Wir werfen einen Blick hinter den Roman zum neuesten “AC”-Game.

Inhalt (Klappentext):

9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung: Geirmund Heljarskinn Hjörrsson entstammt einem altehrwürdigen Geschlecht von Norwegerkönigen und will sich als Krieger beweisen: Er schließt sich daher dem Wikingerheer König Guthrums an und zieht mit den berüchtigten Seefahrern gegen die englischen Königreiche. Dabei gelangt Geirmund in den Besitz eines mystischen Armreifs, der ihm sowohl große Macht als auch bitteren Verrat verheißt. Doch kaum in England angekommen, verliert er das Geschenk des Götterschmieds Völund … Während Geirmund in den Reihen von König Guthrums legendärer Armee aufsteigt, muss er einerseits all seine Stärken aufbieten, um die Gefahren eines vom Krieg verwüsteten Landes zu meistern – und andererseits erkennen, dass der Kampf sich letztlich um sein persönliches Schicksal dreht …

Die Geirmund Saga (Panini)

Die Geirmund Saga

Kritik

Zu jedem “Assassin’s Creed”-Spiel sind inzwischen Romane erschienen. Manchmal behandeln sie die Geschichte des Spieles, manchmal die Vorgeschichte oder eine Handlung neben dem Spiel. So auch im vorliegenden Roman “Die Geirmund Saga”, die nicht der Story des Spieles folgt, sondern eben dem titelgebenden Geirmund. Wie beim Spiel auch ist das Setting die Zeit der Überfälle der Wikinger auf England, also das 9.Jahrhundert. Der Aufstieg des Helden wird dabei von den Anfängen bis zum Ende verfolgt.

Nun kann man natürlich zurecht fragen, was diese Geschichte eigentlich mit “Assassin’s Creed” zu tun hat. Die Antwort lautet: wenig. Es gibt ein Artefakt der Vorläufer, das zu Beginn und gegen Ende eine größere Rolle spielt. Außerdem werden die beiden Orden erwähnt. Aber im Grunde war es das auch schon.

Wenn Geirmund etwa jemanden trifft, der ihm erklären will, was es mit dem Artefakt auf sich hat, dann dürften die Fans gleich wissen, was Sache ist. Das Ganze spielt aber leider im weiteren Verlauf absolut keine Rolle mehr. Genau genommen wäre das sogar Stoff genug für einen zweiten Band gewesen, den es aber nicht geben wird.

Außerdem gibt es noch ein paar Auftritte von Eivor, der Heldin aus dem Spiel “Valhalla“. Da sollte man sich auch nichts vormachen, zu mehr außer ein paar Cameos reicht es nicht. Die Treffen der beiden Helden sind aber durchaus gut in Szene gesetzt worden. Zudem wird sogleich festgelegt, dass die “Kanon-Eivor” weiblich ist (wie vormals Kassandra in “Odyssey”).

Dass die Handlung nicht langweilig wird und auch ohne den “Assassin’s Creed”-Bezug funktioniert, liegt dabei an den überaus sympathischen Charakteren, mit denen man sich schon kurz nach ihrer Einführung verbunden fühlt. Gut, Charaktere ist etwas zu viel gesagt, denn auch wenn es den ein oder anderen Nebencharakter gibt, wovon die meisten im Laufe der Handlung wieder verschwinden, so liegt das Hauptaugenmerk eben auf Geirmund. Und der Kerl wird uns schnell recht sympathisch, den als Jungspund fängt er an und als Leser erlebt man seine Reise hautnah mit. So macht er Fehler, wie es sich für einen Hitzkopf gehört. Und er steigt in den Rängen, aber auch im Charakter auf.

Dabei ist es natürlich schon eine Art kleines Klischee, dass er der Einzige ist, der seine Gegner verschont und nicht wahllos abschlachtet. Ganz der Held eben. Aber sei’s drum, das tut der guten Handlung keinen Abbruch. Und so ist dieser Roman sicher ungewöhnlich unter den “Assassin’s Creed”-Geschichten. Denn die Geschichte kann allein für sich stehen und hätte den Hintergrund des Spieleuniversums nicht gebraucht. Auch wenn man sicher einwenden kann, dass die wenigen Szenen die Mystery-Würze der Mischung sind. Und eben, dass die Handlung eigentlich recht geradlinig  – und wenn man es genau nimmt – auch nichts Großartiges ist. Wie viel guter Schreibstil und Charaktere eben manchmal ausmachen.

Fazit

“Die Geirmund Saga” ist eine Geschichte, die “Assassin’s Creed” nur am Rande tangiert. Das fällt aber nicht ins Gewicht, da sie durch ihre gut geschriebenen Charaktere von vorne bis hinten interessant zu bleiben vermag. Einen zweiten Band wird es ob des Endes nicht geben. Lust hätte man aber schon darauf gehabt.

4 out of 5 stars (4 / 5)

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Matthew J. Kirby
Originaltitel: Assassin’s Creed – Valhalla: Geirmund’s Saga
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2020
Übersetzer: Timothy Stahl
Seitenanzahl: 444
Preis: 16.- Euro
ISBN: 978-3-8332-3952-6
Verlag: Panini

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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