Wir werfen einen Blick auf den neuen “Justice League”-Mega-Band.

Inhalt (Klappentext):

DIE SCHLACHT DER GÖTTER! Der düstere galaktische Gott Darkseid vom Höllenplaneten Apokolips ist die Geißel des gesamten Universums, doch jetzt will seine Tochter Grail ihn stürzen und selbst die Macht ergreifen. Dafür rekrutiert sie den ebenfalls gottgleichen Anti-Monitor, und als die Erde zum Schlachtfeld dieser Mega-Giganten wird, werden auch die Helden der Justice League um Batman, Flash und Superman durch kosmische Kräfte in finstere Götter verwandelt. Schließlich muss sich Wonder Woman als Göttin des Krieges sogar einem Negativ-Superman zum Kampf stellen, zu dem ihr ehemaliger Geliebter, der Mann aus Stahl, wurde, während sich der Rest der Justice Gods mit dem verbrecherischen Crime Syndicate verbündet!

Der Darkseid-Krieg (Panini)

Der Darkseid-Krieg

Kritik

Ein extradicker “Justice League”-Band erwartet uns mit dem titelgebenden Darkseid-Krieg. Zeichnungstechnisch braucht man sich hier nicht beschweren, die Charaktere wirken immer detailliert und ihre Gesichter vermögen, Emotionen zu zeigen. Wie man schon vermuten lässt, herrschen hier teils übergroße Panels mit Schlachtszenen vor, meist sind diese sogar dunkel gehalten. Hier muss man stellenweise schon etwas genauer hinschauen, um das ein oder andere Detail zu erhaschen. Im Großen und Ganzen kann man aber nicht meckern. Das Ganze ist das allseits gewohnte Superhelden-Niveau.

Wie man es anhand des Titels schon vermuten kann, steht eben eine alles entscheidende Schlacht an. Hier zeichnet sich DC-Mastermind Geoff Johns verantwortlich, der ja kein unbeschriebenes Blatt ist und den Angriff von Grail recht gut in Szene setzt. Hier wird auch nochmal auf Grails Vergangenheit und Geburt eingegangen. Derartige Szenen sind denn auch das Highlight des Bandes. Denn es gibt – trotz all der explodierenden Häuser und anderen Action – immer auch mal wieder Charakterszenen, die eingeflochten sind. So müssen Steve und Diana etwa über ihre Beziehung nachgrübeln, wenn etwa andere Helden sich offen auf dem Schlachtfeld küssen. Aber auch Batman darf beim mächtigen Stuhl des Wissens ins Grübeln geraten. Und dann ist da natürlich noch die Feindschaft zwischen Lex und Superman, die auf eine neue Probe gestellt wird.

Das sind natürlich bei weitem nicht alle derartigen Szenen, aber einige der wichtigsten. Es ist schön, dass man eben bei all diesem Schlachtenlärm auch solche Szenen mit eingeflochten hat. Vor allem die große Überraschung am Ende bei Dianas Geburt macht Lust auf mehr. Und ja, es sterben in diesem Band auch einige Helden, wobei es immerhin schön ist, dass man nicht den offensichtlichen Weg genommen hat und z.B. Jessica (eine der neuen Green Lantern) getötet hat, denn die kommt hier sogleich wieder. Überhaupt ist der Tod hier zwar auch in Persona vorhanden, allgemein wird er fast schon etwas zu inflationär gebraucht. Und dann ist es eben schade, wenn die Bösewichte alle der Reihe nach abgemurkst werden, am Ende aber alle irgendwie wiederkommen.

Ja, das ist die Crux eines jeden (Comic-)Bandes, dass die Bösewichte (und Helden) irgendwann alle wieder zurückkehren – und wenn nicht zeitnah, dann spätestens bei der nächsten Crisis. (Und plötzlich wird einem wieder gewahr, warum man als Teenager – nebst anderem – nicht mehr von Comics begeistert war). Vor allem der DC-Hauptbösewicht Darkseid kann eigentlich nie lange tot bleiben. Doch die Wiederbelebung Totgeglaubter ist an dieser Stelle gar nicht mal der größte Kritikpunkt, denn Sci-Fi-Fans kennen solche Wiederkehr-Geschichten zuhauf. Kritikwürdiger ist vielmehr die Schlacht, denn irgendwie scheint diese nämlich das ein oder andere Logikloch aufzuweisen.

