Wir werfen einen Blick auf den neu erschienen 19. Teil der neuen Jan Tenner-Reihe. Achtung, Spoiler!

Cover

Das Cover zeigt diesmal wieder den jungen Jan, der neben der titelgebenden Medusa steht. Die ist eine KI und wird daher auch etwas hologrammartig dargestellt. Über der Erde kreist noch ein Satellit, die Heimat von Medusa, bei dem vor allem die Solarkollektoren hervorstechen, denn immerhin geht es genau darum auch in der Folge.

Am Cover gibt es also so gesehen nichts zu meckern: Kurz, prägnant und es stellt das Thema der Folge in den Vordergrund. Damit kann man leben.

Story

Nach den Ereignissen im Vorgänger macht der große Handlungsbogen erstmal eine Pause und wir widmen uns einer Zwischenfolge. Etwas schade, denn das bedeutet, das Zeno und Lara erstmal wieder aus der Handlung verschwinden und dementsprechend hier nicht auftauchen. Bleibt zu hoffen, das vor allem Lara in der kommenden Staffel eine größere Rolle zuteil werden wird.

Die Folge an sich ist eine Umweltfolge. Ja, richtig gehört, denn es geht darum, neue Energien zu finden, wozu eben auch Solarenergie in großem Ausmaße gehört. Das klingt schon fast wie ein erhobener Zeigefinger in unsere jetzige Zeit, was per se natürlich nicht schlecht sein muss, immerhin hat es bei Star Trek ja auch funktioniert.

Wie die Helden sind auch die Hörer verwundert, das es gerade Forbett ist, der diesen Plan vorantreibt. Dazu wird eine neue KI ans Netz genommen, die künftig für die Energieversorgung zuständig ist. Science Fiction-Fans schrillen an der Stelle natürlich die Alarmglocken, denn es ist nie gut, Stromnetze allein von Computern steuern zu lassen. Vor allem, wenn die KI merkwürdige Zwiegespräche führt und sich beim Einschalten derart aufführt, wie sie es hier tut. Da hätten wohl die meisten sie gar nicht durchgeschalten.

Aber wie weiland bei Zweistein (Folge 16) hat man an der Stelle nichts gelernt und bedient fleißig die übrigen Klischees. Medusa tickt aus und will die Welt vernichten und die Helden müssen sie ausschalten. Und dass Jan sich dann quasi in ihren virtuellen Raum hochlädt, um mit ihr zu diskutieren, ist leider auch nicht mitreißend. Das hat man so oder so ähnlich schon in Dutzenden Serien gesehen und es hilft leider auch nicht weiter, dass man kurz vorher noch eine Folge hatte, die so ähnlich war (16, Zweisteins Vermächtnis). Auch dort wurde Zweisteins Geist nach seinem Tod in einen Computer hochgeladen und auch dort ging es schief.

So richtig ziehen will die Folge also nicht. Zumindest positiv ist aber zu vermelden, dass die Ursache diesmal ein vorbeiziehender Komet war, der Medusa beeinflusst hat und nicht irgendein Bösewicht. Dass da andere KIs dahinterstecken, die im Zentrum der Galaxis leben, gibt vielleicht Stoff für weitere Stories, zumindest deutet das Ende der Folge darauf hin. Vielleicht auch nicht unbedingt neu, aber im Kontext der Serie durchaus was Neues. Und der Untergang des Silbervogels ist auch ein Schockmoment – zumindest kurzzeitig.

Denn der Moment wirkt halt wirklich nur für den Moment, denn niemand wird ernsthaft glauben, dass sie das mächtigste Schiff der Erdflotte in dieser Folge abservieren. Obwohl, DAS wäre natürlich ein Schockmoment, aber das Ende deutet hier darauf hin, das es in der nächsten Folge um die Bergung des Wracks geht.

In den letzten Momenten der Folge kommen sich aber immerhin auch Jan und Tanja näher (wobei es fast so klingt als würde diesmal ein bisschen mehr laufen). Die anderen Helden stehen, vor allem am Ende, etwas im Hintergrund. Hier ist aber ebenfalls positiv zu bewerten, dass Medusa am Ende Jan um Hilfe bittet und sich nicht per se als Böse oder durchgeknallt erweist. Das rettet die Folge immerhin vor dem Totalabsturz, reißt das Ruder aber leider nicht mehr herum.

Fazit

Als Auskopplung der aktuellen Storyline steht diese Geschichte für sich, bietet aber mit einer weiteren durchgeknallten KI für Sci-Fi-Fans nicht wirklich viel Neues. Ein paar neue Facetten gibt es hier zwar, welche zu gefallen wissen, insgesamt ist die Folge aber eher als schwächeres Kaliber einzuordnen.

Für die Finalfolge der Staffel muss man jetzt allerdings bis Oktober warten.
Bewertung 2 out of 5 stars (2 / 5)

Quick-Infos

Autor: Kevin Hayes
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Hörspiellänge: ca. 45 Minuten
Preis: 8,99 Euro
Label: Zauberstern/Kiddinx

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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