Nach “Voyager“ war 2001 eigentlich vor “Voyager“ und drum werfen wir einen Blick zurück auf “Star Trek: Enterprise”, dessen Staffelfinale vor 15 Jahren am 13.05.2005 über die US-Bildschirme flatterte.

Pionierzeit

Laut Aussagen der damaligen “Star Trek”-Produzenten um Rick Berman und Brannon Braga wusste man um die Jahrtausendwende, als “Voyager” sich dem Serienende neigte, nicht wirklich, wie man in einer Nachfolgeserie noch weiter in die Zukunft hätte gehen sollen. Daher entschloss man sich damals, stattdessen eine Prequel-Serie an den Start zu bringen.

“Enterprise” sollte den Aufbruch der Sternenflotte – oder besser gesagt der Menschheit – ins All zeigen. Die ersten Schritte nach dem Erstkontakt quasi. Damit wollte man den alten “Sense of Wonder” Gene Roddenberrys zurückbringen. Welches Setting wäre besser dafür geeignet “Back to the Roots” zu gehen, als eben jenes Prequel? Gerade darin hätte sich die Umsetzung von Roddenberrys angedachten “Wagentrek zu den Sternen” doch am besten realisieren lassen.

Die Fans waren skeptisch, vor allem da man ja auch mit dem vorhandenen Kanon jonglieren musste. Dies ist gewiss ein Thema, das zu Zeiten von “Picard” und “Discovery” auch wieder aktueller ist denn je. Die Geschichte wiederholt sich dieser Tage. Ein Übriges tat hier auch das Design des neuen Schiffes, der Enterprise NX-01, welches wegen ihrer Ähnlichkeit zur Akira-Klasse aus “Star Trek: Der erste Kontakt” (1996) von vielen als “Akira-Prise” betitelt wurde.

Tatsächlich muss man zugestehen, dass die Ähnlichkeiten gegeben und auch recht stark sind, dies aber den Genuss der Serie nicht beeinträchtigen sollte. Viel schwerer wog da schon das gesungene Titellied “Where My Heart Will Take Me (Faith of the Heart)” von Diane Warren (Text) und Russell Watson (Vocals) sowie die Tatsache, dass man das “Star Trek” für die ersten zwei Staffeln aus dem Titel entfernt hatte. Letzteres war sicher auch dem Marketing geschuldet, hatte es “Star Trek” in anderen Ländern mitunter schwer.

Und ja, ihr ahnt es schon, auch über die Titelsequenzen von “Discovery” und “Picard” sollte man 15 Jahre später erneut sprechen. Letztlich ist auch das aber Geschmackssache.

Die Enterprise NX-01 sieht fast aus wie die ältere Version eines umgedrehten Akira-Klasse-Schiffs (Bild: ViacomCBS/Memory Alpha).

Ein neuer Ton

Eine weitere Kontroverse war, dass “Enterprise” einen “erwachseneren” Ton anschlagen sollte. Seit Seven of Nine aus “Voyager“ hatte man erkannt, dass Frauen in heißen Catsuit-Outfits auch bei “Star Trek” funktionieren. Überhaupt galt das Motto “Sex sells”. Und so gab es gleich in der ersten Folge eine Szene in der Dekontaminationskammer, in der man Jolene Blalock (T’Pol) und Connor Trinneer (Trip Tucker) knapp bekleidet bewundern durfte. Von T’Pols ebenso engem Anzug gar nicht erst zu sprechen.

Auch dies kam damals bei den Fans nicht so gut an. Auch heute noch ist das “Sex sells”-Konzept umstritten und somit heißes Diskussionsthema im Fandom, wie etwa die Unterwäsche-Szene von Dr. Carol Marcus (Alice Eve) in “Star Trek Into Darkness” (2013) oder auch einige Szenen jüngst in “Picard”.

