Wir werfen einen Blicka uf den Blade Runner Band der nahen Zukunft.

Inhalt (Klappentext):

Das Los Angeles der Zukunft wird von giftigem Regen gepeitscht und von einem Tsnunami bedroht. Hier jagt Ash, eine der besten Blade Runner, Replikanten – Androiden, die sich als Menschen ausgeben. Doch Ash ist nicht mehr die, die sie einst war. Denn trotz ihrer Kopfgeldjäger-Aufträge hat sie inzwischen Verständnis für die lebensechten Androiden. Allerdings gibt es auch Replikanten, die schon lange davon träumen, L.A. und die Menschheit untergehen zu sehen …

Blade Runner 2029 (Panini)

Blade Runner 2029

Kritik

Auch Blade Runner gibt es ja bereits länger in Comicform und mit “2029” liegt jetzt der nächste Band vor. Zeichnungstechnisch muss man sich ein klein wenig umgewöhnen, zumindest, wenn man eher Superheldencomics gewöhnt ist. Aber auch im vorliegenden Band machen die Panels eine gute Figur, auch wenn es stellenweise etwas kantiger und dunkler zugeht. Dies unterstützt aber die etwas dunklere Atmosphäre der Welt und man kann immer alles deutlich erkennen.

Die Geschichte dreht sich dabei um die Blade Runnerin Ash. Im Gegensatz zu anderen Blade Runnern hilft sie den Replikanten, statt sie zu ermorden und bringt sie in den Untergrund. Selbstredend (vielleicht auch etwas Klischee) ist sie selbst mit einer Replikantin zusammen. In diese Ausgangslage kommt, wie soll es anders sein, ein böser Replikant daher, der selber seine Art züchtet und einen Terroranschlag verüben will.

Dabei schafft der Comic elegant den Spagat zwischen guten und bösen künstlichen Menschen. Auf der einen Seite ist man auf der Seite von Ash und den Replis, die befreit werden wollen aus der Sklaverei. Sieht man aber auf der anderen Seite, wieviele Opfer Schurke Yotun auf seinem Weg hinterlässt, kann man die Angst der Menschen vor eben jenen Künstlichen nachvollziehen. Das Ganze wird hier eher nur oberflächlich angekratzt, aber es verspricht für die Zukunft mehr solcher Szenarien, da die Geschichte auch mit einem Cliffhanger endet. Soviel sei an dieser Stelle verraten: Lust darauf, wie es weitergeht, macht das Szenario allemal.

Allerdings, auch das braucht man nicht verhehlen, ist die Story um die ermittelnde Detektivin sonst eher etwas mau. Wir haben hier die klassischen Zutaten eines Krimis, etwa wenn sich einer der Replikanten, denen Ash helfen will, selber umbringt (oder war er am Ende keiner?). Das führt zur Leichenhalle und an diverse andere Orte, wirft unterschiedliche Fragen (wie die eingangs erwähnte) auf, wobei in diesem Fall noch die Frage hinzukommt, was mit den Replis ist, die sich eben nicht retten lassen wollen? Sind alle per se böse?

Vielleicht interpretiere ich an dieser Stelle zuviel rein, immerhin ist es aber positiv anzurechnen, das die etwas Standardmäßig ablaufende Story hier zum Nachdenken über diese Fragen anregt. Der nächste Band muss aber dennoch im Gesamtwerk etwas anziehen, um an dieser Stelle weiter Interesse generieren zu können.

Auch charakterlich hätte man noch in die ein oder andere Kiste greifen können und vor allem Ashs Beziehung weiter vertiefen sollen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Als Einstieg in eine neue Blade Runner-Story ist der Band aber allemal geeignet.

Fazit

Es gibt vielleicht insgesamt eher wenig Überraschungen bei der Story, die Verwicklungen sind aber interessant genug, um moralische Fragen aufzuwerfen. Die werden hier aber nur an der Oberfläche angekratzt und der Nachfolger sollte hier eine gehörige Schippe drauflegen. Nichtsdestotrotz ist dieser Band als Einstieg gut gelungen.

Bewertung 3 out of 5 stars (3 / 5)
Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: Mike Johnson
Zeichner: Andres Guinaldo
Originaltitel: Blade Runner 2029
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2021
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Seitenanzahl: 128
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-7416-2535-0
Verlag: Panini


Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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