Die Finalepisode von “Star Trek: Voyager” jährt sich in diesen Tagen zum 20. Mal. Die TZN-Redaktion wirft anlässlich dieses Jubiläums einen Blick zurück auf die Top und Flop Five-Episoden der Serie. Der dritte Teil stammt von Christopher Kurtz.

“Star Trek: Voyager”-Serienlogo (© ViacomCBS)

Top 5

VOY 1×07 “Das Nadelöhr” / “Eye of the Needle”

Story: Hilary J. Bader; Drehbuch: Bill Dial & Jeri Taylor; Regie: Winrich Kolbe; Erstausstrahlung USA: 20.02.1995; Erstausstrahlung Deutschland: 26.07.1996

Die Crew der Voyager entdeckt ihre erste große Chance, die Reise in den Alpha-Quadranten abzukürzen: ein Wurmloch. Zur Enttäuschung der Crew ist die Abkürzung durch das Raum-Zeitgefüge zu klein für das Schiff, aber ein Kommunikationsversuch gelingt. Auf der anderen Seite wartet jedoch nicht die Föderation, sondern ein romulanisches Forschungsschiff, dessen Captain einen Hinterhalt wittert.

“Just our luck. We raise one ship from the Alpha Quadrant and it has to be Romulan.”

B’Elanna Torres

Dr. Telek R'Mor in "Eye of the Needle"Bild: ViacomCBS

Dr. Telek R’Mor in “Eye of the Needle”

Es ist zwar jede:r Zuschauer:in sofort klar, dass die Voyager nicht bereits nach sieben Episoden im Delta-Quadranten die Heimreise gelingen kann, aber dennoch bleibt die Episode spannend. Im Zentrum steht nämlich das schier unüberwindbare Misstrauen zwischen Janeway und dem Captain des romulanischen Schiffes auf der anderen Seite. Gespielt wird dieser von “Star Treks” Allzweckwaffe Vaughn Armstrong (Admiral Forrest aus “Enterprise”). Leider unterstreicht die Intensität dieser Folge auch ein grundlegendes Problem von “Voyager”: Die neuen Antagonisten des Delta-Quadranten sind nicht spannend genug, um eine Folge mit ähnlich dichter Atmosphäre zu tragen.

VOY 2×23 “Das Ultimatum” / “The Thaw”

Story: Richard Gadas; Drehbuch: Joe Menosky; Regie: Marvin V. Rush; Erstausstrahlung USA: 29.04.1996; Erstausstrahlung Deutschland: 20.03.1998

Eine wunderbar surreale Episode, in der ein Außenteam der Voyager in einer außerirdischen virtuellen Realität eingesperrt wird. Dort herrscht eine tyrannische KI, die ihre Macht aus der Angst der eingeschlossenen Besucher bezieht.

“The only thing we have to fear is fear itself.”

Harry Kim zitiert Franklin D. Roosevelt

Eine wunderbar abstrakte, klassische Parabel, die nicht nur toll gespielt, sondern auch überaus befriedigend aufgelöst wird. Sicher nicht die beste aller Voyagerfolgen, aber da sie auf den meisten Bestenlisten fehlt, führe ich sie hier der ausgleichenden Gerechtigkeit halber mit auf.

VOY 4×14 “Flaschenpost” / “Message in a Bottle”

Story: Rick Williams; Drehbuch: Lisa Klink; Regie: Nancy Malone; Erstausstrahlung USA: 21.01.1998; Erstausstrahlung Deutschland: 03.08.1999

Die Voyager kann durch das Kommunikationsnetzwerk der Hirogen das Programm des Doktors auf ein Föderationsschiff am Rande des Kommunikationsbereiches schicken. Als der Doktor auf der Krankenstation der U.S.S. Prometheus erscheint, muss er feststellen, dass die Sternenflottencrew von Romulanern überwältigt und das Schiff entführt wurde. Seine einzige Unterstützung ist das MHN der Prometheus, das Model der Version 2, das sich ihm in allen Belangen überlegen fühlt.

“Beep beep beep, beep beep beep? I’ve never heard that one before.”

MHN Mark II

“Message in a Bottle” ist gleichsam eine wichtige Folge in der Kontinuität der Serie und eine sehr unterhaltsame Action-Komödie. Andy Dick als MHN Mark II ist ein toller Partner für Robert Picardos Doktor und beide sorgen mit fantastischem Timing dafür, dass der Wortwitz und Slapstick der Episode funktioniert. Auf der anderen Seite reißt die Folge auch mit, denn es steht für die Voyager die erste (obgleich indirekte) Kontaktaufnahme mit der Föderation nach über dreieinhalb Jahren auf dem Spiel. Das Sahnehäubchen sind dann noch die gut choreographierten visuellen Effekte.

