Midseason-Finale. Wir werfen einen Blick auf die Folge und schauen mal, was Discovery so zu bieten hat. Achtung, Spoiler.

Nach dieser Folge wird es zunächst mal Pause bis Februar geben, bevor dann die Staffel 4 fortgesetzt wird. Sieht man sich die aktuelle Folge an, so muss man allerdings schon festhalten, dass es sich – erneut – um eine Art Füllerepisode handelt, in der es, vom Ende abgesehen,  kaum voran geht.

Dafür gibt es aber ein paar gute Charakterszenen und Diskussionen, die in alter Star Trek-Tradition stehen. Dennoch: ein paar Antworten hätten der Serie gut getan, doch der Reihe nach.

We build a Computer

Die Episode hat wieder zwei Handlungsstränge. Einmal alles rund um die DMA und einmal alles rund um Zora, womit wir hier auch beginnen werden.

Denn der Computer hat die vermeintlichen Koordinaten von Spezies 10C ermittelt (übrigens ein passender vorläufiger und mysteriöser Name, der frappierend an die 456 aus „Torchwood“ erinnert). Allerdings will sie diese nicht preisgeben, da sie sich Sorgen um die Crew macht. Auftritt Kovich, der untersuchen soll, ob eine KI als Bordcomputer überhaupt tragbar ist.

Und das ist nachvollziehbar, wenn man an all die irren KIs denkt, denen Kirk begegnet ist. Ja, selbst in Lower Decks Season 2 gab es ja ein Exemplar dieser Sorte. Was sich anschließt ist an dieser Stelle eine schöne Diskussion darüber, ob man das Recht hat, Zora quasi zu töten oder sie im Schiffscomputer leben lassen soll.

Dabei werden von beiden Seiten gute Punkte über das Für und Wieder vorgebracht. Vor allem Stamets erweist sich hier als Verfechter der Kritiker. Zora erweist sich dabei als anders als die anderen KIs und bietet sogar einen Kill Switch für sie an. Das bringt die Menschen natürlich zum Nachdenken. Übrigens erweist sich vor allem hier wieder Kovich (David Cronenberg) als sehr gut gespielt. Der Eindruck der „weisen Föderationseminenz“ im Hintergrund drängt sich hier erneut auf.

“Versuchen wirs wie Kirk und reden Zora ihren Spleen aus!” – Die KI-Diskussion. (Bild: Discovery 4×07, CBS/Paramount+)

Als Unterstützung für Zora tauchen an dieser Stelle auch noch Gray und Adira auf, die ebenfalls noch ein paar Argumente in die Runde werfen. Mag man von dem Pärchen halten was man will, die sich entspinnende Diskussion gefällt. Auch die Frage, ob KIs träumen, wird endlich beantwortet. Hier mit einem kleinen Augenzwinkern auf die ewige Diskussion darum. Manchen mag das zuviel des Guten sein, man kann hier aber mit dem beabsichtigten Schmunzeln durchaus drüber hinweggehen.

Freilich ist das Ganze auch nicht ohne Manko. Zum einen wissen Zuschauer der Short Treks ja schon, das Zora im Schiffscomputer verbleiben wird, strandet sie doch irgendwann mit der Discovery im All (auch wenn man darauf nicht zwangsweise mehr hätte eingehen müssen). In diesem Short Trek hat Zora übrigens einen Hologrammavatar und dieser wird vermutlich auch bei Discovery nicht mehr lange auf sich warten lassen. Außer man verpflichtet die Sprecherin wirklich nur zu einem Voice-Acting, aber ob dies billiger ist als ein echter Auftritt?

Viel unbefriedigender ist aber die Auflösung der Argumentationskette, denn man nimmt Zora einfach in die Sternenflotte auf, weil sie dann ja an die Eide gebunden ist. Spoiler: Ist sie nicht. Wie Stamets richtig sagt, macht hier eher die Zukunft Sorgen. Denn was, wenn Zora mitten im Gefecht zum Schluss kommt, einen Befehl zu verweigern?

Eine „richtige“ Lösung ist es also nicht, auch wenn Zora sympathisch ist und den Kill Switch nicht selber vernichten will. Hier steckt allerdings noch einiges Potential für die Zukunft. Auch inwieweit Zora Big Brother spielt, könnte Stoff für künftige Diskussionen liefern. Sofern die Autoren verstehen, etwas daraus zu machen, was bei Discovery ja leider nicht immer der Fall ist.

