Auch Star Trek: Lower Decks werden wir mit Rezensionen begleiten. Da die Serie komplett veröffentlicht wurde, werden wir alle zwei Tage eine Folgenrezension bringen. Inzwischen sind wir bei Folge Sieben angelangt. Aber Achtung, Spoiler.

Von Freaks und Wechselcaptains

Die neue „Lower Decks“-Folge bietet wieder zwei Stories, die diesmal sogar beide recht gut überzeugen können. Nach dem Teaser mit dem Hund (wird später noch wichtig) erfahren wir, dass es einen Austauschcaptain geben wird, während die Führungscrew auf eine Undercover-Mission geht. Das kennt man schon aus „Geheime Mission auf Celtris Drei“ zu TNG-Zeiten, und tatsächlich sehen die Undercover-Uniformen auch noch genauso aus. Was zunächst mal positiv zu nennen ist, ist, dass die Austauschoffiziere extrem fähig sind. Eine wohltuende Abwechslung zur doch eher … nun ja tolpatschigen Cerritos-Crew.

Und damit nicht genug, kennen sich Mariner und die neue Captain aus Akademietagen. Das führt zu einigen herrlich netten Szenen, aber auch dazu, dass Mariner die Chance bekommt, sich als Erster Offizier zu beweisen. Das sind nicht nur starke Charakterszenen, sondern in Folge muss man sich auch fragen, wieviel Mariner wirklich drauf hat.

Das Elite Force-Team aus Lower Decks 1×07. Okay, nicht ganz, aber ihr habt die Spielreferenz erkannt, oder?? (Bild:CBS/Amazon)

Denn bei den Missionen war sie bislang immer die mit der meisten Ahnung. Hier wird deutlich, dass sie es absichtlich versaut, um in den Lower Decks bleiben zu können. Das ist zwar konsistent damit, wie sie in den vergangenen Folgen dargestellt wurde, es wurde aber erneut die Chance verpasst, hier etwas Tiefgang darzustellen und herauszuarbeiten, was zu ihrem frewilligen “Niedergang” geführt hat. Hier kann man aber natürlich anführen, dass es darum nicht wirklich geht, sondern eben um die Mission und das Zusammenspiel. Auch Ransoms Charakterisierung als Frauenheld konnte man ahnen, hätte man aber nicht wirklich gebraucht. Dafür gibt es am Ende in der Bar aber immerhin eine schöne Abreibung.

Auch sonst überzeugt die Folge durch viele Anspielungen auf frühere Trek-Serien, und das liegt nicht nur in den Auftritten von altbekannten Spezies begründet. So verwandelt sich am Ende ein Sternenflottenschiff in ein Weltraumlebewesen, das glatt aus „Mission: Farpoint“ (TNG, 1×02) stammen könnte. Insgesamt überzeugt der Handlungsstrang aber, trotz einiger Mankos.

Star Trek Freak Show

Der zweite Handlungsstrang handelt von Boimler, der einen Transporterunfall hat und eine halbe Millisekunde phasenverschoben wird. Das führt zu einigen witzigen Szenen und vor allem dazu, dass Boimler auf ein Schiff verfrachtet wird, in dem solche Unfälle gesammelt werden. Dass es dafür eine eigene Abteilung gibt, wird vermutlich wieder Fankontroversen auslösen, macht aber in Anbetracht dessen, was man dort sieht, durchaus Sinn (genau genommen ist eine Thematisierung von Unfallopfern der Zukunft längst überfällig).

Auch hier gibt es mit den Rollstühlen à la Pike wieder eine nette TOS-Referenz. Und dann ist da noch ein Edosianer als Captain – eine weitere Referenz zu TOS. Natürlich glauben die vielen „Transporterunfälle“ nicht daran, dass sie wirklich in ein Erholungscenter geschickt werden sollen und meutern fleißig, oder versuchen es zumindest, denn Boimler darf hier eine Moralpredigt halten. Die funktioniert, trotz einiger Stolpersteine auf dem Weg zwischendurch (warum sollte der Captain ihn verraten?), vor allem am Ende dann ausgesprochen gut.

Boimler aus der Phase funktioniert sehr gut in Lower Decks 1×07 (Bild:CBS/Amazon)

Ja, es gibt so eine Starfleet-Einrichtung und ja, man kümmert sich um verstümmelte Offiziere. Das ist mehr als positiv und im Sinne von Star Trek! Insofern ist auch diese Handlung recht kurzweilig, überzeugt aber. Der beste Freak an dieser Stelle ist aber sowieso „Der Hund“, denn der funktioniert eben vom Anfang bis zum Ende, vor allem auch im Zusammenspiel mit Tendi. Hoffentlich sieht man von ihm (oder dieser Spezies?) auch künftig noch ein bisschen mehr.

Fazit

Mit der siebten Folge ist das zuvor leicht strauchelnde Lower Decks wieder auf Kurs gegangen. Beide Geschichten überzeugen, nicht zuletzt wegen der vielen Anspielungen auf frühere Serien. Da kann man auch über leichtere Schwächen hinwegsehen. Bewertung: 3.5 out of 6 stars (3,5 / 6)

Episodennummer 7 (Staffel 1, Episode 7)
Originaltitel Much ado about Boimler
Deutscher Titel Viel Lärm um Boimler
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 17. September 2020
Erstausstrahlung Deutschland 22.Januar 2021
Drehbuch M. Willis
Regie Barry J. Kelly
Laufzeit 25 Minuten

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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