Auch Star Trek: Lower Decks werden wir mit Rezensionen begleiten. Da die Serie komplett veröffentlicht wurde, werden wir alle zwei Tage eine Folgenrezension bringen. In der vorletzten Folge werden erneut alle Register gezogen. Achtung, Spoiler!

Anspielungsoverkill

Auch die neunte Folge der Lower Decks liefert auf der Zielgeraden wieder ein sehr gutes Stück Arbeit ab. Dabei strotzt die Folge wieder mal so vor Anspielungen auf frühere Serien, bietet aber auch schöne Charakterszenen.

Los geht’s mit Mariner, die die Probleme mit ihrer Mutter aufarbeiten soll. Dazu gibts eine Therapie, die, ob oder gerade wegen, der lustigen Essensanspielungen durchaus gefällt. Doch damit nicht genug, geht es ins Holodeck, in dem die Rotte einen Holofilm spielen will. Und hier geht die Schrift auch gleich im TNG-Stil los. Generell ist es ein witziger Einfall, hier mal wirklich einen richtigen Film nachzuspielen. Und natürlich wird das ganze Stilecht in Spielfilmstreifen präsentiert, wobei natürlich die Schriftzüge auch gegen die Köpfe der Charaktere knallen.

In einer Zeichentrickserie kann man besser zeigen, was das Holodeck alles kann (Bild: CBS/Amazon)

Übrigens macht man am Ende der Folge endlich das, was sich Fans schon bei “Star Trek VI” gewünscht haben: Die Charaktere unterschreiben mit ihren eigenen Namen. Beim Kinofilm hatte man damals die Schauspieler unterschreiben lassen, um den Abgesang der Classic-Crew zu begleiten. Viele hatten sich damals schon Unterschriften der Charaktere statt der Schauspieler gewünscht. Auch das also ein nettes kleines Gimmick, das vermutlich nur den eingefleichstesten Fans noch im Kopf sein dürfte.

Doch auch so ist es schön zu sehen, wie die Crewmitglieder die anderen Personen sehen. Aber dazu kommen wir gleich. Es folgt nämlich gleich die nächste Anspielung, die Umrundung des Schiffes, die nicht von ungefähr an “Star Trek – The Motion Picture” erinnert. Auch der spätere Absturz der Untertassensektion ist aus einem Kinofilm geklaut, wobei er, wie hier dargestellt, in einer Live-Serie wohl zu teuer gekommen wäre. Überhaupt sind auch die Kampfszenen durchaus gelungen. Mariner gegen Mariner (bzw. Vindicta) hat etwas für sich und trägt natürlich dazu bei, dass die gute Dame endlich zu sich selbst findet.

Charakter deluxe

Natürlich besteht ein Großteil des Spaßes aus dem, was die Charaktere hier mal tun dürfen: Das Schiff recht intelligent überfallen und alles über den Haufen ballern. Das macht auch sichtlich Spaß, sowohl auf der Zuschauer- als auch der Akteurseite. Dass Tendi schnell erkennt, dass Mariner überreagiert, ist ein gutes Zeichen für die später herrlich umgesetzte Versöhnungsszene. Und überhaupt ist der Selbstfindungstrip der guten Dame einfach nur gelungen.

Doch auch Rutherford darf zeigen, was er drauf hat, wenn auch nur auf dem Holodeck. Hier glänzt er aber und erweist sich als Dreamteam mit dem Ingenieur, leider bringt er es am Ende aber trotz Tipps seiner Freunde nicht übers Herz, auch in echt zu zeigen, was er so kann. Ein verkannter Barclay? Neben diesen Szenen für Rutherford und Tendi darf aber ganz klar Vindicta glänzen. Hier dreht Mariner mal überdreht auf und will ihre Mutter in die digitalen Jagdgründe schicken – Therapie der etwas anderen Art halt. Die Szenen sind herrlich überdreht und vielleicht gerade deswegen so gelungen. Und dass es Spaß macht hier zuzusehen, wurde ja andernorts schon erwähnt.

Mariner trumpft in der Vindicta Rolle voll auf (Bild: CBS/Amazon)

Unerwähnt bleiben darf auch nicht Boimler, der in dem ganzen Chaos versucht, beim Captain Eindruck zu schinden, und natürlich kläglich versagt. Immerhin, es war nur eine HD-Übung. Trotzdem stolpert er am Ende über ein Geheimnis, das den Kurs der letzten Folge zweifellos bestimmen wird.

Fazit

Erneut eine sehr gelungene Episode, die den hohen Kurs der letzten Folge fortsetzt.

Bewertung: 5 out of 6 stars (5 / 6)

Episodennummer 9 (Staffel 1, Episode 9)
Originaltitel Crisis Point
Deutscher Titel Der Aufstieg von Vindicta
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 01. Oktober 2020
Erstausstrahlung Deutschland 22.Januar 2021
Drehbuch Ben Rodgers
Regie Bob Suarez
Laufzeit 25 Minuten

Trekbarometer zur Folge

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

2 Kommentare

Soldberg · 7. Februar 2021 um 17:34

Auch mir hat diese Folge sehr viel Spaß (beim Anschauen) gemacht! Im Übrigen meinte ich im Holodeck den Vorspann von STAR TREK II wiedererkannt zu haben. Die Musikuntermalung tat dabei ihr Übriges…

Es war mit einer der stärksten Episoden dieser Staffel und macht definitiv Lust auf mehr!

Piero · 8. Februar 2021 um 21:12

Die Folge muss man sich alleine wegen den vielen Anspielungen mehrmals ansehen. Also wenn bei Lower Decks nicht Fans und Kenner am Werk sind, dann wohl nirgends. Top Folge.

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