Wir sehen uns einen Abenteuer-Band zu Zeiten des klassischen Sherlock Holmes an, der ein paar andere Ansätze verfolgt.

Inhalt (Klappentext):

Die verwaiste und mittellose Mary Jekyll versucht mehr über die mysteriöse Vergangenheit ihres verstorbenen Vaters herauszufinden. Ein Hinweis führt sie auf die Spur von Edward Hyde, dem ehemaligen Freund und Mörder ihres Vaters. Die Belohnung, die auf Hydes Kopf ausgesetzt wurde, könnte sie auf einen Schlag aus ihren finanziellen Nöten befreien. Auf ihrer fieberhaften Jagd lernt sie Hydes Tochter Diana kennen, erhält unversehens Unterstützung von Sherlock Holmes und Dr. Watson und freundet sich mit einer Reihe monströser Frauen an, die allesamt durch entsetzliche Experimente erschaffen wurden: Beatrice Rappaccini, Catherin Moreau, und Justine Frankenstein. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen stoßen sie auf eine skrupellose Geheimgesellschaft und auf machtversessene Wissenschaftler. Außerdem müssen sie sich den wahren Monstern stellen – und ihrer eigenen Vergangenheit.

Der seltsame Fall der Alchemistentochter (Panini)

Der seltsame Fall der Alchemistentochter

Kritik

Der erste Band des Athena-Clubs verfolgt einen Ansatz, den man schon aus verschiedenen anderen Büchern kennt: Man mixt ein paar Universen und dann erschafft man noch die Nachkommen der dort vorkommenden Charaktere und schon hat man eine Geschichte. Dieser Ansatz wird etwa auch in den Lucias Adler-Romanen verfolgt, in denen es um den Sohn von Sherlock Holmes geht. Und auch in diesem Roman ist der berühmte Detektiv mit von der Partie.

Darüber hinaus treffen sich hier die Töchter von Frankenstein, Jekyll und Hyde, Dr. Moreau und Dr. Rappacini. Zumindest Letzterer dürfte wohl eher unbekannt sein. Allen ist gemein, das an ihnen experimentiert wurde (okay, von Mary und Diana mal abgesehen). Das schafft hier natürlich Personen mit speziellen Eigenschaften, die eben alle zusammengemixt werden und als Athena-Club anderen in Not helfen. Allerdings noch nicht in diesem Band, denn dieser Band ist eine klassische Origin-Story.

Hier werden die Charaktere nacheinander vorgestellt, ihre Geschichten offenbart und wie sie zueinander finden und den Athena-Club gründen. Zugutehalten muss man an dieser Stelle, dass die Herkunftsgeschichten durchaus interessant sind und es der Autorin gelingt, allen genug Raum zu geben, so dass man die Charaktere und ihre Motivationen nachvollziehen kann.

Hinzu kommen in diese Konstellation dann noch zwei Hausmädchen und Sherlock Holmes und Watson. Und das sind dann eine Menge an Charakteren, bei der es schwer ist, allen genug Raum zu geben. Zwar gelingt Theodora Goss hier die Balance ganz gut, aber gegen Ende, als dann auch noch eine ganze Variation von Bösewichten mitmischen, verliert sich das alles etwas. Zehn Charaktere und noch mindestens zwei Böswichte sind eben doch ein ordentlicher Batzen.

Hinzu kommt, dass die Geschichte eine klassische Detektivgeschichte im London der 1890er ist, die auch noch Erinnerungen an die Jack the Ripper-Morde weckt. Hier wie da geht es um verstümmelte Frauenleichen. Den Bezug zum berühmten Serienkiller hat man dann aber zum Glück doch nicht gezogen, die Auflösung des Mörders ist aber dennoch nicht wirklich originell und wandelt auf ausgetretenen Klischee-Pfaden. Wir spoilern hier nur soviel: Es muss natürlich einen Bezug zu den Charakteren geben und das heißt, einige der totgeglaubten Bösewichter vom Beginn sind eben nicht ganz so tot und wollen ihr Werk fortsetzen.

Hier wird der zweite Band hoffentlich noch etwas mehr in die Tiefe gehen (und verspricht mit der Tochter eines berühmten anderen Helden zumindest spannend zu werden). Doch das sehen wir uns an, wenn es soweit ist.

Fazit

Das ist hier natürlich ein Auftaktroman, der die Gruppe zusammenbringen soll und unter diesem Aspekt funktioniert die Geschichte auch recht gut, immerhin wachsen die Frauen aneinander und zueinander hin. Die eigentliche Mördergeschichte ist da eher langweilig und wenig überraschend. Hier sollte man im zweiten Band noch ein bisschen nachbessern.

Bewertung 3 out of 5 stars (3 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Theodora Goss
Originaltitel: The Strange Case of the Alchemist’s Daughter
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2017
Übersetzer: Kerstin Fricke
Seitenanzahl: 428
Preis: 17.- Euro
ISBN: 978-3-8332-4101-7
Verlag: Panini

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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