VOY 4×19 “Das Todesspiel, Teil 1 & 2” / “The Killing Game, Part 1 & 2”

Story & Drehbuch: Brannon Braga & Joe Menosky; Regie: David Livingstom (Part 1) & Victor Lobl (Part 2); Erstausstrahlung USA: 15.07.1998; Erstausstrahlung Deutschland: 04.12.1999

Das Holodeck wird kräftig mitgenommen in "The Killing Game, Part II"Bild: ViacomCBS

Das Holodeck wird kräftig mitgenommen in “The Killing Game, Part II”

Eine Hirogenexpedition hat die Voyager unter ihre Kontrolle gebracht und zwingt die Crew, in Holodecksimulationen als Beute herzuhalten. Während Karr, der Alpha der Gruppe, hofft, seinem nomadischen Volk so einen Weg in die Sesshaftigkeit und einen zivilisatorischen Sprung zu ermöglichen, erliegt sein Beta Turanj in einer Simulation der deutschen Besatzung im Frankreich des 2. Weltkriegs den rassischen Überlegenheitsphantasien der Nationalsozialisten.

Qapla’, Gentlemen, Qapla’!”

Der Doktor zu den klingonischen Kriegern, die gegen Nazis in die Schlacht ziehen

Die Doppelfolge ist bemerkenswert, da sie in vielerlei Hinsicht Parallelen zu HBOs Neuauflage von “Westworld” aufweist. Ansonsten ist “The Killing Game” ein solides Actionstück mit einer einfachen, aber wichtigen Moral. Sehenswert ist sicherlich die Szene, in der eine Horde klingonischer Krieger aus einer anderen Simulation in die Schlacht gegen SS- und Wehrmachtssoldaten zieht.

VOY 5×26 & 6×01 “Equinox, Teil 1 & 2” / “Equinox, Part 1 & 2”

Story: Rick Berman, Brannon Braga & Joe Menosky; Drehbuch: Brannon Braga & Joe Menosky; Regie: David Livingston; Erstausstrahlung USA: 26.05.1999; Erstausstrahlung Deutschland: 14.10.2000

Die Equinox wird von der U.S.S. Voyager in "Equinox, Part II" angegriffenBild: ViacomCBS

Die Equinox wird von der U.S.S. Voyager in “Equinox, Part II” angegriffen

Die Voyager findet ein zweites Föderationsschiff, dass vor ihr vom Fürsorger in den Delta-Quadranten entführt wurde: die U.S.S. Equinox. Deren Crew wird von einer nucleogenischen Lebensform angegriffen, und die Voyager kommt in letzter Minute zu Hilfe. Schnell wird klar, dass die “guten Geister” der Ankari die Equinox nicht grundlos angreifen und dass Captain Ransoms Crew den Regeln der Sternenflotte im Delta-Quadranten deutlich weniger Gewicht beimisst als Janeways Crew.

“Starfleet Regulation 3, Paragraph 12: In the event of imminent destruction, a captain is authorized to preserve the lives of his crew by any justifiable means.”

Captain Ransom rechtfertigt seine Handlungen

Ähnlich wie “Year of Hell” zeichnet “Equinox” ein weit realistisches Szenario für eine Science-Fiction-Serie mit der Prämisse “70.000 Lichtjahre von der nächsten Unterstützung und auf sich allein gestellt”. Die Equinox ist eine Art utilitaristisches Spiegeluniversum der Voyager. Natürlich greift das in zwei Episoden zu kurz, um Untiefen auszuloten oder gar Ransom als einen Janeway moralisch ebenbürtigen Gegenspieler aufzubauen. Dafür ist auch der Plot zu simpel gestrickt. Aber der Zweiteiler unterhält, weil er die Tür zu einer stärker serialisierten und konfliktlastigen Odyssey aufstößt. Letztlich sollte aber nicht “Voyager” diese mutigere Version eines Weltraumdramas zeigen, sondern der Reboot von “Battlestar Galactica” von “Star Trek”-Alumnus Ronald D. Moore.

Flop 5

VOY 2×15 “Die Schwelle” / “Threshold”

Nach einem Transwarp-Experiment beginnt Tom Paris zu mutieren.