Vielleicht darf man aber ob der inzwischen durchaus etwas solideren vierten Staffel vorsichtig Hoffnung schöpfen. So oder so, die KI-Diskussion mag in der Folge nicht perfekt dargestellt sein, sie vermag aber zu gefallen.

Zwischenspiel: Gray und Adira

Ein kleines Zwischenspiel gibt es auch noch um Gray und Adira. Wie oben erwähnt, mischen sich die beiden nicht nur in die KI-Diskussion ein. Gray verlässt am Ende die Discovery.

„Dich hat es schon immer nach Trill gezogen, das wusste ich seit deiner Widdergeburt“, meint Adira noch. Achtung, Spoiler: Der Zuschauer wusste es auch, immerhin redete Gray von nichts anderem.
Und wer meine Rezensionen verfolgt, der weiß, was jetzt kommt: Ich war nie ein Fan von Gray und bin irgendwie froh, das er nun von Bord geht. Hoffentlich etwas länger.

Gray verabschiedet sich überraschend… oder weniger überraschend… (Bild: Discovery 4×07, CBS/Paramount+)

Adira begleitet ihn sogar, damit der Übergang leichter fällt aber „Wir sehen uns in einer Woche“, wie Stamets so schön sagt. Also quasi zur nächsten Folge (auch wenn die erst im Februar kommt). Demzufolge hätte man sich diesen Einwurf auch sparen können, aber sei’s drum.

An der Stelle sei auch ein kurzer Einwurf mit Blick auf die Zukunft erwähnt: In Zoras Träumen hat man nämlich bereits kurz Nhan gesehen und durfte sich fragen, warum man Bilder der Schauspielerin zeigt. Okay, es wurden auch andere Darsteller, die inzwischen gegangen sind, gezeigt (Tilly) und vermutlich hat man auch die Rechte an den ausgestrahlten Folgen, deren Ausschnitte man immer wieder verwerten darf, da wir aber über Nhans Abgang (Rauswurf?) spekuliert hatten, war das schon etwas verwunderlich. Schaut man sich aber den bereits veröffentlichten Trailer zu Folge 8 an, so kann man inzwischen sicher sein: Nhan kehrt zurück.

Ob dies ein Lichtblick ist oder nicht, wird sich freilich erst im Februar offenbaren.

DNA DMA-Probleme

Kommen wir nun aber zum Haupthandlungsstrang der Episode. Auch dieser beinhaltet eine Diskussion im Star Trek-Stil, welcher die ganze Folge einnimmt.

Denn Präsidentin Rilak hat Vertreter aller Spezies eingeladen, darüber abzustimmen, wie man mit der Anomalie und Spezies 10C weiter verfahren soll. Hier darf wieder Tarka auftauchen und erwähnen, das er bereits eine isolytische Waffe gebaut hat, um die Anomalie zu zerstören (nette Anspielung auf den Kinofilm „Der Aufstand“).

Wie schon bei der KI-Diskussion entspinnt sich auch hier wieder eine Diskussion darüber, ob ein Erstschlag hier sinnvoll ist, oder nicht. Vor allem die ebenfalls anwesenden Vertreter der Erde (die sind ja immer noch nicht wieder in der Föderation) erweisen sich hier als blutrünstig (und das, wo sie gerade mit Titan, siehe letzte Staffel, Frieden geschlossen haben). Nett ist übrigens auch, das ein Vertreter der Schmetterlingwesen aus der ersten Folge anwesend ist, sowie Vertreter anderer bekannter Spezies, wie Orioner und Ferengi.

Ein paar Discovery-Manierismen sind aber auch hier vertreten, welche diese durchaus gute Diskussion nach unten drücken. So ist Michael mal wieder das Zünglein an der Waage, nach der sich alle richten müssen. Zugegeben, als Captain der Discovery kann ich vielleicht noch verstehen, warum sie ein Plädoyer hält, immerhin war sie vor Ort. Aber warum stimmt sie am Ende mit ab? Welches Volk vertritt sie? Und wenn Captains neuerdings Stimmen haben, was ist mit anderen Captains?

Ich mag es bei Book ja noch verstehen, das er als letzter Kwejianer (zumindest bis man was anderes hört) noch für sein Volk reden und stimmen darf, aber das sich mal wieder alles um Burnham dreht, ist schon wieder zuviel des Guten.