Der Cast

Apropos Setting: Blalock spielte eine Vulkanierin, die der Enterprise zugeteilt worden war. Es war zu diesem Zeitpunkt in der Timeline eben noch nichts so, wie man es kannte. Dies war durchaus von den Machern so beabsichtigt gewesen, immerhin sollten die Werte der Föderation ja irgendwie erstmal etabliert werden.

Leider galt dies mitunter nicht für alle Nebenfiguren, denn während man sich auf Captain Archer (Scott Bakula), T’Pol (Jolene Blalock) und Trip (Connor Trinneer) konzentrierte, blieben Charaktere wie Hoshi Sato (Linda Park), Malcom Reed (Dominic Keating) oder Travis Mayweather (Anthony Montgomery ) im weiteren Verlauf der Serie eher auf der Strecke – trotz gelegentlicher Episoden, in denen man sie in den Vordergrund stellte.

Scott Bakula spielte den Captain und war zu jener Zeit bereits ein etablierter Charakterdarsteller, der vor und auch nach “Enterprise” durchaus noch einige Rollen ergattern konnte. So war er von 1989 bis 1993 in der beliebten Science-Fiction-Serie “Zurück in die Vergangenheit”/”Quantum Leap” als durch die Zeit reisender Quantenphysiker Dr. Sam Beckett zu sehen gewesen. Seit 2014 gehört er zudem zum Cast von “NCIS: New Orleans”.

Connor Trinneer war im Anschluss an “Enterprise” ein gern gesehener Gast in diversen anderen Serien, allen voran in “Stargate”. Er hielt “Stargate” sogar bis zum unsäglichen “Stargate Origins” von 2018 die Treue.

Von den anderen Darstellern schaffte es allerdings keiner mehr hoch hinaus. Jolene Blalock und Linda Park waren zwar auch noch in diversen anderen Serien zu sehen, ein großer Durchbruch war aber nicht mehr dabei. Gleiches gilt auch für Dominic Keating und Anthony Montgomery. Zumindest letzterer schaffte es immerhin noch in die Serie “General Hospital.”

John Billingsley (Dr. Phlox), der Letzte im Bunde, ist ebenso in vielen Serien als Gastdarsteller aufgetreten. Und so beliebt er auch sein mag, weitere große Rollen blieben leider auch für ihn aus.

Der Cast in Season 1 (v.l.n.r.): Dominic Keating (Lt. Reed), Jolene Blalock (Subcmdr. T’Pol), Anthony Montgomery (Ensign Mayweather), Scott Bakula (Cpt. Archer), Linda Park (Ensign Sato), Connor Trinneer (Cmdr. Tucker), John Billingsley (Dr. Phlox) (Bild: ViacomCBS).

Schwieriger Start

Und so ging “Enterprise” am 26. September 2001 in den USA auf dem damaligen hauseigenen Paramount Pictures-Sender UPN (United Paramount Network) auf Sendung. Sinkende Quoten plagten nahezu von Beginn an die neue Serie, sodass bereits nach vier Seasons der Stecker gezogen wurde. Da konnte auch eine Neuausrichtung der letzten beiden Staffeln wenig helfen. Letztendlich blieben auch die Proteste der Fans nach der Bekanntgabe der Absetzung im Frühjahr 2005 (z.B. SaveEnterprise.com) ohne Wirkung, im Mai 2005 war Schluss.

Staffel 1 (2001-2002)

Der Pilotfilm “Broken Bow”/”Aufbruch ins Unbekannte” (1×01/02) brachte uns die Klingonen zurück, wobei die Fans hier erstmal etwas schlucken mussten? Hatte Pille nicht mal irgendwas von einem Erstkontakt 2218 erzählt? Trotz leichter Kanon-Diskrepanzen war der Auftakt aber überzeugend und etablierte mit den Suliban und dem mysteriösen “Future Guy” den temporalen Kalten Krieg, der bis zur dritten Staffel quasi der rote Faden im Hintergrund bleiben sollte.

