Wir sehen uns die 14. Folge der neuen Jan Tenner-Serie in unserem Review an. Wie immer gilt: Achtung, Spoiler!

Nach den Ereignissen von Folge 13 schlägt auch diesmal wieder das Hirn, aka. Dr. Benjamin Brain, zu. Sein Plan ist diesmal aber etwas… hirnrissig. Okay, der Scherz musste jetzt sein ;).

Cover

Das Cover zeigt Jan Jr. und Tanja (wieder einmal), welche sich in den Klauen eines Tentakelmonsters befinden. Dieses Monster ist aber, wie man vielleicht etwas schwer erkennen kann, in Wahrheit das wachsende Hirn vom Hirn. Also, ihr wisst schon…

Damit bietet auch dieses Cover wieder eine Szene aus dem Hörspiel selbst ab, wobei besagtes Hirn eben eine dominante Stelle einnimmt, die beiden Helden bei der Farbgebung aber (fast) komplett untergehen. Auch über die Brille des Hirns kann man an der Stelle streiten. Die hat man wohl eingefügt, um dem Monster (dem Hirn!) etwas Persönlichkeit zu verleihen. Im Hörspiel selber sind Brains Angriffe eher telepathisch, auch wenn es die Tentakel so wie auf dem Bild dargestellt durchaus gibt.

Insgesamt muss man aber leider deutlich sagen, das man schon bessere Cover gesehen hat.

Story

Und auch von der Story her gewinnt man hier keine (Hirn-)Preise. Der Plan des Hirn-Bösewichts ist nämlich, sein eigenes Hirn über die ganze Welt auszudehnen und jeden zu absorbieren. Das klingt sowas von 80er und ist es letztlich auch, dass es schon wieder unfreiwillig kultig-komisch ist. Zwar hatte auch die Classic-Serie nicht immer das gelbe vom Ei zu bieten, eine solche Aktion scheint aber unnötig übertrieben. Zumal es auch physikalisch, aller Future Tech zum Trotz, eine Meisterleistung sein dürfte, sein Hirn derart wachsen zu lassen.

Immerhin findet das auch Tamara, die hier, nach ihrem Auftritt in Folge 13, wieder etwas mehr Profil bekommt und sogar gegen ihr Hirn aufbegehren darf. Das war in der Vorgeschichte schon gut und wird hier konsequent weiter fortgeführt. Die Dame hat damit mehr Tiefgang bekommen als das Hirn selbst, der einfach hirnlos immer die Weltherrschaft anstrebt. Da sie am Ende (wieder einmal) entkommt, wird es spannend zu sehen, ob die Zukunft hier weitere spannende Geschichten mit der Assistentin parat hat.

Auch andere gute Szenen gibt es noch, wobei vor allem die Zusammenarbeit mit Zweistein zu nennen ist. Hier wird überdeutlich, was man erreichen kann, wenn man den Professor auf der guten Seite wähnt. Das war in Folge 12 schon angedeutet worden und wird hier ebenso erfreulich (wenn auch nur kurz) weiter ausgebaut. Jan Senior und Laura machen, ebenso wie Mimo, in der Folge aber (immer noch) Pause. Ein Fokus auf die jüngere Generation ist nur konsequent und richtig, denn damit kann die Serie noch lange weitergehen. Übrigens bewegt sich Brain aka. das Hirn anfangs auf eine Stadt namens Freecloud zu. Ob man sich hier Inspirationen aus “Star Trek: Picard” geholt hat?

Leider war es das auch schon mit den positiven Eigenschaften, denn diese Folge gehört ansonsten zu den eher schwächeren Kalibern (aber das waren die mit dem Hirn irgendwie immer). Gemeinsam greift man im Anschluss einfach die Hirnmasse an und obwohl die sich wehrt (Hirn-Tentakel, siehe Cover-Besprechung!) machts am Ende halt Bumm (wenn auch vielleicht nicht so spektakulär, wie sich Forbett das vorstellt).

Wenigstens ist man an der Stelle konsequent genug und lässt Brain über die Schippe springen. Es wäre auch der Gipfel der Lächerlichkeit (Pardon, Hirnlosigkeit) gewesen, wenn er diesen Einsatz überlebt hätte. Wobei, es ist Science Fiction, vielleicht werden wir in einigen Folgen diese Aussage revidieren müssen. Im Moment gilt aber an dieser Stelle, dass man einen der schwächeren Gegner des Teams nun aus der Handlung entfernt hat. Wer meine Reviews verfolgt, der weiß, das ich nicht unbedingt ein Fan des Hirns bin und das daher nur gutheißen kann. Und nein, das hat nichts mit den Sprechern zu tun, die durchgehend gute Arbeit leisten (auch das Hirn!), sondern liegt einzig und allein am Charakter. Das soll hier nochmal separat betont werden.

Als versöhnlichen Abschluss dürfen Jan und Tanja auf dem Krankenbett etwas näher aneinander rücken, was deren Charaktere immerhin auch noch etwas weiter bringt.

Fazit

Eine eher schwächere Folge, die aber die Hirn-Saga zu einem Abschluss bringt. Storytechnisch passiert aber im Grunde nicht viel und was den Tiefgang angeht, hatte man hier schon besseres zu hören bekommen.

Bewertung 2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)

Quick-Infos

Autor: Kevin Hayes
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Hörspiellänge: ca. 45 Minuten
Preis: 7,99 Euro
Label: Zauberstern/Kiddinx

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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