Elternabend mal anders: Versammlung der Völker. (Bild: Discovery 4×07, CBS/Paramount+)

Kann man über diese Sache aber hinwegsehen, steht die Diskussion der bei der KI-Frage in nichts nach. Auch hier wird man an alte Star Trek-Traditionen erinnert. Natürlich kann man hier als Zuschauer eben auch schon voraussehen, wie es ausgehen wird, denn dass die Föderation plötzlich gewalttätig wird, darf bezweifelt werden (bzw. DANN hätte man den Discovery-Autoren wirklich zweifelsfrei vorwerfen können, Star Trek nicht verstanden zu haben).

Belohnt wird man dafür auch mit schönen Charakterszenen, denn das sie auf unterschiedlichen Seiten stehen, belastet die Beziehung zwischen Book und Burnham sichtlich. Fast könnte man meinen, Book setzt ihr am Ende den Dolch auf die Brust: entweder meine Seite oder keine Beziehung mehr. Dem ist erfreulicherweise nicht so und das er am Ende Grudge (sorry, ich kann mich immer noch nicht mit dem deutschen „Groll“ anfreunden) bei Michael lässt, spricht eine andere Sprache. Man kann auch unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem zusammenarbeiten. Oder in dem Falle eben einfach darauf losgaloppieren, was Book Michael übrigens kurz vorher noch vorgeworfen hat. Das vermag an der Stelle durchaus zu gefallen.

Ebenso schön ist, das die Beziehung zwischen Saru und T’Rina weiter ausgebaut wird, in dem er ihr eine Pflanze schenkt. Ob sich hier mehr anbahnt? Aber das wäre vermutlich zuviel hinein interpretiert. Jedenfalls schön, das man daran gedacht hat.

Cliffhanger-Finale

Ein weiteres Highlight ist der erneute Auftritt von Tarka. Der vermochte ja schon vor zwei Folgen zu gefallen und darf auch hier mit Book näher zusammen rücken, inklusive eines Gespräches über seine Vergangenheit in der Smaragdkette.

Dabei erfahren wir auch, das er zu seinem Freund in ein Paralleluniversum will. Könnte natürlich plausibel sein, könnte aber auch sein, das Tarka einer der Bösewichte ist. Man weiß es an der Stelle nicht und es bleibt daher durchaus spannend. Hoffentlich sind die Autoren hier nicht den offensichtlichen Weg gegangen und machen Tarka dann einfach zum Bösen.

Und auch bei Book habe ich mich durchaus manchmal gefragt, ob er nicht nachdenkt, bevor er handelt. Man kann seine Trauer ja zu einem gewissen Grad nachvollziehen, aber so eine Kurzschlussreaktion zusammen mit Tarka abzuziehen? Damit ist diese Folge aber auch die siebte Folge in Folge (!) bei der Book mit seiner Trauer kämpft. Es ist langsam echt mal gut, auch wenn ich verstehe, das man quasi auf diesen Moment hingearbeitet hat. Etwas weniger ist manchmal trotzdem mehr.

Doch zurück zur Action: Book und Tarka stehlen den neuen Myzel-Antrieb und machen sich auf, die Anomalie zu zerstören. Das es diesen gibt, war ja seit der ersten Folge der neuen Staffel bekannt und es ist auch logisch – aber sollte es wirklich nur den einen geben? Eigentlich könnten genug Schiffe jederzeit schnell hinterher springen, oder nicht? Und wo ist überhaupt Tarkas Waffe? Oder ist die auch so klein, das man sie in der Hand halten kann?

“Lass uns Wildschweine jagen gehen!” – Book und Tarka proben am Ende den Aufstand. (Bild: Discovery 4×07, CBS/Paramount+)

Was mir an der Stelle fehlt, ist immer noch eine Auseinandersetzung mit der Regeneration des Myzel-Netzwerks. In Staffel 2 war ja gesagt worden, man verzichte fortan auf Myzel-Reisen, da das Netzwerk zu beschädigt sei. In Staffel 3 sprang man dann munter weiter und ja, auch wenn in Staffel 4 erwähnt wird, das es „neue verbesserte“ Sporenantriebe sind, die da gebaut werden, hätte ein mehr spezifischerer Satz dazu mich schon zufrieden gestellt.

