Zum Auftakt der neuen “Spider-Woman”-Reihe sehen wir uns den ersten Band näher an.

Inhalt (Klappentext):

Jessica Drew ist Spider-Woman: taffe Superheldin, tolle Mutter – und pleite. Also lässt sie sich ein neues Kostüm schneidern und steigt in die Security- Branche ein. Doch gleich ihr erster Job läuft völlig aus dem Ruder. Auch, weil ihre Vergangenheit Jessica einholt: Die Experimente, die ihr Superkräfte gaben; die Tochter eines alten Feindes, und Geheimnisse ihrer eigenen Familie, von denen sie nicht einmal etwas ahnte. Neue Serie, neues Kostüm, neue Probleme

Spider-Woman 1 (Panini)

“Spider-Woman 1”

Kritik

Die neue “Spider-Woman”-Reihe braucht sich zeichnungstechnisch nicht hinter ähnlichen Publikationen verstecken. Der Detailgrad ist hoch und allgemein ist das Ganze trotz einiger dunkler Szenen – auch bedingt durch Jessicas neues Kostüm – recht farbenfroh. Bei den Charakteren als auch den Hintergründen und Kampfszenen, die einen nicht unerheblichen Teil des Bandes einnehmen, kann man immer alles erkennen.

Und auch die Story versprüht ihren ganz eigenen Charme, obwohl man hier durchaus von einer verstärkten “Marvel-Formel” sprechen kann. Doch der Reihe nach.

Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass Jessica inzwischen Mutter ist und noch immer mit Geldsorgen zu kämpfen hat. Auch das ist ein Punkt, der viele “Marvel”-Stories auszeichnet, denn die Helden sind ganz normale Leute. So findet man sich auch als Leser sofort in Jessica wieder und kann ihre Beweggründe nachvollziehen. Als kleines Detail wird gezeigt, dass auch ihr Sohn Spinnenkräfte besitzt. Die Tatsache, dass sie nicht wie Spider-Man zu ihren Kräften kam, sondern diese durch ein Experiment erhalten hat, ist dann auch im weiteren Verlauf der Story interessant.

Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um die Familie und Jessica muss ihre Vergangenheit aufarbeiten – zumindest teilweise. Dies wird genutzt, um auch neuen Lesern etwas die Hintergründe von Spider-Woman zu erklären, was als Stilmittel auch wunderbar funktioniert. Übrigens legt Jessica in der ganzen Geschichte nicht einmal ihr Kostüm ab. Und auch wenn das neue Outfit einen Venom-Touch hat, vermag es zu gefallen und wirkt passend. Ob man Jessica je in Film-Form sehen wird?

Doch zurück zur Geschichte, denn die ist sowohl von ernsten Tönen als auch von Humor durchzogen. So stolpert Jessica quasi immer von einer Situation in die nächste. Gegner besiegt? Um die Ecke wartet schon der nächste Haufen. Dies lockert die Geschichte nicht nur auf, sondern dient auch als kleiner Anker in der Handlung. Im Grunde rettet man sich von einer witzigen Lage zur nächsten und auch die Bösewichte machen da fleißig mit. Wie gesagt, es ist zum Teil die “Marvel-Formel”, die hier angewendet wird. Diese funktioniert aber immer noch blendend – abgewechselt mit schönen Actionszenen, in die teilweise auch Humor eingebettet worden ist.

Darüber hinaus ist Jessica auch nicht zimperlich. Da werden Bösewichte schonmal über den Jordan geschickt oder sitzen in explodierenden Helikoptern fest. Fast schon zu brutal wirkt es, auf der anderen Seite aber auch passend, wenn sie etwa ein vorlautes Kind einfach ins Wasser schubst. Die Sympathien sind also von Anfang bis Ende bei Jessica und man fiebert mit ihr mit. Da ist es auch nicht so schlimm, dass am Ende ein paar Klischees, wie etwa der bösen Mutter, enthüllt werden. Hier ist man wirklich auf die Fortsetzung gespannt.

Fazit

Nicht zuletzt der Humor, die etwas andere, da nicht zimperliche Heldin sowie die durchaus gelungenen Zeichnungen runden diesen Band hervorragend ab. Wer “Spider-Woman” noch nicht kennt, kann hier getrost einsteigen und diese Heldin (neu) kennenlernen.

4 out of 5 stars (4 / 5)

Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Karla Pacheo
Zeichner: Pere Perez
Originaltitel: Spider-Woman 1-5
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Caroline Hidalgo
Seitenanzahl: 140
Preis: 17.- Euro
ISBN: 978-3-7416-1931-1
Verlag: Panini

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Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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