“Here lies Thomas Eugene Paris, beloved mutant.”

– Tom Paris

Eine fantastisch schlechte Episode, die alle Beteiligten gerne ungeschehen machen möchten.

VOY 3×07 “Das Ritual” / “Sacred Ground”

Story: Geo Cameron; Drehbuch: Lisa Klink; Regie: Robert Duncan McNeill; Erstausstrahlung USA: 30.10.1996; Erstausstrahlung Deutschland: 12.06.1998

Janeway trägt Kes in den Schrein in "Sacred Ground"Bild: ViacomCBS

Janeway trägt Kes in den Schrein in “Sacred Ground”

Um Kes nach einem Unfall zu retten, unterzieht sich Captain Janeway einem spirituellen Ritual der Nechani. Janeways Bemühungen um eine Heilung schlagen jedoch sämtlich fehl, solange sie die Übung mit dem kritischen Geist einer Wissenschaftlerin angeht.

“Even when her science fails right before her eyes she still has full confidence in it. Now there’s a leap of faith.”

Die Geister der Vorfahren

Aus Shakepeares “Hamlet” kennen wir den Spruch “es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt.” Zwar fällt der Satz im Stück ironisch, was aber seit Jahrhunderten Esoteriker nicht daran hindert, mit diesem Zitat sophistisch gegen den kritischen Rationalismus und die Normen der Intersubjektivität zu sticheln. Wissenschaftliches Arbeiten und rationaler Diskurs sind ungemein anstrengende Übungen, produzieren ungeliebte Antworten (“Menschen sind auch Primaten.”, “Unser Lebenswandel zerstört die Lebensgrundlagen auf der Erde.”, “Die Erde ist nicht Mittelpunkt des Universums.”) und können nicht jede unsinnige Frage untersuchen, nur weil man sie aus Worten bilden kann (“Was ist der Sinn des Lebens?”, “Warum fliegt eine Teekanne im Orbit um den Mars?”, “Warum ist das Pferd vorne hinten als höher?”). Gerne wird verdrängt, dass diese Disziplinen der Aufklärung bessere Grundlage für ein friedliches Zusammenleben, die Weiterentwicklung der Menschheit und die Lösung von komplexen Problemen sind als die angebotenen romantisierten Alternativen. “Star Trek” ist absichtsvoll so angelegt, dass auch scheinbar fantastische Elemente letztlich eine rationale Basis haben, und viele Episoden drehen sich ausschließlich darum, diese (mit viel Hilfe von Techno-Babbel) freizulegen, um soziale, moralische, medizinische und sonstige Krisen zu bewältigen.

“But there’s no such thing as the unknown, only things temporarily hidden, temporarily not understood.”

James T. Kirk

Klink und Cameron wollen sich mit diesem Stück nun ein bisschen Auszeit von der drögen, anstrengenden und so gar nicht romantischen wissenschaftlichen Weltanschauung gönnen. Das gelingt ihnen hervorragend. Übrig bleibt ein Gaga-Rührstück, das uns vermitteln soll, ruhig  esoterischen Schwachsinn zu glauben – auch wenn es um Leben und Tod geht. Was soll schon schiefgehen?

Als Feigenblatt für die Moral der Episode werden dem Doktor in letzter Sekunde noch ein paar Worte Techno-Babbel in den Mund gelegt, um notdürftig den Anschluss an die fiktionale Realität des restlichen “Star Trek”-Universums zu finden. Aber alles in Allem ist “Sacred Ground” eine kaum erträgliche Selbstdemontage einer der wenigen kritisch-rationalen Pfeiler unserer Zauberer-, Superhelden- und Jedi-durchtränkten Popkultur.

VOY 4×11 “Apropos Fliegen” / “Concerning Flight”

Story: Jimmy Diggs & Joe Menosky; Drehbuch: Joe Menosky; Regie: Jesús Salvador Treviño; Erstausstrahlung USA: 26.11.1997; Erstausstrahlung Deutschland: 02.01.1999

Nach einem Angriff auf die Voyager ist unter anderem der mobile Emitter des Doktors gestohlen worden. Janeway stellt den Dieben nach und macht sich auf deren Planeten die Hilfe des holographischen Leonardo Da Vinci zu nutze, der glaubt, nach Amerika gelangt zu sein.

“Earthquakes and idiots… Florence be damned!”