Fazit & Midseason-Fazit

Insgesamt gefällt die Folge dadurch, das sie typische moralische Fragen in den Vordergrund stellt. Allerdings gibt es auch einige offensichtliche Schwachstellen wie die üblichen Discovery-Manierismen. Zudem dümpelt die Story um die Anomalie seit einiger Zeit ohne wirkliche Fortschritte vor sich hin, was die Befürchtung nährt, das am Ende alles wieder überhastet in einer Folge aufgelöst werden wird.
Trotzdem ist vor allem das Ende spannend und das Rätsel um 10C mysteriös genug, um (noch) bei der Stange zu halten, weswegen die Episode bei 3.5 bis 4 Sternen pendelt. Allerdings sollten die Autoren nun langsam mal Auflösungen zu den Fragen bieten.
Insgesamt muss man aber sagen, das diese Staffel bislang besser aufgebaut ist, als die letzten und auch die Star Trek-typischen Themen tangiert. Dadurch ergibt sich bislang die stärkste Discovery-Staffel bisher, und wer der Serie schon keine Chance mehr gab, sollte das vielleicht nochmal überdenken. Gegebenenfalls sollte man hier aber bis zum Ende der Staffel warten, denn wie schon zuvor besteht auch hier die Chance, das sich alles in heißer Luft auflöst. Im Moment jedenfalls sind fast alle Folgen durchgehend solide.

Bewertung 4 out of 6 stars (4 / 6)

Episoden-Infos

Episodennummer 49 (Staffel 4, Episode 7)
Originaltitel But to Connect
Deutscher Titel Verbindung
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 30. Dezember 2021
Erstausstrahlung Deutschland Freitag, 31. Dezember 2021
Drehbuch Terri Hughes Burton, Carlos Cisco
Regie Lee Rose
Laufzeit 45 Minuten

Thomas Götz

Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

22 Kommentare

Kira Yoshi · 2. Januar 2022 um 23:11

“aber sollte es wirklich nur den einen geben? Eigentlich könnten genug Schiffe jederzeit schnell hinterher springen, oder nicht?”
Soweit ich das verstanden habe, wird an den Sporen-Antrieben zwar gearbeitet, bisher gibt es aber noch keine Lösung, diese ohne Stamets oder Book nutzen zu können (mit anderen Wesen oder sogar ganz ohne).

Die Folge fand ich nicht schlecht und auch die Rezension durchaus passend. Ich hoffe inständig, Gray fliegt raus und Adira gleich mit. Selten so nutzlosen (Serien-)Ballast gesehen. Da nehme ich lieber Tilly zurück. Was hat Gray überhaupt bei einer Versammlung der Sternenflotte verloren? Er/Sie/Es hat keinen Rang oder Position, kann aber einfach in eine hochrangige Versammlung reinlatschen? Kommt als nächstes der Hausmeister mit Eimer und Wischmop?

Überhaupt geht mir das ganze gendern auf die Nerven. Ein wenig ist ja ganz nett, aber man kann es auch übertreiben:
Stamets und Culber schwul (leider ein zu bißchen verklemmt, aber die beiden sind okay und hätten für die Serie ausgereicht).
Jett Reno lesbisch (bisher eine unnütze Info, weil es für den coolen Charakter völlig wurscht ist)
Tarka auch schwul(?) oder ist der andere nur ein “Freund”?
Adira und Gray wissen selbst nicht so richtig, was sie darstellen sollen. DEY hört sich für mich wie DING an und da sträubt sich bei mir alles. Auch “lieben” sie sich auf eine sehr spröde Weise. Einfach nur durch den Symbionten-Tausch verbunden hätte ausgereicht. Ein Liebespaar? Lächerlich. Nutzwert dieser Figuren für die Handlung ist stark vernachlässigbar. Sie wirken für mich sehr nach “Alle gendern jetzt, also müssen wir das auch reinquetschen, egal wie”. Daran merkt man leider, daß Star Trek nicht mehr Vorreiter, sondern Mitläufer ist. Es hat sowieso viel zu lange gedauert, bis ein schwul/lesbischer Charakter kam, aber muß man deshalb gleich schamlos übertreiben?

Und dafür werden Charaktere wie Nhan rausgeschrieben, die mit Sicherheit viel mehr Potential haben. Zwar auch ne Frau, gegenüber zu wenig männlichen Figuren, aber ich mag taffe Frauen (besonders Kira Nerys – DS9). Vielleicht, wenn ich den Trailer zu den nächsten Folgen sehe, wird dieser Fehler ja korrigiert. Gray gegen Nhan ausgetauscht. Yes…

T’Rina und Rillak finde ich klasse. Georgiou vermisse ich sehr. Book ist ein toller Charakter (hoffentlich machen sie ihn nicht mit seiner Trauer kaputt), dennoch wünschte ich mir ein ausgewogeneres Verhältnis zu den Männern. Bryce und Rhys sind nur bessere Statisten, Vance verkommt ebenfalls langsam dazu. Ein ausgewogeneres Verhältnis würde ich mir sehr wünschen.

