell platt.

Und die eigenen Helden aufrüsten erreicht man eben nur, in dem man andere Missionen macht und sie aufleveln lässt. Dies geschieht durch weitere Standardmissionen oder auch Helix-Missionen, die ein wenig anspruchsvoller sind, dafür aber auch bessere Belohnungen abgeben. An und für sich ist das ja alles auch legitim, auch wenn die Mechaniken um ein Game zu strecken, heutzutage keinen mehr hinterm Ofen vorlocken, wie es so schön heißt. Inzwischen sind sie für jedermann zu offensichtlich. Im Übrigen gibt es auch Zeitbasierte Sondermissionen, die nur für eine gewisse Zeit verfügbar sind, um den Anreiz nochmal zusätzlich zu erhöhen. Später gibt es dann auch noch spezielle Missionen für Charaktere oder Vermächtnismissionen. Für Nachschub ist also durchaus eine Weile gesorgt.

Mit etwas mehr Abwechslung hätte man hier sicher noch einiges mehr herauskitzeln können. Aber wie erwähnt, die Missionen sind, trotz anderer Hintergründe, ziemlich repetitiv und laufen halt immer nach Schema F ab. Alternativ greift man zum Echtgeldshop und kauft sich XP-Boosts oder Crafting-Materialein, um seine Helden schneller aufsteigen zu lassen. Im Vergleich zu “Pirates”, bei denen man immer nur kleine Euro-Beträge investierte, sind die Preise hier aber ein Stück gestiegen.

Immerhin: Man braucht es nicht wirklich und der Shop ist nicht allzu aufdringlich. Allerdings muss man sich leider auf langen Grind einstellen, wenn man dies nicht nutzt. Auch nicht vergessen sollte man an der Stelle, das man die Helden zwischendrin auch heilen muss – oder einfach eine gewisse Zeit abwarten muss, bis sie von selbst geheilt sind. Man ahnt es schon: entweder warte ich, tausche mein Team durch (auch eine Möglichkeit, das man andere Chars probiert) – oder nutze auch hier wieder den Echtgeldshop.

Das Gildenhaus von “Rebellion” dient als Rückzugsort. Hier rüste ich meine Helden aus, gehe auf Missionen… und habe auch den Echtgeldshop dabei. (Bild: Ubisoft)

Die Story

Zugutehalten muss man dem Spiel, das es bei all dem auch noch versucht, eine Story zu erzählen. Die ist jetzt allerdings nicht sonderlich informativ. Aguilar versucht, den spanischen Templer Einhalt zu gebieten, namentlich Torquemada. Und zu diesem Zweck meuchle ich seine Getreuen, unterbreche seine Nachschublinien und arbeite mich so Stück für Stück an ihn ran.

Klingt vertraut? Ist es auch, denn es ist im Grunde die Story eines jeden Assassin’s Creed-Games. Das Torquemada am Ende natürlich noch in eine Vorläuferstätte flüchtet und wir ihn an deren Nutzung hindern müssen, versteht sich dabei von selbst. Nein, man verpasst nicht wirklich etwas, wenn man dieses Spiel nicht gespielt hat, für den kleinen Happen zwischendurch ist es aber ganz angenehm. Denn eine Mission ist in etwa 10 Minuten erledigt und in kleinen Dosen z.B. jeden Abend ein oder zwei Stück, entfaltet das Spiel durchaus wieder etwas Charme. Denn hier merkt man den Grind dann nicht derart stark, als wenn man dauerhaft spielt.

Tiefergehende Animus-Infos oder Texttafeln gibt es im Spiel allerdings nicht, es leidet aber an anderen Problemen: Abstürzen. An und für sich läuft das Spiel flüssig, aber mittendrin hat es entweder einen kleinen Hänger oder beendet sich plötzlich. Das ist umso ärgerlicher, wenn man kurz vor Ende einer Mission steht und dann alles nochmal machen muss. Zunächst dachte ich ja, es liegt vielleicht an einer wackligen WLAN-Verbindung (das Spiel ist ohne Internet nicht spielbar) aber auch das war Fehlanzeige. Mein etwas in die Jahre gekommenes IPad 4 erfüllt nämlich gerade so die minimalen Hardwareanforderungen. Und trotz etwas herumprobieren machte es mir das Spiel so unmöglich, es zu beenden. Neue Hardware extra dafür kommt nicht in Frage und auf einem 7″-Handy… nope, das ist keine Alternative. Für mich als Komplettist – ihr wisst ja – doppelt ärgerlich, aber da half dann nur der Griff zu Youtube, um sich das Ende der Storykampagne so anzuschauen.

28 Storymissionen in 5 Regionen gibt es insgesamt zu bestreiten und bei 10 Minuten pro Mission gibt das schonmal ordentliche 280 Minuten, hinzu kommt, das man öfter scheitert und nochmal spielen muss. Mindestens die gleiche Zeit kommt nochmal für die Grindmissionen drauf, die man, sofern man nicht zum Echtgeldshop greift, zwingend braucht. Das macht unterm Strich eine Gesamtspielzeit von 15-20 Stunden, was für ein Mobile Game schon recht ordentlich ist. Und wer sich weiter beschäftigen will kann natürlich weitere Missionen (oder alte nochmal) spielen und dabei andere Teams und Helden ausprobieren. Wie in “Identity” und “Pirates” ist da nach oben hin keine Grenze gesetzt.

Fazit

“Rebellion” ist kein schlechtes Spiel, eignet sich aber eigentlich eher für den kurzen Happen am Abend, an dem man 2 oder 3 Missionen spielt. Denn anders wiederholt sich das Spiel sonst durchaus sehr oft und ein starker Grind sorgt dafür, das sich viele Langeweile-Phasen einstellen.

Bewertung: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Wertungsspiegel

Um die Spielzeiten und die Wertungen etwas granularer sehen zu können, splitten wir die beiden Diagramme ab jetzt auf:

 

Wertung Reb

Reisezeiten:

Auch in Rebellion kommt man eigentlich eine Menge rum, auch wenn man „nur“ in Spanien unterwegs ist und natürlich nicht an die Karibik herankommt. Von Murcia, über Saragossa und Sadaba, Granada, in den Norden über Asturias bis nach Santiago. Macht allein dies schon 2892 km aus. Weiter geht’s nach Salamanca und Àvila, bis hin zum Finale in Toledo. Das macht nochmal 749 km obendrauf und insgesamt 3641 km. Das sind auf Pferdliche Reisezeiten umgerechnet ca. 276 Stunden.

Die Resiewege zusammengefasst.

Bilderquellen: Assassin’s Creed Wiki, Insidegames.org,

Bewertung

3.5 out of 6 stars (3,5 / 6)

Spiel-Infos

Titel Assassin’s Creed: Rebellion
Publisher Ubisoft
Erscheinungsjahr 2018
Genre Action-Adventure, Open-World, Stealth
Plattformen iOS, Android

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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