Leonardo da Vinci

Eine von vorne bis hinten absurde Episode, die das Potential eines mit der Realität des 24. Jahrhundert konfrontierten Leonardo Da Vinci zu Gunsten oberflächlicher Gags und mäßiger Actioneinlagen ignoriert.

VOY 7×08 “Nightingale” / “Nightingale”

Story: Robert Lederman, Dave Long; Drehbuch: André Bormanis; Regie: Levar Burton; Erstausstrahlung USA: 22.11.2000; Erstausstrahlung Deutschland: 03.08.2001

Im siebten Jahr der Heimreise darf Fähnrich Kim das Kommando über ein außerirdisches Schiff übernehmen und ist hoffnungslos überfordert.

“I should have stuck to playing Buster Kincaid…”

Harry Kim

An Garrett Wangs Stelle hätte ich mich geweigert, diesen Part zu spielen und dafür lieber einen unrühmlichen Bildschirmtod in Kauf genommen. Nach sieben Jahren als Brückenoffizier und mehr durchstandenen Abenteuern als die meisten Kapitän:innen der Flotte sollen wir ihm die schlimmen Anfängerfehler abkaufen, die ihm “Nightingale” andichtet. Chronisch für eine Serie, die es in sieben Jahren nicht fertig bringt, dem tüchtigen Offizier auch nur die Beförderung zum Lieutenant zu gewähren.

VOY 7×20 “Die Veröffentlichung” / “Author, Author”

Story: Brandon Braga; Drehbuch: Phyllis Strong & Mike Sussman; Regie: David Livingston; Erstausstrahlung USA: 18.04.2001; Erstausstrahlung Deutschland: 18.01.2002

Das Selbstportrait des Doktors als Erzähler in "Photonen brauchen Freiheit" aus "Author, Author"Bild: ViacomCBS

Das Selbstportrait des Doktors als Erzähler in “Photonen brauchen Freiheit” aus “Author, Author”

Der Doktor hat sein Erstlingswerk als Holoroman-Autor “Photonen brauchen Freiheit” fertig gestellt. Die Crew ist entsetzt, da der Doktor die plakativ diskriminierenden und schikanierenden Figuren seines Romans nach ihrem Erscheinungsbild gestaltet hat. Als der Doktor daraufhin seinen Verleger kontaktiert, um vor der Veröffentlichung eine Überarbeitung vorzunehmen, stellt er schockiert fest, dass dieser den Roman gegen den Willen des Doktors bereits veröffentlicht hat. Vor Gericht muss verhandelt werden, ob der Doktor als Hologramm Urheberrechte an “Photonen brauchen Freiheit” gegen den Verleger durchsetzen kann.

“Sorry, it’s just frustrating to hear that I have no more legal standings than a replicator.”

The Doctor

“Author, Author” ist eine lauwarme Neuauflage von “The Meassure of a Man” mit wenig Verständnis oder Fingerspitzengefühl für die Schwere des behandelten Themas. In der herausragenden “TNG”-Episode wird langsam und stetig der schockierende Kern der vordergründig akademischen Auseinandersetzung über Eigentumsrechte freigelegt, als Guinan Picard die Parallelen zu Sklaverei erkennen lässt. Dagegen ist “Author, Author” ein trivialisierender, unnötiger und unfokussierter Exkurs in das ernste Themengebiet. Dabei gewinnt die Episode dem Grundrechtsthema nichts Neues ab und fällt in ihrer Auflösung hinter “The Measure of a Man” zurück, indem sie dem Doktor explizit keine Persönlichkeitsrechte, wohl aber die Urheberschaft und damit Kontrolle über den Roman zuspricht. Statt die Frage zu beantworten, wie die Föderation über ein Jahrzehnt nach dem wegweisenden Grundsatzurteil zu Gunsten von Data den Doktor nicht selbstverständlich als Person anerkennen kann, zeigt sie zum Ende gar einen Gulag, in dem ausrangierte MHN Mark I Bergbau betreiben.

Das Beitragsbild wird verwendet mit freundlicher Genehmigung von Adam “Mojo” Lebowitz (https://darthmojo.wordpress.com/).