Allerdings verschwand dieses Thema für einen Großteil der Staffel im Hintergrund, obwohl die Episoden um diesen Handlungsteil durchaus überzeugen konnten. Der Rest der Staffel verlor sich in Einzelepisoden, die mal mehr, mal weniger gute Qualität aufwiesen. So war der Erstkontakt mit den Andorianern zwar durchaus interessant (auch weil er “Star Trek”-Veteran Jeffrey Combs zurückbrachte), es gab aber durchaus auch den ein oder anderen Rohrkrepierer, wie “Durch die Wüste“/”Desert Crossing” (1×24).

Folgen wie “Raumpiraten”/”Acquisition” (1×19) brachten dann alte Bekannte, wie etwa die Ferengi, zurück, zeigten aber auch deutlich die Gratwanderung der Macher. Denn die Ferengi nennen gegenüber Archer und Co. nicht einmal den Namen ihrer Rasse, sodass sie 200 weitere Jahre “unentdeckt“ bleiben konnten. Ernsthaft?!

Selbst der Vergnügungsplanet Risa wurde am Ende der Staffel besucht, die mit einem großen Knall und der “Schockwelle“/”Shockwave” (1×26) endete, auch wenn die Auflösung in Staffel 2 dieses Niveau nicht ganz halten konnte.

Insgesamt bot die erste Staffel viel vom Gleichen. Die Fans störte vor allem, dass man vieles eben einfach schon gesehen hatte und das Neue außen vor blieb. Bei aller Fairness muss man aber sagen, dass die Charaktere durchaus gut etabliert wurden und zumindest kurzzeitig hatte jeder seine Szene im Rampenlicht.

Bereits im Pilotfilm bekommt es Archer erstmals mit den Suliban und dem “Temporalen Kalten Krieg” zu tun (Bild: ViacomCBS).

Staffel 2 (2002-2003)

Die zweite Staffel setzte den Trend an Einzelepisoden fort, man wollte aber etwas dichter an den etablierten Kanon rücken. Der “Irdisch-Romulanische Krieg” des 22. Jahrhunderts warf in “Das Minenfeld“/”Minefield” (2×03) seine Schatten voraus, allerdings führte auch dies wieder zu Kontroversen. Romulaner ja, auch dass man ihren Namen noch nicht erfuhr, war in Ordnung. Aber Tarnvorrichtungen zu diesem Zeitpunkt der Timeline? Das war bereits mit den Klingonen im Pilotfilm nicht wirklich gut gegangen.

Doch auch trotz dieser Einzelepisoden, die ja bereits früher die “Star Trek”-Serien ausgezeichnet hatten, gab es auch in der zweiten Staffel schon gewisse Ermüdungserscheinungen. Allerdings fand sich auch hier und da die ein oder andere frische Idee, etwa in “Todesstation“/”Dead Stop” (2×04 ).

Trotzdem ging die Quoten-Talfahrt weiter, da half auch eine Borg-Episode wie “Regeneration“ (2×23) nichts, die durchaus gekonnt den Bogen zum achten Kinofilm und der dortigen Storyline schlug. Eine neue Richtung musste her, und diese neue Ausrichtung der Serie kam in Form von Manny Coto, der sich so richtig austoben durfte und mit Staffel 3 einen Storyarc ersinnen durfte, der die ganze Season verband.

Zunächst musste man sich aber von einigen Altlasten trennen. Oder anders ausgedrückt, die Klingonen wurden mit der letzten Folge der zweiten Staffel erstmal aus dem Spiel genommen. Komplett frischer Wind sollte her, abseits vom bekannten Kanon.

Und dazu startete man auch gleich explosiv mit einem verheerenden Angriff auf die Erde…

Nichts für schwache Nerven: Archer und T’Pol entdecken in Season 2 eine “Todesstation” (Bild: ViacomCBS).