Ich versuch das jetzt mal so ungefähr aufzudröseln. Zunächst kommt hier Steppenwolf in kleinen Nebenszenen zur Geltung, bevor auch Grail mit von der Partie ist. Dann darf der titelgebende Bösewicht Darkseid auftauchen und schließlich mischt auch noch der Anti-Monitor mit, während Grail kurz verschwindet, um ihre neue Waffe zu züchten. Mit eben dieser kehrt sie später dann auch in die Schlacht zurück, die zu diesem Zeitpunkt immer noch tobt, obwohl Darkseid inzwischen tot ist. Und dann ist da auch noch das Crime Syndicate, das man auch um Hilfe bittet. Deren Mitglieder kämpfen zunächst auch noch mit, wenden sich dann aber gegen die Helden, was dann wiederum zu neuen Kämpfen führt. Und wenn die alle besiegt sind, dann mischen zu guter Letzt auch noch Lex Luthor und Metron (also quasi der neue/alte Anti-Monitor) wieder mit.

Ihr merkt schon… es geht hier halt eben nur ums Gekloppe, da können noch so viele Charakterszenen dazwischen eingeflochten sein. Ja, der Band ist extradick und der titelgebende Krieg soll episch sein. Aber am Ende ist es halt dann doch einen Ticken zu viel des Guten. Manchmal ist weniger eben mehr. Immerhin muss man auch hoch anrechnen, dass es den ein oder anderen Fan-Moment gibt. So erinnert Supermans neuer Aufzug wohl nicht von ungefähr an Superman Red und Blue aus den 90ern. Und auch Diana muss sich eingestehen, dass sie vielleicht irgendwie noch ein wenig Gefühle für Clark hegt.

Wer meine Reviews verfolgt, der weiß, dass ich einer der seltenen Fans bin, die dieses Pairing passender finden als Lois & Clark. Dazu sollte man an der Stelle aber vielleicht erwähnen, dass der vorliegende Band ein Sammelband von Einzelausgaben von 2015 ist. Er ist also nicht unbedingt in der jetzigen DC- Kontinuität anzusiedeln. Und dann ist da natürlich noch Batmans Odyssee auf dem Wissensstuhl. Denn diesen fragt er nach der Identität des Jokers und erhält eine “schockierende” Antwort. Diese will man als Leser natürlich auch wissen…

Nun hätte man dies einfach so stehen lassen können, aber zum Glück hat man eben auch hier an die Fans gedacht und Hal fragt Bruce am Ende, nach eben dieser Antwort. Hier werden die Grundsteine für die Zukunft bzw. eine andere Story gelegt. Denn es gibt anscheinend drei Joker! Ebenso wie die Enthüllung über Diana ist dies durchaus spannend. Und das ist auch nicht alles, was hier geboten wird, denn es gibt noch die Antilebensformel und dass einige der Helden gottgleiche Kräfte erlangen (was aber erwartungsgemäß von diesen abgelehnt wird bzw. sie vernünftigen Umgang damit pflegen, was aber die wenigsten überraschen dürfte). Aber das sollte man dann schon selber lesen.

Fazit

Eine große Schlacht, die fast den gesamten Mega-Band einnimmt, war nach diesem Titel sicher zu erwarten gewesen. Dass hier vielleicht ein wenig zu viel Ramba-Zamba gemacht wird, wird zumindest dadurch abgemildert, dass es zwischendrin immer noch schöne Charakterszenen gibt. Auch der ein oder andere Fan-Moment sticht hervor. Es ist also insgesamt eine ausgewogene Mischung. Ob sie was für einen ist, entscheidet man am besten daran, wie viel Action man persönlich gerne sehen möchte. Schlägt hier der Zeiger eher nach “viel”, dann kann man bedenkenlos zugreifen.

3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Geoff Johns
Zeichner: Jason Fabok, Francis Manapul
Originaltitel: Justice League 40-50
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2015
Übersetzer: Christian Heiß
Seitenanzahl: 364
Preis: 36.- Euro
ISBN: 978-3-7416-2236-6
Verlag: Panini

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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