Ein neues Marvel-Buch, erneut aus dem X-Men-Universum. Wir werfen einen Blick hinein.

Inhalt (Klappentext):

Zwei außergewöhnliche Schüler stellen sich ihrer ultimativen Prüfung, als sie einem Hilferuf folgen. Triage und Tempus fliegen als Teil ihres Trainings am Neuen Charles Xavier Institut auf ihre erste Solo-Mission. Da empfangen sie ein dringendes SOS – Sentinels greifen einen mächtigen Mutanten an, der verzweifelt einen verwundeten Politiker verteidigt. Sie brechen das Training ab und folgen dem Notruf. Doch die Identität beider wird die zwei jungen X-Men vor weit mehr Probleme stellen, als sie sich zu träumen wagten.

Freiheit & Gerechtigkeit für alle (Cross Cult)

Freiheit & Gerechtigkeit für alle

Kritik

Ein neuer Marvel-Roman, diesmal von den X-Men. Die hier vorgestellten Charaktere dürften den meisten aber eher unbekannt sein, denn die Helden, um die es hier geht, sind Tempus und Triage (um mal ihre X-Men-Namen zu verwenden). Gut, das ist so nicht ganz richtig, denn zumindest zu Anfang gibt es noch eine ganze Menge an Cameo-Auftritten bekannter Helden wie Cyclops und Magneto, eine Zeitreisende Jean Grey…

Das ist zum einen natürlich auch Fanservice, immerhin dürften Comickenner jetzt wohl ungefähr wissen, zu welcher Zeit der Roman spielt. Leuten, die nicht ganz so sattelfest mit der Vorlage sind, dürften aber eher ratlos dreinschauen. Und nein, natürlich kann man den Roman nicht bei den Filmen einordnen, damit hat er genau genommen gar nichts zu tun. Unbedingt wissen muss man die Hintergründe nicht, sich aber etwas in der X-Men-Welt auszukennen ist an der Stelle nicht verkehrt, denn weitere Erklärungen gibt es nicht.

Dabei beginnt die Geschichte wie ein übliches Teenager-Coming-of-Age-Drama. Die beiden Helden trainieren zunächst und müssen dabei einige Dinge über Teamwork lernen. Fast sieht es dabei so aus, als wolle man einen ganzen Roman nur über das Training schreiben. Das kann zwar funktionieren, dafür hätten die Charaktere aber einen Ticken mehr Tiefe bekommen müssen. Aber zum Glück geht es nach etwa hundert Seiten für unsere Teens erstmal nach draußen.

Findige Leser vermuten hier zwar, dass das Ganze eine weitere Trainingseinheit im Holoraum ist, so kommt es zum Schluss denn aber doch nicht. Ansonsten bedient sich der Band aber der üblichen Klischees: Die beiden Helden erhalten einen Notruf und beschließen, dem nachzugehen. Dabei geraten sie in eine Situation, in der sie lernen müssen, zusammenzuarbeiten. Beide Charaktere wachsen daran – was auch sonst?

So oder so ähnlich hat man es leider auch schon tausendmal gesehen oder gelesen, weswegen der Roman vor allem gegen Ende hin nochmal deutlich an Fahrt verliert. Bis dahin ist aber vor allem die Interaktion mit Sabretooth, der hier nicht ganz so böse rüberkommt und auch Emotionen zeigen darf, durchaus gelungen. Hier schafft man es, uns als Leser den einstigen Bösewicht näher zu bringen. Aber auch hier kann man diese gute Einführung bis zum Ende hin nicht halten.

So reiht sich Kampf an Kampf und Flapserei an Flapserei (ohne je das Niveau der Spider-Man-Romane zu erreichen) und irgendwie wird das gegen Ende hin dann eben doch etwas langweilig. Auch große Action gibt es nicht, denn die wenigen Kämpfe werden schnell abgehandelt. Die Geschichte dümpelt also eher vor sich hin und das Ende mit dem Opfer (Spoiler!) mag deswegen an der Stelle leider auch nicht so recht zünden, dazu wurde dann einfach wieder zu wenig Bindung zu Sabretooth aufgebaut. Irgendwie ist so das Ende der Geschichte auch von vornherein klar.

Fazit

Nach einem durchaus interessanten Start flacht die Geschichte im weiteren Verlauf leider stark ab und bedient zu viele Klischees. Die Charaktere bekommen nicht genug Tiefgang, um emotional mitzureißen (auch wenn sich immerhin bemüht wird). Insgesamt bleibt hier leider eher Mittelmaß mit Tendenz nach unten übrig.

Bewertung 2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Carrie Harris
Originaltitel: Liberty & Justice for All
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2020
Übersetzer: Aimée de Bruyn Oubouter
Seitenanzahl: 320
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-96658-412-8
Verlag: Cross Cult

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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