Die nächste Ausgabe der Monatsreihe bringt eine alte Storyline zurück.

Inhalt (Klappentext):

Die junge Jedi-Ritterin Keeve Trennis erfährt ein furchtbares Geheimnis – ein Geheimnis, das ihr Meister bereits lange mit sich trägt. Kann sie ihm jemals wieder vertrauen? Das große große Finale des ersten Comic-Storybogens aus Ära der Hohen Republik, dem neuen, groß angelegten Literaturprojekt.

Star Wars 73 (Panini)

Star Wars 73

Kritik

In Ausgabe 73 erleben wir nicht nur die Fortsetzung der Hohen Republik-Story, sondern auch die von Darth Vader, die ja vor zwei Ausgaben geendet hatte. Warum man nicht erst wie früher eine Storyline zuende brachte und dann mit der anderen fortfuhr, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ob man vom Hohe Republik-Hype profitieren wollte? Oder war einfach das neue Material aus den USA nicht schnell genug da?

Wie dem auch sei, die Zeichnungen des Bandes sind natürlich wieder auf gewohnt gutem Niveau. Die Gesichter der Charaktere transportieren Emotionen, in den Actionszenen kann man immer alles erkennen und lediglich bei dem großen Monsterclash in der zweiten Geschichte kann man vielleicht etwas meckern, das hier Vader und Palpatine nur mit kleinen Kreisen dargestellt wurden. Immerhin kommt so die Größe der Monster gut zum Tragen.

Handlungstechnisch ist im Hohen Republik-Teil vor allem ein Kampf vorherrschend. Denn die Drengir und die Hutts greifen an und auch wenn es eine etwas ungewöhnliche Allianz am Ende gibt, so täuscht das nicht darüber hinweg, das es hier eine Klopperei gibt, die der von Superheldencomics in nichts nachsteht.

Immerhin sind hier auch noch ein paar gute Charakterszenen eingeflochten, denn Sskeers “Befreiung” aus dem Vorgängerband war anscheinend doch nicht so endgültig wie vermutet (was die Kritik am vorherigen Band etwas relativiert). Am Ende wird sogar ein Opfer gebracht – ob zumindest DIES endgültig sein wird, wird erst die nächste Ausgabe zeigen. Zumindest im Augenblick sind die Drengir geschlagen.

Die zweite Story um Darth Vader geht auf Exegol weiter. Wir erinnern uns, dass der Dunkle Lord zusammen mit Oochi vor Palpatines Tempel steht. Hier ist auch Palpatine anwesend und es gibt – erneut – einen Monsterclash, wobei natürlich kein Zweifel daran besteht, das der Imperator gewinnt. Überhaupt muss man langsam an den Methoden zweifeln. Ja, Vader auf Selbstmordmissionen schicken gab es schon in den Legends zuhauf als Prüfung (unvergessen sein Darth Maul-Kampf). Hier wird es aber mit den Riesenmonster auf ein neues “immer größer, immer mehr”-Level getrieben – und ja, man merkt schon, ich bin kein Fan von Kosmozoanen (für alle, die diesen Star Trek-Begriff nicht kennen: Das sind gewaltige Weltraumlebewesen). Nicht weil mich das Prinzip abschreckt, sondern weil sie, wie auch hier, allzu oft als Deus Ex Machina eingesetzt werden. Und zudem für ihre Größe immer sehr leicht besiegt werden.

Die wahre Enttäuschung kommt dann aber, als Vader den Tempel betritt und was eigentlich wohl als Fanservice Deluxe bezeichnet werden sollte. Denn hier trifft Vader auf die Snoke-Klone, auf Lukes abgetrennte Hand aus Episode V und die Sith-Flotte der Letzten Ordnung. An und für sich ist das ja in Ordnung (Achtung, Wortspiel!), aber es gibt an der Stelle eben auch das große ABER. Denn wenn Vader das alles weiß, warum zum Geier hat er Luke nichts davon gesagt? Sein Angriff auf Palpatine in Episode VI ist somit mehr als bedeutungslos. Vor allem schmälert es auch Vaders Leistung irgendwie. Palpatine kann Vader mit einem großen Monster besiegen, wird dann aber einfach in den Schacht geschubst?

Doch zurück zu Exegol. So schön die Verquickung zu Episode IX auch ist, ändert das halt nichts daran, das der Film nicht gut war und Logiklöcher hatte und diese Offenbarungen denn auch für Vader keinerlei Sinn machen. Selbst wenn er in Episode VI keine Zeit hatte, das alles zu offenbaren, hätte er es spätestens als Machtgeist gekonnt (Ende von Episode VI anyone?). Er hätte Luke also damals schon nach Exegol führen sollen, ja müssen, um die Sache zu beenden. Mit anderen Worten, der ganze Strang auf Exegol funktioniert halt leider für mich nicht, da er nur Widersprüche aufwirft. Hier hätte die Storygroup wirklich besser aufpassen müssen.

Natürlich kann es sein, das man Vaders Erinnerungen am Ende noch irgendwie löscht, aber auch das würde einen fahlen Nachgeschmack haben. Wie es ausgeht wird man dann wohl in der nächsten Ausgabe sehen.

Fazit

Die Hohe Republik-Story kann durchaus noch punkten, auch wenn sie fast ein wenig zu actionlastig ist. Der Vader-Teil will Fanservice bieten, scheitert aber leider an der unbedingten Verknüpfung zu Episode IX und wirkt etwas halbgar. Insgesamt gab es also schon bessere Bände.

Bewertung 2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Cavan Scott
Zeichner: Ario Anindito
Originaltitel: Star Wars – The High Republic 5, Darth Vader 11
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Michael Nagula
Seitenanzahl: 60
Preis: 4,99 Euro
Verlag: Panini

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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