Möge New Trek stetig besser werden…

    Toni · 4. Januar 2022 um 11:42

    Was ist bitte “schamlos Übertreiben”? Komisch das so etwas nie zu hören ist, wenn es bei Trek um Hetero-Beziehungen geht! Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr Homophobie & Transphobie im Fandom verbreitet ist!

      Thomas Götz · 5. Januar 2022 um 7:27

      Hallo

      habe den Kommentar mal freigegeben, aber achtet bitte darauf (Wortwahl) es nicht zu einem Streitgespräch ausarten zu lassen.

        Alex1605 · 5. Januar 2022 um 8:44

        Hallo Thomas,
        was hast du gegen eine Diskussion, also ein Streitgespräch…..solange es mit Niveau abläuft..😎😎😃

          Thomas Götz · 5. Januar 2022 um 10:24

          Nichts, ich will hier nur etwas Toxizität rausnehmen 😉

      Alex1605 · 5. Januar 2022 um 9:03

      @Toni: Ich finde die Kritik von Kira recht treffend, sie spricht sich auch nicht gegen LBGT aus. Im Fandom ist es eher verbreitet, “Lager” zu bilden, das steckt hinter deinem Vorwurf Homophobie & Transphobie. Alles was LBGT Kritik sein könnte ist “schlecht”. Von diesen “Fronten” halte ich nichts!
      Es geht nicht darum, ob Diversität gut oder schlecht ist, sie ist zu akzeptieren. Bei STD ist diese nur grottenschlecht im Verhältnis zu realen Militärwelt, den Rollenbildern und der Umsetzung gelöst. Weniger wäre hier mehr und “Rosamunde Pilcher” für “female, minority, and LGBTQ character” ist auch nicht meins und untypisch für Star Trek.
      Bei STD fehlen mir die Identifikationsfiguren und die Crew kommt mir immer wie ein Penälerhaufen vor, der ncihts mit der Sternenflotte zu tun hat.

      Kira Yoshi · 5. Januar 2022 um 14:12

      Hey Toni, du wirfst mir als schwulem Mann doch nicht ernsthaft Homophobie vor? Nur weil ich keinen Bock habe, die ganze Gender-Propaganda gutzuheißen. Denn nichts anderes ist es. Propaganda. Glaubst du ernsthaft, die Situation von Schwulen, Lesben und anderen verbessert sich, wenn die Doktrin mit dem Holzhammer in die Bevölkerung eingehämmert werden soll? Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Druck und Gegendruck. Es wird dadurch eher Hass auf diese Gruppen aufgebaut. [Anm. d. Redaktion: Beitragsfremden Inhalt entfernt]
      Und mal ernsthaft: Siehst du die Darstellungen in den Serien als ein realistisches Abbild der Wirklichkeit? Ich sehe eher extreme und unrealistische Figuren, die mir selbst – wie gesagt als schwulem Mann – die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ich schäme mich fremd, wenn ich diesen Unsinn sehe.

        Toni Behrendt · 10. Januar 2022 um 19:42

        Tut mir leid, aber wer von “Gender-Propaganda” spricht hat sich schon selbst disqualifiziert!
        Ist der gleiche rechte Kampfbegriff wie “Links-Grün-Versifft”, “Coronadiktatur”, “Klima-Wahn”, “Überfremdung”, usw.
        Diese Kampfbegriffe und “Social Justice Warrior” Vorwürfe waren besonders immer in den Kommentaren zu STD-Rezensionen bei robots-and-dragons.de zu sehen und zu lesen. Ist bestimmt eine der Gründe warum dort keine Rezensionen mehr von STD erscheinen.

        PS: bei einer fiktionalen Sci-Fi-Serie von “realistisch” und “Wirklichkeit” zu schreiben ist ein wenig widersprüchlich. Ich sage nur “Heisenberg Kompensator”.

          Torim2010 · 17. Januar 2022 um 22:06

          „Ich sage nur “Heisenberg Kompensator“ Das sagt einfach alles. Dieses Gerät soll ein physikalisches Problem beheben das für uns heute nicht zu lösen ist. Eben genau das macht Disco nicht. Immer wenn man selbst die Probleme lösen muss oder sie einfach ignoriert ist es einfach ein schlechtes Storytelling.
          Aber es bringt auch nichts darüber zu diskutieren. Wer das bei den hohlen Storys das nicht erkennt wird es nie verstehen.