Staffel 3 (2003-2004)

“Deep Space Nine” hatte es als erste Trek-Serie vorgemacht, wenn auch in kleinerem Rahmen, nun bekam auch “Enterprise“ einen Handlungsbogen über eine komplette Staffel spendiert. Diesmal ging es um die Xindi und ihre geheimnisvollen Herren, die es aufzuspüren galt.

Roter Alarm in Trips Kabine: T’Pol lässt die Hüllen fallen! (Bild: ViacomCBS)

Tatsächlich zog die Staffel merklich an. Und selbst wenn es auch hier wieder einige schlechte Episoden gab, so überwog doch ein Großteil an guten Folgen. Doch nicht nur das, für einen kleinen Aufreger sorgte auch wieder eine Nacktszene, nämlich die, in der sich T’Pol vor Trip entblättert. Zwar hatte sich Jolene Blalock wohl wirklich in der Szene entblättert, wie gut informierte Kreise aber wissen, ist das, was man am Ende zu sehen bekommt, nicht wirklich der Hintern von Mrs. Blalock sondern eines Bodydoubles.

Zumindest für unsere deutschen Verhältnisse war die Szene aber sehr lau, zeigte man doch eh nur den oberen Poansatz. Viel Lärm um nichts also.

Am Ende der Staffel konnte man die Bedrohung zwar abwenden, allerdings mussten noch weitere Altlasten für Staffel 4 entfernt werden. Und so fand man sich erneut in einer Zeitreisegeschichte wieder.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle wohl noch, dass die Titelmelodie erneut ausgewechselt wurde und nun etwas schneller erklang, während auch die Worte “Star Trek“ in den Titel zurückkehrten.

In Staffel 3 müssen Archer und Co. das Geheimnis um die Xindi und die bösen Sphärenbauer lösen (Bild: CBSViacom).

Staffel 4 (2004-2005)

Der temporale Kalte Krieg wurde gleich im Staffelauftakt beendet, wobei man sich hier mehr schlecht als recht alles irgendwie zurechtbastelte.

Danach konzentrierte man sich auf Storyarcs, die drei bis vier Folgen lang waren, diesmal aber mehr in Richtung etabliertem Kanon abzielten. So wurde die Kultur der Andorianer erweitert, die Romulaner traten im Hintergrund schon mal als böse Macht auf – wohl auch, um den Krieg vorzubereiten – und selbst für Lücken im Kanon, wie die fehlenden Stirnwülste der Klingonen in der Originalserie, wurde eine Lösung geschaffen. Selbst Sektion 31 hatte einen kurzen Auftritt zu verzeichnen. Gegen Ende der Staffel wurde dann auch die Gründung der Föderation angedeutet, die man im Finale aber nicht wirklich zu sehen bekam.

Klar, das gefiel nicht allen, im Großen und Ganzen lieferte Staffel 4 aber mehr als solide Leistungen ab. Es sah ganz so aus, als hätte “Enterprise“ endlich seinen Weg gefunden. Leider half es nichts, denn auch wenn die Fans durchaus angetan waren, hatten sich die Quoten der Serie nicht gebessert und man zog einen vorzeitigen Schlussstrich.

Tellariten, Menschen, Vulkanier und Andorianer: In Staffel 4 nimmt die Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten langsam Gestalt an (Bild: ViacomCBS).

Zumindest im Finale “Dies sind die Abenteuer”/”These are the Voyages” (4×22) wollte man aber noch einmal alle Register ziehen, doch leider erwies sich auch dieses als mittelschwere Katastrophe. Da wird ein Zeitsprung von über fünf Jahren gemacht, es gibt keine Erwähnung des Krieges, die Charaktere hatten sich kaum weiterentwickelt und dann wird auch noch Trip getötet. Da half auch der Auftritt von Jonathan Frakes und Marina Sirtis nichts und auch nicht die Enterprise-Kollage am Ende, so nostalgisch sie auch war. Trotzdem ist es wohl kein Wunder, dass das Ende der Serie in der Romanfortsetzung etwas umgedichtet wurde.

