Wir sehen uns den ersten Comic zum neuen Spiel von CD Projekt Red im Detail an.

Inhalt (Klappentext):

In der ebenso bunten wie brutalen Zukunft von Cyberpunk 2077 arbeitet Nadia für die Firma Trauma Team International. Ihr Job? Als Teil einer waffenstarrenden Rettungseinheit holt sie Klienten aus gefährlichen Lagen und Gefechten heraus und versorgt sie sofort medizinisch. Dann jedoch läuft ein Auftrag komplett schief und fordert viele Tote. Auf ihrem nächsten Einsatz muss Nadia nicht nur ihr eigenes Trauma überwinden, sondern außerdem einen Killer retten …

Trauma Team (Panini)

Cyberpunk 2077 – “Trauma Team”

Kritik

Der erste Comic zu “Cyberpunk 2077” erzählt eine für sich stehende Geschichte – in diesem Fall um das titelgebende “Trauma Team”. Zeichnungstechnisch mag man jetzt nicht ganz auf dem Niveau von Superhelden-Comics sein. Vor allem die Hintergründe wirken meist etwas schlicht und die etwas kantigeren und wilden, farbenfrohen Zeichnungen erinnern eher an eine Welt voller Schlieren. Oder anders ausgedrückt: ein Kunstwerk. Das Ganze ist allerdings nicht so schlimm wie etwa in “Dante’s Inferno” und unterstützt bis zu einem gewissen Grad das “Cyberpunk”-Setting. Hier ist eben alles etwas schräger und anders. Dennoch gewöhnt man sich schnell daran und auch Blut spritzt genug, um auch den Gore-Faktor höher zu schrauben.

Kann man nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit der Grafikpracht durchaus zurechtkommen, ist die Story ein anderes Kapitel für sich.

Achtung, im Folgenden werden Spoiler erwähnt!

Denn die Geschichte um das Trauma Team scheint auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Ein Team von Sanitäter, die mit Pistolen und Medizin in die gefährlichsten Gebieten stürmen, um Kunden rauszuholen: Wer sollte sich freiwillig so etwas antun? Aber schnell wird klar, dass die Dinge auch hier nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen.

Die Handlung dreht sich vorrangig um Nadia, die bei eben jenem Einsatz ein Team verloren hat und als einzige Überlebende den Kunden gerettet hat. Einer der nächsten Einsätze führt sie noch tiefer in Feindesland. Und der nächste Kunde ist ausgerechnet derjenige, der ihr Team abgeschlachtet hat. Und da hadert sie mit sich und der Frage, ob sie diesen retten soll oder eben nicht.

So weit, so Standard. Für Nadia kommt an dieser Stelle noch einiges an Charakterentwicklung hinzu, denn sie ist auch mit einem Teamkollegen zusammen und da stellt sie die Frage, ob dieser eher sie oder den Kunden retten würde. Eine gar nicht mal so leichte Antwort, wie man zunächst meinen sollte. Und auch im nächsten Schritt wendet sich das Blatt, denn Nadia trifft ein Kind, das Hilfe braucht. Und an dieser Stelle ist es ausgerechnet der brutale Kunde, der auf ihrer Seite steht und dem Kind helfen will, während sich ihr Team gegen sie wendet. Die Welt ist eben nicht nur schwarz und weiß, sondern viel komplexer und diese Szene spiegelt eigentlich sehr gut wider, worum es in Cyberpunk geht. Daher ist sie zweifellos eines der Highlights des Bandes.

Und damit geht es munter bis zum Ende der Geschichte weiter, denn auch hier gibt es noch mal einen Bogen zu… Aber nein, man muss ja hier nicht alles spoilern. Ein bisschen was dürft ihr ruhig selber lesen. Obwohl man also meinen könnte, der Comic könnte nicht mit dem großen Bruder mithalten, wird hier eine Story in guter “Cyberpunk”-Tradition präsentiert.

Fazit

Die Dinge sind nicht immer, was sie scheinen und so bietet auch dieser Comic die ein oder andere überraschende Wendung, ganz so wie auch im Spiel. Dadurch wurde der Kern von “Cyberpunk” gut eingefangen. Vor allem Personen, die selber spielen, sollten vielleicht den ein oder anderen Blick riskieren

3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Cullen Bunn
Zeichner: Miguel Valderama
Originaltitel: Cyberpunk 2077 – Trauma Team
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Andreas Kasprzak
Seitenanzahl: 104
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-7416-2298-4
Verlag: Panini

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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