      Roger · 6. Januar 2022 um 1:47

      Vielleicht haben Toni und Kira Yoschi beide irgendwie etwas recht. Meine Erfahrungen in verschiedensten Bereichen des echten Lebens sind, dass die Merkmalsausprägungen von Personengruppen nie wirklich dem allgemeinen durchschnittlichen Verhältnis entsprechen. Mal hat es (z.B. in einer Firma, in einem Studiengang, in einem Verein, an einer Veranstaltung etc. ) fast ausschliesslich Frauen, mal mehr Männer, mal ist ein grosser Teil schwul oder lesbisch, mal sind nur Heteros dabei, das gleiche mit Hautfarbe, Herkunft etc.

      Es könnte also durchaus sein, dass jetzt auf diesem Schiff halt mehr LGBTQ+ Charakteren sind. Und wenn die Story halt so ist, so what. Bei Folgen einer früheren Staffel habe ich irgendwo auch mal eine Kritik gelesen, dass keine weissen heterosexuellen Männer vorkommen (alles waren entweder Frauen, schwarz, schwul oder ausserirdisch).

      Für mich steckt da eben trotzdem etwas Phobie dahinter, denn dann macht man ja einen Unterschied anhand dieser Merkmale. Und für mich, wenn eine Story gut ist, ist es egal ob eine Person mit genau allen meinen Merkmalen dabei ist oder nicht. Deshalb kann ich dich Alex1605 auch nicht ganz mit den «Identifikationsfiguren» verstehen. Ich habe eine Vielzahl von Merkmalen und manchmal kann ich mich mit Figuren identifizieren, die keine weissen schwulen Männer sind, aber mit denen ich andere Eigenschaften teile. Ich frage mich so wie so, ob es wirklich Identifikationsfiguren braucht. Ich habe z.B. Breaking Bad geliebt und habe mich trotzdem mit keiner Figur identifizieren können (ich finde sogar eigentlich, dass alle Figuren eher unsympathisch sind).

      Und trotzdem finde ich, wie es Kira Yoschi beschreibt, die verschiedenen LGBTQ+ Charakteren sind teilweise nicht gut in die Story eingebunden und geben mir daher teilweise auch das Gefühl, dass sie sozusagen «aufgedrückt» sind.
      Dass aber verschiedene LGBTQ+ Charakteren vorkommen, finde ich aber ok (auch wenn gewisse Buchstaben daraus kaum etwas mit mir gemeinsam haben) und ist eigentlich sehr Star Trek-mässig, denn auch in früheren Serien gingen die Macher schön nach «Quote» vor und hatten schwarze/weisse/asiatische en/amerikanische/europäische/männliche/weibliche Charakteren… jetzt ist halt diese Quoten-Liste erweitert.
      Wobei das Verhältnis nie wirklich ausgeglichen war. Star Trek Enterprise hatte z.B. nur 2 Frauen – gegenüber 5 Männer. 5 der 7 Personen waren weiss. 4 der 7 waren Amerikaner. 7 heterosexuell. Jetzt ist das Verhältnis halt mal anders. Das nächste Mal wird’s auch wieder anders sein.

      Und wenn es künftig eine Star Trek-Serie gibt, die nicht alle Quotenansprüche berücksichtig und vielleicht auch keine Charaktere mit meinen merklichsten Eigenschaften hat, werde ich sie trotzdem anschauen und, falls die Story gut ist, lieben lernen.

        Alex1605 · 6. Januar 2022 um 10:51

        @ Roger:
        Meine Erfahrung ist, dass Mehrheitsverhältnisse von Personen durch die Aufgabe, das Umfeld, Beziehungen usw. geprägt werden. Hebammen sind meist weiblich und im Militär oder bei Soldaten gib es immer mehr Männer wie Frauen, vor allem in „kämpfenden“ Einheiten. Aber Autoren sind frei und SF bietet eine große Spielwiese.
        Star Trek hat schon immer Menschen mitgerissen und, durch Identifikation, beeinflusst. Ohne das hätte es nach TOS keine weiteren Staffeln gegeben. Mich hat TOS als 10jähriger für Star Trek, SF, Astronomie und Physik begeistert. Ich habe mich natürlich mit Kirk, Spock und Pille identifiziert. Und das fehlt bei STD. Wenn du das nicht brauchst, okay.
        Ziel von STD war es “female, minority, and LGBTQ character” mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Dies wurde überproportional, mit überzogenen und unglaubwürdigen Charakteren, unstimmigen Handlungen/ Verhalten und einem Verdrängungseffekt für „Andere“ durchgeführt. Deshalb führt diese Maßnahme dazu, dass STD grottenschlecht und für mich unrealistisch (auch für SF) geworden ist. Das hat nichts mit Phobie zu tun! Weniger wäre mehr und die Autoren haben nichts vom Militär o.ä. Organisationen verstanden.
        Es gibt durchaus Serien, die das Besser können. Modern Family z.B., wenn auch nicht das Gleiche Genre. Das schwule Paar find ich Klasse! Das passt stimmig im Genre.
        Star Trek hatte immer den starken Momenten für Minderheiten oder „Gleichheit“ für alle. Russen/ Chinesen auf der Brücke; Kuß Kirk/ Uhura; weiblicher/schwarzer Cpt; gleichgeschlechtlicher Kuß Trill usw. Aber das war eben handwerklich Top und das ist STD nicht!