Insgesamt ging so aber eine Serie zu Ende, die endlich ihren Weg gefunden hatte, ihr volles Potential aber nicht mehr ausschöpfen konnte. Trotzdem hat auch “Enterprise“ bis heute seine Fans.

Zum Abschluss ein Rohrkrepierer: Marina Sirtis (Troi) und Jonathan Frakes (Riker) bekamen in der Finalepisode zu viel Screentime (Bild: ViacomCBS).

Nach dem Ende der Serie kündigte Paramount eine längere “Star Trek”-Pause an. Fans standen dunkle Zeiten bevor. Allerdings währte die Pause genau genommen nur vier Jahre und dann ging es bereits 2009 mit einem “TOS”-Reboot im Kino weiter.

Tatsächlich sollte es aber zwölf Jahre dauern, bis mit “Discovery” auch wieder eine neue  “Star Trek”-Serie an den Start ging. Und mittlerweile ist man dort angekommen, wo Quoten nicht mehr die ausschlaggebende Rolle spielen, auch wenn sie natürlich nicht unwichtig geworden ist: im Streaming.

Aber das sind Geschichten für ein anderes Mal….


8 Kommentare

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Julian Wangler · 21. Mai 2020 um 8:08

Schöner Rückblick, wenngleich man einige Verdienste der Serie hätte mehr herausstellen können.

Ich jedenfalls bin ein Fan und habe im Laufe der Jahre eine umfangreiche Season 5 zu Enterprise geschrieben sowie eine breit angelegte Romulan War-Story. Falls es irgendjemanden interessiert:
http://www.startrek-companion.de/STC2008/enterprise.htm

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    Jannis · 7. Oktober 2020 um 23:25

    Das einzige Star Trek Serie mehr nähre ran an Realität, ich finde wirklich schade das nicht mehr Gedreht worden, die Serie war einfach klasse.
    Ich habe alle Star Trek Serien und Filme gesehen…mehrere Male sogar, aber diese mit Scott Bakula (Cpt. Archer) und sein Team, ist die Beste für mich.

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Andre · 22. Mai 2020 um 13:34

Ich weiß noch, wie sehr ich mich bemüht habe, die Serie zu mögen… Aber das Tempo war so langsam, dass ich keine Folge schauen konnte, ohne unruhig zu werden – oder einzuschlafen… Heute weiß ich einige Qualitäten zu schätzen und mag auch die vierte Staffel – die ich mir im Fernsehen auch schon nicht mehr angetan habe und erst später als DVD angeschaut habe- und das obwohl ich der damals größte Trekkie war. Voyager litt auch schon unter erheblichen Ermüdungserscheinungen, aber es war immer schön bunt und nett, wohingegen Enterprise auf geschmacklose Weise (aus meiner Sicht) in der dritten Staffel das 9/Trauma der Bush-Regierung einzupflegen versuchte… Aber wie mit allem: nach Disco und in Teilen PIC erscheint einem alles schon fast wieder wie Shakespeare..

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Flotho · 26. Mai 2020 um 8:35

Die Serie hatte großes Potential. Wäre sie nicht in das unselige Fahrwasser der 9/11-Jahre geraten oder hätte sich davon eher kritisch abgesetzt statt Folterlegitmation etc., hätte es die nach TNG beste Serie werden können. Aber der Xindi-Plot war eben unerträglich und Staffel 4, obwohl eigentlich wieder ziemlich gut, nur noch Betriebsabwicklung ..