Christopher Kurtz

Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

9 Kommentare

Kira Yoshi · 29. Mai 2021 um 13:00

“jede:r Zuschauer:in” – Danke für die Diskriminierung männlicher Wesen. Ich bevorzuge “jede Zuschauerin und jedem Zuschauer”. Alles andere ist grammatisch und rechtschreiblich FALSCH. Es ist schon irrwitzig, welche Blüten der Genderwahnsinn hervor bringt. Welche Angst steckt dahinter? Nicht “politisch korrekt” zu sein? Dafür lieber die Identität zu opfern? Schon mal nachgelesen, wieviel Prozent die Genderei ablehnen? Bitte informieren! Ich hoffe, es gibt zukünftig genug starke und wache Geister, um die deutsche Sprache zu retten und diesen Blödsinn zu beenden…

    TrekZone Network · 29. Mai 2021 um 16:34

    Hallo Kira,

    du darfst gerne anderer Meinung sein und sie bei uns artikulieren. Gleichzeitig halte ich es nicht für konstruktiv, diese Diskussion unter jedem Artikel zu führen. Du hast hier und anderswo deinen Standpunkt deutlich gemacht und ich habe dir dazu bereits ausführlich geantwortet. Unsere Redaktion wird inklusive Sprache so handhaben, wie wir das im Einzelfall für angemessen halten. Unabhängig vom Thema gilt, dass wir Unterstellungen und unnötige Polarisierung/Provokationen in unserem Kommentarbereich nicht willkommen heißen und um einen wertschätzenden Umgang innerhalb und zwischen Community und Redaktion bitten.

    Weiterhin viel Spaß im TrekZone Network
    Christopher

Kira Yoshi · 29. Mai 2021 um 21:19

Sie schreiben es ja selbst: “im Einzelfall”. Nur weil eine verschwindend geringe Anzahl an Menschen sich nicht zu einem Geschlecht entscheiden kann, finde ich es unsinnig, daß ALLE Menschen darunter leiden müssen. Sehen Sie sich DISCOVERY an, dann wissen Sie, was ich meine. EINZELFALL eben. Ich bin auch gern bereit, im EINZELFALL einer Person Respekt zu zollen, aber nicht im Rundumschlag. Dagegen wehre ich mich. Ich hoffe, hier gilt Meinungsfreiheit…

    TrekZone Network · 30. Mai 2021 um 11:27

    Meinungsfreiheit bedeutet, dass dir niemand verbieten kann, deine Meinung kund zu tun und mit eigenen Mitteln und auf eigene Kosten zu verbreiten. Es bedeutet nicht, dass du einen Anspruch auf eine kostenlose Plattform, einen Verleger, ein Publikum oder gar Zustimmung und Applaus hast. So sind auch wir keineswegs verpflichtet, deine Beiträge zu veröffentlichen.

    Diskurs untereinander und mit der Community ist uns außerordentlich wichtig. Dabei fühlen wir uns auch für einen konstruktiven und wertschätzenden Umgang verantwortlich. Du charakterisierst meinen Sprachgebrauch als “irrwitzig”, “Genderwahnsinn” und “Blödsinn”, unterstellst mir explizit und implizit Angst, “Identität zu opfern”, sowie nicht informiert zu sein, und teilst die Welt in “starke und wache Geister” (du?) und den Rest (ich?) auf. Dem Kollegen Götz hast du im Kommentar davor ebenfalls ordentlich eingeschenkt. Das finden wir problematisch und sprach für eine starke Kürzung oder gar Löschung deiner Kommentare. Die Diskussion zum Umgang mit deinen letzten Beiträgen hat in unser Redaktion zu einer Beratung mit über 20 Wortmeldungen geführt. Wir haben uns knapp für eine ungekürzte Veröffentlichung entschieden, weil wir die inhaltliche Kritik am Sprachgebrauch zulassen wollten.

    Dennoch würde ich dich gerne zu einem Perspektivwechsel einladen. Das TrekZone Network erhalten wir mit viel Herzblut, ehrenamtlicher Arbeit und privatem Geld am Leben, und stellen alle Inhalte kostenlos und werbefrei zu Verfügung – auch wenn darin (wie in das “Endgame”-Feature) mehrere Personenwochen Arbeit geflossen sind. Würdest du an unserer Stelle die teils derbe Kritik an deinem Werk und deiner Person auf eigene Kosten veröffentlichen, so dass sie dank Wayback Machine auch für alle Zeiten im Netz für Famile/Freunde/Bekanne/Kunden/Arbeitgeber unter deinem Klarnamen nachzulesen ist? Und würdest du dir aus der gleichen Richtung deinen Sprachgebrauch diktieren lassen? Angesichts deiner Reaktion auf einen vermeintlich falsch gesetzten Doppelpunkt halte ich das für sehr unwahrscheinlich.

