Wir werfen einen Blick auf den neuen “Clone Wars”-Roman.

Inhalt (Klappentext):

Ein epischer Schlagabtausch ist entbrannt und in diesem schonungslosen Konflikt stehen sich die Galaktische Republik und die Separatisten gegenüber. Tapfere Helden und geniale Schurken … In der mit dem Emmy Award ausgezeichneten animierten TV-Serie STAR WARS: The Clone Wars hängt das Schicksal der Galaxis stets am seidenen Faden. Dieser actiongeladene Sammelband präsentiert elf Clone Wars-Kurzgeschichten von Autorinnen und Autoren, die selbst ausgesprochene Fans der Serie sind! Neue fantastische Abenteuer mit Anakin Skywalker, Yoda, Obi-Wan Kenobi, Ahsoka Tano, Captain Rex, Darth Maul, Count Dooku, und vielen mehr!

Geschichten von Licht und Dunkelheit (Panini)

“Star Wars: Clone Wars  – Geschichten von Licht und Dunkelheit”

Kritik

Eigentlich gab es ja schon vor Jahren den “allerletzten” “Clone Wars”-Roman (wer sich noch erinnert…), aber wo das Geld lockt… ähem…wo es eine neue Staffel gibt, da darf natürlich auch ein neuer Roman nicht fehlen. Dabei ist an der Stelle die Frage, was man eigentlich noch erzählen kann aus diesem Krieg, durchaus berechtigt. Selbst ohne die Einbindung der “Legends” ist die Story eigentlich auserzählt und neue Akzente kann man kaum setzen. Die großen Schlachten des Krieges wurden ja alle in der TV-Serie erzählt und es ist höchst unwahrscheinlich, dass auf dem Buchsektor nochmal eine große Story in diese Epoche eingeflochten wird.

So ist es denn auch mit diesem Buch, denn hier werden einfach die Geschichten von TV-Episoden nochmal nacherzählt. Ganze elf Geschichten hat man so hier versammelt, wobei zumindest eine davon – eine kleine Dathomir-Episode um ein verlorenes Kind – komplett neu ist. An dieser Stelle gehen wir auch gleich auf eben jene “neue” Geschichte ein, die – so wie alle anderen in diesem Band – recht kurz ist und auch auf ca. 30 Seiten erzählt wird. Ein echtes Highlight ist sie aber nicht, dafür ist sie zu unbedeutend und stellt quasi nur dar, wie eine Hexe eine neue Schülerin findet. Stellenweise ist das ganz nett, aber dann doch eher unter “ferner liefen” einzuordnen.

Nun ist ein Roman zu TV-Episoden nicht neu und auch in der Vergangenheit gab es schon diverse Romane, die Episoden aus der Serie nacherzählt haben. Meist waren dies mehrteilige Geschichten, die auf eine Standardbuchlänge von etwa 300 Seiten gepresst waren. Diese Seitenanzahl haben wir auch hier, aber – wie oben schon erwähnt – hat jede Story etwa nur 30 Seiten. Dabei werden Schlüsselmomente aus der Serie aus Sicht einzelner Charaktere dargestellt, wie es eingangs so schön heißt.

Zumindest was den Begriff “Schlüsselmomente” angeht, kann man sicherlich streiten. Denn gleich die erste Episode der Serie (die auch Grundlage für die erste Geschichte in diesem Roman ist) über Yodas Kampf auf Toydaria gegen Ventress würde man jetzt vielleicht nicht unbedingt als Schlüsselmoment bezeichnen. Da gab es durchaus andere, wichtigere Momente, allen voran etwa das Finale der siebten Staffel ist hier zu nennen. Da das Buch nach der Staffel erschien bzw. geschrieben wurde, hätte man da durchaus mehr herauspicken können, statt die alte Serie vom ersten Moment an zu wiederholen. Und selbst wenn es für Staffel 7 wirklich zu kurz war, auch Staffel 6 bot einige interessante Folgen, die wichtig waren – etwa der Chip in den Köpfen der Klone, was eigentlich die ganze Order 66 erklärt.

Aber gut, das ist zu einem gewissen Teil sicher auch Meckern auf hohem Niveau, denn derartige Empfindungen sind sicher subjektiv für jeden anders. Immerhin sind aber durchaus auch Schlüsselmomente vorhanden, wie etwa Obi-Wan vs. Maul, nur halt eben nicht in hoher Zahl. Viel schwerer wiegt jedoch, dass man anhand der Kürze der Geschichten viele Elemente gestrafft hat. Es soll aus Sicht der Charaktere sein, schon klar, und es ist ja auch eine durchaus willkommene Abwechslung, etwa einen Tagebucheintrag von Maul oder Dooku zu lesen und wie diese die jeweilige Folge erlebt haben. Aber auch das ist eher die Ausnahme. Vor allem bei den Helden bleibt ein derartiger Einblick etwas blass. Yoda und Kenobi sinnieren zwar darüber, etwa nicht der dunklen Seite zu verfallen, eine richtig tiefergehende Entwicklung ist das nicht, denn das ist ja auch schon aus den Folgen selbst bekannt. Hier sind die erwähnten Tagebücher der Bösewichte einfach besser und ganz klar die Highlights des Bandes.

Natürlich muss man an der Stelle aber auch sehen, dass der Band wohl für ein jüngeres Publikum gedacht ist, das nochmal an “The Clone Wars” herangeführt werden soll. Immerhin ist der Start der Serie auch schon wieder über 10 Jahre her. Hinzu kommen die Illustrationen der Charaktere, die in der jeweiligen Story eine Rolle spielen und hier immer gezeigt werden. Unter diesem Gesichtspunkt funktioniert der Roman dann aber durchaus.

Fazit

Wer sich große neue Einblicke in “The Clone Wars” erhofft hat, der wird hier enttäuscht, denn es handelt sich um Nacherzählungen bekannter Episoden in Kurzformat. Das hat so seine Mankos. Wer allerdings neu einsteigen will, kann durchaus einen Blick riskieren.

3 out of 5 stars (3 / 5)

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Lou Anders, Tom Angleberger, Preeti Chhibber, E. Anne Convery, Zoraida Córdova, u.a.
Originaltitel: Star Wars – The Clone Wars: Stories of Light and Darkness
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Jan Dinter
Seitenanzahl: 282
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-8332-4014-0
Verlag: Panini

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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