Wir sehen uns den neuen Star Wars-Kopfgeldjägerstreich an – ganz ohne Mando.

Inhalt (Klappentext):

Auf den Cyborg Valance wurde ein Kopfgeld ausgesetzt. Und so befindet er sich mit einer wertvollen Fracht an Bord auf dem Weg zu der einzigen Person, der er vertrauen kann. Gleichzeitig sind ihm zwei Kopfgeldjäger im Auftrag des Unbroken-Clans auf den Fersen – und den gewieften Jägern 4-LOM und Zuckuss entkommt so leicht keiner. Nachdem Valance verletzt wird, sieht er nur noch eine Möglichkeit, er muss sich mit seiner alten Liebe an einem geheimen Treffpunkt verabreden, während seine Verfolger immer näher kommen.

Kopfgeldjäger: Im Fadenkreuz (Panini)

Kopfgeldjäger: Im Fadenkreuz

Kritik

Im zweiten Kopfgeldjägerband tauchen die vormals eingeführten – nunja – Kopfgeldjäger wieder auf. Zeichnungstechnisch ist man dabei auf gewohnt gutem Niveau geblieben. Die Panels sind farbenfroh, die Details vor allem auch in den Kampfszenen vorhanden und auch die Mimik der Gesichter ist derart gut getroffen, das man Emotionen erkennen kann. Was will man mehr? Lediglich das letzte Drittel des Bandes wirkt etwas verwaschen, fast so, als wären die Seiten zweimal bedruckt worden. Normalerweise kommt sowas schon mal vereinzelt vor, hier aber ist es derart häufig, dass es schon störend ist. Vielleicht ist das aber nur bei meinem Band so gewesen und in der späteren Auflage dann weg.

Was die Geschichte angeht steht vor allem Beilert Valance im Mittelpunkt, der sich von einem ehemaligen Bösewicht in diesem Band zu einem waschechten Helden mausert. Darüber hinaus sind auch noch 4-Lom, Zuckuss, Bossk und Dengar mit von der Partie, auch wenn man die alle aus den Filmen kennt. Zunächst allerdings verschafft sich Valance weitere Sympathiepunkte, in dem man immer wieder Ereignisse aus seiner Vergangenheit eingeflochten hat. Etwa eine Art Freundschaft mit Han Solo oder warum er seine Jugendliebe verlassen hat.

Gerade letztere Szene punktet dabei und zeigt, was der liebe Held hier alles verloren hat, teils durch eigene Dummheit. Dabei begeht man nicht den Fehler, seine Freundin einfach umzubringen, als er sie wiedertrifft. Klar, beide haben sich weiterentwickelt, aber man hält sie so in der Hinterhand für potentielle weitere Auftritte. Zudem wird auch klar, wie das Imperium seine Jägerpiloten und Soldaten behandelt und sie als nicht mehr als Kanonenfutter ansieht. Auch hier muss Valance an seinen Fehler – oder in dem Fall Verletzungen – wachsen, bis er zu dem wird, den wir hier sehen.

In diesen Anfangssequenzen kommen auch 4-Lom und Zuckuss gut zur Geltung und zeigen ein wenig mehr Actioneinsatz als noch in den Filmen (okay, damals ging es nicht anders) oder gar den Legends. Da wirkt das spätere Auftauchen von Dengar fast schon zahm dagegen. Wobei Dengar auf der einen Seite etwas naiv wirkt, auf der anderen Seite dann, als er mit Valance arbeiten muss, fast schon wieder zu schlau. Doppeltes Spiel oder weiß man noch nicht genau, ob man ihn zum Schurken oder Helden hochstilisieren soll? Ähnlich ergeht es am Ende Bossk, der in einer Jagdgeschichte auftritt, die einfach nur da ist… nun, dass sie eben da ist und unseren Jägerfreund in eine Actionsequenz nach der anderen schickt. Gut, Bib Fortuna ist auch da und der Twist am Ende dieser Sektion ist gelungen und erinnert an die alten Jabba-Comics. Trotzdem bleibt bei diesem Abschnitt etwas der Eindruck, dass man hier Füllmaterial brauchte.

Doch davon abgesehen dürfen auch in der Valance-Story ein paar andere Personen glänzen. Seine erwähnte Freundin etwa oder eben Offiziere auf dem Rebellenschiff. Das sind zwar alles nur One-Time-Charaktere, aber sie bereichern die Geschichte durchaus. Und ja, so ein wenig hat man den Eindruck, man will hier einen neuen coolen Boba Fett heranzüchten, nachdem dieser ja, nicht zuletzt durch seine eigene Serie, erstmal aus dem Spiel ist. Schlimm ist das (noch) nicht und vor allem das Ende verspricht ein Zusammentreffen der besonderen Art. Valance hat, vom Beliebtheitsgrad her, inzwischen das Potential, genauso kultig wie Aphra zu werden. Sehen wir mal, wo diese Storylines weiter hinführen.

Fazit

Krachende Action, eingebettet in gute Charakterszenen. Dazu (mehr oder weniger) bekannte Figuren aus den Filmen, die hier ebenfalls glänzen dürfen – wenn auch manchmal etwas zu aufgesetzt. Trotzdem insgesamt eine gute Mischung, die Spaß macht und Lust auf mehr.

Bewertung 4 out of 5 stars (4 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Ethan Sacks
Zeichner: Paolo Vianelli
Originaltitel: Star Wars – Bounty Hunters 6-11
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Justin Aardvark
Seitenanzahl: 144
Preis: 17.- Euro
ISBN: 978-3-7416-2353-7
Verlag: Panini

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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