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Julian · 26. Mai 2020 um 20:00

Was haben sich Berman und Braga abgemüht mit den Xindi. Unter großem Aufwand haben sie die Serie in eine neue Richtung zu zwingen versucht. Sie hatten einige Erfolge, zahlten jedoch auch einen schlimmen Preis dafür: Der Star Trek-Geist blieb auf der Strecke. Plötzlich ein Archer der foltert und auf einer Art 9/11-Rachefeldzug unterwegs ist. Dann kam Coto, und man bekam eine Vorstellung davon, wie ein Enterprise nach seinem Stil ausgesehen hätte. Da wäre es viel stärker um die Gründung der Föderation gegangen, um Figuren, um politische Zusammenhänge.
Ich kann der Serie dank der letzten Season viel verdanken. Sie ist dort angekommen, wo viele Fans sie sehen wollten. Auch, wenn die Zeit nicht mehr ausreichte, um alle wichtigen Themen in der gebührenden Länge zu entfalten, so sind sowohl die Anfänge des Konflikts mit den Romulanern als auch die noch zaghafte Entwicklung in Richtung Föderation klar erkennbar. Zwar mag die Serie am Ende an fehlendem Quotenerfolg und einem wilden Schlingerkurs gescheitert sein, aber es hinterlässt mich jedenfalls zufrieden, dass Enterprise sich in ihrem letzten Jahr fand und uns zumindest ein paar wichtige Eindrücke vermittelte, was geschah, damit im 23. Jahrhundert Kirk und Spock auf große Fahrt gehen konnten.

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mrspock · 28. Mai 2020 um 20:08

Captain Sisko hatte fragwürdige Entscheidungen getroffen. Captain Janeway hatte auch gefoltert…ich weiß nicht weshalb man das immer so negativ hervorhebt im Anbetracht der Umstände bei Captain Archer. Für mich ist Star Trek Enterprise eine meiner liebsten Star Trek Serien. Es hatte den wahren Entdeckergeist den Star Trek für mich ausmacht. Hätte es Anfang der 2000er Jahre Streaming TV gegeben und wenn diese Serie dort gelaufen wäre, so wäre nach meiner Einschätzung die Serie noch viele Jahre weiter gelaufen. Ich fand die Serie von Anfang an schon packend und es gab auch schon Anfangs Story – übergreifende Entwicklungen. Staffel 3 und 4 waren dann einfach grandios. Mit der 4. Staffel endete Star Trek für mich als Höhepunkt und kam dann leider nie wieder…..

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Julian · 29. Mai 2020 um 8:51

Hallo Mr. Spock, ich glaube nicht, dass das Problem ist, DASS fragwürdige Entscheidungen getroffen werden. Das war in der Tat auch in anderen Serien so und solche inneren Konflikte sind an und für sich eine sehr spannende Sache. Ich fand nur, dass Archers charakterlicher Wandel in der Xindi-Staffel zu wenig von der Serie selbst reflektiert wurde. Es gab z.B. keine Figur, die Archer mit seinen Veränderungen konfrontierte, und auch Archer selbst schien mir über weite Strecken in Staffel 3 viel zu blindlinks drauf los zu rennen und nicht richtig zu erkennen, was mit ihm geschieht. In Staffel 4 war er dann wieder wie ausgewechselt und schien wieder zu sich selbst zu finden. Den Gewissenskonflikt hätte man in Season 3 sehr viel besser ausarbeiten können. Da kratzte vieles zu stark an der Oberfläche. An und für sich war es aber eine spannende Sache.

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MichelAusHF · 6. Juni 2020 um 21:15

Ich schaue derzeit wieder Enterprise.
Auch wenn sie damals an mir vorbei ging, ich ihr ehrlicherweise auch keine Chance gab, muss ich heute sagen, dass sie unter Wert gehandelt wurde.
Der Start zum Zeitpunkt 9.11. war einfach schlecht. Klar, das Set wirkte mit den Flachbildfernseher und den Strahlern etwas seltsam, aber auch daran gewöhnte man sich.
Ich finde es schade. Ich fände es toll, wenn es von jeder Serie wenigstens nochmal eine Staffel gäbe. Mit der Power von Amazon wäre das locker machbar…

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