    Unsere Redaktion jedenfalls wird in beiden Fragen das Hausrecht nicht aus der Hand geben.

    Weiterhin viel Spaß im TrekZone Network
    Christopher

    P.S.: Ebenfalls ein nützlicher Perspektivwechsel: Ich würde an deiner Stelle hinterfragen, ob es für Vertreter:innen der Mehrheitsgesellschaft argumentativ klug ist, sich dem Thema “inklusive Sprache” aus einer empfundenen und so artikulierten Opferrolle zu nähern. Das provoziert den direkten Vergleich mit den realen und nicht unerheblichen Problemen von LGBT+-Personen, und ist geeignet, dir Spott und Häme einzuhandeln.

      Kira Yoshi · 1. Juni 2021 um 23:22

      Es tut mir sehr leid, wenn Sie sich persönlich angegriffen fühlen. Ich finde es bemerkenswert. Welche meiner Aussagen sind Ihrer Meinung nach persönlich? Meinerseits war es nicht persönlich gemeint. Es ist nur frustrierend, an alles Ecken und Enden diese unmöglichen und künstlich erzeugten Abscheulichkeiten zu lesen, leider nun auch hier. Wenn Sie sich die Mühe machen und meinen Text genau lesen, werden Sie feststellen, daß ich nichts persönlich geschrieben habe. Was Sie bemängeln, habe ich als allgemeine Blüten beschrieben. Bezüglich der Ängste war es eine Frage und keine Aussage. Ihre Reaktion könnte jedoch darauf hinweisen, daß Sie selbst nicht ganz glücklich mit der umständlichen Schreiberei sind und aus mir unbekannten Gründen sich nicht trauen, wieder zum alten Standart zurück zu kehren. Ich betone hier explizit KÖNNTE. Also bitte keine Mißverständnisse…
      Auf meinen Einwurf, sich an Discovery ein Beispiel zu nehmen, nämlich im EINZELFALL der Person Respekt zu zollen, sind sie leider nicht eingegangen. Stellen Sie sich mal vor, es würde ständig von Captain:innen, Kadett:innen oder gar Nummer Eins:innen usw geprochen werden. Ich glaube, sehr viele Leute würden beizeiten abschalten. Man kann nämlich alles übertreiben und aktuell sind wir auf einem schlechten Weg dahin. Ich beobachte, daß durch die gräßliche Sprache mehr Frust und Wut auf “Gender” aufgebaut wird, als daß es etwas positives für sie bringt. Toleranz geht anders. Toleranz ist ein GEFÜHL! und keine künstliche Sprache. Es kann also ganz schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn es so weiter geht. Und das würde mir nicht gefallen!

Steve · 31. Mai 2021 um 23:42

Aber euch ist schon klar, dass die Lesbarkeit unter solchen Formulierungen leidet? Ich musste auch erst zwei Mal lesen, um zu erkennen, dass “jedem Zuschauer” gemeint war, und das stört halt den Lesefluss. Ich fühlte mich nicht diskriminiert, und zugegeben, Kira Yoshis Kritik fällt harsch aus, aber es ist nicht so, dass er nicht einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag gebracht hätte, der sowohl Gendern als auch Lesefluss unter einen Hut bringt: “jede Zuschauerin und jedem Zuschauer”

Und so ganz konsequent seid ihr beim Gendern auch nicht. “…die meisten Kapitäne der Flotte …”

    TrekZone Network · 1. Juni 2021 um 18:44

    Check, da gehen mir/uns immer wieder welche durch. Ich will nicht lügen: Es ist nicht gewohnt so zu schreiben/zu lesen. Für mich persönlich habe ich die vorläufige Erkenntnis gewonnen, dass sich daran aber auch nichts ändern wird, wenn ich es nicht mal eine Weile ausprobiere. Ob und wie lange ich es durchhalte, steht auf einem anderen Blatt. 😉

    Die Frage ist, welches Problem ich lösen will. Zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist “Zuschauerin und Zuschauer” ok, zur Inklusion von nicht-binären Personen taugt es leider nicht. Ich schiele auf letzteres.

    Danke für das Feedback und weiterhin viel Spaß bei uns!
    Christopher

    Kira Yoshi · 1. Juni 2021 um 23:25

    Danke schön. Du hast verstanden, was ich meine… :o)

      Kira Yoshi · 1. Juni 2021 um 23:26

      Steve war hier gemeint…

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