Wir sehen uns die neueste Geschichte aus der Welt von Lady Trent an.

Inhalt (Klappentext):

Audrey Camherst ist die berühmte Enkelin von Isabella Camherst, der Lady Trent aus den unterhaltsamen und spannenden Drachenabenteuermemoiren. Als Lord Gleinleigh Audrey rekrutiert, um eine Reihe uralter Täfelchen zu entziffern, die die Geheimnisse der antiken drakoneischen Zivilisation enthalten, hat sie keine Ahnung, dass ihre Forschung sie in eine komplizierte Verschwörung stürzen wird, die eine Rebellion anzetteln und einen Krieg auslösen soll. Zusammen mit ihrem besten Freund aus Kindertagen, Kudshayn, der ebenfalls Archäologe ist, muss sie einen Beweis für die Verschwörung finden, ehe es zu spät ist.

Lady Trents Erbe (Cross Cult)

Lady Trents Erbe

Kritik

Nach den fünf Original-Bänden erscheint nun mit “Lady Trents Erbe” die Fortsetzung der berühmten “Memoiren.” Diese spielt ca. 30-50 Jahre nach den Abenteuern von Lady Trent und wie es bei einem solchen Generationenwechsel üblich ist, darf auch die frühere Heldin zumindest in einem kurzen Cameo-Auftritt hier mitwirken. Kennen muss man die Vorgänger allerdings nicht, um mit diesem Roman Spaß zu haben, auch wenn es sicher nicht verkehrt ist, die Vorgeschichte zu kennen, weil man dann die ganzen Andeutungen besser versteht.

Inzwischen hat sich die Fantasy-Welt der Trents geändert. Es gibt Reiselinien mit Heißluftballons (Caeligars) und die Drakoneer stehen kurz davor, als eigener Staat anerkannt zu werden. Wie es aber auch in unserer Realität der Fall ist, so gibt es auch hier Bestrebungen in Form der üblichen ewig Gestrigen, die dies mit Terroranschlägen zu verhindern suchen. Diese Parallelen zu unserer echten Welt sind sicher kein Zufall und so beabsichtigt, wodurch die Geschichte auch eine Botschaft des Friedens transportiert. Diese wäre vielleicht noch eingängiger gewesen, wenn die Abstimmung am Ende trotz (oder gerade wegen) der blutigen Vergangenheit für den Frieden ausgegangen wäre, aber das ist natürlich meckern auf hohem Niveau.

Im Mittelpunkt steht diesmal Audrey Camherst, die Enkelin von Trent und ja, man muss es an dieser Stelle sagen: Die Handlung ist in einem Satz erzählt. Denn im Grunde geht es um zwei Freunde, die eine Übersetzung von antiken Schrifftafeln machen. Zugegeben, auch in den Vorgängern waren es eher ruhigere Geschichten, die aber immerhin von einem Ort zum anderen zogen und immer auch Drachenkämpfe beinhalteten. Das ist hier nicht der Fall, hier steht der archäologische Aspekt noch deutlicher im Vordergrund.

Auch hier muss man allerdings wieder einhaken und eine Einschränkung machen. Denn natürlich wird hier nicht auf fast 500 Seiten nur die Übersetzung der Tafeln zelebriert. Es gibt noch eine große Verschwörung, die aufgedeckt wird, und am Ende sogar ein klein wenig Action. Trotzdem bleibt unterm Strich eine ruhige, charakterbetonte Erzählung, die vielleicht nicht jeden gleichermaßen fesselt.

Dass es aber ob dieser stillen Untertöne trotzdem für ein gutes Buch gereicht hat, liegt an den wunderbaren Charakteren, die Brennan hier ausgearbeitet hat. Wie bereits in den anderen Trent-Bänden schreibt sie auch hier in der Ich-Form, meist in Form von Tagebucheinträgen. Hier geht sie aber einen Schritt weiter und lässt nicht nur die Heldin, sondern auch andere, manchmal nur kurz auftretenden Personen, in eigenen Niederschriften und Tagebucheinträgen zu Wort kommen. Man könnte hier höchstens bemängeln, warum diese Personen alle Tagebuch schreiben, aber auch das ist meckern … na, ihr wisst schon.

Diese Abwechslung in den Sichtweisen sorgt in jedem Fall aber dafür, uns die einzelnen Charaktere näherzubringen. Dazu gehören auch ein paar kleinere Rückblenden in die Vergangenheit, welche den Figuren noch mehr Tiefe verleihen. Durch diese Konstellationen liest sich die Geschichte durchaus flott und interessant und entfaltet ihre ganz eigene Faszination. Wer also bis zum Ende durchhält, dürfte von der Geschichte nicht enttäuscht werden.

Fazit

Wer die Vorgänger mochte, wird auch mit diesem Band auf seine Kosten kommen. Ansonsten bietet sich eine eher ruhige Geschichte, die aber von ihren guten Charakteren lebt und auch für Leser, bei denen nicht immer was explodieren muss, interessant ist.

4 out of 5 stars (4 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Marie Brennan
Originaltitel: Turning Darkness into Light
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2019
Übersetzer: Andrea Blendl
Seitenanzahl: 480
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-96658-321-3
Verlag: Cross Cult

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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