Alex1605 · 3. Januar 2022 um 9:43

Habe die Rezensionen verfolgt um dranzubleiben, falls etwas passiert, was auf andere Serien Einfluss hat. Danke dafür.
Leider hat diese Staffel in der internationalen Bewertung „Trash“-Level erreicht mit 5,4 (von 10) bei IMDB und 24% (von 100) Zuschauerzustimmung (oder besser Ablehnung??) von 100 bei Rotten Tomatoes.
STD hat ja Star Trek insofern „gutgetan“, da es der „Motor“ für neue Serien war. So ein Absturz schadet natürlich dem Franchise. Damit ist das Experiment, die „Nische(??)/ Bereich“ “female, minority, and LGBTQ character” niveauvoll und für eine breite Masse zu etablieren, gescheitert. Kein Vergleich zum Kuß von Kirk/ Uhura!
Zum Glück gibt es noch PIC und ich bin gespannt auf SNW!!!

Reichstein · 3. Januar 2022 um 14:11

Ich kann ImbD eh nicht mehr viel abgewinnen. Die aktuellen Folgen und die aus der 3. Staffel (welche ich ganz gut finde) liegen dort zwischen 5 und 6 , während das meiner Meinung nach vollkommen verhunzte Staffelfinale von Season 2 im 8er Bereich liegt.

In den aktuellen Folgen kommt wenigstens mal Trek-Feeling rüber. Das hat Picard auch nicht in jeder Folge geschafft (Stadust City Rag lässt grüßen). Das beste was New Trek meiner Meinung nach zur Zeit zu bieten hat, ist aber devinitiv Lowe Decks.

    Alex1605 · 4. Januar 2022 um 17:44

    Als “Gradmesser” finde ich IMDB ganz gut. Die Folgen der Staffel 3 liegen zwischen 7,2 und 5,9 mit einem Schnitt von 6,5. Diese Staffel hat bei mir zum Ausstieg aus der Serie geführt.
    Die zweite Staffel (Schnitt 7,4) fand ich besser, da war ““female, minority, and LGBTQ character” “Kontinuum” noch nicht so ausgeprägt und hatte mit Pike und Spock zwei sehr stimmige Charakter für Sternenflotte und Star Trek. (Okay, Spock manchmal weinerlich….). Mit dem Staffelfinale gebe ich dir recht. Das war zwar ein “Bilderrausch” aber empfand ich eher schlecht.
    PIC hat für mich sehr viel Star Trek Feeling. Ausreißer war Stardust City Rag, wegen der brutalen Ermordung von Echeb. Das war eben unnötig brutal.
    Lower Deck ist nicht schlecht, aber eben nur Comic-Klamauk ohne Sderiosität und Tiefe. Das hatte TAS.

      Reichstein · 5. Januar 2022 um 10:12

      Pike, Spock und Nummer eins waren tatsächlich grandios gespielt, freue mich auch total aus SNW, auch wegen der abgeschlossenen Episoden. Aber die Story aus Season 2 um den roten Engel und Control hat mir gar nicht gefallen. Gleiches gilt für Season 1 für die Klingonen (hier kommt noch die geänderte Maske hinzu). Die Storys aus Season 3 und 4 sagen mir da mehr zu. Bei PIC gebe ich dir Recht (mein Highlight war Nepenthe). Aber Lower Decks ist devinitiv mehr als Klamauk, das hat die zweite Staffel eindrucksvoll bewiesen.

Reichstein · 3. Januar 2022 um 14:17

Noch eine Frage an die Redaktion: Warum macht ihr eigentlich zu den Folgen gar nicht mehr euer “Kanon-Futter” ?

Die zu lesen war für mich immer ein Highlight.

    Thomas Götz · 3. Januar 2022 um 15:36

    Hallo

    auch wir mögen das Kanon-Futter sehr, es ist aber, wie es meist immer ist: Es fehlt die Zeit ;).
    Meine Kollegen schaffen es momentan einfach nicht, ihre eigenen Rezensionen zu schreiben und ich selbst habe seit fast einem Jahr auch mein Großprojekt auf dem Tisch.

    Daher kann ich leider nicht sagen, wann und ob wir das Kanon-Futter wieder aufnehmen.

    Allerdings ist uns Unterstützung in jedweder Form natürlich auch jederzeit willkommen 🙂

    In diesem Sinne noch viel Spaß bei TZN
    Tom

      Reichstein · 5. Januar 2022 um 10:21

      Wie würde die Unterstützung denn aussehen ?

        Thomas Götz · 5. Januar 2022 um 10:24

        Artikel/Rezensionen schreiben (wie z.B. Kanon-Futter) und an unseren anderen Projekten nach Lust und Laune mitarbeiten 🙂

          Alex Foster · 6. Januar 2022 um 8:33

          Auch zur LTBTQ Diskussion passt Folgendes: die Stärke von Star Trek war es immer, Probleme der heutigen Zeit schlicht als überwunden darzustellen und nicht aktiv in der Handlung zu thematisieren. Wie wenig glaubhaft wäre TOS z.b gewesen, wenn Kirk seine Mannschaft ständig über Rassismus belehren hätte müssen. Dass Menschen aller Nationen und Hautfarben ganz selbstverständlich gleichberechtigt in der Zukunft zusammenarbeiten hatte gerade dadurch so eine starke Botschaft, dass es eben nie Thema in der Serie war, sondern immer als ganz selbstverständlich dargestellt wurde. … Das Diversity Thema ist auch mir bei STD zu aufgedrückt. Ist eine Stilfrage, die Star Trek in der Vergangenheit schlicht intelligenter gelöst hat. M M n.

Reichstein · 5. Januar 2022 um 13:12

Also eine Rezension traue ich mir nicht unbedingt zu aber an einem Kanon-Futter o.Ä. würde ich mich schon mal versuchen.

Charlie · 7. Januar 2022 um 17:26

Ich gestehe…Discovery macht mich fertig…
Besser gesagt…die Staffel 4 macht mich fertig…
hatte ich letzte Woche noch gesagt, dass mir alleine der Gedanke des “Selbstdenkenden und fühlenden Hauptcomputer” die Zornesröte ins Gesicht treibt, so interessant finde ich jetzt die Wendung in S4E7. Gut, wenn ich Schampus saufen würde, hätte ich, als der Weggang von Grey “offiziell” wurde, wahrscheinlich erstmal a Fläschchen geköpft, aber das mit Zora…mittlerweile muss ich gestehen dass ich den Gedanken an einen Schiffsgroßen Data irgendwie…reizvoll finde!
Und auch den Charakter Kovich…gut. Um nicht zu sagen: SEHR GUT!! Tarka…keine Ahnung, wohin die Reise mit dem noch geht, aber von meiner Warte aus: Gerne mehr von diesem Egomanen! Gerade dieser Charakter hat IMHO extremes Potential.
Liebe Discovery “Showrunner”: MACHT DIESEN CHARAKTER NICHT KAPUTT!!! 🙂

Aber, um auf den Anfang meines Postings zurückzukommen: Discovery macht mich fertig. Episode 1-3: Reden wir nicht drüber. Episode 4: Gut. Episode 5: Richtig Gut. Episode 6: Wohl eine meiner All-Time-Hass-Episoden. Und 7…ja, Epsiode 7…hat meiner Meinung nach das Ruder gewaltig rumgerissen. Die öffnet die Türen weit um die letzten verbliebenen Folgen richtig gut und spannend werden lassen zu können!
Als die Spannungen zwischen Michael und Book aufkamen dachte ich mir schon: Suuuper, schon wieder so ne vermähte Liebes-Schmonzette. Am Ende sagte ich so zu mir: Sehr gut gelöst! Auch das Tarka seine Motive auf der einen Seite offen gelegt hat, auf der anderen Seite aber doch nix klar ist: Auch super gelöst!
Mein Fazit also: Himmelhoch juchzend – zu Tode betrübt. Ein Psychologe würde Discovery wahrscheinlich Borderline diagnostizieren.
Episode 7 jedenfalls ist meiner Meinung nach eine gute und würdige Startrek Folge die im Endeffekt Lust auf mehr macht!

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